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Full text of "Acta germanica - Organ für deutsche Philologie N.R. Heft 1.1912"

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ACTA GERMANICA. 


ORGAN 
FÜR DEUTSCHE PHILOLOGIE 


HERAUSGEGEBEN VON 


RUDOLF HENNING. 
— Neue Reihe. — 


Heft 1: 
Altnordische Namenstudien. 
Von 


Hans Naumann. 


Berlin. 
Mayer & Müller. 
1912. 


ACTA GERMANICA. NEUE REIHE. HEFT 1. 


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Altnordische Namenstudien. 


Hans Naumann. 


Berlin. 
Mayer & Müller. 
1912. 


GERMANY 





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3 
Le 


Vorwort. 


Diese Arbeit sieht ihre Hauptaufgabe darin, einen Über- 
blick zu geben über den Zusammenhang der nordischen 
Namengebung mit der germanischen. Das so oft ersehnte 
altnordische Namenbuch sollte natürlich damit noch nicht 
geliefert werden, wohl aber ein Beitrag zur Vorbereitung 
für dies und für das gleichfalls noch zu schreibende germa- 
nische Namenbuch. 
Die Listen von Cap. I--III sollen eine Sammlung des 
urnordischen (runeninschr. überlieferten) und altnordischen 
Namengutes enthalten, geordnet nach der historischen Ent- 
wicklung, soweit sich diese durch Vergleichung mit dem 
Namenschatze des Ost- und Westgermanischen feststellen 
läßt. 
Unter Vorbehalt sind die Namen der Heldensage auf- 
genommen. Evident nicht nordische wie Hlodver ahd. Hlu- 
dowih, Niðuðr ahd. Nîdhad u. a. sind grundsätzlich aus- 
geschieden. Andere, die wie Angantyr u. Beli (Fridpjófrs.) 
p Y Ben ihres singuláren Vorkommens den Stempel rein my- 
e E thischen Charakters an sich tragen (Mhff. Beow. 4), sind 
Gebenfalls nicht aufgenommen. Wenn allerdings mythische 
= Namen wie Hedinn, Hogni, Atlı u.a. sekundär, infolge von 

Bekanntschaft mit der Heldensage, in Gebrauch traten, so 

mußten sie wohl berücksichtigt werden, zumal wenn sie, 
$ wie eben diese, etymologisch auch sonst mit der Namen- 
& gebung in Zusammenbang stehen. Desgleichen mußten solche 
& myth. Namen Aufnahme finden, die gemeingerm. Verwand- 
^ schaft besitzen und womöglich die einzigen Stützen ur- 


Hans Naumann, Altnord. Namenstudien. ] 


2 Vorwort. 


alter großer Zusammenhänge sind wie Dömarr und Dómaldi 
(dom Cap. I) Zu einer fünften Klasse gehört etwa Fridpjöfr 
selbst. Nachweislich historische Personennamen mit piub 
(Cap. II) sind innerhalb und außerhalb des Nordischen äußerst 
spärlich. Da aber mytholog. Ursprung nicht direkt nach- 
gewiesen werden kann, mußten solche Namen wohl oder 
übel aufgenommen werden. 

Es sind also ausgeschieden: die nicht ursprünglich nor- 
dischen Namen (vergl. auch Cap. V) und diejenigen mytho- 
logischen und mythischen Namen, die in keinem organischen 
Zusammenhange weder mit der nordischen noch mit der 
germanischen menschlichen Namengebung stehen. Es sind 
aber aufgenommen diejenigen Heldennamen, die bestimmt 
und von vornherein nord. menschl. Namen sind (z.B. Gaut- 
rekr mit beiden Gliedern in großer Verbreitung) und solche, 
die es sekundär geworden sind und etymologisch an sich in 
der menschl. Namengebung begründet sind (Hogni, Atli eto.). 

Sollte nun gerade hier in der Sichtung des Stoffes nicht 
immer das Richtige getroffen sein, so wolle man dies der 
immer veründerten Schwierigkeit der Frage zu Gute rechnen. 
— Möglichste Vollstándigkeit ist angestrebt, jedoch sicherlich, 
zumal auf ostnordischem Gebiete, längst nicht erreicht. — 
Überhaupt muß ich um alle die Nachsicht bitten, die ein 
Lexicon, und etwas anderes ist ja ein Namenbuch auch nicht, 
in seiner ersten Bearbeitung wohl beanspruchen darf. 

Herrn Prof. R. Henning, der mir in einer altnordischen 
Seminarübung die Anregung zu dieser Arbeit gegeben und 
mich nach ihrer ersten Vollendung auf so Manches aufmerk- 
sam gemacht hat, fühle ich mich zu tiefstem Danke ver- 
pflichtet. 


Literaturverzeiehnis. 


1) Zur Materialsammlung wurden benutzt: für das 
Nordische: 


S. Bugge: Norges indskrifter med de ældre runer. Christ. 1891 
bis 1903. 

J. G. Liljegren: Runurkunder. Stockholm 1833 : und darauf beruhend: 

N. W. Dieterich: Runensprachschatz: o. J. Stockholm u. Leipzig. 

Fr. Burg: Die älteren nordischen Runeninschriften. 1885. 

P A. Wimmer: De danske runemindesmærker. København 1895 
bis 1908 (Bd. IV?) 

J. Undset: Indskrifter fra middelalderen i Throndhjems Domkirke. 
Christ. 1888. 

S. Bugge: Bidrag til Tolkning af Danske ok tildels Svenske in- 
skrifter med den længere rækkesruner, navnling paa guld- 
brakteater. Kjeb. 1906. 

A. Noreen: Altisländische und Altnorwegische Grammatik (mit einem 
Anhang der älteren Runeninschriften) 1903. 

A. Noreen : Altschwedische Grammatik 1897 —1904, mit einem An- 
hang schwedischer Runeninschriften. 

Islendinga sögur 1—29 ed V. Asmundarson, Reykjavik 1891 ff. 
(mit indices). 

Landnámabók auch isl. Sögur 1. 1829 und 1843. 

Ares Isländerbuch ed. W. Golther. Halle 1892. 

Biskupa sögur 2 Bde. Kopenhagen 1858. 

Sturlunga saga ed. G. Vigfusson 1878. 

Islenzkar fornsögur I. 1880. 

Konunga sögur ed. C. R. Unger 1870. 

Fornmannasögur 1— 12. Kopenhagen 18251f, (indices in III V 
VII X XLI). | 

Fornaldarsögur útgefnar af. C. C. Rafn 1829 £. (index in Bd. III). 

Heimskringla ed. F. Jónsson I—IV. 1893ff. (index in Bd. III). 

Monumenta historica Norvegica ed. G. Storm 1880. 

Diplomatarium Norvegicum ed. Lange, Unger etc. Christ. 1847 ff. 

1* 


4 | Literaturverzeichnis, 


Carmina Norræna ed. Th. Wisén 2 Bde. Lund 1886—89. 

Guta Lag och Guta Saga, utgifna af Hugo Pipping, Samfund XXXIII, 
1905 —07. 

Islandske Annaler udg. G. Storm. Christ. 1888. 

Diplomatarium Islandicum. Copenhagen 1857. 

H. S. Collin u. C. J. Sehlyter: Corpus iuris Sweogotorum antiqui 
1827 ff. 

Saxo Grammatikus: Gesta Danorum ed. Holder 1885; Paul Her- 
mann Comm. I. 

Vita Anskarii rec. G. Waitz 1884. 

O. Nielsen: Olddanske Personnavne 1883. Copenhagen. 

O. Rygh: Gamle Personnavne i Norske Stedsnavne 1901. 

K. Weinhold: Altnordisches Leben 1856, Namengebung s. 262—282. 
F. Jónsson: Tilnavne i den islandske oldlitteratur. Aarböger 1907, 
p. 161—381. | 
B. Kahle: Die altwestnordischen Beinamen bis etwa zum Jahre 1400. 

Arkiv 26 p. 143 und 226 ff. 
Dankbar sei auch genannt: 
F. Holthausen: Altisländisches Lesebuch 1896: p. 128 ff. ein kleines 
Namenverzeichnis, das mit seinen Etymologien dem An- 
fänger die erste Hilfe bot. 


2) Für die andern germanischen Dialekte: 


a) allgemein : 


E. Förstemann: Altdeutsches Namenbuch I. Personennamen ? 1900. 

R. Henning: Die deutschen Runendenkmäler, StraRburg 1889. 

Fr. Stark: Kosenamen der Germanen, Wien 1868. 

E. Schröder: Die deutschen Personennamen. Göttinger Festrede 1907. 

G. Werle: Die ältesten germanischen Personennamen 1910. Beiheft 
zum XII. Bd. der Zeitschr. für deutsch. Wortforsch.; und: 
Zu den ältesten germ. Personennamen, Mainzer Zeitschrift 
1910 S. 56ff. Dissertation, Gießen 1910. 

rec. M. Schönfeld. I. F. 28. anz. p. 73ff. 

M. Schoenfeld: Proeve eener kritische Verzameling van Germaansche 
Volks- en Personsnavne (A—B). Diss. Groningen 1906. 

Als Fortsetzung uud Vollendung dieser Arbeit ist jetzt erschienen 
von dem gleichen Verfasser: Wörterbuch der altgermanischen 
Personen- u. Völkernamen, Heidelberg 1911. Dieses Werk 
systematisch zu benutzen, ist mir leider nicht mehr möglich. 
Ich verdanke ihm aber viele der Namen aus CIL. und 
mehrere aus den ohne Indices gebliebenen Chronika Minora. 


Literaturverzeichnis. 5 


b) Für das Ostgermanische: 


F. Wrede: Über die Sprache der Wandalen. QF 59. 1886. 

F. Wrede: Über die Sprache der Ostgoten in Italien. QF 68. 1891; 
rec. Kögel Anz. 18. p. 43ff.; cf. auch Meyer-Lübke (s. u.) 
p. 5, 6. | 

Müllenhoff im Index zu Mommsens Jordanisausgabe. M.G. auct. ant. 

W. Wackernagel: Sprache u. Sprachdenkmäler der Burgunden. 
Kleine Schriften III 334 ff. 

F. Dahn: Könige der Germanen, Bd. VI Die Verfassung der West- 
goten 1885; von p. 421—490 in Anmerkungen die Namen 
der an den "Cone. Tol. beteiligten Personen enthaltend. 

A. Bezzenberger: Über die a-Reihe der got. Sprache, 1874 (zahl- 
reiche westgot. Namen enthaltend). 

W. Meyer-Liibke: Romanische Namenstudien I: Die altportugiesischen 
Personennamen germanischen Ursprungs. Wiener Sitzungs- 
berichte 1904, 149. Bd. 

M.-L. erklärt die hier behandelten Namen aus dem Nordwesten der 
iberischen Halbinsel für westgotisch und sein Rezensent 
(v. Grienberger Zs. f. d. Ph. 38, 541ff) hegt keinerlei 
Zweifel. Es muß aber bemerkt werden, daß für ihren Ur- 
sprung neben den Westgoten (und andern Völkern: Wan- 
dalen, Alanen) namentlich auch Sueben in Betracht kommen 
(Zeuß 458, Dahn aao. 559—582; Bremer P.G. 204), die 
im 5/6 Jh. hier ein Pun Reich gegründet hatten, aber 
noch vor 600 im Westgotenreiche aufgingen und die ZeuD - 
allerdings (p. 456) von den „quadischen Sueven“ trennt, 
(p. 457) mit den Semnonen identifiziert (doch cf. Bremer aao.). 
Überlieferte Königsnamen dieser Sueven sind Hermericus 
(Hyd. Cont 71 = * Ermanaricus), Rechila (ebda 114 = 
*Ricila), Rechiarius (ebda 137 — *Riciarius), Maldras (mit 
griech. s, also ogerm. Maldra; I.F. anz. IX, 201; v. Grienb. 
got. Wortk. p. 229) ebda. 181, Franta (Isidor c. 88), Remis- 
mundus ebda c. 90, 'Theudemirus Chron. Min. II p. 212, 
Miro ebda, Eboricus ebda 216, Audeca ebda, Siseguntia f. 
ebda, Malaricus ebda 217, Namen, die in Themawahl und 
Endung allerdings einen sehr ostgermanischen Eindruck 
machen (cf. auch Zeuß p. 456; Vorrede zu cap. II dieser 
Arbeit). Wir glauben uns daher im Allgem. Meyer-Lübkes 
Auffassung anschließen zu dürfen. 


c) Für das Westgermanische: 


P.Piper: Libri Confraternitatum St. Galli, Augiensis, Fabariensis, M.G. 
À. Longnon: Polyptyque... de l'Abbé "Irminon, 2 Bde. Paris 1895. 


6 Literaturverzeichnis. 


W. Waltemath: Die fránk. Elemente in der franz. Sprache. Straßb. 
Dissert. 1885 (p. 11—37 ein Verzeichnis fränk. Eigen- 
namen vom 5.—7. Jh.). 

A. Socin: Mittelhochdeutsches Namenbuch. Basel 1903. 

M. Heyne: Altniederdeutsche Eigennamen 1867 (9.—11. Jh.). 

W. Bruckner: Die Sprache der Langobarden. QF. 75. 1895. 

Kemble: Codex Diplomaticus aevi Saxonici, London 1839—48. 

A. Hruschka: Zur ags. Namensforschung, 23 u. 24 Programm der 
Oberrealschule zu Prag 1884/85; rec. E. Schröder, Anz. 
. 12. 181. 

W. G. Searle: Onomasticon Anglo-Saxonicum 1897; cf. dazu Meyer- 
Lübke aao. p. 5 (jetzt auch Schönfeld, Wörterbuch p. IX); 
die hier konstatierte „Merkwürdigkeit“ des Searleschen 
Buches können wir nur bestätigen. 


Anm. J. Aasen, Norsk Navnebog 1878 und M. F. Lundgren, 
Personnamn frán medeltiden (Nyare bidrag till kánnedom .. X) 
blieben mir unzugänglich. Die nur erst in 4 Lieferungen vorliegende 
und nur das ja leichter zugängl. Westnord. betreffende Sammlung 
von E. H. Lind; Norsk-islandska Dopnamn ock fingerade Namn 
frán Medeltiden 1905ff. habe ich leider erst nachträglich aus 
Björkman (s. u.) kennen gelernt. Sie bemüht sich, den gesamten 
Variantenapparat zu verzeichnen, was in meiner Arbeit natürlich 
nicht anging und zudem bei der Durchsichtigkeit der meisten nord. 
Namenbildungen sich erübrigte. Ihr Inhalt ist im wesentl, von den 
„fingerade Namn“ abgesehen, bei mir enthalten. 


Vorbemerkung, die Belege betreffend. 


Die Belege der nord. Namen sind so eingerichtet, daß 
sie auf den ersten Blick die Verbreitung eines Themas er- 
kennen lassen. Es konnten aus Rücksicht auf den Raum 
nicht immer alle Belege angeführt werden. Schlägt man 
beide Themen nach, so wird man im allgem. den genauen 
Beleg eines Vollnamens finden. Bei W. R. D. Schlyter. 
Fms. Fas. etc. erübrigten sich genauere Angaben teils wegen 
guter Indices, teils wegen alphab. Anordnung. Bei den 
Diplomatarien u. a., wo dies nicht der Fall ist, mußten die 
Angaben genauer sein. Vom 10. Jh. ab sind die Namen 
der Runeninschriften nicht mehr besonders als runeninschrift- 
lich gekennzeichnet, was also zumeist die jüngeren dänischen 
(Wimmer) und schwedischen (Liljegreen, Dietrich) Runen- 
inschr. betrifft; doch belehrt ein jedesmal hinzugefügtes W. 
oder Lilj. über ihren Ursprung. Namen aus Runeninschr., 
deren Lesung und Deutung gänzlich unsicher sind (z. B. 
ada Norw. Nedre Hof. Bugge z. St., umabera Kragehul. 
Bugge, Tolkning 26ff.), wurden nicht aufgenommen. Die 
Literatur der ältesten nord. Runeninschr. immer anzuführen, 
war unnötig; man findet sie vollständig verzeichnet hinter 
jeder Inschrift bei Noreen (Altisl. u. altnord. Grammatik; 
nach Nummern zitiert), soweit sie hier vorhanden sind; 
sonst wird auf Bugge verwiesen. 

Die Belege für das Ost- und Westgerm. haben natürlich 
zuvörderst nur den Zweck, zu erweisen, daß das betreffende 
Thema hier vorkommt, woraufhin wir es als gemeingerm. 
(Cap. I) oder nur als west- und nordgerm. (Cap. II) erklären 
können. Vollständigkeit wäre hier sinnlos, für das West- 
germ. gradezu unmöglich; es sind z. B. auch nicht durchaus 


8 Vorbemerkung, die Belege betreffend. 


alle Namen aus Gregor und Fredegar etc. angeführt, viel- 

mehr ging das Bestreben dahin, für möglichst viele der 

Dialekte Vertreter zu stellen. Im allgem. sind ja dann 

auch wohl die ältesten Belege vorgezogen worden. 

Die Belege der Namen aus den ahd. Dialekten bietet 
Förstemann mit genügender Sicherheit und Zuverlässigkeit; 
es sei daher auf ihn verwiesen. Nur die westfränk. Namen 
sind von neuem nachgeprüft auf Grund der Neuausgabe des 
Polypt. Irmin. von A. Longnon und mit P.I. versehen. Auch 
die Namen aus Piper sind als solche gekennzeichnet (L.C.). 
Für das Langobardische sei ausschließlich auf Bruckner ver- 
wiesen. 

Die Zahlen hinter den Namen bedeuten das Jahrhundert, 
in dem der betreffende Name belegt ist. 

Zu J. G. Liljegrens oben mit aufgeführten „Runurkunder“ 
und dem darauf beruhenden „Runensprachschatz“ von N. W. 
Dieterich ist noch folgende Bemerkung zu machen: Es sind 
bei Liljegren nicht nur die schwed. Runendenkmäler ge- 
sammelt, sondern auch dänische und solche der westnord. 
Gruppe; die Sammlung deckt sich also z. T. mit den andern 
Sammlungen (Wimmer etc). Da aber das Cap. über die 
„Landschaftlichen Differenzen“ s. u. sich für das Ostnord. 
stark auf Liljegren-Dieterich stützt, in unsern Listen aber 
immer nur nach der Nummer bei Lilj. zitiert werden kann, 
so sei hier folgende Tabelle eingeschaltet: 

Schwedisch: 1—1414; 1452; 1550—94; 1612, 13; 1616; 
1629—47; 1655—1823; 1854—58; 1860; 1900—24; 
1987—53 ; 2009—12; 2028—32. 

Norwegisch: 1453—67; 1595—1604; 1614, 15,48; 1826—1834; 
1888, 89; 1919—33; 1954; 1977; 1996—99; 2013; 
2018—23; 2085—43; 2088—2162; 2233. 

Aus Schonen: 1415—51; 1577; 1825; 1915—18. 

Dänisch: 1468—1549; 1606—11; 1835—41; 1859; 1890—93; 
1984—36 ; 2044; 2071. 

Isländisch: 1653, 54; 1842—53. 


Due wichtigsten Abkürzungen. 


ofr. wfr. anfr. srhfr. mfr. 


ost-, west-, altnieder-, siidrhein-, mittel- 


fränkisch. 


lb. = langobardisch 

as. = altsächsisch 

an. = anord. == altnordisch 

ags. — angelsüchsisch 

loc. — local (aus Ortsnamen er- 
schlossen) 

runischr. — runeninschriftlich 

Fm == Förstemann 


L.C. = Piper, Libri Confrater- 
nitatis 

P.I. = Polyptychon Irminonis 

Pd. — Pardessus, Dipl. chart. etc. 


1843 ff. 
K. = Kemble. 
M.-L. = Meyer-Lübke 
ep. = episcopus 
edd. — eddisch 
Nor, — Noreen 


Nor. Nord. = Noreen, Altisl. u. 
Altnord. Gramm. 


Nor. Schwed. = Noreen, Alt- 
schwed. Gramm. 

N. = Nielsen 

R. = Rygh 

D.N. = Diplomatarium Norwe- 
gicum 

D.I. =-= Diplomatarium Islandicum 

D. = Dietrich-Liljegreen 

I.B. = Ares Islünderbuch 

L.B. = Landnámabók 


Hkr. — Heimskringla 
Fas. — Fornaldarsögur 
Fms, — Fornmannasögur 
Ks. — Konungasögur 
isl. = Islendingasögur 
Bs. — Biscupasögur 

St. — Sturlungasaga 


Teil I. 





Cap. I. 


Die gemeingermanischen Bestandteile des alt- 
nordischen Namenschatzes. 


In den vorliegenden Listen ist auf die Vergleichung voller, 
zweigliedriger Namen zunächst nicht der Hauptwert gelegt 
worden. Die indogermanischen Personennamen sind Composita. 
Sie unterliegen also auch bei vollständiger Gleichheit beider 
Glieder in 2 oder mehreren verwandten Sprachen oder Dia- 
lekten viel eher dem Verdacht paralleler Entwicklung als 
die beiden Themen, die sie bilden, an sich. Von diesen wird 
man getrost behaupten können, sie gehörten einzeln beide 
der gemeinsamen Namengebung jener Sprachen oder Dialekte 
an; erscheinen sie beide zusammen in Komposition, so kann 
dies viel leichter, zumal wenn sie in vielen andern Zusammen- 
setzungen nachweisbar sind, Ergebnis des Zufalls sein. Doch 
sei am Schluß dieses Cap. eine Aufzählung solcher voller 
zweigliedriger altnordischer Namen gegeben, die eine genaue 
Entsprechung in den beiden andern germ. Dialektgruppen 
finden, die also als gemeingerm. Vollnamen gelten können 
(s. auch u.). 

Es handelt sich in dieser Liste von Cap. I darum, den 
Teil des nord. Namengutes zusammenzustellen, der als ge- 
meingerm. gelten muß, den das nord. vom urgerm. ererbt 
hat. Was aber muß als gemein- oder urgerm. gelten? Um 
ganz sicher zu gehen: was in allen 3 großen germ. Sprach- 


Gemeingerm. Namensthemen. 11 


gruppen gleicherweise belegbar ist. Wir haben nämlich 
gegenüber jener Zweiteilung des Nordisch-Gotischen auf der 
einen, des Westgerm. auf der andern Seite uns vielmehr zu 
jener bekannten Dreiteilung in ost-, west-, nordgerm. ent- 
schlossen. Die Berechtigung dazu dürfte sich in folgd. er- 
weisen; es wird sich zeigen, daß man, was den Namenschatz 
anbelangt, viel eher das Nord- und Westgerm. in eine Gruppe 
gegenüber dem Ostgerm. zusammenfassen könnte. — Diese 
hier für das Nord. erschlossenen gemeingerm. Vollnamen 
sind dann selbstverständlich die vorläufig erschließbaren ge- 
meingerm. Vollnamen überhaupt, sofern man die hier an- 
gewandte Methode nicht für zu streng erachten mag. 
Urgerm. Namen zu erschließen gäbe es noch eine zweite 
Methode: solche Namen müßten zweifellos urgerm. Sprach- 
gut sein, die (vorausgesetzt, daß die Möglichkeit einer Ent- 
. lehnung als ausgeschlossen erscheint) in mindestens zweien 
der verwandten Sprachen und in mindestens einem der germ. 
Dialekte vorkommen, wie z. B. ai. ASvala, gr. "Innvios, ags. 
Eolla (Kluge PG.? I 326) oder ai. Vrkala, sl. Vukolin, got. 
Wulfila. (Es scheint, als ließen sich Gleichungen von V oll- 
namen durch mindestens 3 Sprachen überhaupt nicht auf- 
stellen; in 2 Sprachen eher: ai. KSemaräja, anord. Heimrekr, 
ahd. Heimirich Cap. II; tw. in lautl. Übereinstimmung dazu 
gr. Kóucoyog; -rekr synonym = -egyoc). Aber diese Namen 
würen eben zugleich idg. und als solche, wie alles idg. 
Sprachgut, nur ein sehr geringer Teil des germ. Und diese 
Methode würde ein um so spärlicheres Ergebnis liefern, als, 
wie es den Anschein hat, wenigstens die zweithematischen 
Namen in den einzelnen Schwestersprachen viel mehr der 
Bedeutung, dem Inhalt nach übereinstimmen, weniger dem 
etymon, der wörtlichen, lautlichen Entsprechung nach. Es 
scheint, als trüge die Reichhaltigkeit der Synonyma und 
ihre wachsende Beliebtheit gegenüber den idg. Urwörtern 
die Hauptschuld daran. Und da es sich eben nur darum 
handelt, hier gemeingerm. Namengut zusammenzustellen, so 
schließt sich diese zweite Methode von selbst hier aus. — 


12 Gemeingerm. Namensthemen. 


Alle gemeingerm. Vollnamen, die sich finden ließen, werden 
also, wie oben gesagt, am Schlusse dieses Cap. aufgezählt. 
Es gibt aber eine große Menge von Compositionen, die das 
Nord. nur mit dem Westgerm. teilt. Diese konnten des 
mangelnden Raumes wegen nicht immer vollzählig aufgeführt 
werden; man wird sie sich aus Förstemann, Piper, Bruckner, 
Searle umso leichter ergänzen können, als vielmehr umgekehrt 
diejenigen Compositionen ausdrücklich aufgeführt werden, 
die sonst nirgends als im Nord. belegt erscheinen, z. T. also 
wohl hier völlig neu gebildet sind. Es schien dies lohnender 
und interessanter, weil diese Kompositionen, wie man bald 
erkennen wird, fast durchaus sehr typisches Gepräge tragen. 
Sie werden bei den einzelnen Themen besonders aufgezählt 
und zwar entsprechend unserm ganzen System (s. o. Vor- 
rede die Belege betreffend) hier nur für die Kompositionen, 
die das betreffende Thema zum ersten Gliede haben. Wo 
es sich im zweiten Gliede befindet, muß man das jeweilige 
erste Thema aufschlagen, um unterrichtet zu werden. 

Als unsicher in ihrer Zugehörigkeit zu gemeingerm. 
Namensthemen müssen aus der folgd. Liste: aug, böt, erp, 
erba, gand, hama bezeichnet werden (aus verschiedenen 
Gründen: s. d. einzelnen Themen an ihren Orten); ferner 
die im ogerm. einzig auf der burgund. Vertretung beruhen- 
den hagu, magan, wobei es nämlich nicht völlig unzweifel- 
haft ist, ob das Burgund. überhaupt zur östlichen Sprach- 
gruppe gehört (s. zuletzt Behaghel. GDS.? s. 6); und schließ- 
lich ald, ferho, fold, fram, rand, prüd, wis weil sich ihre 
ogerm. Existenz nur auf diejenigen westgotischen Eigen- 
namen stützt, die aus Meyer-Lübke ausgezogen werden 
konnten (vergl. aber darüber die Bemerkung 'zu M.-L. oben 
im Literaturverzeichnis). 

Aus Cap. II gehören vielleicht noch hierher zu Cap. I 
angil, ehwa, hasu, id, waig (s. diese an ihren Stellen in 
Cap. II); eine Vermehrung von Cap. I auf Kosten von 
Cap. II läßt sich viell. noch erreichen bei einer Ausbeutung 
der gotischen Namen aus italischen Urkunden (Kögel. anz. 


Gemeingerm. Namensthemen. 13 


18, 43 ff.) sowohl, wie wohl auch aus spanischen (s. a. 
Cap. 11). 

1. &g- zu got. agis ,Furcht, Schrecken"; an. agi ,Un- 
ruhe“; er, Groe: und zwar wohl weniger passive Bedeutung 
(,sich fürchten", so Bruckner s. 218) als aktive ,Furcht, 
Schreck einjagen“. 

a) der reine Stamm: 

nord: Agmund N. s. 1 (aus Reichenauer Listen nord. 
Pilgrime; 10. Jh.) — isl. Ogmundr Fms. DI. 185? doch s. 
dies unter aug-; viell. hierher Ægileif f. LB.; Nor. Nord. 
s. 189 erklürt auch Avaldr, Ámundi u. a. aus Agvaldr, Ag- 
mundi u. a., s. d. unter ana. 

ogerm: got. Achiulf Iord. 14 (für Agiulf sive Agivulf, 
Mhff. im index 143) = Agiulf, wgot. König, Hydat. Cont. 139; 
Agiulfus nobilis gothus Fred. II 51. wgerm: wífr. Agericus 
Greg. III 35, Agebaldus PI.; ags. Agemund K. 11; lb. Agi- 
mundus 8; vergl. auch Aiberga « Agiberga CIL. XIII 7326. 

b) die l-Ableitung : 

nord: Egill Yngls. Hákonar s. góda. Fms. Ks. isl. N. 
s. 19 (loc. u. Necr. Lundense), viell. auch, falls die Lesung 
richtig, Agela Brakteatischr. Bugge, Tolkning 116. 

ogerm: ogot. viell. Aillulfo var. Aliulfo Cass. Var. V 20, 
Wrede 123; wgot. Agil, Agila Iord. 136, 2 u. sonst; Agila 
legatus goth. Greg. V 43; Agila III Conc. Tol.; vergl. auch 
M.L. s. 7. wgerm: Agilimundus, Quadenkönig Amm. 27, 
12, 21; Agilo alam. Amm. 14, 10, 8 etc.; wfr. Agletrudis PI.; 
ags. Ægelnoth K. 10; lb. Agilulfus qui et Ago 7. PD. IV, 1, 
agelmund I 15. 

c) die n-Ableitung. 

nord: Agnarr (Agnerus Saxo), dán. schwed. Yngls. Ems.; 
Agni Schwedenkönig Yngls.; beide Namen auch R.u. N. aus 
norw. dän. Ortsnamen. 

ogerm: got. vermutlich Aigina dux Vascon. Fred. IV 78. 
wgerm: Ágenarichus Amm. 16, 12, 25; wfr. Aginus Greg. 
X 8, Agembert PI.; ofr. Eginher, Einher 9; ags. Ægen wulf 10. 
Searle; sáchs. Agyna Fred. IV 54 ; lb. Agino, Agenardus 9. 


14 Gemeingerm. Namensthemen. 


Zu dem Kurznamen nord. Aggi N. (Reichenau), Saxo 
(schwed.; Bräv.), Aggo Saxo myth. vergl. lb. Ago s. o. Agil- 
ulfus, viell. auch Aio var. Agio PD. I 3; ahd. Acco Fm. 

2. aid „Eid“. 

nord: Eiär m. LB., masc.: Hrödeiär Lilj. 1742, Nereiär 
LB. Fms. (fem. Fms.), Pöreiär Lilj. 1286, Alfeiär St. - Von 
den fem. auf -eiðr gehören mit einiger Wahrscheinlichkeit 
nur Baugeiðr Ks. Fms. (und .danach Ringeiðr) u. Randeiðr 
(vgl. hring Cap. II, rand u. Cap. I) hierher: vergl. Volun- 
darkv. 31. eiþa skalt mér ...at skjaldar rgnd, at mars bæge; 
Hävam. 110: baugeid Opinn hykk at unnit hafi ...., die 
übrigen: Álfeidr, arn-, dag-, fold-, iör-, mö- mögen mit 
Schwund des h im Anlaut des zweiten Compositionsgliedes 
(Nor. Nord. $ 284) wohl zu heiär (Cap. II) gehören. 

ogerm: ogot. Starcedio dat. Cass. V 36 von Wrede 
s. 128 als Stark -aipeis gedeutet; Argaithus dux Gothorum 
sub Ostrogotha Iord. 81,16 (,Argaithus^ verum esse nomen 
docet lb. Argait, Mhff. im index); viell. auch Aidoingus, ein 
Amaler Malch. 2489, Wrede 74, anm. 4 wgerm: wfr.: 
Aitfredus PI.; srhfr. Eidring, vergl. Zs. 17, 428; ags. ver- 
mutlich kein Beleg, Kymath 9. Searle wohl = anord. 
Kin(n)adr, s. kuni; lb. Argait PD. VI 24, Aidwald 8. — vergl. 
für das ogot. noch Edulf (var. Odulf) Iord. 77, Wrede 71. 
anm. 4, 128 anm. 3. 

9. aiw- „Zeit, Gesetz“; got. aiws m., ahd. êwa f. „Zeit, 
Ewigkeit; Gesetz“; doch ist im nord. auch an *awi „gut“, 
awia ,Wasserland* s. d. zu denken; die hss. scheiden nicht 
genau zwischen ei u. ey u. variieren oft; runischr. ai- u. i- 
dürften jedoch auf aiw- verweisen. 

nord: runischr.: viell. Aihuþrowr Nor. 700. Mykle- 
bostad, Bugge 355 ff. (das h hat nach B. nur silbentrennende 
Bedeutung); Aibiurn Lilg. 1034, Ifastr Lilj. 169, Ailifr Lilj. 
187 = Eilifr Fms. = Eliw N. 19, Ailaif W., Elivus Saxo, 
Aimundr Lilj. 959, Airikr Lilj. 458 u. ö. D. 244 = Eirikr 
norw. Häraldss. härf. = eiríkr Fms. = erik N. 21. W., 
Eisteinn Háraldss. hárf., Iþorn Lilj. 87, Aivatr Nor. Schwed. 


Gemeingerm. Namensthemen. 15 


482, Aivinr Lilj. 1596; fem.: Ifríðr Lil. 756, Ailíkn Nor. 
Schwed. 482; -Ifastvi Lilj. 92; vergl. auch Nor. Schwed. 
487, 491. 

ogerm: wgot. Euricus 5 Hydat. Cont. 237 = Evarix 
Sidon. Apoll. 109, 10; Eusendus ep. Ilerda 7. M.-L. s. 8; 
wgerm: wfr. Eumund; Eopirin bayr 9.; Eotanchus LC. IT 
187, 7; Éwirát Fm. 51; ags. Æmund K. 8; lb. Eonand 8. 

Die Compositionen mit -fastr, -lifr, -steinn, -porn, -vatr, 
-vinr; f. -frídr, -likn scheinen speziell nordisch zu sein. 

4. alb- ,Alp, Elf*; auch im zweiten Glied, entgegen 
Kossinna QF. 46, 65. 

nord: runischr.: Alfiu f. Norw. ca 900 Hammeren, Bugge 
s. 380ff.; Álfr (Nor. Nord. 8 222 Álfr « Adwulfr s. unten ap-) 
Fms. DI. 172 Saxo (bràv.), Alfr genannt Elfsi Yngls.; Álfarinn 
Yngls. LB., Alfarr Fas, -geirr LB. N. Lilj. 2119, -eidr St., 
-kell W. Lilj. 831, -lákr W. (wohl auch in alah Lilg. 243 
acc. D. 257), -]jótr LB. (sinngemáter die Variante Ulfljótr) 
-ráðr N., -rikr (rekr) N. Fas. Lilj. 2120, -varðr N. Lalj. 2162, 
-vini (ine) Fms. W.N. (Necr. Lund. T fem.: Alfdís LB., 
-(h)eidr LB., -gerdr LB., -hildr Fms. Yngls. — Alwilda norw. 
Saxo, -ny Fas., -rün Fas., -vor Fas.; masc.: Gandálfr, Hró(d)-, 
Ió-, pór-; Sunnelfr geschlossen aus Sunnilfua DN. I 279 (cf. 
sundan Cap. IT) Ketilelfr f. N. (Necr. Lund), pórelfr f. LB. 
N. (Reich. Lund, loc.) s. 93. (-elfr Nielsen 118: feminine 
Form zu alf.; vergl. aber auch an. elfr < albis Bugge, arkiv 
2, 210); Brandälfr DN. I 358. 

ogerm: ogot. Albis (acc. ”44ßyv Wrede 103) Proc. got. 
I 20; 4AßlAug Proc. got. II 11; wgot. M.-L. Alverigus, allein 
v. Grienberger konnte diesen Namen nicht finden, Zs. f. d. 
Ph. 37, 548. wgerm: viell. Albruna Tac. germ. 8. (So 
Mhff.: Zur Runenlehre 51 ff. für hs. Aurinia, Albriniam; vergl. 
auch DA. IV 62 u. 211), wird belegt durch die spüteren ags. 
JElfrun Searle 19, an. Alfrün s. o., ofr. Albrun; viell. alam. 
Vestralpus Amm. 16, 21, 1. Grimm Myth. I 365 anm.; wfr. 
Albofledis 5 Greg. II 31, Albedrudis PI., Albigardis, Albhaidis 
Fm.; ofr.: Albleih 9, Alphilt 8; srhfr. Albniu 8; Albwart, 


16 Gemeingerm. Namensthemen. 


Albwine LC.; ags. Ælfric K. 10, größte Blüte hier erst im 
10. Jh., z. B. Ælfhere, -gar, -red; lb. Alboin 5. PD. I 23, 
Alpari 8. 

Die Compos. mit -arinn, -eidr m., -kell, (-ljótr), -dís, 
= -yr sind auDernordisch nicht belegt. 

5. ala-, alla- „omnis“, meist wohl mit Intensiv- 
bedeutung. 

nord: Alfinnr Fms., -fúss W., -gauti Fas., -gautr Fms. 
N., -geirr Yngls. LB., -gisl Lilg. 1363, -rekr LB. N. Yngls. 
Fas. Lilj 588, -sterkr Fms., -styggr W., svidr (svinnr) Fas. 
(auch edd.), -valdi W., valdr N. Lilj. 1742, -vardr Lilj. 1480, 
-vidr — Olvidr St., Alvir Lilj. 1069 wohl = Olver (s. auch 
alu Cap. II) vergl. Alewih, Widsid, ein Dünenkónig; Alli N. 
loc. (N. leitet es von Alwi ab, doch vergl. ogot. Alla); fem.: 
Aldis Fms., -gun N., -laug N. Necr. Lund., -vọr Fas.; viell. 
auch noch Aleinn jarl Fms. IX, X (doch s. ain Cap. ID). 

ogerm: ogot. Alatheus Amm. 31, 3, 3; Alla Chron. Min. 
I 665; Alamöda ‚dat., Alamud acc. nom. Neapl. Urkunde; 
wgot. Alaricus 5 August. I 1, 3; Oros. II 3, 3 etc. (ein eru- 
lischer Fürst, Iord. 88); Alavivus Amm. 31,4,1. Henning 
DR. 35ff.; erulisch: A4ovíð Droe, got. II 18. — Alwith 
Schönfeld 14 wgerm: Alaricus Iord. 129 ein Suebenkönig; 
Alagildus CIL V 8760, wfr. Alachis PI., Alagisil Ven. 
Fort; alam. Alaker; ahd. as. Alawih Fm. 54. Henning aao., 
merow. Alowio; ags. Alrik K. 7; lb. Alchis 8, Alvara, 
Alvardus 8. 

Die Compos. mit -finnr, -fuss, -gaut-, -sterkr, -valdr, 
-styggr, -sviðr, -dís, -gunn, -laug sind im ogerm. u. wgerm. 
nicht belegt. | 

6. ald- got. alds „Vetus“, an. aldr „Zeitalter, Lebens- 
alter“. 

nord: Altulf Lilj. 273; Veraldr D. N. IV 435, R., Stufialtr 
Lilj. 920 (D. 302) wohl zu valdan s. u. (vergl. Ingialdr, 
þóraldr u. a.). 

ogerm: wgot. Aldegundia u. viell. andere, M.-L. 10. 


Gemeingerm, Namensthemen. 17 


wgerm: wfr. Aldulf, Altramnus PI.; as. Aldger; srhfr.: 
Altswind 8; ags. Ealdwulf, -here Searle; lb. Aldefrit 8. 

7. ana 1. „Ahne‘ 2, die Präposition, das Verbalpräfix 
ana; genaue Scheidung wird kaum möglich sein, viell. 
kommen auch noch andere Stämme in Betracht s. u.; vergl. 
auch Zs. f. d. Ph. 37, 544; Fm. 100. 

nord: runischr.: Alaibu « Anlaibu f. — Alof, Ólof Norw. 
7 By, Bugge 108, 171, ebda Anoana < Anwana Norw. 600 
ca., unbekannter Herkunft, vergl. ahd. Anawan St. P. Fer- 
ner: Áleifr, Óláfr schwed. Yngls., dann auch norw. Königs- 
name Fms. Ks. und auch sonst DI. 498, 500 etc. (= Analaph 
Adam. Brem. I c. 41); Atiarfr Lilj. 87, Adis Lilj. 151, Abiurn 
Lilj 958 W., Ávángr LB., Ávaldr LB., Ávaldi Fms, Alaug 
Lilj. 734, Amuntr Lil). 1930, Ámundi (Saxo. Amundus norw.) 
Fms., Agautr Lilj. 667, Afrídr f. Lilj. 617, Afari Lilj. 389 
dürften zum Teil wohl sicher zur Prüposition gehóren, doch 
denkt Dieterich 220 auch an ahd. aha, awa „Fluß“; vergl. 
aber zu Ávángr z. B. ahd. Anawanc LC. II 344, Awæirr 
W = Awair Guta Saga 64, 6: ahd. Anager St. P. u. a; 
a<ag (s. 0.) erklärt Noreen Nord. s. 189; in Atiarfr, Afriär 
u. a. liegt es auch nahe an germ. ä-privativum zu denken 
(vergl. ahd. adj. äfaro „farblos“ u. a. Kluge, Vorgeschichte 
PG * 476); Álof, Ólof f. Háralds s. Hárf. LB. u. a. 

ogerm: Anagastes, -gastus (Wrede ogot. 190), thrak. 
Feldherr, Sohn des Arnigisclus, Prisc. 38, Mhff. Zs. 10, 175; 
ogot. Anna 6 Cass. I 5, IV 8 zu ana- mit hypok. Gemin. 
Wrede 107 (anders v. Grienberger Zs. f. d. Ph. 37, 544). 
wgot. Anaolsus (zu -wuls Cap. III Anhang) 5. Hyd. Cont. 
92, Anagildus M.-L. 11. wgerm: ahd. Anawan, Anawanc, 
Anager s. o.; wfr. Animodus Greg. X, 5, Anbert PI.; ofr. 
Anamuot; ags. Onlafbeald (3fach komponiert?) Searle; lb. 
Anwaldus. 

Zu Óláfr vergl. ags. Onlaf-; Atiarfr, -dis, -biurn, -laug, 
-gautr, -fridr, -fari dürften im ogerm. u. wgerm. keiné Ent- 
sprechung finden. 

Zu ana ‚„Ahne‘ das gemeingerm. Diminutiv: 


Hans Naumann, Altnord. Namenstudien. 2 


18 Gemeingerm. Namensthemen. 


, nord: runischr.: Onla Norw. 6 Satvet, Bugge aao.; Óli, 
Áli Yngls. Ks. Fms. so nennt sich Óláfr Tryggvason bei 
seiner Ankunft in England (Óláfs s. Tryggv. c. 32, 51); Áli 
auðgi = Óláfr Fms. X; vergl. noch Onela schwed. Beowulf. 

ogerm: ogot. Anala, Stammvater der Goten, Iord. 65,4, 
Mhff. im index 150; wgot. Anila ep. Tuy in Spanien. 
wgerm: srhfr. Analo 8, Anulo. 

Wie an. Áli aus *anal- so dürfte wohl auch Aki (die 
Quantität steht nicht ganz fest) Fms. Háraldss. Hárf. Bs. 
W. Nor. Schwed. 491. N. u. &, vergl. Zs. 30, 225 aus *anak- 
zu erkláren sein, vergl. ahd. Anniko, Ennika Fm. 93. 

8. and- 1) „Geist“ vergl. Wrede wand. 62, ogot. 126; 
an. gnd. 2) anda, das Nominalpráfix. 3) zu got. anps 
„Spitze“, andeis „Ende“ M.-L. s. 18; v. Grienberger Zs. 
37, 544. 

nord: aus D. (Lilj. 47, 183 u. ö., 732), Nor. Schwed. 
496, Kjalnesingas. u. a.: Andfinnr, -riär M. vergl. aarb. 1870, 
120 ff., -vinr Mon. hist. Norw., -vitr; Ondöär = ahd. Anthad; 
Anddisi f. Lilj. 732, 745; dazu Vidanti Lilj. 1466 norw. D. 
s. 90. - 
ogerm: wand. Andwit 6 Vict. Vit. I 41. Wrede 62; 
ogot.: filio Andages fili Andele de prosapia Amalorum, Iord. 
126, 28 — nom. Andag Mhff. im index 149, richtiger aber 
wohl Anda- Gis Wrede 126 (vergl. auch Zs. 6. 539; Zs. f. d. 
Ph. 37, 544) u. nom. Andela; Andwit Cass. V 29; wgot. An- 
diarius u. a. M.-L. 13; vergl. noch den Heruler Andonno- 
ballus Cont. Dionis V. wgerm: Andevotus, Suebe 5 Hydat. 
Cont. 144; wfr. andoildis PI., andoin PI.; Antawin LC.; 
ags. Andhun Searle; lb. Anterad 8, Andwaldus 8. 

Die Compos. mit -finnr, -riär (zu ridan s. u.) m, -dís- 
sind nur im nord. belegt. 

9. ans „Gott“; Grimm. Myth. I 20; Maurer Bekehrung 
II 49, anm. 18. 

nord: runischr.:. Ansugisalas Dänem. ca. 400 Kragehul 
Nor. Nord. 24; Ansugas Norw. 6. Myklebostad Nor. Nord. 
28; Asmunt Schwed. ca. 800 Sölvesborg Nor. Nord. 48; aus 


Gemeingerm. Namensthemen. 19 


allen Quellen, es wird wenigstens 1 Beleg immer genannt: 
Ásbjórn Háralds s. Hárf., -brandr Fms., -fastr Lilj. 198, -fari 
Lilj 837, -fredr N. W. (Ansfridus ex gente Danorum, Vita 
Anskarii 33), -gauti Fas., -gautr DI. 172, -geirr DI. 186, 
-grímr Fms., -kell Nor. Schwed. 484 u. Schlyter o, Fong 
Lilj. 185 (Bugge, Tolkning 78), -leifr Fms., -leikr LB. (lákr 
DI. 172. Oláfs s. Tryggv.), -laugr N. ss. rer Dan., -mundr 
N. Lund. etc., -rádr W., -úlfr W. (ólfr DI. 255), -tiarfr 
LiljB 198, -valdr (-valdi) Fms., -vardr N. loc., -viðr W.; 
fem: Ásbjorg W., -bod Lilj 1935, dís Fms., -fridr Lilj. 132, 
-gerdr LB., -gunn N. Lund, -hildr Háralds s. Hárf., -hilfr 
Lilj 530, -katla N. -laug Hálfdans s. Svarta, -leif. LB., 
-möd N. Lund. -ný LB., -vi Lilj. 1413, -vor LB.; Ási N. 
Lilj 358, Varási Lilj. 9048; Ásli N. Lund.; Ása, Æsa (so 
LB. u. a.) Lilj. 165. Yngls. DI. 172 u. a. 

ogerm: ogot. Ánsila lord. 77, 2; wand. Ansila Drac. 14, 
Wrede 72; burg. Ansemundus ss. rer. Merow. II (Vita Si- 
gismundi u. sonst); wgot. Ansiulf 7, Ansericus, Ansila M.-L. 
12 (s. auch Dahn, Kónige VI 484). wgerm: wfr. Ansoval- 
dus Greg. V 3; 47 u. a.; Ansgaud, Ansfreda PI.; Ansegisil 
ss. rer. Merow.; Answald, Ansulf, Anseradus, Ansefred, Ans- 
wart, Ansger LC.; anfr. Asgrim, sonst nd. — ags. ös (doch 
ags. auch ans, as, bald nach 600), vergl. zu ós auch DA. 
IV, 668; Fm.: Ansburgis, Ansegardis, Ansehildis.; Ansalicus 
Pd. 7; An ende Fm., Ansmod Fm., ags. Ósbeorn, Ósláf, 
Aatel Searle K.; lb. Ansprand 9, An 10. 

Die Compos. it -fastr, -fari, -kunr, -laug-, -tiarfr, 
-viðr, -bgð, -dís, -hilfr, -vi scheinen speziell nordisch zu sein. 

10. aran- (Nebenform arn-u) „Adler“, got. ara, ahd. 
aro, an. ari (ahd. arn, ags. earn, an. grn), im Ablaut dazu 
arin-; zur Nebenform arnu vergl. man aber auch got. arniba, 
ahd. ernust, an. ern „strenuus“ (an. erriligr dass.). 

nord: aus allen Quellen, wenigstens 1 Beleg wird immer 
angeführt: Orn Lilj. 1079, Arni N.; Arnaldr N. Lund., -bjorn 
DI. 186, -fastr Lilj 33, -fasti N. (Reich.), -finnr aus Orkneyar 


Hákonars. Góða., -gautr Lilj. 687, -geirr N. ss. rer. Dan., 
9* 


20 Gemeingerm. Namensthemen. 


-gisl Lilj. 29, -grimr Fas., -gunnr LB., -kell wie -finnr, -ljótr 
Fms., -móðr Hkr., -niautr Lilj. 269, -oddr Fms., -steinn DI. 
185, -úlfr helgi Fms. XI, -þjófr LB., -þórr (Arnórr) Fms. 
DI. 355, -vidr Háralds s. Hárf.; Hródarn; Arinbjorn Fms., 
-varðr Lilj 1240, -mundr Lilj. 1221, Eringisl Schlyter IV; 
Alfarinn, þórarinn, Arlaugr N., Arlaug f. N., Armódr Fms., 
Armundr Lilj. 66 neben Arn-; Ari DI. 180; Anki viell.< 
Arnkell, Anka f., Ambi viell. < Arnbjọrn, Amba f. s. auch 
Rygh z. St. u. Cap. IV; fem: Arnbjọrg Lilj. 761, -dis Fms., 
-eiðr LB., -gerðr LB., -gunn Fms., -(f)ridr LB., -katla N. 
(Reich.), -leif St., -ljót Fms., -laug W., -(þjóra LB., -þrúðr 
LB., -vi Lilj. 685 (Arnivi Lilj. 548), -ny (Orny — Irni?) W. 
N. (Lund.), etc.; pórarna. 

ogerm: Arnegisclus Thraker, Vater des Anagastus 
Iord. 42 (Ooví(yt6xAog Prisc. 38); wgot. Ara ep. Lissab. 683 etc., 
s. auch M.-L. 13 unter arus; burg. Arenberga Grabschr. zu 
Briord. 501. CIL. XIII 2474; viell. auch erul. Agovpog Proc. 
Ill, 26. (Aguvð IV, 26 = 40008 Agath. 1,20 Hm 785) 
verschrieben fir AgovApos = *Arawulfs Much. IF. IX. 206; 
ari- s. unter hari-. wgerm: Arintheus Amm. 15, 4, 10 etc.; 
Araharius, ein Quade Amm. 17, 12, 12; fränk.: Arogast lex 
Salica; Arnegisilus Greg. VIII 26, Aroildis PI.; Arneberht 
7; abd. Arnger, Arnoald, Arolf s. Fm.; bair: Zeizarn, Wol- 
farn 8; Arngrim LC. II 656 (doch unter viel. nord. Namen); 
ags. Earnred 8, Earngrim, Earncytel Searle; lb. Arnipert 8. 

Die Compos. mit -fastr, -finnr, -laug-, -leif, -1jót-, -niautr, 
-oddr, -steinn, -pjófr, -pórr, -vidr, -gerðr, -prüdr scheinen 
Spez. nordisch zu sein. 

11. arg ,feige, nichtswürdig". 

nord: Argsteinn « runischr. Árkstin Norw. Bradsberg. 
LiljB 1457; die Gleichung argr — ragr adj. (Fritzner) legt 
es nahe, auch Ragi (LB. W. DI. 501) = Argi zu setzen, 
doch erfordert die zweifellose Beziehung zu runischr. dán. 
Wragi (W. IV2 s. LXX) wohl eine andere Deutung. 

ogerm: ogot: Argaithus Jord. 81,16; wgot. Argimundus 
6. Joh. Abbat 590, Argefrid 7 u.a. (doch s. M.-L. 34 und 








Gemeingerm. Namensthemen. 21 


u. barjis); vergl. noch den Greutungen AoyífiAóog var. Twg- 
yißıAdog Eunap. 75,6 u. 7. wgerm: bair. Unarc 8; ofr. 
Arclind; ags. —; 1b. Argait 8 (s. dazu die Etymologie des 
Paul. Diac. VI 24 Argait ab arga nomen deductum). 

Argsteinn ist außerhalb des nord. nicht belegt. 

12. ask- „Esche“, doch wohl als Waffe: ,,Eschenlanze, 
Speer‘, dann Krieger, der einen Speer tragen kann; (viell. 
. auch Schiff: ascus vel navis, lex Salica; s. auch DA. IV 500; 
ascomanni, Bezeichnung der Dünen, Adam. Brem. II 29. 

nord: Askr LB.; runischr. /Eiska W. hierher?; als Zu- 
name Alfr Askmadr Hákonars. Góda c. 29; /Eskil Schlyter 
(öfters) natürlich = Askell s. ans. 

ogerm: wgot. Ascaricus ep. Palentia; Conc. Tol. VIII 
s. auch Zs. f. d. Ph. 37, 544. wgerm: Ascaricus rheinfränk. 
Fürst, Eumen. Paneg. I 11, Zeuf 349; Ascovindus Greg. 
IV 16; wf. Ascoildis PL, Ascarico Waltem. s. 14; srhfr. 
Asewin 8; ags. Æscwine 6 Searle, /Escmann loc. K. (Æschere 
Beow.); lb. Asco 11. 

18. atta , Vater". 

nord: Átti W. N. (Lund. loc. SS. rer. Dan); Atli Ks. 
LB. (hinn upplendski Yngl. s.); hierzu nach D. 258 runischr. 
Atmar Lilj. 1823 (aus Bleking). 

ogerm: Attila Jord. 104 etc. (Grimm GDS. 189, 332); 
wand. viell. 4vr«4og Proc. wand. I 2; Attalus ein Germanen- 
kónig, Aurel. Vict. 33. 3 Jh. wgerm: Atto CIL XIII 6277 
aus der Gegend von Worms (doch ev. keltisch. s. Holder 
z. St.); wfr. Atto PI.; ags. Atta, Ætla 7 Searle; lb. — 

Vergl. zu Atmar jedoch wgot. Adimir ep. Tudensis 7 u. 
ahd. Adamar etc. Fm. 156 (zu apa, ada). 

14. aud „Reichtum, Besitz, Glück“; vergl. got. auda- 
hafts ,beglückt'"; an. audr, as. öd. 

nord: viell. Aupa Brakt. ischr. Jütland, Bugge, Tolk- 
ning 108; Audr m. u. f. Fms. Lilj 18. LB. isl; Audi Fas. 
Yngl. s.; Auðgi W; Auðbiorn N. Háraldss. hárf., -finnr R, 
-geirr N. Lilj. 669, -grimr Fms., -kell Lilj. 1375, -leifr 
Fas., -leikr W, -ólfr LB. Lilj. 70, -valdr Lilj. 1778, -vatr 


22 Gemeingerm. Namensthemen. 


Lilj. 1711, -veli Lilj 1698; Aupun(n) Fms. u. s. (daraus Aun 
Nor. 222 d. s. u. aun); fem: Audbiorg Fms, -gerdr N. Lilj. 
758; Auda LiljQ 753; Butiaudr f. Lilj. 1721, 25. 

ogerm: Audovacar B Scire oder Ruge, Jord. etc.; Odo- 
theus, Greutungenführer Zosim. IV 35; ogot.: Odwulf Jord. 
17, Odoin Anon. Vales. (Chron. Min. I 324) Wrede 83; wgot. 
viell. Audgari 6 Le Blant, inseript. chrét. I 435 Narbon., 
Odarius u. a. M.-L. 18; burg. Audericus Lex Burg., Audolena 
CIL XIII 1661; Audeca, ein gallicischer Sueve Greg. VI 43 
u. sonst. wgerm: frünk. Audefleda Francorum regis filia 
Jord. 134; Audoaldus, Audoarius, Audovera Greg. X 3, IV 
30, IV 28; ags. Eadbald 7 K., lb. Audoin PD. I 22, Authari 
PD. III 16. 

Die Compos. mit -biorn, -finnr, -kell, -(h)vatr, -veli sind 
außerhalb des Nord. nicht belegt. 

15. aug- viell. zu ags. eag „Meer“. 

nord: Augvaldr (Ogvaldr) LB. Fms.; myth. Óláfs s. 
Tryggv. c. 71; Ögmundr Fms. DI. 185 Ks. (Augemundr Óláfs 
s. Tryggv.); Ogr LB. 

ogerm: ogot. viell. Augis Jord. 76; burg. viell. Auge- 
mirus, Augefredus LC. II 367, 7. 30 (Lyon); es erscheint 
doch sehr nahe liegend, diese 3 Namen hierher zu stellen; 
Augis kónnte wohl (wie etwa Albis u. a.) eine Kurzform sein; 
Mhff. im index 143 weiß keine Deutung, weist aber auf 
Grimm Myth. I 196 ff. (an. Oegir); Much IF. 9, anz. 296 
Anm. 2 faßt Augis etwas kompliziert als *Hauhgeis auf; die 
burg. Namen stellt Kögel Zs. 37, 229 anm. zu awia s. d. u. 
wgerm: wfr. Augwart PI.; Augram LC. II 455; ags. —; 
lb. Augemundus 9. 

Die Compos. Augvaldr ist nur aus dem Nord. bekannt. 

16. aun- Bedeutung unbekannt; vergl. Grimm Zs. 3, 144; 
Wackernagel Kl. Schr. III 393 setzt, nicht ohne Gründe, 
aun = aud „Hab u. Gut“; vergl. auch Kógel Litgesch. I 9; 
s. aber auch das Thema im kelt. auno, aunus Holder 294. 

nord: Aun LB. (var. On); Auna Brakt. von Seeland, 
Bugge Tolkning (vergl. aber Nor. 229 Aun « Aupunn) Auno 





Gemeingerm. Namensthemen. 23 


m. Lilj 1189; Aunundr LB., Onundr Ks. Yngls. u. a Hkr., 
Anundr W. Nor. Schwed. 484. Onarr, Eynir LB. Fms.; 
Wackernagel aao. rechnet auch edd. ionge hierher, doch s. 
Heinzel, ü. d. Hervararsaee s. 516 u. Mhff. Zs. X 177; vergl. 
auch den Schweden Eanmund Béow. 2611. 

ogerm: Onoulfus Scire oder Ruge (Odovacars Bruder) 
Eugipp 44,4, b (— Unulfus Chron. Min. I 665) — *Auna- 
wulfs; burg. Aunemundus lex Burg. u. a. (s. Wackern. s. 393); 
wgot. viell. Onegildus u. a. M.-L. 15. wgerm: Aunacharius 
Greg. IX 41, Auno VII 47, Aunulfus IV 50; ags. Eanfrith 
7. K.; lb. Aunefrit 8. 

zu qnarr vergl. Aunacharius, Eanmund — Aunemundus; 
Aunundr ist nur aus dem. nord. belegt. 

17. aur- „Feuchtigkeit; See, Ocean“; DA. I 34 I? 498; 
vergl. Aurvandill. Viell. ist r<s entwickelt, und so könnte 
wohl mit 4öoileg (Proc.) u. Osuin Cass. 275, 11, Wrede ogot. 
112. an idg. us „leuchten“ angeknüpft werden. 

nord: Aurmöär m. R.; Aurgeirr Lilj. 1391 (D. 231); 
Aurir Lilj. 576, 1673 (vergl. aber eyrir — aureus lat. Lehn- 
wort, Kluge Vorgesch. 349); Eyrny LB. var. Erny, Eyrny 
St. (edd.: Eyr, Eyrgiafa). 

ogerm: viell. Aoricus rex Gothorum Jord. 87 (ao« au, 
Wrede ogot. 166 anm. 5), vergl. aber die Var. Adrici (ad? 
hadu?), anders Mhff. im index 143 — *Hauhreiks; wgot. 
viell. Orgild, Orrgildo M.-L. 16, doch vergl. Zs. f. d. Ph. 
37,544. wgerm: Avrhildis PI. hierher oder zu abr. Cap. 
II?; Auriperga LC.; ags. Earcytel K., Earwig K. 11; lb. 
Auripert 8. 

Die nord. Bun sind im wgerm. u. ogerm. nicht be- 
legt. | 

18. aust „Osten“; DA. IV 686. 

nord: Austmaär Lilj 1085; Austmundr var. Austmaär 
Fms.; Ostmarus dän. Saxo, auch N. ss. rer. Dan. 

og erm: ogot. OðóðgíAug Proc. got. IV 28, anders Wrede 
146; Odsrolyor#og Proc. got. IV 27 = Ostrogotha lord. 58, 
Stammvater der got. Könige; Ostrogotho, Theodorichs 


24 Gremeingerm. Namensthemen. 


Tochter, Iord. 134; wgot. Ostrulfus conc. Tol. 681, ev. viele 
mit astr- vergl. M.-L. 17, Zs. f. d. Ph. 37, 544; burg. Austro- 
merus LC. II 370, 4. Zs. 37, 227. wgerm: fränk. Austre- 
childis Greg. IV 25, Austrovaldus VIII 45, Austregisilus 
VII 47; bayr. Ostheri 9; ags. Eastmund K. 9; lb. Austrolf 8. 

Austmaðr nur aus dem Nord. 

19. awia „Wasserland“; vergl. das ethnicon der Avi- 
ones „Wasserlandbewohner“ (Tac. germ. 40) Grimm GDS 
330; doch ist auch an *awi „gut‘ (got. awiliup) zu denken, 
Kögel Ze 37, 229 anm.; anders M.-L. 18. Vergl. aber auch 
oben aiw-; und Mhff. Zs. 23, 171. 

nord: Ey f. LB.; masc: Eyfredr LB., -gautr W, -grimr 
(aus Hegrimus Saxo), -kell W, -laugr Fms., -leikr W, -lifr 
Fms., -mundr W. Haraldss. Härf., -steinn Yngl. s.W., -Pjöfr 
LB. Fridpjófrs, -ülfr N. (Eyjólfr Ks. DI. 282), -vindr Yngl. 
s. Óláfs s. Tryggv. — Oyndr W., Eyfari Ks., Oiboi Lilj. 1810 
wohl — Eybói D. 82; vergl. Hervarars. c. 1. Grímr feck ser 
bústad í ey .. hann var kallaðr Eygrimr; fem: Eydis LB., 
-gerär DI. 399, vor W.R.; ketiley, þórey, Bótey, Bergey ; 
Ünewus Saxo — Eynefr. 

ogerm: Avila Hyd. Cont. 18; wgot. Awemarus M.-L. 
18; burg. nach Kógel aao. gehóren die Namen mit auge- 
hierher, doch s. d. oben aug-. wgerm: bayr. Awigaoz 9; 
ofr. Awileib 9, Auleib; ahd. Auwolf, Auuolf loc. Mhff. aao.; 
ags. Egbalth 7 Angl. Sachs. Chronik; lb. — 

Die Compos. mit -fredr, -grímr, -kell, -laugr, -leikr, 
-mundr, -steinn, -þjófr, -vindr, -fari, -búi, -dis, -gerür, -VOT, 
-nefr sind nur aus dem nord. belegt. 

20. ap-, ad- Wurzel zu apal (s. Cap. III Anhang) 
„genus, nobilitas“; ada: apa viell. gramm. Wechsel, s. auch 
Wrede ogot. 114, 151. 

nord: Adisl< *Aägisl, Yngl. König Yngls. IB. (auch 
Aðils wie Gísl neben Gils), doch auch sonst, so W. Nor. 
Schwed. 489. Nach Noreen Nord. $ 222 ist auch Án 
(On) <Adwin entstanden und Álfr < Aðúlfr; zu Án wohl Áni 
(Oni) Nor. Schwed. 490. Fms. u. s., Ano norw. Saxo. 





Gemeingerm. Namensthemen. 25 


ogerm: Adaric (Odovacars Feind) Chron. Min. I 311; 
ogot. Adila Cass. II 29; Aderith, Ademund Schenkungsurk. 
Marini 86, Wrede 151. a. 553; wgot. Athawulfus Iord. etc.; 
Adica CIL. XII 2187. wgerm: wfr. Adegis PI.; Adwin 7; 
Atuin LC.; srhfr. Adabald 8; ags. kaum Athelm hierher, 
"Searle; lb. Advald 8. 

Zu adis] vergl. Adegis; zu *Adwin u. *Adülfr vergl. wfr. 
Adwin, wgot. Athawulfus. 

21. badu „Kampf“. 

nord: was die Namen aus den schwed. Runischr. (Lilj.) 
betrifft (but-, bup-, bop-, bot-), so werden sie von D. s. 342 
hierher gestellt, doch muß z. T. sicher auch an bót „Buße“ 
s. d. u. gedacht werden; Bodaukr Lilj. 1800, Bgðvarr Fms. 
Fas. LB. DI. 262, -bigrn Lilj. 1594, -friðr 1810, -móðr LB. 
Fas., -mundr Lilj. 1590, -ölfr LB., -raifr Lilj. 1590, -viär 
1701, -varär 1771 = Börär Nor. 147, Börekr (= Bärekr 
LB.?) « Bodrikr ahd. Paturih Nor. 188: fem: Bodvildr (hildr) 
Lilj 1639, -heidi Lilj. 1781, -vi Lilj. 9, 1782, Butiaupr Lilj. 
1721, 25, Asbod f. Lilj. 1235. 

ogerm: ogot. Badwila, Beiname Totilas, Iord. 50, Zs. 
6, 539, Henning D. R. 79, Wackernagel Kl. Schr. III 416; 
Marabadus 6. Cass. 79, 7. DA. II 120; Wisibadus Cass. X 29 
u. &.; der Gepide Asbadus Proc. III 38. Nach Kögel Zs. 18, 
anz. b8 — *Ansbadus; wand. Marivadus 5. Vict. Vit. I 48, 
viell. Obadus var. Cubadus ebda. II 43, 44 — Gabadus Wrede 
67; burg. Gundibadus Cass. I 46, Gundobadus Greg. II 28; 
. wgot. Gundivadus M..L. 56. wgerm: Baduarius Chron. 
Min. II 1, 214; fránk. Badegisilus Greg. VI 9, Gundobadus 
Greg. IV 25; Badericus Greg. III 4 thüringisch; ags. Beadu- 
frith 7. K.; lb. Pattuco 9 Patericus 10. 

Die Compos. mit -aukr, -biorn, -móðr, -raifr, -viðr, 
-heiði, -vi scheinen auBerhalb des Nord. nicht belegt zu sein. 

22. bald- „kühn“; Grimm. Myth. I 182. 

nord: Baldr Lilj. 1533 aus Jütland; Baldrekr, Bald- 
valdr R.; viell. Baleikr « Baldleikr? Lilj. 39; Baldi R.; Bali, 
Balli, Ballungr N. W. R.; Bolli hierher? N. Bs.; Vilbaldr 


26 Gemeingerm. Namensthemen. 


isl. nicht echt nord. (Vilbaldr greifi); Stifbaldr Lilj. 734, 
Iarlbaldr s. u. bei erl. 

ogerm: vergl. die Balthi, Gentilname der wgot. Königs- 
familie, Iord. 64, 96; wand. viell. Fredibalus < *Fridubalthus 
Hyd. Chron. 62a. Wrede 53; burg. Baldaredus CIL. XIII 
2472; wgot. Winibald conc. Tol. VIII, Baltarius etc. M.-L. 
18. wgerm: fränk. Theodobaldus Greg. III 27, Baldramnus 
PI. Baldarich LC. II 55, alam. Baldoald 8. ags. Bealdret, 
Æthelbeald 7 K.; Ib. Paldefrit 9. 

Die Compos. *Baldleikr fände sonst im germ. keine Ent- 
sprechung. 

23. bera, berin „Bär“; ahd. bero, an. bjorn und ohne 
n: an. berfjall „Bárenfell“. 

nord: Bjorn Häraldss. Härf. Fms. Ks. W. N. DI. 67. 
. Lil. 1 u. à. D. 349; Biari N., Biarni N. W. Ks. DI. 185; 

Birna, Bera f. LB. Bs. Yngls.; Biarn(biorn) -geirr W. 

(Schonen) — Lilj 1418, -(h)ardr (hinn saxlenzki, also nicht 
echt, Bs. LB. var. -varär Bs.), -haufpi Lilj. 180, -hedinn 
DI. 185, -ulfr Fms. Lilj. 143; Bjarmöd (Bermod) DN. IV 
582, VII 684; Bjarmár Fms.; fem: Bjarnhildr R., Biarlaug 
Lilj. 817; Birningr St. R.; Bersi N = Bessi DI. 186; Bessus 
dän. Saxo; Hallbera f.; masc: Arinbjorn, Arn-, Äs-, Aud-, 
Böt-, Ei-, Fast-, Fólk-, Frey-, Fróð-, Geir-, Grau-, Gunn-, 
Hall-, Her-, Hedin-, Hólm-, Hród-, Hug-, Hüs-, Igul-, Ingi-, 
Iofur-, Ió-, Iód-, Iól, Is-, Ketil-, Kol-, Kwik-, Liöd-, Nes-, 
Hvit-, Ran-, S&-, Sig-, Skjald-, Stýr-, Sneri-, ping-, pór-, 
UIf-, Vé-. 

ogerm: ogot. beric lord. 60, Wrede 94, Mhff. im in- 
dex 147, Beremud ein Amaler lord. 77; wgot.: Bermudus, 
Berulfus, bera M.-L. 19. wgerm: frünk.: Beregisilus Greg. 
IV 35, Berulfus Greg. V 49; Bernus, Beroildis, Berengardis 
PI.; alam. Peramuot 9; Berolog LC. I 324; srhfr.: Beran- 
frid 8; ags. Beornfrith K. 8; Ib. Perbrand 8; altfriesisch: 
Bernlef M.G. ss. II 412; ahd. Pernhetan Grimm. Zs. II 2. 

Nur die Compos. mit -haufdi scheint speziell nordisch 
zu sein. Ä 


Gemeingerm. Namensthemen. - 27 


24. berga „Schutz“; im 2ten Glied nur fem. bildend; 
s. auch Kögel anz. 18, 48. 

nord: runischr.: Bremen f. zu an. bjorg „Schutz“. 
Norw. 6. Opedal Nor. Nord. 33; bjorg f. St.; fem: aus 
allen Quellen: Arnbjorg, Ás-, Aud-, Geir-, Gud-, Hall-, Her-, 
Hildi-, Ingi-, Ketil-, Odd-, SaL, Sigr-, pór-, pjód-, 'porn-, 
Val-, Vé-; Bjorgülfr m. Ks. | 

ogerm: burg. Aisaberga CIL. XII 2384; ogot.: Amala- 
berga lord. 185 u. à. wgerm: frünk. seit b. Jh. -berga 
Greg. PI. u. sonst; alam. -pirc, birg s. Fm.; ags. Æthelburga 
K., Birgwine 9 K.; lb. Adelberga 9. u. a. 

Was die stammverwandten betrifft, so sind auch mit 
„Berg“ (an. biarg, berg-) und ,Burg^ (an. burg, borg im 
Ablaut zu biarg-), beide wohl von bergan „schützen“ abge- 
leitet, Namen gebildet worden. So gehören wohl zu: 

bjarg, berg „Berg, Fels“. 

nord: Bergr Fms. DI. 400. Ks. LB.; Bergljótr Fms., 
-þórr Oláfs s. Tryggv. DI. 399, -sveinn Fms., -úlfr N. Ks., 
-finnr Fas.; þórbergr; fem: Bergljót Háraldss. Hárf u. s. 
Hkr., -dis Fas., -ey LB., -hildr Fas., -póra isl. var. Biargey; 
ferner Birgir m. Ks. St. Oláfs s. Tryggv.; Begga viell. aus 
Bergljót, s. a. R. 

ogerm: —. wgerm: wír. Pergulf 8; ags. —; lb. 
Pergo 8. 

Die Compos. mit Dot, -pórr, -sveinn, -finnr, -dis, -ey 
scheinen spez. nordisch zu sein. 

Zu borg „Burg“. 

nord: Borghildr Fms., -ny R.; fem: Ragnborg, Ram-, 
Stein-, Vé-, Vil-; femina nomine Frideburg Vita Anskarii 20; 
masc: Borgarr Ks. Fas., -úlfr Lilj. 542. 

ogerm: —; doch vergl. das ethnicon der Burgunden; 
wgerm: die zahlreichen fem. auf -burg(a) seit 7. Jh. s. Fm.; 
ags. Æthelburh 6 Searle; lb. Borgolínus 8; ahd. Burghar Fm. 

25. berht-, später bert- „glänzend“. 

nord: Bjartr R. (vergl. Bjort f. edd.); Bjartmarr LB., 


28 Gemeingerm. Namensthemen. 


Bjartulfr R.; Hróübiartr m.; Gunbertus, Herbertus N. (Necr. 
Lund); Dagbiort f. Fas. 

ogerm: wgot: Bertiarius, Berto M.-L. 20; v. Grien- 
berger Zs. f. d. Ph. 37, 545 rechnet mit Metathese auch 
wgot. Bre(t)tenandus, Bretus hierher, M.-L. 21; sicher wgot. 
sind Gisebertus XIII conc. Tol. u. a. M.-L. 57; viell. auch 
Bettericus rex Visigothorum Fred. 119, 31 u. a.; unsicher, 
ob gotischer Herkunft, ist Berhtari, der majordomus des 
Königs Theodorich. Demnach dürfte dieses Thema auch für 
das ogerm. erwiesen sein. wgerm: fränk: Dagobertus 
Greg. V 34, Charibertus IV 3, Berthefledis seine Tochter 
IX 33, Bertefredus VI 4; Bertegarius, Hildibert PI.; alam. 
Berathgaer 8; Gundobert, Hariberaht Fm.; ags. Beorhtric 
K. 8; lb. Autpert 8. 

26. böt- „Nutzen“; got. bota „Nutzen“, an. bót. 
„Besserung, Buße“, ahd. buozza. 

nord: Bót f. LB. Fms.; Bótólfr Fms. Bs. Ks. R.; fem: 
Bótey Fms., -hildr Fms. R. St.: über die Namen aus den 
schwed. Runenischr. (Lilj.), die viell. hierher gehören, s. 
oben badu; vergl. auch Nor. Schwed. 496 Botbiorn, 497 Bot- 
mundr; Botair Schlyter VII, Guta Saga 65, 20 = Bötgeirr ? 

ogerm: vermutlich got. Butila Cass. 56, 14. Wrede 
113; wgot. viell. Sisebutus 7 Anthol. I. 403. wgerm: 
Buozrat 9; as. Bozo?; ags. Bótwulf 7. Beda; lb. — 

Zu an. Bótólfr vergl. ags. Bótwulf; sonst scheinen obige 
Compos. spez. nordisch zu sein. 

27. brand „Schwert“. 

nord: Brandr Ks. Bs. DI. 217. Nor. Schwed. 486 (Brand 
isl, Brander schwed. Saxo); Ásbrandr, Guð-, Hildi- (Bs. St. 
N. (Lund. etc.)), Sig-, pang- (IB. nicht echt, vergl. bang 
Cap. III u. bank Cap. III Anhang); Brandülfr isl.; Brandi 
LB.; Swartbrand N. 

ogerm: ogot. Brandila 6. Cass. V 32, 33, Hildibrand 
(aus der Sage); wgot. Brandila XIII. Conc. Tol.; Brandi- 
rigus M.-L. 20. wgerm: wfr. Branthildis PI.; Ansbrandus 


Gemeingerm. Namensthemen. 29 


PI.; Leutbrant CIL. V 706; ags. Brandwine, Brandulf, Searle, 
Brand 11. K.; lb. Ansprand, Prando 8. 

28. brunjo „Panzer“; außerhalb des nord. leicht mit 
brün „braun“ zusammengefallen. 

nord: Brynjölfr Öläfss. Tryggv. Ks. Fms. St.; Bryn- 
jarr, app. Brynjar-ölfr Fms.; fem: Bryngerär LB., Bryn- 
hildr (nicht nur die Valküre, sondern auch Br. Rannveigar 
döttir ischr. Undset 37); zu Bryngerär vergl. ahd. Brongart 
Zs. 20, 116. 

ogerm: wgot. Brunichilde, Tochter des Königs Atha- 
nagild Greg. IV 27. = Brunihilde Paul. Diac. III 10. 
wgerm: srhfr. Hildibrun 8; Brunihelm LC.; ags. Brynja m. 
Searle; lb. Brunipert 9. 

29. dag- „Tag“; Grimm. Myth. I 183. 

nord: runischr: Dagar Norw. 6. Einang Nor. Nord. 10; 
Godagas viell. aus Goðadagas (Bugge 340ff.) Norw. 6 
Valsfjord, Nor. Nord. 59. (vergl. Namenbildungen wie gr. 
'Avaðúuepos, ahd. Halegdag, ags. Godeg); Dagr myth. Kónig 
Yngls.; Bs. Ks. Lilj. 1362. Fas. N. loc. (= Dahar norw. 
Saxo); Dagfari Fas.; Dagfinnr Ks. Fms. St., -mærr Fas., 
-styggr Fms. Bs. LB. St.; fem: Dagbjört Fas., Dageidr 
Dagsdóttir Yngls., Dagný Fas., Dagrún LB.; vergl. auch 
Swipdagr Yngls. myth. König = Swibdagerus Saxo ; Liafdag 
Adam. Brem. II c. 23. | | 

ogerm: ogot. Jayıo$aiog Proc. 6. P. II 30, 85, Aayaoıs 
ebda I 15,6, Daila Cass. V 30 = Dagila Wrede 127, anders 
Fm. 399; wand. Dagila Vict. Vit. II 33, Damira viell. « Da- 
gamira f. Anthol. I 345 vergl. PBB. 21, 203; Zs. f. d. Ph. 
37, 545; wgot: Dagila, Dagaredus, Damirus viell. < Dagamirus 
M.-L.21. wgerm: Dagalaifus consul a. 366 Amm. 21,8,1 
u. &.; Dagobertus Frankenkönig CIL. XXXII 2097, Greg. 
V 84, Dagaricus Greg. V 25; Tagamar LC.; ags. Deegbeorht 
K. 9, Leofdeg S.; lb. Tagipert 8, Hermentacus 9. 

Die Compos. mit -fari, -finnr, -styggr, -eidr, -rún 
scheinen spez. nordisch zu sein. | 

90. dana ,Dàüne*; Mhff. Béow. 29, 30. 


30 Gemeingerm. Namensthemen. 


nord: Dan(r) myth. König von Dánem. Yngls. c. 29. 
Fas. Saxo, dann auch sonst: N. Nor. Schwed. 488: Hálfdan 
myth. (Haldanus, Saxo) Dänenkönig Yngls. c. 29, dann auch 
schwed. Yngls., Nor. Schwed. 496. N. (Necr. Lund. etc.) LB. 
Bs.; Iördan Ks.; Dana f. St. 

ogerm: ogot. Dani gen. zu Danus Cass. XI 10; wgot. 
Danila conc. Tol. 693, Danildus M.-L. 22. wgerm: Danus 
Amm. 16, 8, 3. Mhff. aao.; Halptene LC.; srhfr.: Ingildan 8; 
wfr.: Dangildis PI.; ags. Daene K. 8, Deneberht K. 8; 1b. 
Tanolfus, Tanwaldus 8. 

3l. dar- „Lanze“; an. darr. 

nord: Darri LB. R. DI. 172. N. (aus Necr. Lund.). 

ogerm: ogot. Darida Greg. Magn. Dial. Wrede 146. 
wgerm: wfr. Daroin PI.; bayr. Tarro, Tarwald; as. Der- 
ling; ags. —; lb. Taraldus 10. 

32. dôm- „Urteil, Gericht“; got. dôms „Urteil, Sinn“, 
an. dómr „Gericht“. | 

nord: Dómaldi, Dómarr myth. Schwedenkönige, Yngls. 

ogerm: ogot. Dumilda ishr. Rossi I 1027 Wrede 86; 
Dumerit Cass. VIII 27; wgot. Domarius IV, VI conc. Tol. 
wgerm: fränk. Domigisilus Greg. VI 18; Domald PI.; Do- 
muald LC.; alam. Duomo 8; ags. Domfrith K., Domhere; lb. 
Tömolo 7. : 

33. druht- „Schar, Gefolge“; an. drött, ahd. truht; 
vergl. auch PBB. 18, 454; anz. 18, 45. 

nord: Drött, Dömars hüstrü Yngls.; Drota norw. Saxo 
(sagenhaft). 

ogerm: wgot. Tructemundus conc. Tol. 681 u.a. M.-L. 
23; ogot. Trocta (Drohta) registr. Farf. 793, Kögel, anz. 
18,45. wgerm: Dructacharius CIL. XIII 7203; fränk: 
Droctigisilus Greg. IX 37, Droctulfus IX 38; srhfr. Tructegis 
8; bayr. Truhtuni 9; ags. Dryhtnoth 9. K., Ib. 'Troctoald 8. 

34. ebur „Eber“; Grimm. Myth. I 178; an. iofurr 
„Eber“ u. „Fürst“, ags. eofor. 

nord: runischr: Eburinu f. Norw. 7. Odemotland, Bugge 
248; Iofurr Fas. Lilj 115 u. 5.; Iofurfastr Lilj. 121, -steinn 


Gemeingerm. Namensthemen. 81 


Lal, 841; Iofurfridr f. Lilj 370; Iórülfr Nor. Schwed. 499, 
Iórgeirr Lilj. 596, -vitr Lilj. 1808; Iórdan Ks. N. (ss. rer. 
Dan.); Iorundr (falls hierher gehörig, vergl. auch wind. 
Cap. II) Fas. N. Fms. Bs. LB. Nor. Schwed. 498; Iórunn f. 
Bs. LB. Ks. Ems.; Ióra f. LB. Bs.; Ióreidr f. St. Bs. Ems. ; 
löris < Iörwis Nor. Nord. 227; Iofurbiorn erschlossen aus 
Iburbern LC. II 676, wo auch andere nord. Namen. 

ogerm: ogot. Evermud Jord. 48 = "'Efosuov? Proc. 
got. 1,8; bekanntlich deutete J. Grimm (Berl. Akad. 1846 
— Kl. Schrift. IIT) den Namen des Jordanes nach der Vari- 
ante Jornandis (Jord. 126, 24) aus ibr--nanps; s. auch v. 
Grienberger, Germania 34, 409; wgot. Euervulfus Jord. 100, 
u. a. M.-L. 24; Eboricus gallicischer Sueve 6 Chron. Min. 
II 1,216. wgerm: fränk: Eberulfus Greg. VII 47, Ebra- 
char IX 28, Ebregisilus X 15; ags. Eoforwulf 5. Searle; lb. 
Ibor 4 PD. I 8, 7, 14, Eberulfus 8. 

Die Compos: mit -steinn, -fastr, -vitr, -dan, -vindr (2), 
sowie -fridr f£, -eidr, -unn scheinen spez. nord. zu sein. 

9D. erl- Sadi Mann, Jarl“. 

nord: runischr. Erilar Schwed. 5/6 Lindholm u. Järs- 
berg, Nor. Nord. 26 u. 21; Iarl Lilj. 75, 101 u. ö. D. 215, 
N. loc., Iarli R.; Iarlabanki Lilj. 403 u. ö. D. 215; Erlingr 
Haraldss. Härf. Bs. Ks. St. DI. 223 (norw.). 

ogerm: wgot. Arlabaldus, Arlefredus vergl. Zs. 37, 225 ; 
burg. Arlulfus LC. II 367, 10 ebda. wgerm: wfr. Erlebertus 
PI.; alam. Erlabald 9; ofr. Erlefridus 8; ags. Eorlebyrht K. 
Ib. Erlingus, Rachierla 9. Vergl. noch aus den Hist. Patr. 
Mon. I 72. a. 919 den Nordländer Jarlbaldus bei Bruckner 
s. 10; die Lautform weist doch wohl eher auf das Nord. 
hin als auf das ags. 

86. erp „dunkel, braun“; erp: arpus s. Zeuß 103 anm. 

nord: larpr R.; Iarpülfr dán. W. — Lilj. 1530; Iarpi 
Lilj 521; Erpr (vergl  Erpr edd.) isl. LB. St. (2 mal). 

ogerm: ogot. Erpamara von Wrede 229 hergestellt aus 
Eterpamara Jord. 65. wgerm: Arpus 1. Chatte. Tac. ann. 


32 Gemeingerm. Namensthemen. 


II 7 (Zs. 97, 226); wfr. Erpo Greg. V14; Erpulf PI.; srhfr. 

Erpa 8, Erpgis 8; ags. Earpweald 7. Beda; lb. Erfo, Erfmàár 8. 
37. erpa „Erde“; viell. „Grundbesitz“, Wrede ogot. 74. 
nord: larparr R.; Iardprüdr f. Fms. 

ogerm: Erdwih ogot. Wrede 74 aus Erdui u. Herduic 
Ennod. 36 u. 210; wgerm: ofr. Erdbirg 8, Erdolf Fm. 465; 
ags. Eardwulf K., lb. Erthomund 9. 

Die Compos. mit -hari (arr) u. prüdr sind nur aus dem 
nord. belegt. | 

38. eupa „Kind, Nachkommenschaft“. 

nord: runischr: Iupingar Norw. 600 Reistad, Nor. 
Nord. 34. vergl. bayr. Eodunc 8 u. das ethnicon der sue- 
bischen Juthungi, Bugge 219; Iódhildr f. Lilj. 78 St.; lóðarr, 
Iöäbiorn Lilj. 252. 

ogerm: got. Eutharicus Jord. 77, 122 u. a. wgerm: 
wír. Euthari, Euthildis PI. 8; ags. Eodmund K. 9; lb. Eudo 
8, Eudibert 9. 

Die Compos. lóðbigrn findet außer nord. keine Ent- 
sprechung. 

89. fara „Geschlecht“, far- zu faran „fahren“; nicht 
leicht zu scheiden; vergl. Henning Zs. 36, 316 ff.; 37, 304 ff. ; 
Kógel 37, 217 ff.; zur Bedeutung Henning aao. 310. 

nord: wohl zu fara „Geschlecht“ folgende Namen aus 
Lilj.: Faraukir 898, -bjorn 687, -pikn (= piagn) 1071 (Far- 
Þegn auch R. u. DN. II 506), -úlfr 602, -valdr 1947. Da- 
gegen wohl zu faran, nord. fara „fahren“: aus allen Quellen 
(s. d. einzelnen): Fari Lilj. 939, Ásfari, Ey-, Hard-, Nátt-, 
Se-, Vé-, Vid-; Kristofari Ks. Bai nakar wohl volksety- 
mologisch aus Christophorus. 

ogerm: ogot. Sendefara f. CIC. V 7414. a. 541. Wrede 
184 (wohl zu faran.) Wilifara u. a.; burg. Feramundus LC. 
II 209, 11 Henning aao. 307, Kógel aao. 218; erulisch Fara 
Jord. 48 — Dápag Proc. wand. II 4, 28. Zeub 82. wgerm: 
Faramund Frankenkönig gest. reg. Franc. I, 4; fränk. Fara- 
modus Greg. X 26, Faraulfus VII 18, Burgundofara Pd. 


Gemeingerm. Namensthemen. 33 


Henning aao. 320; Faruuald LC.; srhfr. Faramannus 9; ags. 
Farman Searle, Fara 7, Cynefar K.; lb. Fariulf 8. 

Die Compos. mit -auk-, -bjorn, -piagn scheinen spez. 
nord. zu sein. 

40. fast- „fest“. 

nord: Fastbiorn Lilj. 89, -geirr 550, -leifr 81, -pign 
(= Piagn) 265, -úlfr 196 u. 1501 = W., Fasti Lilj. 158. 
Yngls. (dän.), Fasta f. Lilj 224; desgl. fast nur schwed. (s. 
d. einzelnen): Arffastr, Arn-, Äs-, Ei-, Guä-, Hug-, Iör-, 
Iokul-, Ingi-, Igul-, Túl-, Heim-, Hólm- (auch LB.), Hiälm-, 
Ketil-, Rún-, Ran-, Ragn-, Sig- (auch Fms.), þing-, þór-, 
Ulf-, Stúr-; fem: Fastheiði Lilj. 274, -laug 78, -ny LB., -vi 
Lilj. 646; Iófasta, Aifastvi Lilj. 92; Fastúlfr = Fostólfr 
LB. (arkiv 11, 269). 

ogerm: burg. Fastila CIL. VIII 1072 (s. auch Zeuß 
81); Fastida Gepidenkönig Jord. 83 u. a. wgerm: wfr. 
Fastrada; srhfr. Fastulf 8; ofr. Fastburg 8; ags. Fastwulf 
10 K., Festa loc., lb. — 

Die Compos. mut born, -Piagn, -heidi, -laug, -ny finden 
außer nord. keine Entsprechung. 

41. ferho- „Leben, Welt“. 

nord: Fjorleif f. Bs. LB. R.; Fjori Fas.; viell. gehört 
auch Fiornir Fms. hierher, doch vergl. forn Cap. III. 

ogerm: wgot. (doch wohl sehr unsicher) Pervisenda, 
Fervila M.-L. 26. wgerm: ofr. Ferahbald 8; bayr. Ferholt 
8; ags. —; lb. —. 

, Fjerleif findet außer nord. keine Entsprechung. 

42. filu- „viel“. 

nord: Fjọlmóđi Fas., Fiolmundr Fas.; Figlnir, nicht nur 
der Yngl. König Yngls. c. 14, sondern auch Fms. (Tókason). 
IB.; vergl. Fiolsviär edd.; Fiulmup auch Lilj. 1667. (Schwed.). 

ogerm: ogot. Felithank 6. urk. Marini 86, Wrede 151; 
Filica = Eutharicus s. d. CIL. IX 410; Filimer Jord. 60 
u. a.; DrAfyeyos ein Gepide Proc. got. IV 8; erulisch. Dihi- 
uoúð Proc. got. II 22,8 vergl. IF. 9, 207; Feletheus ein 
Ruge 5. Eugipp 8,1 u. a.; wgot. Filimir 7. VII conc. Tol. 


Hans Naumann, Altnord, Namenstudien. 3 


34 Gemeingerm. Namensthemen. 


wgerm: wír. Filibert 7; bayr. Filomuot 9; ags. EES? 
9. K.; lb. Filicausus 8. 

Fiolmundr findet auBer nord. keine Entsprechung. 

43. fold- „Erde“. 

nord: Foldarr W.; Foldeidr f. DN. II 437 R. 

 ogerm: wgot. Fulderone M.-L. 28, s. Zs. f. d. Ph. 

37,546. wgerm: anfr. Foldger 10; srhfr. Foldulf 8; ags. 
Fulder = Foldhere 1000 a. K. 924, Foldbrith 10. K.; lb. — 

Foldeidr bleibt ohne Entsprechung. 

44. folk- ,Heerhaufe, Schar*; MSD.? II 14. 

nord: Fólkbiorn Lilj 260, -marr N. Lund. loc. -leifr 
N. ss. rer. Dan, -rádr Fms., -vardr N. ss. rer. Dan., -vinr 
N. ss. rer. Dan., -vidr Yngls. Fms. Ks. Lilj 996, -war N. 
loc.; Fólki R. N. Lilj. 743. Saxo (schwed.); Fólka f. Nor. 
Schwed. 489; Fólkwi f. W. Lilj. 95; Fölkungr DN. I 180. 

ogerm: erulisch dovAxagic 6. Agath. I 11 u. a. = *Ful- 
kaharjis IF. anz. 9, 207. wgerm: wfr. Fulcardus PI.; ofr. 
Foledag 8; Folemar, -leib, -win Fm., Folkwid, -war, -wih LC.; 
srhfr. Sigefolk 8; ags. Folkburg K., Folkhere 7. K.; lb. Ful- 
kulus 8, afriesisch: Folkwalda, Finns Vater Béow. 1099. 

Fölkbiorn bleibt ohne Entsprechung. 

45. fram- „hervorragend“; „wacker“ M.-L. 26. 

nord: Framarr Fas. R.; Frami N. loc.; Óframr jüngere 
Bildung s. un- Cap. I. 
|. ogerm: wgot. Framirus, Framuldus, Framila M.-L. 26. 
wgerm: ahd. Framarius LC.; wfr. Framtrudis PI.; Framo- 
inus PI.: ags. Framric, Frambeald Searle; lb. Frambert 9; 
vgl. den gallic. Sueben Framtane Hyd. Cont. 188, 89 (Beats 
Isid.). 

. 46. f rawa- as as. frao, ahd. frö; schwer zu 

scheiden von frauja „Herr“, ahd. frö s. d. Cap. II. 

nord: runischr: Frawaradar Schwed. 6. Möjebro Nor. 
Nord. 29 s. zuletzt IF. 29, 138; Frohila Dänem. 600 Darum 
II Nor. Nord. 9. (das h hat nach Bugge 247 nur silbentren- 
nenden Wert). | 
|J ogerm: Froila(s) Jord. 120, ein Sarmate; Se Froari- 


Gemeingerm. Namensthemen. 35 


cus 7, Froila VIL Conc. Tol.; wgerm: Fraomarius ein Bu- 
cinobante Amm. 29, 4, 7; ofr. KEE 8; ags. Freomund 9, 
K.; lb. Fraupertus 9. 

47. frid- es kommen zwei Stümme in Betracht: 1) 
germ. fridu, an. fridr, ahd. fridu „Friede“, viell. auch das 
adj., das in an. fridr ,friedlich' vorliegt, 2) ein Stamm mit 
langem i, der in an. adj. fríðr „schön“ vorliegt; im nord. 
ist die Scheidung leichter möglich als in den andern germ. 
Dialecten. 

nord: 1) wohl zu friär „friedlich“ und „Friede“: Friä- 
fróði myth. Dänenkönig Yngls. Fas., -geirr W. N. Egilss., 
-leifr Fms. N. Yngls. (dán), -mundr LB., -rikr Ks., -pjófr 
Fas. Friðr Fas, Frodr W.; Friðgerdr f. Fms. LB. Be 
femina nomine Frideburg Vita Anskarii c. 20; ferner die 
masc. auf -friðr — freðr = frgðr = rgðr (vergl. Gislason, 
aarböger 1868 s. 351 f., 1870 s. 120 ff.) = rauðr = reyðr 
(diese Variationen oft in den hss.; z. B. findet sich in der 
Ynglingasaga Guäraudr neben -roär, -rodr, -reydr c, 53 u. 
sonst.): Ans-, Bod-, Eld-, Ey-, Geirr-, Guä-, Hall-, Her-, 
Hún-, Iö-, Is-, Krist-, Land-, Leik-, Ragn-, Sig-, Stein-, 
þór-, uo viell. gehör en auch Ozorr etc., Gizurr etc. hier- 
her s. d. Cap. III. 

2) zu frir „schön“ die feminina auf, -fríðr = -rlär 
(vergl. Gislason aao.) Á-, Álf-, Arn-, Äst-, As-, Bank-, Eld-, 
Geir-, Gud-, Gy-, Hall-, Hólm-, Her-, I- (ea aiw), 1ó-, Iór-, 
Igul-, Ingi-, Is-, Hildi-, Ketil-, Iül-, Ragn-, Rün-, Sig-, Snjó- 
(Snæ-), þjóð-, þór-, Ulf-, Vé-, Ein-. 

ogerm: ogot. Amalafriða Jord. 135 u. a., Fridibadus 
Cass. IV 49, Freda 6. Proc. (Dpéðas) wand. Il 26; wand. 
Fredbalus Hyd. Chron. 62a. Wrede 53, Fridamal Anthol. I 
304, Fridus ebda. 18; wgot.: Fritigernus regulus Wesego- 
thorum Jord. 65 u. a., Amm. 31, 4, 8, Fredumirus, Fridaricus, 
Argifredus u. a. M.-L. 28; rugisch. Friderichus Jord. 107. 
wgerm: thüringisch: Herminafridus Cass. IV 1, Hermine- 
.fredus Greg. III 4; frünk. Bertefredus Greg. VI 4, Frede- 
gundis IV 28; Fretimundus Chron. Min. II, 1, 23; srhfr. Fri- 

3* 


36 Gemeingerm. Namensthemen. 


duni 8; Friduleib, Frithuger Fm.; ags. Fridored 8 K., Eanfrith 
K., Fridla Grein.; 1b. Fridus. 8, Alifrid 8. Zu friär „schön“ 
gehört vermutlich Fritila (Ermanarichsage), bayr. Fritilo, 
fränk. Fridilo s. Zs. 30, 222 u. Kögel. Litgesch. II 214. 

Zu Friäpjöfr findet sich außer nord. keine Entsprechung, 
natürl. auch zu Fridfrödi nicht. 

48. fröd- „klug“. 

nord: Fródbiorn Lilj. 1476 dán. (ischr. Fruburnr s. D. 
108), -gangr 782, -gunnr 170 (nicht sicher), -mar Fas., -mundr 
Lilj 1064; Frowinus Saxo etc. hierher? s. frauja Cap. II; 
Fródi (Saxo: Frotho) dán. Kónigsname Yngls. c. 29., doch auch 
sonst: Haralds s. Hárf. W. N. LB. isl. R. Fms.; Fridfródi, 
Fróðel Fas. Yngl.; aus D.: Ingfróðr, Leik-, Nyk-; aufer in 
Fróði kommt dies Thema auf Ísland nicht vor und nicht Ks. 
Fms. R. 

ogerm: wgot. Frodoarius ep. Acci in Spanien 720. 
wgerm: wfr. Frödbertus PI.; Frotmar, Frotmund, Froduin 
LC.; ags. Froda K. 704, Frodmær Searle; lb. Frödipert 8. 

Die Comp. mit -biorn, -gangr, -gunnr scheinen spez. 
nord. zu sein. 

49. fugal „Vogel“; an. fugl. 

nord: Fugli R.; Fygli N. loc. s. 28, Fugl desgl. s. 27; 
Sefug] N. 81 (aus York), Sniofugl N. 86 aus SS. rer. 
Dan. etc., Somarfugl N. 86. 

ogerm: wgot. Fugila Conc. Tol. a. 656. wgerm: 
ofr. Fugal 9, Fugilo bei Kraus christl. Inschr. 292. s. Fm. 
547; ags. Fugel K. 10 und Comp. mit Se-, Sige-, Somer-, 
Winter- aus späterer Zeit (10. Jh.), s. Searle; lb. —. 

Möglichenfalls besteht in den Compos. eine Entlehnung 
des dänischen aus dem ags.; sefugl — sefugl Fritzner 3. 
638, ahd. séfogal — avis stagnensis, Graff III, 436; somar- 
fugl bedeutet viell. „Schmetterling“, so im deutsch. D. W. 
X 1, 1563 (Fritzner kennt das Wort nicht) u. im dän. 

50. funs ,bereit^; wie im 1. Glied. 

nord: aus D. u. Nor. Schwed. 495, 496 (s. d. einzelnen): 


Gemeingerm. Namensthemen. 87 


Gunnfúss, Heil-, Her-, Hróð-, Likn-; aus Fms. LB. isl. auch: 
Al- (ol), Sig-, Vig-. 

ogerm: wgot. Fonsa m. III Conc. Tol. 589; Ildephonsus 
IX conc. Tol. u. a. vergl. M.-L. 38; burg. Sigefunsus Wackern. 
409. wgerm: ofr. Herifuns 8; ags. —; lb. Fuso, Arifusus 8; 
vergl auch Kern Zs. f. d. Wortf. 8, 1—3. 

51. gand- „Werwolf“ oder an. gandr „Zauber“; Kögel, 
Litgesch. I 52; Bruckner s. v. 

nord: Gandälfr Fms. König von Wingulmark Yngls. 
c. 46, Hálfdanss. Svarta c.1, ein Begleiter des Haraldr Härf.; 
Gandi loc. N. 28; Gandr als Zuname: Härekr Gandr Hälf- 
danss. Svarta. 

ogerm: sehr unsicher Gandaricus, so Kögel aao. (Iord. 
89; 60 hat nur gen. Gadarici, Gadarigis). wgerm: viell. 
Gandestrius (Adgandestrius) Chattenfürst, Tac. ann. II 88. 
vergl. Grimm GDS. 334 anm. 1; Zs. 35, 365; 37, 226 anm.; 
Gando alam. 700; wfr. Gantberga PI, Gandulfus urkundl. 
Iviaco, Waltemath 22; ags. —; lb. Candolf 8. 

Gandálfr nur aus dem nord. belegt. 

52. gang- „Gang“. 

nord: Gangr Lilj. 752; Gangülfr Lilj. 252. N. ss rer. 
Dan.; Fródgangr Lilj. 782. 

ogerm: eruliseh OvAlyayyos Proc. got. IV 9 = ahd. 
Willigang; gepidisch DAfyeyog Proc. got. IV 8, 30; wgot. 
Wiliangus vergl. IF. 9, anz. 207. wgerm: wfr. Ermgengus, 
Gencbolda PI.; Gangbert 7 Pd.; ofr. Hruodgang; Gangulf ep. 
Constanz 7. Fm. 597; ags. Gangmær Searle, Gengberht K.; 
lb. Ulfegang 9. 

53. gard- „Gehege, Schutz“; auch „Rüstung“? Kögel, 
Litgesch. I 22 deutet Gerär als „Gerte, Zweig“; vergl. für 
das deutsche -gart f. die entsprechende Bemerkung Schröders 
bei Bechtel: Attische Frauennamen s. 100 anm. 2. 

nord: Gardr Bs. R. N. Saxo; Gardarr LB.; Grjótgardr 
LB. Nor. Schwed. 485, þór- Lilj. 551, Salgarthus dán. Saxo, 
N. loc. Ferner die Feminina auf -gerðr — ahd. -gardis: 
Gerdr LB. R.; aus allen Quellen (s. d. einz.) Ásgerðr, Auð-, 


38 Gemeingerm. Namensthemen. 


Bryn-, Ey-, Frey- (= Frogertha norw. Saxo), Frid-, Hall-, 
Hjálm-, Hlad- (— Lathgertha norw. Saxo), Hün-, Iarn-, Ingi-, 
Ís-, Man-, Skjald-, pór-, Val-, Vé-. | 

ogerm: wgot. Gardingus III conc. Tol. 589; wgerm: 
wír. Teudelgardis, Amalgardis PI.; alam. Hildigard 8; srhfr. 
Cardebert 8; Gardar Necr. Fuld. 918 = Gartheri Fm.; ags. 
Gardwulf N. 10, Frithugeard 11.; Ib. Wisigardis Greg. III 20. 

54. gast- ,Fremdling, hospes“; doch vergl. DWB. IV! 
1458 gast — Held, auch Kögel anz. 10, ól. 

nord: runischr.: Hlewagastir Dänem. 300 Gallehus, 
Nor. Norw. 17; Saligastir Schwed. 6. Berga, Nor. Nord. 2; 
Gestr DI. 399. Fms. R. LB. isl.; þórgestr Fms. IB. isl.; 
Goägestr Halogiakönig, Yngls.; LIf-, Végestr LB. 

. ogerm: Anagastus s. o. ana; ogot. Cunigastus Cass. VIII 
28; burg. sehr unsicher, vergl. Wackernagels.388. wgerm: 
fränk. Arbogastes 4. Eunap. 172. Greg. II 9; Wisogast, Sali- 
gast lex Salica; Haldegastes 3. Vopisc. Aurel. 11, 4 (DWB. 
aao.); Gastinasius CIL XIII 8565 ein Übier (Louba Gastinasi 
f[ilia] Ubia] zum 2. Glied s. PBB. 17, 216); ags. Gistheard K.; 
Eangist 804 Searle; lb. Castinus 8, Färecastus, Ardegastius. 

55. gaut- zum ethnicon der Gauten; Gautr auch ein 
Beiname Odins; DA. IV, 183; Zeuss 158 anm. ` 
.  nordr: Gautr Yngls. Ks. LB. Fms. (— Gótarus norw. 
Saxo), Gautráðr Lilj. 1265, -rekr Yngls. N. Lilj. 1061, -tiarfr 
Lilj. 469, -úlfr N., -viðr Yngls.; Gauti Lilj. 1098. Fms. Bs. 
N. Ks.; Gautingr (nicht sicher) Lilj. 479; fem.: Gauthildr 
Yngls,, Gautilaug Lilj. 1420 (Schonen), Götwara = Gautvor 
dän. Saxo; masc.: Algautr, Arn-, Äs-, Ey-, Guä-, Hialmun-, 
Hólm-, Sig-, þór-, Val-, Vé-, Vin-, Við-; Ógautan. 

ogerm: viell. der Gotenkönig Gapt « *Gaft « *Gaut 
lord. 76. vergl. Zs. 41, 95ff. (schon Grimm so, GDS. 538, 
anders Mhff. DA. IV 183); Gauterit Gotenführer Chron. 
Min. I 664. wgerm: wfr. Gauzharius, Gautselmus DI: 
bayr.: Hiltigaoz 8; srhfr. Gauz 8; thüring.: Gozbert 7; ags. 
Wulfgeat, Geatfleda K. 10; Causbertus 8. Ä 


Gemeingerm. Namensthemen. 39 


Die Compos. mit -tiarfr, -laug, -vor scheinen spez. nordisch 
zu sein. 

56. giba „Gabe*. 

nord: Giafvaldr (Gefvaldr) Ks. Bs. LB. R., Güfolfr Nor. 
Schwed. 487. Lilj. 1342 vergl. Gefwulf, ein Gautenkönig, 
Widsid; Gewarus schwed. Saxo = Gefr oder Gefarr; Giaflaug 
f. LB; Giafleikr DN. IV 469. 

ogerm: ogot. Gevica 6. Ennod. 116; IY«4 Proc. got. 
IV 23; I'1fwéoa acc. Proc. got. II 11; wand. I'ifeuobvóog 
Proc. wand. 118. wgerm: alam. Gibuldus 6. Eugipp c. 19; 
wír. Givaldus Greg. III 23, Gibohildis PI.; Gebolf, Gebaheri 
LC. srhfr. Gebaleich 8, vergl. auch T'eioßduagos 3. Cass. 
Dio 77, 20 em Quadenkónig = ahd. Gebamar Zs. 29, 268 
(anders Mhff. Hermes 2, 318); ags. Ælfgifu K. 10, Gifemund 7. 
Searle; lb. Gebwin 10. 

Für Giaflaug findet sich außer nord. keine Entsprechung. 

57. gis-, gisal- „Speer“ oder „obses“, guia gor im 
gramm. Wechsel u. Ablaut zu gís „Speer“. 

nord: runischr. Ansugisalas Dánem. 5. Kragehul, Nor. 
Nord. 24; Haoarar = Hauhagairar Bugge 454 — wand. Oageis 
Anthol I 345 — *Hauhagais (Wrede 77) = ahd. Hôgêr; 
Gismundr Lilj. 656, Gislaug f. Lilj. 775; Gisroär — Gizorr 
(s. d. Cap. III) Bischof in Gautland, IB.; Gísiko W.; Gísl 
Ks. W. Yngls. — Gils DI. 186. Lilj. 1752; Algisl Lilj. 1336, 
Aügís] — Adísl] s. o. ad- apa-, Arn-, Aud-, Hall, Her-, 
þór-, Vé-; Eringisl Schlyter VII, Gísli LB. N. DI. 400. 
Lilj. 1379, Gísla f. N. 

Geirr Lilj. 81. Ks. LB. R. Fms. N.; Geiri N. LB. Fms. 
Hákonars. góða; Geira f. Fms. N. Óláfs s. Tryggv. (hier 
eine wendische Prinzessin); Geirälfr Fas., -bjorn N. Lilj. 
1309, -brandr Fas., -fastr Lilj. 75, -finnr Hkr., -hiälmr Lilj. 
608, -(h)vatr Nor. Schwed. 482 = Lilj. 1034, -laugr R., 
-leifr R. N. Lilj. 1571, -leikr R. N., -marr Lilj. 1048. N., 
-mundr Oläfss. Tryggv. Lilj. 910. N., -niautr Nor. Schwed. 
484, -rodr Ems. Pas, -steinn Fims., -tiarfr Lilj 637, -pjófr. 
Fas, -ülfr R. N., -valdr R. Lilj 1765, -war N., -vidr Nor. 


40 Gemeingerm. Namensthemen. 


Schwed. 486, Geirardr — Geirvardr Bs.; fem: Geirbjorg N., 
-hildr Fms., -laug Egilss. N. Lilj. 2009, -ný Gunnlaugs., 
-riðr Fas. N., -vi Lilj. 2, -vor N. ` 

masc: Álfgeirr, Alm-, Arn-, As-, Auk-, Aur-, Auö-, 
Ben-, Biarn-, Fast-, Fær-, Fiall-, Frey-, Hall-, Hard-, Hedin-, 
Hiälm-, Hölm-, Hrafn-, Hröd- (= Roger Nor. Schwed. 499), 
Hug-, Ing-, (= Ingiger Nor. Schwed. 500), Ió-, Iól-, Ketil-, 
Kwik-, Mun-, Nef-, Sæ-, Sig-, pör-, Vest-, Vil-, Vit-; Awæirr 
W. — ahd. Anager; Likkair Schlyter VII. 

ogerm: ogot. Gesila Cass. IV 14, Gesimundus Iord. 
121; Witigis Cass. X 31. Wrede 95, Witigisclus Cass. 9, 12, 
Andagis s. o. and-; wand. Oageis s. o.; l'oeóíyi6xAog Proc. 
wand. I 3 (— Godegisilus Greg. II 9) Godagis Vict. Vit. 
II 14, Gaisericus Hyd. Cont. 89 u. à, Radagaisus got. od. 
wand. Führer Iord. 41; burg. Godigisilus Greg. II 28; wgot. 
Gsvüéy,.oxAog Proc. got. I 11, Gesalecus Cass. 170, 11, Gis- 
mondus, Gislemirus u. a. M.-L. 29, 32, Eldegesa 60, Gise- 
bertus XIII conc. Tol; rugisch. Giso f. Eugipp. Vita Sever. 
8,1. wgerm: cimbrisch. Caesorix Oros. V 16 — *Gaisa- 
reiks DA. II 120; Ariogaisus Quadenkónig 2. Dio Cass. 
71,13 DA. II 206 anm.; Merogaisus rheinfr. König. Paneg. 
Constant. I 11; frünk. Garivaldus Greg. IV 9, Godigisilus 
IV 50, Gundegisilus VIII 22; Gisulfus, Adalgisus, Gisle- 
badus, Gairbertus u. a. PL; bayr. Garipald P.D. I 21.; 
Gervara Fms.; Gisfrid, Kerlaif, Gerlaieus, LC.; ofr. Gerlaug 
9. ags. Ansgis Searle, Gisheard K. 9, Garulf K. 9, Garmund 
Angelnkönig Béow. 1962; 1b. Helmechis PD. II 29 6 Jh.; 
Gisulf PD. II 9, Harigis 8. 

Zu Gislaug und zu den Compos. von. geir- mit -älfr, 
-fastr, -finnr, -niautr, -steinn, -tiarfr, -pjófr findet sich im 
ogerm. und wgerm. keine Entsprechung. 

58. göd- „bonus“; schwer von guä „deus“, im nord. 
auch von gud « gund zu scheiden. 

nord: runischr. Godagas Norw. 6. Valsfjord, Nor. 
Nord. 59; Fms. u. s. Gódólfr, Goddreng N. Lund., Gódgestr 


Gemeingerm. Namensthemen. 41 


Yngls. (Halogiakönig), Góðrún fem. Óláfss. Tryggv.; doch 
ist die Quantitát durchaus nicht sicher. 

ogerm: ogot. Guodiscalco Cass. IV 47 var. Godiscalco 
var. Gudisal, eben wegen dieser Var. von Wrede 122 hier- 
hergestellt; wand. Godagis Viet Vit. II 14, I'oóíyioxAog 
Proc. wand. I 3 = Godegisilus Greg. II 9; burg. Godegi- 
silus Greg. II 28; wgot. Gudenandus u. a. M.-L. 32, vgl. 
Zs. f. d. Ph. 37, 546/47. wgerm: fränk. Godegisilus Greg. 
IV 50, Godebaldus PI.; alam. Cuatlinda 8; Guterun, Gua- 
tolf LC.; ags. Goda K. 9, Godwinus K. 9; lb. Godpert 8. 

Zur Compos. Godagas vergl. oben dag, Goddreng spez. 
nordisch. 

59. griut- „Sand, Gestein“; dazu im Ablaut grut-. 

norð: Grjótgarðr LB. Fms. DN. II 166. Haraldss. 
Härf. Gräf. Nor. Schwed. 485; Grjötvor f. Fms.; Grjötbjorn 
= Arinbjorn Egilss., Grytingr König in Orkadal, Haraldss. 
Hárf.; Grjóti DN. III 611. 

ogerm: Greotinge, Greutungi — Ostgoten, Mhff. Zs. 
9, 185, Zeuß 407, Wrede 49; wgerm: Grutilo CIL. XIII 
6259; ofr. Griuzing 8,9. Fm. 675; Gruzing, as. Gruting 
Zeuß aao., Greot LC. II 214, 1; ags. — lb. —. 

Obige Compos. sind nur aus dem Nord. belegt. 

60. guð „deus“; s. o. gōd; Grimm Myth. I 12. 

nord: unmöglich von guä<gund zu trennen; viell. 
hierher: Guäarfi Lilj. 1855, Guäleifr Lilj. 1053, Guäiliufr 
Lilj. 621, Guämundr Lilj. 239 u. ö. D. 113; Guðini Bs. Ks. 
DI. 194.; Gormr W. Hälfdanss. Svarta (dän.) u. s. Hkr.< 
Gudpormr so Ks.; Gupormr Lilj. 1829 dán. — W. (Kurmr 
,Synkopierte Form" (D. 111) Lilj 1384 u. 0.) Hálfdanss. 
Svarta u. s. Hkr., Guttormr Bs.; Góredr « Guðrgðr Nor. 
Nord. 188; Gyda Bs. W. Haraldss. Hárf. N. 

ogerm: ogot. Gudila Cass. II 18, Gudeliva f. Cass. 
X 21, Guduin Cass. V 27, wand. Guththeus Wrede 85 < 
Tordcios. Proc. wand. I 24; wgot. Godiscalcus conc. Tol. 
675 (s. auch das ogot. Guodiscalco oben unter göd-), Guda 
VI conc. Tol., Gudila ebda. u. a. M.-L. 33; burg. Gudomarus 


42 Gremeingerm. Namensthemen. 


CIL. XII 2584. wgerm: wfr. Godinus 7. Waltemath 24; 
alam. Cotesshale 9; Coteliup, Gotfrid LC.; ags. Godescealc 
10 K., Ælfgod 11 K.; lb. Godescalc 6. 

Gudarfi, Gudpormr finden west- u. ostgerm. keine Ent- 
sprechung. 

61. guma ,,Mann, Mensch". 

nord: Gumi Lilj. 270, 682, N. 24 (loc.) R. 103 loc. aus 
Gomnes u. a.; Gumi, Gummi Saxo schwed., Gummi (auch 
DN. III 206 u.ö.) könnte auch wohl Kurzform mit Assimi- 
lation von Guðmundr sein; þióðgumi Lilj. 600, 936. 

ogerm: Goma 6 lex. burg. ein burgund. Graf.; wgot. 
Gomarigus, Guma, Gumila M.L. 32. wgerm: Gomoarius 
Amm. 26, 7, 4; wfr. Gomadrudis 7. Fred; srhfr. Gomofrid 8; 
ofr. Gomahilt 8; vergl. noch Gumattius 2. CIL. XIII 8806; 
ags. Gumbeorht K. 7; lb. Gumipert 8. 

62. gund „Kampf“; s. o. gud u. god. 

nord: Gunnr Lilj. 1830 (norw.), Nor. Schwed. 492; 
Gunni Fms. W. Ks.; Gunna f. N.; Guðki W. N.; Gunn- 
oder Got Larr Fms. N. DI. 192. Ks. W., -bjorn Fms., 
brandr Hálfdanss. Svarta. Lilj. 1302, -fastr N. Lalj. 170, 
-finnr DI. 400, -füss Lilj. 1297, -gautr Lilj. 836, -kell Li]j. 
1233, -laugr Yngls. (Gylaugr c. 28) isl., -leikr Fms., -marr 
N. Lilj 884, -madr norw. Lilj 1996, -ólfr Fms., -rádr N, 
-Cridr R., -ríkr Lilj. 920, -rodr (raudr etc.) Yngls. Fms., 
-serkr N., -stafr Lilj. 1286, -steinn Fms., -tiarfr Lilj. 589, 
-þjófr Ks. Fas. (= Gunnthionus schwed. Saxo, P. Herrmann 
Comm. 1498 nach Bugge; wie verhált sich dazu Gunnfiaun 
Gata Saga 62, 15 vergl. LXIV u. XCVII?), -valdr N. Lilj. 
1474 dän. (= Gunnuldr W.), -var Lilj. 1247, 661, -ver Nor. 
Schwed. 485, -vidr Lilj 85; dl»]1b in Gullaugr, -leifr, 
-leikr vergl. auch R.; Gulli hierher? vergl. guld- Cap. II; 
Gubbi < Guäbrandr? vergl. R.; fem. Gunn- oder Gud + burg. 
Lilj. 1071, -finna Bs., -hildr N. Haraldss. härf., -hilfr Lat, 
' 160, -laug Lilj. 1291, -leif, -ný N. Fms., -rún LB. Fms., 
-prüdr Lilj. 261, -vor N. 1455 Lilj.. norw. — Gunnwara 
dán. Saxo, -ríðr (-fríðr) Lilj. 299, 24 = Gýríðr Ks. De: 


Gemeingerm. Namensthemen. 43 


Arngunn, pórgunna, Hródgunn(r) Raun-, Vé-, pór-, Vinr-, 
Ingunn(r) St. — In -gunnr? vergl. ing- Cap. IL, Hildi- 
Njálss. Fms. Yngls. 

ogerm: ogot. Gunthigis Iord. 126, Gundihildi urk. 
Marini 79 a. 557; wand. Gunthamundus Iord. 102, Guntharic 
acc. lord. 5l; burg. Gundibadus Cass. I 46 (Zs. 37, 226), 
Gundevechus Greg. II 23 — Gnudiuchus lord. 117; wgot. 
Gundulfus conc. Tol. 681, Gundiarius u. a. M.-L. 33, 62. 
wgerm: alam. Gundimadus Amm. 14, 10,1; fränk. Gundis 
CIL. XIII 10024, Guntelda Mutter des Guntio CIL. V 5415; 
Gundegisilus Greg. VIII 22, Gundovaldus VI 24, Gundulfus 
VI 11, Guntharius III 6, Aregundis IV 3, Ingundis IV 3; 
thüring. Radegundis Greg. IIl 4.; Gunderat Fm., Guntbern, 
Cundleib, Cunzmann LC.; srbfr. Guntfrid 8; ags. Guthlac 
K. 7; 1b. Gundolinus 8, Gundiperga PD. IV 47. 

Die Compos. mit -fastr, -füss, -kell, -steinn, -tiarfr, 
-þjófr, -finna, -hilfr scheinen spez. nordisch zu sein. 
63. ham- „Hülle“, ahd. hamo; vergl. Kögel, Litgesch. 
II 218. | 

nord: Hama Fms.; (edd. Hamäir); Hemingr (= huden 
af et dyrs bagben, Fritzner) Fms. R. N. DI. 172. Oláfs s. 
Tryggv. (norw. dán.) — Hammingus dün. Saxo; Ulfhamr 
Hardars.; Hamglüma myth. Fridpjófss; vergl. Hemmingus e 
stirpe Danorum, Ann. Fuld. a. 837., Adam. Brem. I 16. 

ogerm: Ammius ex gente Rosomonorum lord. 91. 
Mhff. im index 154, Zs. 3.155, Symon PG.? 3, 683, Kögel 
aao. wohl verderbt aus *Hamjis, Kurzform etwa zu *Hama 
-þius. wgerm: fränk. Haming 6., Hamo Pd. 8; srhfr. 
Hamathio 8; ags. Hamgislo K. 7; lb. — 

64. hard- „hart, tapfer“. 

nord: Harðr W. Lilj. 1082; Harðbeinn isl. (Harthbenus 
Saxo. schwed.), -fari Fas., -geirr Lilj. 100, -refill Fas., -refr 
LB., -skafi Fas., -steinn Lilj. 85, 146, -vígr Fas. (Bs. deutsch); 
Hardprüdr fem; Biarn(h)arär 2 sächs. Bischöfe auf Island 
11. Jh. IB.; Rikharär Ks.; Vigharär Fms.; viell. Geirarär 
Bs., doch s. vardan Cap. II; Haräleifr N. ss. rer. Dan. 


44. Gemeingerm. Namensthemen. 


ogerm: viell. Ardaricus Gepidenkónig Iord. 43; ogot. 
Hardica urk. Marini 131, Wrede 159. wgerm: wfr. Hart- 
garius PI.; Chardoino 7. Waltem.; srhfr. Hartigast 8; Hart- 
leip Fm.; vergl. noch Vopisc. Aurel. 11, 4 Hartomundus 
germ. Fürst var. Hariomundus und Ásúðagðov acc. fránk. 
Proc. got. IV 24; ags. Heardberht 8. K.; lb. Ardus, Ulf- 
ardus 10. | 

Die Compos. mit -beinn, -fari, -refill, -refr, -skafi, -steinn 
sind spez. nordisch. 

65. hagu- „Gehege, Hof“; hagu = scema „Schemen, 
Popanz, Larve“ Kögel Litgesch. II. 208. 

nord: runischr. Hagustaldar Norw. 6. Valsfjord u. 
Strand., Nor. Nord. 59 u. 23; Hagbarðr Ks. Yngls. LB. N. 
(Lund. etc.). R.; Hagný f. Fas.; Hogni Bs. LB. Ks. DN. 
I 97 N. (loc. etc.) Yngls. Haraldss. Hárf. 

ogerm: burg. Agathei, von Wackern. 391 wohl fälsch- 
lich zu agan gestellt, Agano 523 s. Wackern. aao. wgerm: 
wfr. Chagnerico 7, Chagno 7 Waltem. s. 2b; alam. Hagu- 
stolt 8; ofr. Hagihari 8; Hagapart Fm.; ags. Hagbeorn 
Searle, Haguna 7 K.; lb. Acupard 8. 

66. hari- „Heer“; DA. IV 560; Grimm. Myth. I 284 
— miles. 

nord: runischr: Hariuha Dänem. 6. Seeland, Nor. Nord. 
39; Hariwulafa Schwed. 7 Istaby u. Stentofta, Nor. Nord. 
20 u. 45 (Räfsal 800); Haringa 6. Scäang. Schwed. Nor. 
Nord. 42; auch Hariso 4. Dänem. Himlinghoie, s-ableitung 
zu hari (fem. zu Hersir, welches auch als Name üblich, Fms. 
Lilj. 870; IF. ans 9, 206); Haraldr (her+valdr) schwed. 
norw. Königsname Yngls. u. s. Hkr. Ks. Saxo, jütischer 
König Hálfdanss. Svarta, din. König Óláfss. Tryggv. = 
Herioldus var. Heroldus rex qui partem tenebat Danorum, 
Vita Anskarii c. 7, doch auch sonst.: LB.; norw. Haraldr 
Graenski Óláfss. Tryggv. c. 15, dän. Lilj. 1537; Herbjorn 
Fas. N. Lilj. 993, -bardr N., -bjartr N., -brandr Fas., -finnr 
Fms., -friðr Lilj. 1306, -fúss Lilj. 1594, -gautr Fms., -geirr 
N. Fas., -gils Fas, -grimr Fas. -laugr isl. N. Haraldss. 


Gemeingerm. Namensthemen. 45 


Hárf., -leifr Fas. N., -leikr N., -liufr Lilj. 1597, -móðr N. 
Lilj. 1196 Fas., -mundr Gunnlaugs. N., -raudr (rgdr) Fms. 
LB. Fas., -steinn Fms. Lilj. 1215, -tryggr Fas., -þjófr Fas., 
-úlfr (Herjólfr) Lilj. 1539, 783, LB. Ks. Fms., -varðr Fas. 
Lilj. 1121, -ver = Herver Nor. Nord. 68; Erlendr Hákonars. 
góda u. s. Hkr. — ahd. Eri (Hari)land; fem: Herborg (bjorg) 
Fas., -dís Fms., -gerðr Fas, -gunn Fas., -laug N., -ríðr LB., 
-þrúðr LB., -vor Fms.; Heri m. St.; masc: Álfarr (Alf 1 hon 
« hari-) Bodv-, Borg-, Brynj-, Dins Ein-, Fold-, Fram-, 
Gefarr oder Gefr aus Saxo: Gewarus, Grim: Gunn (Guð)-, 
Háv-, Heim-, Hjálm., Hild-, Hord-, Hreid-, Hró(d)-, Ís-, Ingv- 
(Ívarr), Tard-, Iö-, Orm-, Ött-, Sig-, Stein-, Solv-, pjóst-, 
þór-, Úlf-, Vald-, Vest-, Vind-. 

ogerm: ogak: Arigernus Cass. 121, 18, viell. Ariaricus 
‘ Iord. 87, Vandalarius Iord. 77; wand. Arjarith Coripp. Ioh. 
IV, 929., Wrede 89; wgot. nach M.-L. 34. gehören Argi- 
mundus Chron. Min. Il 1,219, Argifredus u. a. hierher, 
doch s. arg Cap. I, vergl. Zs. f. d. Ph. 37, 547, ferner Val- 
tarius, Vistrarius M.-L. 64; burg. Arimundus CIL. XIII 
2454, Gundaharius lex. Burg., Hariulfus CIL. XIII 3682; 
erulisch Hariso CIL. V 8760. wgerm: Cariovalda, Bataver 
Tac. ann. II 11; Xegióugoog Cherusker 8. Cass. Dio 67,5; 
alam. Hariobaudes Amm. 18, 2, 2; Charietto Amm. 17, 10,5; 
fránk. (Chari- = hari, Zs. 8, 139) Chararicus Greg. II 41, 
Charegisilus IV 51, Charibertus IV 3, Chariulfus VII 37, 
Charivaldus X 27; Herifuns, Herigauz, Erliub LC.; ags. 
Herafrith K. 7; lb. Aripert 7. 

Die Compos. mit -finnr, -laugr, -tryggr, -pjófr, -dis, 
-vor scheinen spez. nord. zu sein. 

67. hauh- „hoch“. 

nord: runischr: Hauhagairar Norw. 7. Eidsvaag, Bugge 
454; Härr Fas. Fms.; Häkon, urspr. wohl norw. Jarlsname, 
Haraldss. Hárf. c. 7, doch auch sonst: Saxo (Haquinus) Fms. 
Lilj. 83, u. ö. D. 180. Nor. Schwed. 483. LB.; Hámundi 
Fas., Hamundus Saxo, Hämundr N. Lilj. 750. Fms. DI. 498, 


46 Gemeingerm. Namensthemen. 


-nefr Fms., -rekr Fms. Hálfdanss. Svarta, -steinn Fms. N., 
-varðr Fms., -valdr Nor. Schwed. 485, Hávarr LB. 

ogerm: wand. Ocune Proc. wand. I 9, Oamer Vict. 
Tunn. = 581 *Hauhamérs Grimm GDS. 344, sein Bruder (?) 
Eù«yéņs Proc. ebda., Oageis Anthol. I 345, anders Wrede 
77,79; vergl. noch den Eruler 'Oyör Much. IF. anz. 9, 206 
viell. *Hauh + kôns. wgerm: srhfr: Hochbert 8; ofr. Hoch- 
burg f. 8; ags. Heahred, -stän, -mund K. 9; as. Hoger 
(Corb.); lb. — 

Hánefr, Hávarr spez. nord.; zu Hákon vergl. den Eruler 
'"Oyöv (doch s. jetzt Schönfeld 176). 

68. hapu- „Kampf“; Grimm. Myth. I 184. 

nord: runischr. Hadulaikar Norw. 6 Strand, Nor. Nord. 
23; Hapuwulafr Schwed. 7. Istaby, u. a. Nor. Nord. 20, 18, 45; 
Hodr Hadalands konungr Fas. — Hotherus, Saxo, myth.; 
Hólfr < Hoðwulfr. Nor.; Ondoür — ahd. Anthad Nor. 107 
wie Nidudr Volkv. aus ahd. Nithad; Namen auf -adr im 2ten 
Glied (Ródadr, Hall-, Stark- s. d. u. Cap. IV) kónnen auch 
präsent. partic. Bildungen sein. 

ogerm: ogot. Theodahadus Cass. III 15 (Oevöärog Proc. 
wand. II 14); wgot. Hadofuns aus span. Alfonso erschlossen, 
H. Kern Zs. f. d. Wortf. 8, 1—3; Adefonsus u. a. entspr. 
M.-L. 35, im 2ten Glied. Gomadus, Gontadus M.-L. 66. 
wgerm: Catumerus Tac. ann. XI 17; Catwalda, Marko- 
manne Tac. ann. II 62, DA. II 121; wfr. Chadomari Wal- 
tem. 250; ags. Headobald K. 803; lb. Hatto, Teudatus 8. 

69. heru- „Schwert“. 

nord: runischr. Hairuwulafir Schwed. 7. Istaby, Nor. 
Nord. 20; Hjorr LB.; Hjorleifr LB. Fas. R. vergl. LB.: 
Leifr drap bann man ok tók sverdit..., sidan var hann 
kalladr Hjorleifr; aus Fas: Hjormundr, -ólfr, -vardr (Yngls. 
Lilj. 50); Hjordís f. (edd.; Flateyarbok).. 

ogerm: ogot. viell. (H)erelieva (Cass. Ereleuva. 390, 4), 
Theodorichs Mutter, Iord. 128, von Wrede 61, 62 u. 143 
anm. 1. hierhergestellt, anders Kögel anz. 18,47 u.a. (nach 
Mhff. im index. ungermanisch.), ’EolovAgog Zos. IV 56 (var. 


Gemeingerm. Namensthemen. 47 


IlgíovAgos); wgot. Erenandus u. a. M.-L. 36. wgerm: nfr. 
Hirlindis PI.; bayr. Heruprecht 9; Hiriward Fm. 846; ags. 
Heorstan, -ulf K. 7; lb..— 
. . Die Compos. mit -leifr, -mundr, -dís sind nur aus dem 
nord. bekannt. 
. 70. hild- „Kampf“. 

nord: runischr: Heldan Schwed. 7. Tjurkó Nor. Nord. 
51; Hildr m. St. Yngls. — Hialdr LB. Hildr f. Yngls. LB. 
Fms. N.; Hildir N. LB.; Hildarr Fms, -rádr N. (Lund) 
Hildülfr W. Lilj 1492 dàn. 1825 (Schonen); Hildingr Fas.; 
Hildibrandr (nicht nur aus der Sage, sondern auch sonst. 
Bs. St. N. Fas), -glümr St, -grímr Fas, ger N. (Lund) 
Saxo; Zuname Hilditonnr Es.; ; fem: Hildibjorg N., -gunnr 
Njálss. Fms. Yngls., -ríðr LB., -sif Fas.; Álfhildr (Alvilda 
norw. Saxo), Ás-, Biarn-, Bria; Borg-, Bọđ-, Döm-, Dyr-, 
Geir-, Grím-, Gunn-, Hrafn-, Gód-, Kár-, Magn-, Ragn-, Rik-, 
Rún-, Sæ-, Stein-. Svan-, þór-, Úlf-. 

ogerm: ogot. SE JAóígaóoc Proc. got. II 29; Ildico, 
Attilas Braut, ord. 123; Sunilda Rosomonin Iord. 91; ogot: 
Hilderith Iord. 87, Hildigern urk. Marini 16, Dumilda s. o. 
dóm; Proc. g. III 25, IV 37 'IvóosAg var. ’IAdovp (heißt 
IV 23 u. a. lovvóovAg) Wrede 140 — Hildwulf, anders 
Kögel anz. 18, 58; wand. Heldica Vict. Vit. II 15 (ZeuB 80 
anm.) Hilderix Vict. Tunn. 523, Hildimer Coripp. Ioh. III 
198; wgot: Ildephonsus X conc. Tol, Elduario M.-L. 66,67 
u. &; Brunichildis Greg. IV 27. wgerm: viell. Thusnelda 
vér Zs. 35, 367 (sonst. Lit, s. Schönfeld 238); Hildomun- 
dus germ. Führer Vopisc. Aurel. 11,4; fränk. Childebertus 
Greg. III, Childericus II 9, Austrichildis IV 25, Lante- 
II 31, Theode- IV 26; Nantildis gest. reg. Franc.; þuruþhild 
runischr. Spange von Friedberg 6,7 Jh., Henning D. R. 
115 ff.; ags. Hildemær 7. Beda; lb. Hildepertus 808.; burgund. 
Ursprungs. Chrodichildis Greg II 483, auch fränk. IX 20. 

Die Compos. mit -glümr, -sif sind spez. nord. 

. 71. hilpa- „Hilfe“. 
nord: Hjälpr m. Lilj. 1513 u. ö. Hjälp f. LB.; Hilf 


48 Gemeingerm. Namensthemen. 


Lilj. 1182; Hiálpi Lilj. 2, 14, 16, 23; Hiálprekr dán. König. 
Fas.; nur aus Lilj. Áshilfr f., Gunn-, Ragn- s. d. 

ogerm: burg. Chilpericus 5. Greg. II 28., Iord. 117; 
ogot. Hilpidius Ennod. 234 = Helpidius Cass. IV 24. 
wgerm: Chilpericus Greg. IV 3; alam. Helpfo 9; ags. 
Helpwine 10 K. Ib. Hilperinus 9. 

72. hraban- „Rabe“ (got. u. ags. wohl doch belegt, 
entgegen Schröder: d. d. Personenn. s. 9). 

nord: runischr: Harabanar Schwed. 6. lársberg Nor. 
Nord. 21. Hrafn auch (Hramn) LB. Ks. W. Fms. Saxo. N. 
DI. 395. Lilj. 260; Hrafngeirr Lilj. 1714, -kell Fas., -svartr 
isl. Ann. IX 1892; Hrafsi LB.; Skaldhrafn LB.; Hrefna f. 
LB., Hrafnungr W.; Hrafnhildr N. LB.; Valraffn N. 104. 
(aus Dipl. Copenh.). 

ogerm: ogot. Valaravans lord. 143, 15. wgerm: wfr. 
Chramnus Greg. IV 2, Gunthramnus IV 3, ein anderer IV 
50, Chramnetrude 7. Waltem. Berthrammus Greg. V. 18; 
ags. Ræfengær aus Ellis (Searle 394; vergl. anz. 12, 181), 
Ingelram 10 K.; lb. Raueno 8, Goderam 9. 

Hrafnkell spez. nord.; zu Hrafnhildr vergl. ahd. Raue- 
nild LC. 

79. hrap- zu „raffen“; „violentus“. 

nord: Hrappr LB. Fms. isl. Fas.; auch herker ev. 
Hrafsi s. o. hraban. 

ogerm: wand. Panvog 2. Dio. Cass. 71,12; DA. IV 
533; vergl. noch gepidisch Reptila Chron. Min. II 1. 233 
(Ioh. Abbat.), Fm. 1221. wgerm: ahd. Hrafolt Mhff. Zs. 
7, 528. 
. 74. hród- ,Ruhm*; got. hrópeigs ,siegreich*; ags. 
brét „Ruhm“ (alter i-Stamm). 

nord: runischr: Rhvaltr — Hróaldr Norw. 6. Vatn, 
Nor. Nord. 60; Hródr Lilj 1145, Hródi N. LB. Ks. Lilj. 
551; Hród- oder Hró--rarr Fms. N., -álfr Lilj. 1817, -arn 
Lilj. 1945, -biarn Nor. Schwed. 486, -biartr N. (Lund.), -eiär 
Lilj. 1742, -füss Lilj. 1592, -gautr Lilj. 1593, -geirr N. Lilj. 
860, -marr Fms. LB., -mundr Lilj. 710, -ormr Lilj. 1742, 


Gemeingerm. Namensthemen. 49 


-rekr Lilj 547 = Hrókr Fms. = Hrærekr Fas. Fms. LB., 
-steinn N. Lilj. 1277, -úlfr N. = Hrólfr (kraki dán. König 
Yngls. c. 83, und sonst: Ems. N. Lilj. 780. LB. IB., Hróð- 
ur Nor. Schwed. 486; mit Rólfr wieder, also 3fach kom- 
poniert: Rólfgeirr Fas, Rólfkarl N. Lund), -valdr Lilj. 
. 1571 — Hróaldr = Róaldr Fms. W. Háraldss. Hárf., -visl 
Nor. Schwed. 495, -viðr Lilj 1795; mit Assimilation: 
Hrollaifr, Hrokkell, Hrollaugr R. Fms. Háralds. Hárf. Lil). 
1550; Hróðingr Lilj. 1950, Hrói N. Fms. Háraldss. Gráf.; 
Robbi, Rubbi nach R. viell. aus Róðbiartr etc.: fem. Hróð- 
laug Lilj. 1028, -lod 1708, -ny LB., -vi Lilj. 1756; Röpanpr 
Lilj 1593 — Ródadr. Nor. Schwed. 496. 

ogerm: ogot. Povðéguyog Proc. g. III. 5 — Ruderic 
Greg. Magn. 6 u.a.; erulisch ‘Podoölgog Proc. g. II 14 
vergl. IF. anz. 9. 206 (Rodvulf Iord. 60); wgot. Rudmiricus, 
Rudaldus u. a. M.-L. 37; burg. Chrodechildis Greg. II 28. 
wgerm: wfr. Rothildis PI. — Roteldis CIL. XIII 7320, 
Chrodebertus CIL. XIII 7559, Chrodieldis Greg. IX, 39, 
Chrodinus VI 20; Chrodegar 7. Waltem.; Rodstein LC.; 
ofr. Hruadlaug 8; ags. Hrothwara f. K. 8, Hréthun K. 9; 
lb. Hrodhari — Rothari PD. I 21 Rodoald PD. IV 48. 

Die Compos. mit -álfr, -ain, -füss, -eidr m., -ormr, 
-kell, -lod f. finden aufer nord. keine Entsprechung. 

75. huld- „hold“. 

nord: Hultrikr Lilj. 588; Hulti Lilj. 616; Hulär DN. 
IV 714. 

ogerm: ogot. Holdigern Marini 121, Wrede 157; wgot. 
Uldila s. Wrede aao. anm. 9; wgerm: Hulderic ep. Cou- 
tances SS. rer. Merow. III 341; nfr. Huldrada 8; bayr. 
Engilhult 9; ags. erst im 12. Jh. u. sehr selten; lb. Ulde- 
pert 9. 

76. hün- Bedeutung in Namen nicht sicher, „Held der 
Vorzeit“ Mhff. Zs. 11,284; hüni „Stärke, Kraft“ Kögel anz. 
18, 50; an. húnn „catulus, ursinus“ od. „recens natus“ (wie 
niwi) Wrede ogot. 82; vergl. auch Grimm. Myth. I 438. 

nord: Húnn DN. II 112. Fas. R. N. isl., "ui Bs. 


Hans Naumann, Altnord. Namenstudien. 


50 Gemeingerm. Namensthemen. 


LB. DI. 501, -geirr DN. XI 125 (Hunger Saxo Bräv.), -fastr 
Fas., -freyr (nicht ganz sicher) Lilj. 260, -ölfr R., -roär 
(rauðr) LB. Fms., -þjófr Fas., -viðr W., -untr Lilj. 1028; 
fem: Húngerðr LB., -vor Fas.; huni, hunki N. 

ogerm: ogot. Hunimundus lord. 129, gleichnamig ep. 
Ravennae 5. Agnell. lib. pont. eccl. Rav. c. 86, Hunila Iord. 
49, Oöviieg Proc. g. I 16; wand. Hunericus Iord. 102. 
wgerm: sueb. Hunimundus (nisi auctor erravit, Mhff. im 
index) u. Hunulfus duces Suevorum Iord. 130, Hunulfus ev. 
ein Skire, so Fm.; Hungar LC.; ags. Huna, Hunwald K. 7; 
Ib. Unifred. 8. | | 

Die Compos. mit -bogi, -fastr, -freyr, -bjófr, -vidr, -vor 
f. finden aufer nord. keine Entsprechung. 

77. ig(il)- „Igel“; außer nord. unsicher; vergl. auch 
das keltische, Holder s. 30; s. auch M.-L. s. 24, Bugge 179. 

nord: runischr: Igingo f. Norw. 500 Stenstad, Nor. 
Nord. 44; Igull Fas. R. N. loc. Lilj 476; Ikulbjorn A) 
54, -fastr 109, -leifr 251; Ikulfríðr f. 623. 

ogerm: wand. od. burg. 'IyiAlos var. lyytAlog 3. Zosim. 
I 68; ogot. Igila 6 urk. Neapel, Wrede 144; wgot. viell. 
Igulfus M.-L. 24. wgerm: as. Ige (Heyne); E Igo, Ige- 
ram LC.; ags. Igilsnith, Ighere Searle; lb. Igulfus 8. 

Die nord. Compos. sind west. u. ostgerm. nicht belegt. 

78. in, inna ,in, hinein*; steigernde Funktion, Wrede 
ogot. 108, anm. 4. 

nord: Innstein LB.: skald enn suðreyski, also von den 
Hebriden; Fms. R. Fas. (vergl. Utsteinn bei üt Cap. II); 
Ingunn (gudr, gunnr) f. LB. hierher oder — Ing-unn? (s. 
ingvi, unda Cap. II); Ingialdr s. ingi-- valdan, doch vergl. 
ingeld bei N., ingeldus b. Saxo. 

ogerm: got. Inwilja Iord. 181; vergl. die 3malige 
Variation von wgot. Alaricus bei Cass. im Cod. P.: Inala- ` 
ricus III, 1; 79, 12; 80, 19; burg. Ingildus CIL. XII 2403. 
wgerm: fránk. Ingundis Greg. IV 3; Infrid Fm. 955; ags. 
Inwine loc. K. 8, Ingeld Searle; lb. Inigarda 8. 

nord. Innsteinn bleibt ohne Entsprechung. 


Gremeingerm. Namensthemen. öl 


79. isarn, isan „eisern, Eisen“. | 

nord: larnnefr Fas, -skeggi Fms. Háraldss. Gráf.; 
Skeggi kallaðr larnskeggi Oláfss. Tryggv.; -skjoldr Fms.; 
Iarni Lilj 1104; Eldjarn Fms. LB.; Iarngerdr f. Bs. LB. 
Fms. 

ogerm: ogot. Hisarnis Iord. 76, Mhff. im index 143. 
wgerm: srhfr. Isanbold 8; alam. Isanhard; wífr. Isenardus, 
Isentrudis PI; Isingart LC.; ags. Isernwulf, Isenbeorht 
Searle; lb. Isarno 9, Isemperto 9. 

Die Compos. mit -nefr, -skeggi, UE sind spez. nor- 
disch. 

80. kuni „genus, gens“. 

nord: runischr: Kunimundiu Schwed. 7. Tjarkö Nor. 
Nord. 51; Kunimar Lilj. 743, Kunigunär f. Lilj. 365; dazu 
verwandten Stammes: zu fon „Art“ Hákon s. o. hauh, 
ferner Kinrikr Fms., Kinlaug f. Lilj. 209, Kinnungr R., 
Kin(n)aðr R. Ks.; schließlich die, wie es scheint, nur im 
nord. vorhandenen Namen auf -kund „stammend von“ (vergl. 
got. himinakunds „von himmlischer Abkunft“): Áskunnr 
(kuðr) Lilj. 135 (Bugge, Tolkning 78 „stammende fra æserne“), 
Fur- Lilj. 558, 392 W.; Ingi- Lilj. 973, Vé- 805, Við- Bs. 
Ks., Vit- 1062 Lilj. loc. doch kann spez. hier viell. auch an 
kunp- „bekannt“ gedacht werden, vergl. ags. Cuthbald 7. K. 

ogerm: ogot. viell. Cunigastus Cass. VIII 28, doch 
Stellt es Wrede 82 zu ahd. kuoni ,kühn^; gepidisch Cuni- 
mundus Chron. Min. 1387; burg. Conigisklus Wackern. 396; 
wgerm: sueb. Cunimund 6; wfr. Chunibercthus PI.; ofr. 
Cunirih 8; ags. Cynebirht 8; lb. Cunochus 7. 

Kinlaug spez. nordisch; zu Kinaär vergl. ags. Kynath, 
entlehnt ? 

81. laik- „Spiel, Tanz“; an. leikr auch „Kampf“; 
vergl. bes. Kögel Litgesch. I 8 ff. 

nord: runischr: Haäulaikar Norw. 6. Strand Nor. Nord. 
23; Leikr Fms. R.; Leikfroðr W., -vini norw. Lilj. 2099, 
sviði Lilj. 190; Da, Lil). 1870; aus LB. W. R. (Lilj. 
ete.) (s. d. dni Álfleikr (lákr), And-, Äs-, = Ey: Finn-, 


52 Gemeingerm. Namensthemen. 


Giaf-, Guð-, Her-, Sig-, Stýr-, þór-, Vig- (Vigletus Saxo.), 
Hug- (Hugletus Saxo). 

ogerm: wgot. Gesalecus Cass. 170, 11. wgerm: wfr. 
Vulfilaicus Greg. VIII 15 Bertlaikus PI.; Laigobert 7; ags. 
Lecwine Searle, Guthlac K. 7; lb. Huneláh 9. 

Leikfródr, -vidr finden ost-, westgerm. keine Ent- 
sprechung. 

82. land- „Erde, Land“. 

nord: runischr: Landuwarijar Norw. 6. Terviken, Nor. 
Nord. 56; Landormr R., -fridus N. (Lund.); Erlendr Bs. 
Ks. (s. hari); Vandlandi var. Vanlandi Yngls. c. 15. 

ogerm: ogot. Landarith urk. Marini 79. Wrede 153; 
wgot. Landericus Conc. Tol. 688; wgerm: fränk. Lantha- 
carius Chron. Min. II 1, 236, Lantechildis Greg. II 31; ofr. 
Landbold 8; Landfrid, Lantwari Fm.; ags. Landbeorht 7. 
Searle; Ib. Lando, Landulfus 9. 

Landormr spez. nordisch. 

83. leuba- „lieb“. 

nord: runischr. Skinpaleubar Schwed. 6 Skärkind, Nor. 
Nord. 43; Liufa f. LB., Liufvina f. LB. N.; aus Lilj. Guði- 
liufr, Herliufr s. d.; Liafdag hierher? (Adam. Brem. II c. 23). 

ogerm: ogot. Herelieva s. d. heru; viell. Liuverith 
Cass. V 35, Luvirit etc., anders Kögel anz. 18, 57; wgot: 
Leubo 6, Leovegildus, Argileuva u. a. M.-L. 38, 68; burg. 
Sedeleuba 5 Fred. 22. wgerm: alam. Leubwinie runischr. 
Nordendorf 6,7 Jh. Henning 105; wfr.: Leuba 6. Greg. 
VIII 28, Leubovera IX 39; srhf. Liubwin; ags. Leofrun 
10 K. Leofdeg Searle 327; lb. Liupulus 8. 

84. magan „robur“. 

nord: Meginbjọrn Fms. Lilj. 794, -Þórr N.; Magnildr 
Fms.; Magni Fms. N. 

ogerm: burg. Maganus s. Wackern. s. 404. wgerm: 
wfr. Magnulfus Greg. VII 27, Magnatrudis VIII 39, Magna- 
charius IV 25, Magnericus VIII 12; alam. Maganperht 7; 
ags. Mægenstan loc. K. 8; lb. Magniperga 8. 

Die Compos. mit -bjorn, -þórr spez. nord. 


Gemeingerm. Namensthemen. 53 


85. manna ,,Mann, Mensch". . 

nord: Manni W. N. Nor. Schwed. 500; Kaupmaüdr DN. 
I 339, aus LB. Fms. Lilj. etc.: þjóð-, Guð-, Log-, Vig-, 
Vest-, Aust-, Lid-, Vino- (s. d. einz.). 

ogerm: ogot. Manna urk. Marini 75, Mannila 6. Cass. 
V b; burg. Manno s. Wackern. s. 405, Manneleubus CIL. 
XIII 2472; wgot. Manila, Manulfus M.-L. 40. wgerm: nfr. 
Manno Waltem.; Manileubo 700; srhfr. Manliub 9; ags. 
Manwine K., Manne 10; Ib. Manulfus 8. 

86. mári ,berühmt'"; ogerm. maro im 1. u. 2. Glied 
zu marh „Pferd“, Mhíf. DA. IT 120, Marabodus (Strabo VII 
1, 3 u. a.), M.-L. 68 u. 102; viell. dazu auch nord. Marsteinn 
Fas.; s. auch Cap. III Anhang. 

nord: runischr: Marila Schwed. 6. Etelhelm, Nor. Nord. 
12; Marilar 600. Tanem. Norw.; Nor. Nord. 49. Bugge 367; 
aus Fms. Lilj. N. auch LB. (s. d. einz.): Austmar(r), Bjart-, 
Fólk-, Geir-, Gran-, Guđ-, Hreiđ-, Hróđ-, Ió-, Ingi-, Odq-, 
Ót-, Sig-, þjóð-, Vest-; vergl. auch aarb. 1870, 133. 

ogerm: wand: 'Ocuso s. oben hauh; ogot. Walamér 
Iord. 42; Thiudemer Iord. 77; Mérila Neapl. Urk.; wgot. 
Vistremirus u. a. M.-L. 69; burg. Gundomares, Widemeris 
Zs. 37, 227, 28; wgerm: Actumer, Ingiomer, Segimer Tac. 
ann. XI 16, I 60, I 71; fránk. Merofledis Greg. IV 26, 
Merovechus II 9, Merulfus PI.; Merogaisus rheinfr. König 
4. Paneg. Const. I 11; Merobaudes consul Amm. 28, 6, 29; 
ags. Mærheard K. 8; lb. Marichis 8. 

87. möd „seelische Erregung, Zorn, Eifer, Mut“; vergl. 
v. Grienberger PBB. 18, 394. | 

nord: Móðr R.; Móaldr Fms., Móeiðr f. Egilss. (Nor. 
$ 222), Mödi Fms. Fas., Móda f. N.; Möärekr R.; Armödr, 
As- f., Ber (Biar)- Her-, Hvat-, Ol-, Ketil-, Stein-, þór-, 
Wa- (Nor. Schwed. 492), Fiol- s. d. 

ogerm: wand. Gamuth Vict. Vit. Il 15; ogot. Moda- 
harius Sid. Apoll. 108, 28, Alamoda dat. Urk. Neapel, Ebre- 
muth s. o. ebur; wgot. Bermudus M.-L. 19; burg. Baltha- 
modus Lex Burg. LII 2—4; wgerm: Modefredus Anthol. 


54 Gemeingerm. Namensthemen. 


II 854, Aistomodius CIL. III 4453; fränk. Modigisil 4, alam. 
Baldmuat 8; ags. Modulf K. 9; lb. Modoald 8. 

88. munan „gedenken“; got. muns „Gedanke, Wille“. 

nord: Mungeirr LiljB 100, Munulfr Lilj. 404; Munámr 
— Munheimr Nor. Nord. 43; Munan(n) m. Fms. Ks. R. Hkr. 

ogerm: wgot. Monefonsus M.-L. 41; wgerm: frünk: 
Munegisilo Waltem. 32; alam. Munifrid 8, Muniger 9; Mune- 
harius CIL. XIII 10026; ags. Monwulf Searle; lb. Munolf 8. 

Munheimr bleibt ohne Entsprechung. 

89. mund- „Schutz“. 

nord: Mundgerär R., Mundi Lilj. 390; runischr: Kuni- 
mundiu Schwed. 7. Tjurkö Nor. Nord. 51, Asmunt Schwed. 
809 Sölvesborg Nor. Nord. 48; sonst im 2. Glied aus allen 
Quellen (s. d. einz.) Ás. Ar-, Äs-, Auk-, Böt-, Ei-, Ey-, 
Fróð-, Geir-, Gis-, Guäd-, Hä-, Her: Hró(ð)., Ingi-, Ketil-, 
Og-, Regin-, Sig-, Vé-, Ver-, Vig-, Sol, Sæ-, þjóð-, þór-. 
,  ogerm: ogot. @svdiunoövdog Proc. got. III 1; Gesi- 
mundus lord. 121; vergl. auch Mundo, Nachkomme des 
Attila, Iord. 46 u. Mundila Chron. Min. II 1, 106; gepidisch 
Cunemundus Chron. Min. 1 337; wand. Gunthamundus Iord. 
102, Thrasamundus ebda.; wgot. Argemundus conc. Tol. 675, 
Monderigus, Gismundus u. a. M.-L. 40, 71; burg. Ansemun- 
dus Avit. 82. wgerm: Segimundus 1. Tac. ann. I 57, 
Munderichus Amm. 31,3,5; Agilimundus, Quade Amm. 
27,12, 21; Hildomundus Vop. Aurel. 11, 4; fränk. Munde- 
ricus Greg. III 14; ags. Eadmund. 9, K.; lb. Aunemund 8. 

nord. Mundgerdr bleibt ohne Entsprechung. 

90. nanpjan ,Mut fassen; audere“; an. nenna, ahd. 
nendan, ags. nédhan. 

nord: viell. Nadr Ems. Bs.; doch könnte hier auch an 
an. nadr ,,Natter" gedacht werden; ferner vermute ich, daß 
hierher gehören Nænnir, Nor. Schwed. 494. Schlyter, öfters. 
— Nanir Lilj. 1587 als. nom. ag. zu nenna, sowie Úlfnaðr 
R., Kin(n)aðr (s. kuni) Ks. LB. DN. III 384 (wovon -viell. 
ags. Kynath entlehnt?) vergl. ahd. Wolfnand, Adalnand 
s. u.; Liknatr Nor. Schwed. 482 (oder Líkn- aðr ?). 


Gemeingerm. Namensthemen. 55 


ogerm: ogot. *Nanduin geschl. aus Nandum Cass. 
27,25, Nanderit Wrede 156, @®svdevdvdn Proc. g. I 8, 3, 
Gudinandus Cass. V 19; wgot. Nantbildus, Nandulfus M.-L. 
41, Bretenandus M.-L. 72. wgerm: ofr. Wolfnand 8; 
Folenand srhfr. 10; fränk. Nanthinus Greg. V 36; Nantilde 
sächs. gest. reg. Franc.; Adalnand, Nandhere, Nandwulf LC.; 
" ags. Folenoth, Wulfnoth 10 K.; Ib. Nando 8, Nandulfus 10, 
Eonand 8. 

91. niujis „neu, jung“, Grimm. K. Z. 1,429 = veos, 
s. auch Wrede ogot. 82. 

nord: runischr: Niujila Dänem. 600 Darum, Nor. 
Nord. 8; Ninwila Dánem. 6. Næsbjærg Nor. Nord. 32; vergl. 
Nyräär, ein Zwerg edd ; zu Niujila u. Niuwila s. aber auch 
Bremer PG. ? 836; feminas auf -ný im 2ten Glied aus allen 
Quellen (s. d. eig): Álf-, Ás-, Borg-, Dag-, Eyr-, Fast-, 
Geir-, Guð-, Hag-, Hróð-, Lík-, Odd-, Orn-, Sig-, þór-, Vé-. 

ogerm: wgot. Neufila conc. Tol. 589, viell. Niviardus 
Périgueux Urk. Waltemath s. 32; ogerm. wohl auch Nevitta 
origine barbarus Amm. 17,6,3. wgerm: Neviogastus 
Chamaverkönig Zosim. VI 2; wfr. Theodenivja test. Rem.; 
Baudonivja 6, 7, Niwiard 6; bayr. Niwirat 9; ags. Nybald 
Searle; lb. Godania f. 

92. ráð- „consillum“; ogerm. SE kann auch zu ridan 
(s. d.) gehören. 

nord: runischr: Frawarädar Schwed. 6. Möjebro, Nor. 
Nord. 29; Wandaradas Norw. 6. Saude, Nor. Nord. 37; 
Ráðbarðr Fas., -ormr LB., -stafr Fas., -þialfr Nor. Schwed. 
482, Guta Saga LXXXV, -úlfr Nor. Schwed. 492. N. Lilj. 
262; Ráði W. R. N. Lilj. 1511; ÄIf-, As-, Äst-, Gud-, Hild-, 
Sig-, pör-, Lf-, Vand-, Vil-, Fölk-. 

ogerm: wgot. viell. Theodoredus Chron. Min. II 222, 
Teuderedus conc. Tol. VII, Gunderedus, Segeredus M.-L. 72; 
wand. Radagaisus Oros. VII 37; burg. Baldaredus CIL. XIII 
2472. wgerm: wfr: Ratbaldus, Bertrada PI.; thür. Rade- 
gundis Greg. III 4; Radegis ein Warne Proc. g. IV 20, 12; 


56 Gemeingerm. Namensthemen. 


ags. Rædwulf K. 8; lb. Walderada 6; altfries. Radbot 7. 
Paul. Diac. VI 37. 

Die Compos. mit -bardr, -ormr, -stafr, -Pialfr sind spez. 
nordisch. 

93. ragin „Rat“; an. regin pl. „Götter“; blosse den 
Begriff des 2ten Gliedes steigernde Funktion nimmt Mhff. 
an Ze 16, 147; 18, 8. | : 

nord: Reginn Fas.; Reginbjorn LB., -mundr Lilj. 581, 
-leif f. LB.; Ragnarr Häraldss. Härf. Fms. Lilj. 601, -fastr 
Lilj. 400, -friðr (frgðr) Fms. Háraldss. Hárf. Lilj 499, -vidr 
LiljB 200, Rognvaldr Fas. LB. Fms. N. IB. Yngls. Lilj. 436; 
fem: Ragnburg N. Lilj. 925, -(f)ridr Ks. N. Lilj. 508, -(h)eidr 
Fms. LB., -hildr Háraldss. Hárf. W. N. LB. Fms. (Regnilda 
norw. Saxo) Lilj. 1468, -hilfr Lilj. 378, -prüdr Lilj. 926, -vi 
Lilj. 504; Ragna f. Fms. R.; Rainmot Lilj. 1823, Reynmoth N. 

ogerm: ogot. ‘Payvagıs Proc. g. IV 26 = Ragnarith; 
wand. Raginari ischr. Carthag. Wrede 58; wgot. Ragnahilda 
Sidon. Apoll. 60,8, Reimundus M.-L. 42. wgerm: fränk. 
Ragnethramnus CIL. XIII 10024, Ragnachar Greg. Í 27, 
Ragnemod V 14, Ragnovald VI 12, Raganhildis PI.; Regin- 
leiba bayr. 9; alam. Rekinheid 9; ags. Reyngar K. 9; lb. 
Ragipert 8. 

Die Compos. mit -fastr u. -hilfr f. sind spez. nordisch. 

94. rand ,Sehildrand, Schild“. 

nord: Randver isl Fas. (auch edd), Rondólfr Fas.; 
Randi Lilj 140; Randeidr f. Randvi Lilj. 1588; Rannveig 
Bs. LB.; (Gullrond f. myth. Fas.). 

ogerm: wgot. Randulfus M.-L. 42, Randus, Randinus 
ebda.; wgerm: alam. Rando Amm. 27, 10, 1; Rantbert 8; 
mfr. Wulfrand 8; Randvaldus CIL. XIII 7202; ags. Rond- 
here (Widsid), Randolf K.; lb. Randipert 8. 

außer Rondolfr finden die nord. Compos. keine Ent- 
sprechung im west. u. ostgerm.; Randeiär gehört vermutlich 
zu aid- (s. d.) sonst vergl. bayr. Rantheid 9. 

95. rani „Eberschnauze“; „keilförmige Schlachtord- 
nung“; Henning D.R. 10ff., 135 ff. 


Gemeingerm. Namensthemen. 57 


nord: Ranbiorn Lilj. 288, -fastr 583, -leifr 1485 (dän), 
-ülfr 1720; Ranlaug f. 1458 (norw.); Rani Undset 57, Saxo 
(schwed.), Háraldss. Hárf. (var. Hrani), Lilj. 1562, Rana f. 176. 

ogerm: ogot. Ranilda Cass. 314, 10; wgot. Ranimir, 
Ranimund, Ranila M.-L. 43, Henning aao.; burg. runischr. 
Raninga 3, 4 Jh. Henning s. 10. wgerm: thür. Ranigunda 
6. Paul. Diac. I 21; Rana CIL. II 3454, Ranvicus CIL. XIII 
10036 doch s. auch Holder; ags. Ranulf K. 10; lb. Ranfo 
(etwa aus Ranfrid, s. Bruckner) 9; weitere Belege Hen- 
ning aao. 

außer Ranúlfr sind die nord. Compos. im west. u. ost- 
germ. unbelegt. 

96. rîdan „reiten, fahren“; urspr. wohl nur im 2. Glied 
nom. ag. bildend, Henning D. R. 4. 

nord: runischr. Woduride Norw. 5 Tune, Nor. Nord. 
55; Andridr isl. (Kjalness.) Guðriðr R. (= Gýriðr offenb. 
masc. DI. 399); Eindriär DN. I 358, Eindriði Ks. LB. Fms. 
(Endridi Háraldss. Gráf.), auch ein Beiname pörs (edd.), 
Vidridi Bandam. s.; (myth. häufiger vergl. Frariär, Fast-, 
At- = Opinn, Atriði = Freyr, edd.); hierher auch Ridulfr 
Lily 1165? (fem. -ridr s. fridu). 

ogerm: got. Tilarids runischr. 3. Kowel, Henning 3 ff.; 
ogoth. Gundarith, Ragna-, Dume- u. a. (s. d. 1. Glied), Fru- 
marith Cass. II 18; wand. Blumarit Anthol. 1326. wgerm: 
alam: Bitheridus Amm. 29, 4, 7; Frigeridus Amm. 31, 7, 3; 
wfr. Ritbertus, Adalridus PI.; ofr. Waldrit 9; ags. — ; Ib. 
Ritpert 8; fries. viell. Verritus Tac. ann. XIII 54 (s. wer- 
Cap. II). 

Zu nord. Vidridi vergl. alam. Bitheridus, viell. ist auch 
noch an wand. Vitarit Vict. Vit. II 3 zu denken (vergl. t 
statt th etwa in ogot. Tanca Cass. 257, 27, Tancila II 35 
zu *pagks.). 

97. rikja „mächtig, fürstlich“ ; (zu ogerm. recca vergl. 
aber Kögel, Zs. 18 anz. 59 ff.). 

nord: runischr: Rikipir Norw. 7. Aagedal, Bugge s. 
194; Ríkr Lilj. 261: Ríki N. Saxo; Ríkharðr (Rikiard, Nor- 


58 Gemeingerm. Namensthemen. 


manne Häraldss. Hárf. c. 24) N. Fms. Lilj. 1979 (engl.), 
-geirr Lilj. 142, -úlfr. N. Lilj. 1663, -viðr 309; Ríkauka f. 
770, -hildr f. N.; masc. aus allen Quellen (s. d. einz.): Alrikr 
-(rekr), Ba-, Ei-, Frid-, Gunn-, Gaut-, Há-, Heið-, Heim-, 
Hiálm-, Hiálp-, Hróð (hræ-)-, Kin-, Sia-, þjóð-, pry-, Pör-, 
Ulf-, Vé-; Hröpr, Hrökr < Hrödrekr; Börekr < Boärekr 
Nor. 188.; Syricus Saxo, Sirik, Siricus ss. rer. Dan. Nielsen 
s. 83. ` 

ogerm: ogot. Theudericus Iord. 44 u. a., Geberic Cass. 
IV 20, Aoricus lord. 87 (vergl. hauh), Pexıuoüvdog Proc. g. 
III 18, Riccithank urk. 6. Marini 75. (Peu9éyyog Proc. 6. 
P. II 16); wand. Gunthirieus, Gaisaricus (s. d. 1. Glied); 
wgot. Theudericus Iord. 107, Alaricus Oros. II 3, Ricimer 
Tord. 107, Ansericus ep. Segov u. a. M.-L. 73; burg. Riculfus 
CIL. XIII 2484, Hilperieus Sidon. Apoll 81. wgerm: 
Boiorix, Caesorix Cimbernkónige, Liv. Plut. Oros. DA. II 
119; (rix: ricus vergl. Kluge PG.* I 417); fránk: Richimeris 
Greg. II 9, Richarius II 42, Riculfus V 14, Theodericus II 
28, Childericus II 9, Chilpericus IV 3; bayr: Rihdeo 8; ags. 
Richert Beda; lb. ‘Piawüigos Proc. g. III 35 = Riciulfus; 
dazu noch d. gallic. Sueben Rechila, Richiarius Hyd. Cont. 114. 

Die Compos. mit -viär, -auka bleiben ohne Entsprechung 
im ost. u. westgerm. 

98. rug- zum ethnicon der Rugen. 

nord: Rugälfr Fas., -starkr Lilj. 1323, -úlfr Nor. 
Schwed. 492, -valdr ebda. 491 (Rökstein), Rugi N. 

ogerm: Ruga Chron. Min. 1 659 (Poðas Prisc., roas 
Iord. 105) — Rugila Chron. Min. I 658 (Attilas Oheim); 
wgot. Rugemirus M.L. 44. wgerm: kimbrisch Rugius 
Mhff. DA. 1121; ahd.: Rugolf, Rugo 9; ags. Ruga loc. K.; 
lb. Ruglieprando; s. auch Zs. f. d. Wortf. 8, 142. 

außer Rugölfr sind die nord. Compos. im west- u. ost- 
germ. unbelegt. 

99. räna „Geheimnis“; im 2. Glied fem. bildend; zur 
Bedeutung s. auch Mogk Litgesch. 7 (PG.? 561). 

nord: Rünfastr Lilj. 238, -úlfr W. Lilj. 1062 LB. DI 


Gemeingerm. Namensthemen. 59 


186; Rúni Lilj. 723. N.; Raunguür LB.; fem: Rünfridr Lilj. 
193, -hildr 1474 dän.; Runa Lilj 191. Nor. Schwed. 496; 
Álfrún-, Dag-, God-, Gud-, Ingi-, Ulf-, Krist- (St.), Ol- Fas. 
(a. edd.), Sig-. 

ogerm: ogot. Runilo f. 6. urk. Marini 86; wgot. Gun- 
derona M.-L. 75. wgerm: Albruna s. alb.; wfr. Baldruna 
PL, Runicus Waltem. 33; Runa CIL. XIII 7077; Runhilt 
Graff. IV 912; srhfr: Runfrid 9; ags. /Elfrun 11. Searle; 
lb. Goderüna 8. 

Die Compos. mit -fastr, -ülfr, -guär sind außer nord. 
nicht belegt. ` 

100. sal- gewöhnlich als „Haus, Halle, Saal“ gedeutet; 
doch darf man wohl tw. auch an got. saljan „opfern“ den- 
ken, vergl. etwa Saligastir mit Végestr. 

nord: runischr: Saligastir Schwed. 6. Berga, Nor. 
Nord. 2; Salgarðr Fms. (Salgarthus dán. Saxo), Salmundr 
Lilj. 950, R. s. 210, N.; fem: Salbjörg Bs. LB., -dis R., 
-gerðr LB. Fms., -vor LB.; Salsi W.; Sali schwed. Saxo. 

ogerm: ogot. Salia Chron. Min. I 61 (= Salla Hyd. 
Cont. 237), anz. 18,46; burg. viell. Salaverus CIL. XII 
4926 (doch s. Holder); wgot. Salamirus M.-L. 45. wgerm: 
anfr. Saligast lex. Sal.; Salegart LC.; bayr: Seliperht 8; 
Salacus, Salecus PI.; ags. Selebert, -burg. K.; lb. Salemodus 8. 

Salmundr, -dís, -vor sind aufer nord. nicht belegt. 

101. skalk = „Knecht“. 

nord: runischr: Angilaskalkr Norw. 7. Fonnäs, Nor. 
Nord. 7, Bugge 50ff.; Skalkr Fas. N. Saxo. 

ogerm: ogot. Guodiscalco Cass. IV 47, wgot. Godis- 
caleus conc. Tol 675; vergl. Mhffs. Deutung von wgot. 
Ascalc lord. 116 = ä-skalks (im index 147) „liber“ u. Kö- 
gels — "*Ansiskalks Zs. 18, anz. 08 ff. wgerm: alam. Scal- 
coman, Cotescalh 7, 8; ags. Godescealc K. 10; lb. Godescalc 6. 

102. sig „Sieg“. 

nord: runischr: Ssigaður Schwed. 7. Svarteborg, Nor. 
Nord. 47; Sigr Lil. 1. Bugge, Tolkning 3; Sigarr LB. N., 
-bjorn Nor. Schwed. 486., -brandr N. Saxo, -fastr Lilj. 318, 


60 Gemeingerm. Namensthemen. 


Fms., -frir (frodr, raudr) N. Lilj 1810. Hálfdanss. Svarta, 
-fúss IB. LB., -gautr Lilj. 4656 (unsicher), -geirr Fms. N., 
-grimr Lilj. 2144, -hiálmr 36, -hvatr 285. DI. 501. LB., 
-leifr Lilj. 1091, -leikr 1697, -marr 352. N., -mundr LB. 
Nor. Schwed. 486. DI. 362. N. Fms. Lilj. 1082, -niutr 204, 
-reifr 670, -rádr 266. N., -refr W., -rikr N. Saxo -steinn 
Lilj 559, -tiarfr 248, -tryggr Háraldss. Hárf. W. LB. 
(Sigtrugus schwed. Saxo) -ülfr N., -pórr Lilj. 2556, -valdi 
N. Lilj. 714. Oláfss. Tryggv. (Sywaldus schwed. Saxo) Ks. 
LB. W., -varðr Lilj. 2105. Ks. — Sywardus schwed. Saxo 
= Sigurðr DI. 321. Ks. LB. Háraldss. Hárf. u. s. Hkr., 
-Werkr Yngls. c. 40, -vidr N. Lilj 186; Sigi N., Sigingr 
Lilj. 39., Sibbi viell. « Sigbjorn, Sibba f. W.; fem: Sig(r)bjorg 
Fms. LiljB 278, Siglaug Lilj 1306, -ny LB. N. (— Signi 
Nor. 64. Lilj. 1690), -ridr Háraldss. Gráf. N. LB., -prüdr 
Nor. Schwed. 483, -rún W. R., -vor LB. 

ogerm: ogot. Sigisvultus Chron. Min. I 720, anz. 18, 45; 
wgot. Segericus Oros. VII 48, Segemundus u. a. M.-L. 45; 
burg. Sigisvuldus s. Wackern. s. 409; Sigismundus Lord. 
184. Greg. III 5 Sigiricus Greg. III 5; ogerm. wohl auch 
Sigila Greg. IV 51. wgerm: Segimerus, Segimundus Che- 
ruscer Tac. ann. I 71,57; fränk: Sigharius Greg. IV 45, 
Sigibertus II 37, Sigivaldus III 13, Sigulfus VII 27; Sighrim 
LC.; ags. Sigebald K. 8, Sigegeat Searle; lb. Sigualt 8. 

Die Compos. mit -fastr, -reifr, -refr, -tiarfr, -tryggr, 
-Pörr sind spez. nordisch. 

103. stark „durus, firmus“. 

nord: Starkaär (myth. Yngls.; Saxo: Starkatherus) W. 
Bs. LB. DI. 185. R.; Starki Lilj. 1250; Allsterkr Fms., 
Fullsterkr Fms., Vigsterkr LB.; Rukstarkr Lilj. 1323; 
Sterkolf Adam. Brem. II c. 23. 

ogerm: ogot. Starcedio s. o. aid. wgerm: wfr. Star- 
childis PI.; ofr. Starkfrid 8; ags. Starkwulf Searle; lb. 
Starcolf 8. 

. Starkaär spez. nordisch. 


Gemeingerm. Namensthemen. 61 


104. swan- „Schwan“. 

nord: Svanr m. LB., Svana f. LB.; Svanlaug LB. Fms. 
R., -bildr Häraldss. Härf. Bs. Fms.; Swanhwita dän. Saxo 
(sagenh.). 

ogerm: wgot. Swanila 7. conc. Tol. 633; die Rosomo- 
nin Suanahilda (Ermanarichsage) nicht hierher: Sunilda Iord. 
91, Mhff. im index = Sönahildi. wgerm: wfr. viell. Soana- 
chylda 8. Waltem. 34; ofr. Suanelaug 10; srhfr. Suanebald 8; 
ags. Swan K. 11; lb. — 

zu dän. Swanhwita findet sich keine Entsprechung. 

105. swart „schwarz“. . 

nord: Svartr W. Bs. DN. XIII 40. LB. Lilj. 177; 
Svarthaufði DI. 186. N. Lilj 53 Bs. LB.; Svartungr W. R. 
Lilj. 294, Svertingr Ks. LB. Bs. IB. DI. 500 N. Lilj. 909 
(also viel öfter, als Mhff. Béow. 16 vermutet); hierher auch 
Surtr als Menschenname: LB. mehrmals, R.; vergl. noch 
Swartbrand N.; Hrafnswartr. 

ogerm: erulisch Zovagroveg Proc, g. II, 15 = *Swar- 
tawa IF. anz. 9,206. wgerm: ofr. Swarzalah 9, bayr. 
Swarzolch 8; ags. Swearta K., Sweartbrant Searle; lb. — 

Svarthaufdi ist eine jüngere, spez. nord. Bildung. 

106. swind- „stark“. 

nord: Swidbálki Lilj. 934; Swidingr W.; Alsvinnr 
(-swiðr) Fas, (auch edd.). 

ogerm: ogot. Amalaswentha lord. 77 ; wgot. Goswintha 
Chron. Min. II 1, 212, Swinthila 7, Chindaswinthus 7 vergl. 
Fm. z. $t. wgerm: fránk. Clothswinda Paul. Diac. I 27, 
Galsvintha Greg. IV. 28, Swintbertus PI.; bayr: Ebarswind 
8; srhfr. Swinther loc.; ags. Swithelm Beda; 1b. Albswinda. 
P. D. I 27. 

Swidbálki spez. nordisch. 

107. triuw- ,treu*. 

nord: Tryggr R. Lilj. 210; Otryggr LB. Ks.; 
Tryggvi Háraldss. Hárf. u. s. Hkr. Ks. Fms.; Hertryggr 
Fas., Sig- W. LB. Saxo. Háraldss. Hárf. Lilj. 1565, 675 u. ö. 
D. 286. 


62 Gemeingerm. Namensthemen. 


ogerm: ogot. Triggwa Ennod. 306, Triggwila Cass. 
III 20 (aus dat. triwilae). wgerm: ofr. Triulaug; ags. —; 
lb. — 

108. tuf- viell. zu an. tefja „hindern“. 

nord: Töfi W. LB. isl. Fms. R., Tófa f. ebda. = Tufi 
Lilj. 1428 u. ö. D, 314, Tufa f. Lilj. 1246 u. ö. D. 315. 

ogerm: ogot. Tufa Ennod. 98, Cass. 128,16 vergl. 
Kógel anz. 18, 56 (anders Wrede ogot. 121, Martin Zs. 36 
s. 95). wgerm: wfr. Tofi urk. Lyon Fm.; ags. —; lb. -; 
vergl. noch ahd. loc. Zuvingen Fm. Ortsn. 1663. Zürich. a. 
1044. A 
109. piuda- „Volk“; zu teuto vergl. aber auch Holder, 
desgl. Kluge Zs. f. d. W. VII 165f. 

nord: pjódr Lilj 1385; pjódarr LB., -geirr Lilj. 1053, 
-kell W., -gumi Lilj. 600, 986, -marr W., -mundr Lilj. 1053, 
-ölfr N. Fms. Ks. LB., -rekr LB. Nor. Schwed. 492, -valdr 
R.; fem.: Þjóðbjórg W., -burg Lilj. 490, -fríðr 113, -gerðr 
LB. Fms., -unn R., -hildr LB., -vor R. (-vara edd.). 

ogerm: wand. Theudarjo f. Wrede 61 aus Teucharia 
Vict. Vit. II 15; ogot. Qevðruoðvðog Proc. g. ILI 1, Theude- 
ricus Iord. 43 etc., Theodahadus Cass. III 15; wgot. Theudis 
Iord. 135, 'Theodegisilus Greg. III 30, Teuderedi III conc. 
Tol, Theodulfus conc. Tol. 681 u. a. M.-L. 49; burg. Theude- 
lindis CIL. XIII 7260 wgerm: teuton.: Teutobodus Florus. 
Oros u.a. DA. II 118, 120; fránk.: Teutomeres Amm. 15, 
8, 10, Teutefridus Anthol. II 228, 'Theodebertus Greg. III 1, 
Theodericus II 28, 'Theodemeris II 9, 'Theodichildis IV 26, 
Theodovaldus III 6, Theodulfus VIII 18; bayr. Theudelinda 
Paul Diac. III 30; ags. Theodbald Sachs. Chron. a. 608; 
lb. Theudelinda PD. IV 37, Theudo VI 44, Teutprand 8; 
altfries. Teudesinda, Radbods Tochter, Gest. reg. Franc. 50. 

Die Compos. mit -kell, -gumi, -unn f. sind spez. nordisch. 

110. Pius „Knecht“. 

nord: runischr.: Owlupewar Schleswig 300 Torsbjærg, 
Nor. Nord. 53; Rikipir Norw. 7. Aagedal, Bugge 194; 
Eggbér W. Fms., Hjálmpér Fas., Sveg(Sveig)ir myth. 


Gemeingerm. Namensthemen. 63 


Schwedenkönig Yngls. Fms.; (edd.: Hamdir, Sigþér = Oðinn); 
vergl. noch Bugge, Tidskrift VIII 181. 

ogerm: wand. Gup-pius Wrede 85 aus Iordatog Proc. 
wand. I 47, 7; ogot. OvAldsog Proc. wand. II 25, Sayıodeios 
Proc. P. IL 30: wgot. Alatheus Iord. 93; rugisch. Feletheus. 
Eugipp. Vita Severini 8. wgerm: Theolaiphus Amm. 21, 
15, 4; Arintheus Amm. 15, 4,10; wfr.: Ansedeus PI.; ahd. 
Eggideo, Helmtheo 9. Fm.; bayr. Rihdeo 8; ags. Angeltheow 
f. Searle s. 70; lb. Thenaprand, Alatheus 7 à; 

111. Diasa dräuen“. 

nord: prasi, þrasa f. LB. Fms. u. a.; Þraslaug LB. 
Njálss. (edd. Hlifprasa). 

ogerm: ogot. viell. Trasmerus LC. Kógel anz. 18, 46; 
gepidisch: Trásaricus Iord. 138; wand.: Thrasamundus lord. 
102; wgot. Trasaricus XIII conc. Tol. u. a. M..L. 50; wgerm: 
wfr. Thrasemundus Waltem. 35; srhfr. Trasulf 8; ags. —; 
lb. Trasibert 8. | | 

praslaug spez. nordisch. 

112. prüd- „Stärke, Kraft“. 

nord: pryrekr Nor. 282 = pryärekr DN. I 379; aus 
Lilj. LB. Fms.: Gunnprüär, Harä-, Her-, Jarä-, Ragn-, Sig- 
fem. (s. d. einz.); prüär m. N. (Lund.; loc.). 

ogerm: wgot. viell. Trudildis M.-L. 50; Alatrudea, 
Guntrode M.L. 80; wgerm: frünk. puruphild runischr. 
Friedb. Spange 6, 7 Jh. Henning DR. 115ff.; wfr. Trudulfus 
Greg. X 12, Trutboldus, Ermetrudis PI.; srhfr. Magindrud 8; 
alam. Drütbald 9; ags. Aetheltryth N. 8; Thrydwulf Beda; 
lb. Agedrüda 8. 

Zu pryärekr ließ sich keine Entsprechung finden. 

118. un- Negativprüfix. 

nord: aus allen Quellen (s. d. einz.): Ò (U) + blaudr, 
-feigr, -fótan, -fóti, -framr, -gautan, -mäl, -mundi, -spakr, 
-svifr, -tryggr, -tamr, -rækja, -þyrma, -þuakin; Unáss = 
Oneiss Nor. 43. 

ogerm: ogot. Untancus CIL VIII 8650, Wrede 128 
anm. 1; wgerm: Unfachlas CIL XIII 6260 (nach Holder 


64 Gemeingerm. Namensthemen. 


keltisch; doch vergl. Zs. 35, 204ff.); wfr. Unberta 8. PI.; 
bayr. Unforaht, Unarc 8; ags. Unwano K. 8; lb. Um- 
bertus 10. 

Im nord. liegen wohl zumeist jüngere Bildungen vor, 
die außer nord. keine Entsprechung finden. 

114. Uzda „Ort, Spitze; Lanzenspitze“. 

nord: Oddr Bs. DI. 185. Fms. LB. Ks. Nor. Schwed. 
496; Oddi LB. N.; Oddbiorn Fas., -geirr LB. N. DI. 410, 
Ottkell wohl hierher? LB. (ev. zu öt < ähta Cap. II), -leifr 
LB., -marr LB.; -vakr St, -ver R.; fem.: Oddbjorg LB., 
-friär LB., -laug LB., Ottkatla s. Ottkell (LB.), -leif LB., 
-ny Fms., -rün Fas., -vor Fms.; masc: Arnoddr, Drumb-, 
Nadd-, pör- s. d. 

ogerm: ogot: Uzda aus "Osdag Proc. g. III 19; gepi- 
disch: Oðoðíþaðog Men. exc. de legat. 76; wgot. Osdulf conc. 
Tol. s. auch. M.-L. 51; wgerm: wír. Ortradus PI, Ort 
LC.; srhfr. Ortger 8; ofr: Ortleib 8; ags. Ordmer K. 11, 
Ordbriht K. 8; Ib. — 

Die Compos. mit -bigrn, -kell, -vakr; -friär f, -katla, 
-laug, -rün sind spez. nordisch. 

115. vadan „waten“; Henning D. R. 113. 

nord: runischr. Vapi Schwed. 8 Sólvesborg, Nor. Nord. 
48; Vadi LB. R. N. 

ogerm: ogot. Vuaduulfus Marini 131; Vadamerca f. 
Iord. 122 (Zs. 87, 314) neben Vulda-; wand. Obadus (Cuba- 
dus) Vict. Vit. II 43 (anders Wrede 67); wgot: Wadefred. 
conc. Tol. 655 neben Valde-; wgerm: alam. Vadomarius 
Amm. 18,2, 16; Wato 9; wfr. Vadegarius PI.; Ubada fränk. 
runischr. Emser Spange 8. Jh. Henning aao.; ags. Wada 
K. 8; lb. Vadpert 8. 

116. waka(r) „vigil, wacker“. 

nord: runischr: Wakrar Norw. 6, 7. Reistad, Fonnæs, 
Nor. Nord. 34, 14, Bugge 50ff.; Vakr Fms. Hkr. N.; Odd- 
vakr St. 

ogerm: rugisch: Audovacar lord. 44 (Odoacer) u. a., 
Zeuß 489; ogot. Wacimuth Wrede 105 aus Oödxıuos Proc. 


Gemeingerm. Namensthemen. 65 


g. II 18; Oúáxg Proc. g. 1 18 = Waccenem ace. Cass. 
309, 16; burg. Onovaccus s. Wackern. s. 406; wgot. Ebro- 
vaccus CIL. XII. 2584 (Wrede 103); wgerm: Vaccarus, 
ein Warne Agath. I 21; ofr. Wakarolf 9; ags. Vacer Searle, 
Evervacer K. 11; lb. O?éxqc 6. Proc. g. 118, 39 = Waccho 
P. D. I 21, Wacchari 9. 

117. wala- „strages, clades“; Scheidung von walh- 
„welsch“ auBerh. des nord. und ags. (vealh) schwierig; es 
kommt auch der Stamm von waljan „wählen“ in Betracht 
(vergl. got. walis „auserwählt* in Welsung); bei eingliedr. 
Valr ist im nord. viell. auch an „Falke“ zu denken; vergl. 
übr. auch Holder zu Valarius. 

nord: Valr N. Fas. Lilj. 901; Valbjorn Fas., -brandr 
LB., -garr Bs. R., -gautr Fms., -steinn (= sten norw. Saxo 
Brav.) -pjófr Fas. LB. Bs.; Valraffn 16. Jh. Copenh. Dipl. 
Nielsen s. 104, vergl. aber Valrauen a. 1425 aus Flensburg, 
einen Deutschen, Nielsen ebda.; fem.: Valbjorg (borg) R. 
DN. II 175, -dis LB., -gerdr Bs. R. EFms.; Vali LB. N. DN. 
II 289; nach R. auch Valki, Valka f. hierher, doch wohl 
einfacher zu valkr Cap. III; pórvalr Lilj. 1931 (aus Thrond- 
heim), hier liegt es nahe an valjan zu denken, doch sei auch 
erinnert an Hárbarplj. v. 24: Oþinn á jarla þás í val falla, 
en þórr á þræla kyn. 

ogerm: ogot. Valaravans lord. 77, Valamir lord. 109; 
wgot. Valia lord. 42. wgerm: Valmarus CIL. XILI 6400; 
srhfr. Walramnus 8, Walahram LC. II 107; and. Walburg 9; 
ags. Wælgist, Wælræfen Searle, Waltheof K. 10; Ib. Wal- 
cunda 8, Walprandus 9. 

Die Compos. mit -bjorn, -gardr; -dis, -gerdr sind aufer 
nord. nicht belegt; ags. Walpeof ist viell. aus dem nord. 
entlehnt. 

118. valdan „walten“, 

nord: Valdarr Fas, Valdi St. R. Bs.; Valdimarr 
Schwedenkönig Bs. Ks.; aus allen Quellen (s. d. einz.): 
Allvaldr, Aud-, Far-, Geir-, Giaf-, Gunn-, Hróð- (Róaldr), 
Haraldr < her -+ valdr, Ingialdr, Möaldr, 08- Regn, Sæ-, 


Hans Naumann, Altnord. Namenstudien. 


66 Gemeingerm. Namensthemen. 


Sig-, Snio-, þjóð-, þór-, Rug-, Ver-; Ávaldi, Ás-, Ol-, Sig-, 
þór-. 

ogerm: inter Gotones nobilis nomine Catualda Tac. 
ann. II 62, DA. II 121; wgot. Valdrig VIII conc. Tol., 
Gualtarius, Rodaldus, Asvaldus M.-L. 51,81. wgerm: 
Cariovalda Tac. ann. II 11; wfr. Audowald Greg. X 3, Wal- 
dadrudis P. L, Ragnowaldus Greg. VI 12, Waldo VIII 22; 
ags. Waldhere 7. K.; Ib. OöddAdagos Proc. g. III 35, Wal- 
defrit 8; afries. Folkwalda, Finns Vater, Béow. 1089. 

119. wandjan „wenden“; vergl. auch an. vandr 
„schlimm, übel“; teilw. ist wohl auch an das ethnicon der 
Wandalen zu denken, Mhff. Béow. 30, DA. IV 128; Zeuß 
444 anm. 

nord: runischr: Wandaradas Norw. 6. Saude, Nor. 
Nord. 37; Vandrádr Bs. N. (Lund); Vandlandi, var. Van- 
landi (Sohn der Vana) Yngls. c. 15, myth. Kónig, Fms.; 
Vandill Njálss.; -vandill, -vendill in jungen Compos. (Drag-, 
Snar- Fas.; Hogg- LB.). 

ogerm: das ethnicon der Wandalen selbst, wovon wand. 
Wandalaricus Anthol. I 215, Ehrentitel für Kónig Hildiricus; 
ogot. Wandalarius Iord. 77; Wandil Cass. IIT 38. wgerm: 
viell. Mallovendus, ein Marse, Tac. ann. II 25; wfr. Wande- 
lenus Greg. VI 1, Wandelmarus PI.; Wanduinus PI.; ofr. 
Wentila 8; ags. Wandefred Searle; lb. Guandilpert 8. 

Vandráðr (auch Vandlandi) außerhalb des nord. nicht 
belegt. 

120. varjan „wehren, behüten“; got. vars „aufmerk- 
sam, vorsichtig“; ahd. warî, warna „Wehr, Vorsicht“; mhd. 
warn, as. warôn „wahren“; z. T. gewiß auch zum ethnicon 
der Warnen, Mhff. Béow. 30; ZeuB. 132 anm. 

nord: Var, 2 Schmiede des Königs Frödi Fas. auch 
Lilj 868; Varinn Cláfs s. Tryggv. c. 71 (myth.) Fms. Nor. 
Schwed. 492; masc: Landuwarijar runischr. Norw. 6. 
Térviken, Nor. Nord. 56; Ketilwar Lilj. 484, Sævar 
Fas., Hafwar norw. Saxo, Fólkwar W.; Varasi Lilj. 948; 
Varnláfr Fms.; fem.: aus allen Quellen (s. d. einz.) Alvor, 


Gemeingerm. Namensthemen. 67 


Alf-, As-, Ey-, Griót-, Fólk-, Gaut-, Gunn-, Geir-, Hall-, 
Her-, Hün-, Kiöl-, Odd-, Sal-, Sig-, Sol-, Skjald-, Stein-, 
þjóð-, Þór-. 

ogerm: ogot. Zxınoüag = Scipwar Proc. g. IV 23, 
Hildewara urk. Marini 85; viell. Thuruarus Iord. 85; wgot. 
Alvarus, Ildwara M.-L. 81; wgerm: Warfrida PI., Waran- 
fredus PI., Frodwara PI., Warinarius Greg. IV 40; bayr. 
Lantwar 8; ofr. Warburg 8; ags. Wærburg 7. K., Regenwær 
10. Searle, auch warin ist vertreten (anders Schröder anz. 
12, 181) Wernbeorht 8, 9 K., Warinus u. Werngær Ellis; 
lb. Guarpert 8, Warnefrit 8. 

Die Compos. Varnláfr ist sonst im germ. nicht belegt. 


121. wîs- „weise“; doch ist außer nord. auch an wisu- 
„gut“ (Cap. III) und an ahd. wisa- „Wiese“ zu denken. 

nord: lóris f. « Iórwis DN. X 6 22 (vgl. arkiv 10, 179). 

ogerm: wgot. Wisaridus, Visoy M.-L. 54. wgerm: 
Ebarwis LC.; wfr. Wisberta, Teudoisus PI.; ags. Framwis 
Searle, Wisheard 9. K.; lb. Randvisius 10. 


122, wiäu- „Wald, Holz“, witu „silva“ MSD. II’ 301; 
M.-L. 52 denkt für das got. auch an vid- „weit“, was auch 
im nord. teilw. vorliegt (wohl bei Zant, -ridi); wid — &vrí s. 
Wackernagel s. 374. 

nord: Vidarr LB. R. N., -anti Lilj. 1466 norw., -bjorn 
Lilj. 211, -gautr Fms., -gripr Fas., -hugsi Lilj. 692, -geirr N., 
-kunnr (kudr) Fms. Fas. LB. Ks. -fari isl, -ridi isl. (Ban- 
damannas.) -rekr R., -ólfr N.; Vidi Lilj. 201. N.; aus Fms. 
Lilj. u.a.: Arnviðr, Bark-, Fin-, Fólk-, Frey-, Geir-, Gunn., 
Hólm-, Hróð-, Hún-, Ragn-, Rask-, Sig-, Ol-. 

ogerm: ogot. Vidimer Iord. 44, Videricus Amm. 81, 3, 8; 
Vidigoia Iord. 65, Veduco lord. 85. wgot. Widericus VII 
conc. Tol, Vidisclus M.-L. 52; burg. Widemeris Wackern. 
404; wgerm: Viduarius, Quade, Amm. 17, 12, 21, Bitheridus, 
Alamanne Amm. 29, 4, 7, Vidigabius alam. Amm. 27, 10,3; 
as. Widukind 8; wfr. Widulf 8. PI.; ags. Wuda K. 8, 


Wudaman K. 11; lb. Guidoald 8. 
5 * 


68 Gemeingerm. Namensthemen. 


Die Compos. mit -gripr, -hugsi, -kunnr, -fari sind spez. 
nordisch. _ 

123. wig- „Kampf“. 

nord: Vígbrandr Fas., -bigrn Lilj. 665, -fúss Fms. LB. 
Ks. Óláfs s. Tryggv. (Vigaglümsson), -harür Fas., -leikr Lilj. 
890, Ks. (Vigletus Saxo dán.), -lundr LB., -marr Lilj. 258, 
-maðr 1564, -mundr 499, -niautr 269 R., -sterkr LB., -tiarfr 
Lilj. 294, -úlfr N. Lilj. 51, -bjóðr LB.; Vigi Lilj. 608. N. 
isl. R.; Vígnir Fas.; fem: Vigdis DI. 171. Lilj. 1850 Fms. 
LB., -laug Fas., Fms., LB. 

ogerm: ogot. Herdwic Ennod. 210, 34, Wrede 74; wgot. 
Guimirus u. a. M.-L. 52, Ildvigia u. a. M.-L. 82. wgerm: 
Wicbertus PI.; ganz singulär in Bezug auf das zweite Glied 
Wicdarp ep. Augsburg. u. Regensb. 8, Wictarp LC. u. noch 
einige male s. Fm. 1581; srhfr. Wighelm 8; ags. Wigheard 
7. K.; Ib. Wigilinda 9. 

Die Compos. mit -bjorn, -füss, -lundr, -niautr, -sterkr, 
-bjödr; -dis sind außer nord. nicht belegt; zu Vigsterkr 
vergl etwa ahd. Wieswind Fm. 1588. 

124. wih-, wéh- ,sacrum"; Henning D. R. 33 ff. u. 
anm. 2; zur Bedeutung ebda. 36/87. 
| nord: runischr. Wiwar Norw. 5. Tune, Nor. Nord. 55; 
Wiwila Norw. 7. Veblungsn®s Nor. Nord. 61; Véalfi Lilj. 
1283, -bigrn LB. N., -brandr LB., -dan Lilj. 487, -fari Lilj. 67, 
-fastr 578, -fótr 1861, -fredr LB. Fms., -garðr Fms., -gautr 
W. R., -geirr LB., -gestr LB., -gisl Lilj. 345, -grimr 573, 
-hjálmr 850, -kell LB., -ketill Lilj. 509, -mundr DI. 172 Fms. N. 
Lilj. 1266, -niautr 589, -leifr Fms., -seti Fms. Oläfss. Tryggv. 
(dán.) Lilj. 190, -steinn LB. Lilj. 417, -rekr Lilj. 1225, 
-þormr LB. (var. -ormr), -þorn LB. (var. -orn); fem: Vébjorg 
(borg) Fas. N. W., -dis LB., -freyja Fas. (Fas. III 594. 
Sturlaugss. Véfreyja hét kona...ok hafði buit á þeim bæ 
Ve), -friär N., -gerär Lilj. 382, -laug Fms., -ný W.; Véás- 
friär W.; hierher viell. auch Víkarr Ks. Lilj. 1301; vergl. LB. 
2, 29: Geirr hét maðr ... hann var kallaðr Végeirr, þuí at 
hann var blótmaðr mikill; hann atti morg born: Vébjörn 


Gemeingerm. Namensthemen. 69 


var elztr sona hans, Vésteinn, Vé(þ)ormr, Vémundr, Végestr 
ok Véþorn (Véorn), enn Védís dóttir. 

masc: Alewih Widsid — Olvir, Bodver, Gud-, Odd., 
Rand-, Stein-, Sork-, Gylvir? (N or. Schwed. 490) s. d.; Nor. 
stellt diese masc. zu weihan ,,vincere", wozu wing- in gramm. 
Wechsel stünde: an. Vingi, Vingipórr Fms. X; ags. Ving- 
beald 8; lb. Wingidiu 8; ahd. Wingdeo 9. 

fem. aus allen Quellen (s. d. einz): Arnvi, Ás-, Boö-, 
Fast-, Fólk-, Geir-, Hal-, Heil-, Hróð-, Ketil-, Lid-, Rand-, 
þór-; Eifastvi Lilj. 92; Thyri = Tyre < þórwi (þurwi) 
(arkiv 11, 268). 

ogerm: wgot. Alavivus Amm. 81, 4, 1 (4Adfuyose Sozom. 
9, 12); Farnobius Amm. 31, 4, 12 (s. Henning 8. 93); Wiumar 
conc. : Tol. 680, Wifredus 9, Erwig 7. wgerm: fränk. 
Chlodoveus Greg. II 9, Gamalveus, Wandalveus P. I.; Gui- 
mari merow. Münze, Wiomad 5 Henning aao.; bayr: Wolf- 
wiha 8; ofr. Wihlaug 9, Wihcart LC., Wigart, Wihgoz Fm. 
1583; ags. Oswiu Sachs. Chron., Wiohstan 8, Alwih 9 (Hen- 
ning 33 anm. 3); lb. Wihbodus 9, Guifrit 9, Guaiferius (s. 
dazu Henning Zs. 37, 309 anm. 2). 

Die westgerm. Compos. sind meist schwer von denen 
mit wig- zu trennen, Fm. 1578 ff., 1590; doch scheinen die 
Compos. mit -álfi, -biọrn, -fastr, -fótr, -kell, -þormr, -þorn; 
-freyja, -ný spez. nordisch zu sein. 

125. wilja- „Wille, Freude“; Kögel anz. 18, 54. 

nord: Vilbaldr LB., -geire LB. W., -hjálmr LB. Ks. 
Fas., ein Normanne Haraldss. Hárf., -mundr N. LB. Bs. Ks., 
-ráđr Bs., -grip N. ss. rer. Dan., -rekr R.; fem: Vilborg 
Fms. LB. DI. 171, -gerðr LB.; Wili N. W. Lilj. 3961; Aud- 
veli Lilj. 1698; porvillus Bx 

ogerm: ogot. Wilja Cass. I 18; Os4(9sog Proc. wand. 
II 25; Viliarit Cass. 35, 28; Wiliarius Cass. 157, 22; Wiligis 
Cass. TI 20; wgot: Wiliefredus u. a. M.-L. 53; burg. Viliaric 
CIL. XII 9150, Wilioberga s. Wackern. s. 414; erulisch 
Oöilyayyos Proc. g. IV 9,5, I.F. anz. 9,207. wgerm: 
wfr: Wilibertus PL, Wiliulfus Greg. IX 13, Willacharius 


70 Gemeingerm. Namensthemen. 


VII 18; bayr. Willapat 8; ags. Wilberht 7 Sachs. Chron.; 
lb. Wilipergula, — vergl. noch Martin, Q. F. 100 s. 78, 79. 

Es ist keine von den Compos. aufer Vilgrip spez. nor- 
disch. 

126. win- „Freund“. 

nord: runischr: pingwinar Norw. 600 Arstadt, Nor. 
Nord. 67; Eburinu Norw. 7. Odemotland, Bugge 248; ÁM- 
winr W. (Álfwini Fms. Oláfss. Tryggv.: ein Engländer), 
Andvinr Mon. Hist. Norw.; aus Lilj. N.: Eivinr, Fölk-, Guä-, 
Leik- s.d.; ev. Än< Adwin s. ad-; Frowinus Saxo (s. frauja 
Cap. II); Wini N. Saxo; Liufvina LB. N; Vinrkunr Lilj. 
1977, -gautr N., Vinomanr Lilj. 527. 

ogerm: ogot. Guduin Cass. V 27, Odoin Chron. Min. 
I 324, Winnigildus var. Unigildus Lib. Pontif., Wrede 66; 
wgot. Winibald VII conc. Tol., Evorinus M.-L. 83, 24; burg. 
Wenahari Wackern. 414. wgerm: alam. Leubwinie 6, 7. 
runischr. Nordendorf, Henning DR. 105, Liubine QF. 3, 109; 
MSD.? II 155, Fridwin 8; wír. Winibaldus PI.; ofr. 
Winibald 8; ags. Wini 7. Beda, Winibeald 9. K.; lb. Alboin, 
Audoin PD. I 23. 

127. wind- an das ethnicon der Wenden ist wohl in 
erster Linie zu denken (an. Vindland — Pommern), zuweilen 
wohl auch an „Wind“; kelt. vindo „weiß“ in Namen s. 
Kögel anz. 18, 51, Fick! s. LXXXVIII, Holder s. o. 

nord: Vindr Fms.; Windar schwed. Saxo, Brāv. wohl 
= *Vindarr, Vinder ss. rer. Dan. u. loc. N. s. 107; hierher 
viell. auch Aunundr, Onundr LB. u. a. aus *Aunvindr und 
Iorundr Yngl. s. Fms. LB. aus *Iörvindr? (s. auch Nielsen 
s. 117); Eyvindr Yngl. s. c. 26, Óláfss. Tryggv. (= Oyndr 
W.). 

ogerm: ogot. Venetharius Iord. 77. (Winitarius Cass. 
330, 19) als *Winithaharjis , Wendenkümpfer^ gedeutet (Mhff. 
im index s. 144, Wrede ogot. s. 102); wgot. Wenedarius 
Conc. Tol. 652. wgerm: srhfr: Winidheri 8; Winidhere 
LC.; bayr. Winidram 8, alam. Winidulf 8; daneben wfr. 


Gemeingerm. Namensthemen. Mi 


Windbertus PI.; ofr. Windhelm 9; ags. Windhelm Searle; 
lb. —; vgl. Winidrih D. A. II 120. 

128. wist- „Westen“; DA. IV 686. 

nord: Vestarr LB. Fms., -geirr R., -liði LB., -maðr N. 
(Lund.) LB., -marr LB. Saxo dän.; loc. s. Falkman s. 188. 

ogerm: burg. Vistrigilde Wackern. s. 415, Ze 37, 225; 
wgot. Wistrimirus Zs. 37, 280 u. M.-L. 54, Wistrarius u. a. 
ebda. wgerm: alam: Vestralpus Ámm. 16, 12, 1; 18, 2, 18; 
Zeuf 44; wfr. Wistrimundus Greg. X 29, Wistrildis P. I.; 
ofr. Westrad 9; ags. Westueor Searle, Westerfalca Mhff. 
Béow. 66; lb. Westripert 8. | 

Die Compos. mit -geirr u. -liði sind außernordisch nicht 
belegt. 

129. wit- „weise“; doch ist auch an anord. viti, ahd. 
wizzi „Strafe“ zu denken, Wrede ogot. 9. 

nord: Vitr Lilj. 125; Vitgeirr Haraldss. Härf., -kuär 
 Lilj 1062 loc, -kárr 402 (anders D. s. 40); Ainvitr Lalj. 
1050, Andyitr Lilj. 47, 133 u. 6. (D. 242). 

ogerm: ogot. Witigis Cass. X 31, Witigisclus IX 12; 
wand. Andwit Vict. Vit. I 41, Vitarit ebda. II 3. (s. aber 
widu-); wgot. Vitarigus, Vitemirus u.a. M.-L. 55; wgerm: 
bayr: Reginwiz 8, Wizmund 8; ags. Witmær Beda, Witgar 
K. 9; Ib. — 

Vitkuär, -kärr spez. nordische Compositionen; über 
wand. Andwit ist anderer Meinung Schröder Cass. 488., aber 
ohne Berücksichtigung des sicher identischen nord. Andvitr. 

130. wulf- „Wolf“. 

nord: runischr. Hapuwulafe, Hariwulafa, Haeruwulafir 
Schwed. 7. Istaby, Nor. Nord. 20; Ulf norw. 8. Hammeren, 
Bugge 178, 379 ff.; Úlfr Fms. Ks. LB. W. N. Lilj. 77 u. à. 
(D. s. 59); Ulf -- arr N. Fas., -biorn N., -fastr Lilj. 386, -geirr 
N. Lilj. 42, -gestr LB., -hamr Harðars., -heðinn Fms. DI. 
186. Lilj. 796, -kell Fms. N. Lilj. 414, -ketill Lilj. 31, -ljótr 
LB. (wohl richtiger als die var. Alfljótr) DI. 500, -nadr R., 
-rikr N. Lilj. 958; Ylfingr Fas.; fem: Ulfhildr N. Fms. LB. 
Saxo, -ridr Lilj. 146, -rún LB., -(h)eiðr Fms. LB. 


12 `, Gemeingerm. Namensthemen. 


Aus allen Quellen (s. d. einz.): Ásúlfr (-ólfr), Aud-, 
Berg-, Bjart-, Bigrn-, Blöt-, Boä-, Böt-, Brün-, Brynj-, 
Burg-, Far-, Fast-, Finn-, Fraä-, Gang-, Gaut-, Gef-, Geir-, 
Grim-, Gunn-, Herj. Hjálm-, Hid-, Hró(d), Hring-, Hug-, 
Iarp-, Ing-, Ís-, Kár- (Kolfr), Ká-, (Kveld-), Kvik-, Lid-, 
Nätt-, Nefj-, Möä-, Mun-, Orn-, Räd- Ran-, Rask-, Raud-, 
Reið-, Rik-, Rug-, Rún-, Sand-, Sæ-, Sig, Skjald- (Skold-), 
Snæ- (Snjó- > Sokk-, Sox-, Stár-, Stein-, Stór-, Strut-, Sunn-, 
Tind-, þjóð-, þór-, Vé-, Vid-; Hrólfr « Hródülfr; Iólfr < Ióúlfr; 
þólfr < pórülfr; Stólfr « Stórólfr; Sterkolf Adam. Brem. II c. 23. 

ogerm: wgot. Wulfila Iord. 127, Ansiulf 7. ep. Portug, 
Everulfus lord. 100, Agiulf Hydat. Cont. 139, Agrivulfus 
Iord. 117, Atavulfus Hyd. Cont. 45, vergl. noch M.-L. 55, 
83; ogot. Vultvulf lord. 77, Odvulf Iord. 77, Aliulfus Cass. 
V 20, I'ovvóo?Ag Proc. g. IV 23; skirisch: Wulf = OdAıyos 
. Proc. g. III12; erulisch: Rodvulf Iord. 60; burg. Hariulfus 
CIL. XIII 3682, Hildeulfus Wackern. 394; wgerm: Hunul- 
fus ein Skire oder Suebe, Iord. 130; fränk. Faraulfus Greg. 
VII 18, Riculfus V 14, Romulfus X 19, Wiliulfus IX 13, 
Vulfilaicus VIII 15, Chariulfus VII 37, Berulfus V 49; 
Ulfvardus PI.; Agrivulf ein Warne 5, Fm. 41; alam: Wolf- 
bald 8; ags. Wulfhere K. 7, Wulfeytel, Wulfgist Searle; 
lb. Agilulfus PD. IV 1, Ulferad 9. 

Die Compos. mit -fastr, -hamr sind sonst nicht belegt; 
zu Ulfriär f. vergl. das seltene ags. Wulffrith K. Searle 506. 

131. wulpus „Ruhm, Herrlichkeit“. 

nord: runischr: Owluþewar statt Wolpu- Schleswig 
300 Torsbjserg = *Ullper, Nor. Nord. 53; Ullr (nicht der 
Gott!) Bs. St., Ulir Lilj. 1890; Ulli Óláfs s. Tryggv. c. 58. 

ogerm: gáð Wulth 6. Greg. Magn.; Vultvulf lord. 
77; Sigisvultus Chron. Min. I 437; wgot: Uldida 6. Chron. 
Min. II 1, 218 (var. Uldila; doch s. o. huld-), viell. Goldo- 
avus? M.-L. 55, 84. wgerm: alam: Gibuldus Eugipp. c. 19; 
wír. Wulderat 7, Vuldpert 8. Pd.; nes Wultred K. 10; 
Ib. Gotuldus 10. 

*Ullper sonst nirgends belegt. 


Gemeingerm. Vollnamen. 73 


132. wunsk „Wunsch“; Grimm Myth. III 55, I 115, 
119; Cskie in Beiname Ođins. 

nord: Osk f. Bs. 

ogerm: ogot. Unscila Cass. 28, 25 = *Wunskila Wrede 
111, Kögel anz. 18, 56; wgerm: Sigiwunsc Grimm aao.; 
ags. Wuskfrea Mhff. Beow. 66; Ib. — 

Es folge nun die Liste der unter den oben (Vorrede z. 
Cap. I) angegebenen Bedingungen erschlossenen 


Gemeingermanischen Vollnamen. 


Hierbei kam es zunächst darauf an, eine ostgermanisch- 
nordische Entsprechung zu finden durch Vergleichung beider 
Namensschätze, für das nordische nach unsern Listen, für 
das Ostgermanische sowohl nach diesen, als auch (das West- 
got. betreffend) nach den vollständigeren Verzeichnissen bei 
Meyer-Libke. Daß sich dann im Westgermanischen die 
Gleichung vervollständigen ließe, war bei der unerschöpf- 
lichen Fülle des Materials grade hier (Förstemann, Bruckner, 
Searle) nicht anders als zu erwarten. Nur für einen ein- 
zigen Vollnamen hat sich hier nirgends eine Entsprechung 
gefunden: für ogerm. Andwit, anord. Andvitr. Dies wäre 
demnach die einzige ausschließlich ostgerm.-nord. Gleichung, 
die sich hat finden lassen, während ausschließlich westgerm.- 
nordische ja in Menge vorhanden sind (s. zu jedem Thema). 


Gleichungen, die lautlich nicht auf völliger Übereinstim- 
mung beruhen, sind mit einem Sternchen bezeichnet. 


an. Älfrekr; wgot. Alverigus; ags. Ælfric. 
an. Alrekr; wgot. Alaricus; ofr. Alrih. 

. an. Alvor f.; wgot. Alvarus m.; lb. Alwara f. 
an. Olvir (Alewih); ogot. Alavivus; frünk: Alovio. 
an. Árnbjorg; burg. Arenberga; lb. Arniperga. 
an. Äsmundr; burg. Ansemundus; wfr. Ansmund. 
an. Ásülfr; wgot. Ansiulfus; ahd. Ansulf. . 
an. Ásvaldi; wgot. Ansvaldus; ahd. Answald. 
an. Audülfr; ogot. Odwulf; ahd. Autulf. 
an. Biarmódr; wgot. Bermudus; alam. Peramuot. 


ner 


* 


— eg. Mts 


ph 


74 


Gemeingerm. Vollnamen. 


11. an. Dagmar; wgot. Dagamirus; ahd. Tagamar. 

12. an. Dömarr; wgot. Domarius; ags. Domhere. 

13. an. Dómildr; ogot. Dumilda; ahd. Duamhilt. 

14*. an. Eburinu f. runischr; wgot. Evorinus; ags. Eo- 
forwine. 

15. an. Iórülfr; wgot. Euerulfus; wfr. Ebrulfus. 

16. an. Fiolmódr; erulisch. di4uos9; bayr. Filomuot. 

17. an. Fridmundr; burg. Fredemund; ahd. Fridamunt. 

18. an. Fridrekr; wgot. Fridaricus; ahd. Fridrich. 

19. an. Gísmundr; wgot. Gismondus; ahd. Gismundus. 

20. an. Gunnarr; burg. Gundaharius; ahd. Gontari. 

21. an. Gunnhildr; ogot. Gundihildr; ofr. Gundhilt. 

22. an. Guäiliufr; ogot. Gudeleub; ahd. Coteliub. 

23. an. Guämarr; ogot. Gundimer; ahd. Cundemar. 

24. an. Guðmundr; burg. Godemund; bayr. Kotmunt. 

25. an. Guðmundr; wand. Gunthamund; ags. Guðmund. 

26. an. Guðráðr; wgot. Gunderedus; ags. Gudhred. 

27. an. Gunnrekr; wand. Guntharix; srhfr. Gunderih. 

28. an. Guäridr m.; ogot. Gundarith; srhfr. Guntrid. 

29. an. Guðrún; wgot. Gunderona; ahd. Gunderun. 

30. an. Gunnþrúðr; wgot. Guntrode; ahd. Guntdruth. 

31. an. Gunnölfr; wgot. Gundulfus.; wfr. Gundulfus. 

32. an. Guävinr; ogot. Guduin; srhfr. Codwin. 

33. an. Haraldr; wgot. Arwaldus; Bataver: Cariovalda. 

34. an. Härekr; got. Aoricus; ahd. Hohrich Graff II 
390, ags. Heahric. K. 

35. an. Herfüss; wgot. Argifonsus!); ofr. Herifuns. 

36. an. Herfrodr; wgot. Argifredus!); ags. Herefrith. 

37*, an. Herliufr; wgot. Argileuua f.!); alam. Herliup. 

.98. an. Hermundr; burg. (H)arimundus; bayr. Harimund. 

39. an. Herjölfr; burg. (H)ariulfus; ahd. Heriolf. 

40. an. Hauhagairar; wand. Oageis; as. Hoger. 

41. an. Hildarr; wgot. Elduario; wfr. viell. Hildier 


Fm. 831. 


1) Nach M.-L. s. 34; doch vergl. oben Nr. 11 u. 66. 


an. 
an. 
an. 
an. 
an. 
an. 
an. 
an. 


Gemeingerm. Vollnamen. 75 


Hildúlfr; ogot. Hildwulf; wfr. Childolf. 
Hiálprekr; burg. Hilpericus; wfr. Chilpericus. 
Hróaldr; wgot. Rudaldus; lb. Hrodowald. 
Hródrekr; ogot. Ruderichus; srhfr. Ruotrig. 
Hródülfr; erulisch: Rodwulf; ahd. Hruodolf. 
Hünólfr; ev. skirisch. Hunulfus; srhfr. Hunolf. 
Iarlbaldr; wgot. Arlabaldus; alam. Erlabald. 
Kunimundiu; gepidisch. Cunemundus; ofr. Cuni- 


munt. 


an. 
an. 


Ragnarr; wand. Raginari; bayr: Raginhari. 
Ragnhildr; wand. Ragnahilda; wfr. Raganhildis. 


an. Reginmundr; wgot. Reimundus; srhfr. Reginmunt. 


an. 
an. 
. Sigrodr; wgot. Segifredus; alam. Sikifrid. 

. Sigfüss; burg. Sigifunsus; wfr. Sigifuns. 

. Sigmarr; ogot. Sigismer; srhfr. Sigemar. ` 

. Sigmundr; burg. Sigismund; bayr. Sikmunt. 

. Sigräär; wgot. Segeredus; srhfr. Sigrad. 

. Sigrekr; wgot. Segericus; ahd. Sigarich. 

. þjóðarr; wand. Theudarju f.; alam. Thiethere. 
. Djódmarr; ogot. Thiudemer; srhfr. Ditmar. 
an. 


Rondülfr; wgot. Randulfus; ags. Randolf. 
Ricülfr; burg. Riculfus; ahd. Rigolf. 


þjóðmundr; ogot. Theudimundus; wfr. Thiot- 


. mund. 


SEBS 


. þjóðólfr; wgot. Theodulfus; alam. Thiodolf. 

. Djódrekr; wand. Theudarix; as. Thiodric. 

. Valdarr; wgot. Gualtarius; lb. Valtari. 

. Valraffn; ogot. Valaravans; ahd. Walahram. 

. Vigmarr; wgot. Guimirus; ags. Vigmær. 

. Viärekr; wgot. Widericus; ahd. Witrih. 

. Vilborg; burg. Willioberga; ofr. Willibirg. 

. Vilrekr; burg. Wiliarik; alam. Willirih. 

. Vilgeirr; ogot. Wiligis; ahd. Willigis, Williger. 
. Vindarr; ogot. Venetharius; ahd. Winidheri. 


Vitgeirr; ogot. Witigis; ags. Witgils. 


76 


Gemeingerm. Kurznamen. 


Ferner gibt es ein Patronymikon: 
1*. an. Grytingr; ogot. Greoting; wgerm: Griuzing, 
Gruting. | 

. Und eine Reihe von Kurz- und Deminutivnamen, die 
wir als gemeingerm. ansprechen dürfen: 


an. 
an. 
. an. 
an. 
an. 
an. 
an. 
an. 
. an. 
. an. 
. an. 
an. 
an. 
an. 
. an. 
an. 
. an. 
an. 
an. 
an. 
an. 
an. 
. an. 
an. 
. an. 
. an. 
an. 


Egill, Agela; wgot. Agila; alam. Agilo. 
Agni; got. Aigina; lb. Agino. 

Álfr; ogerm. ”AAßıs; alam. Albo. 

Alli; ogot. Alla; ahd. Allo. 

Áli, Óli, Onla; wgot. Anila; ahd. Analo, Anulo. 
Asli; ogerm. Ansila; ahd. Ansilo. 

Ari; wgot. Ara; alam. Aro. 

Atli; ogerm. Attila; ags. Ætla. 

Biọrn; wgot. Bera; ahd. Bero. 

Butti viell. < Butli; ogerm. Butila; alam. Bucili. 
Dan; ogot. Danus; ags. Dæne. 

Friðr; ogot. Freda, wand. Fridus; lb. Fridus. 
Frohila; ogerm. Froila; bayr. Fruouilo. 
Fugli; wgot. Fugila; ahd. Fugilo. 

Gisli; ogerm. Gesila; alam. Gisalo. 

Gumi; burg. Goma; ahd. Gomo. 

Hogni; burg. Agano; wfr. Chagno, ags. Haguna. 
Manni; ogot. Manna; wfr. Manno. 

Niuwila; ogerm. Neufila; bayr. Niwilo. 

Oddr; ogerm. Uzda; as. Ordo. 

Rugi; ogerm. Ruga; ahd. Rugo. 

Tófi; ogot. Tufa; wfr. Tofi. 

pjsär; ogerm. Theudis; alam. Deoto. 

Ültr; skirisch: Wulf; ahd. Wolf. 

Vakr; ogot. Odaxıs; lb. Waccho. 

Vandill; ogot. Wandil; ofr. Wentila. 

Wili; ogot. Wilja; srhfr. Wille. 


Altnord.-Westgerm. Namensthemen. 71 


Cap. II. 
Altnordisch-Westgermanische Namensthemen. 


Überraschend groß ist die Zahl derjenigen Namensthe- 
men, die das Nordgermanische mit dem Westgerm. (ahd., 
lb., ags.) gemein hat. Sie werden in folgd. Liste behandelt. 
Demgegenüber besitzt das Altnord. mit dem Ostgerm. (wand., 
burg. ogot., wgot. etc.) auch nicht ein Thema gemeinsam, 
das nicht im Westgerm. auch zu belegen wäre. Selbst die 
speziell ostnord. (schwed.) Themen (deren Überlieferung ja 
allerdings spärlicher fließt als die der westnord. Gruppen), 
die auch im Ostgerm. nachweisbar sind, wie döm-, huld-, swind-, 
wit-, fröd-, fast- u. a. vergl. Cap. VI, finden wiederum ihre 
Entsprechung im Westgerm. Man muß sich wohl diesen 
Umstand mit der verhältnismäßig geringen Anzahl über- 
lieferter ostgerm. und dem übergroßen Reichtum westgerm. 
‚Namen erklären, aber daß auch nicht ein einziges Thema 
eine ausschließliche Gemeinsamkeit zwischen Ost- und Nord- 
germ. erweist, gibt doch zu verwundern!). Die Beziehungen 


1) Speziell ostgerm. Namensthemen anzugeben lohnt sich kaum der 
Mühe; es mag hierher etwa das erste Glied von ogot. Rosemud (Urk. 
557) gehören (Wrede 154 entw. zu *hriusan „fallen“ oder zu an. rausn 
„Herrlichkeit, Ruhm“), ferner die wand. (aber in der Bedeutung unklaren) 
.@ento Hyd. Cont. — T'evgov Proc. (Wrede 65.), Pinta Wrede 64, 75 
(Etemund Anth. I 78; Wrede 78, falsch gelesen aus item unde supra s. 
Schönfeld s. 81), ferner bluma- in wand. Blumarit Anth. II 579, Wrede 76 
(doch vergl. ahd. Pluoma LC. I 124 Salzburg), eine Zusammensetzung, 
die wegen ihrer Sinnlosigkeit eine frühere große Beliebtheit dieses Themas 
voraussetzt, ev. auch got. prafstjan „trösten“ Zs. 37, 229 in burg. T'rapsta 
ss. rer. Merow. II 338, 4 u. ogot. Trapstila (Trafstila) Iord. 188, 8. — 
Mit mehr Erfolg ließe sich viell. die ostgerm. Namengebung charakteri- 
sieren durch eine Aufzählung derjenigen Themen, die als bes. bevorzugt, 
d. h. rel. am häufigsten überliefert erscheinen und die sämtlich ein sehr 
.altertümliches Gepráge tragen: Hierher gehören: amala, athal, aude, 
aune, -gern, -mer, -mirus, rimis, -rit, -ridus, -redus, sise, thank, theudi, 
thrasi, wili- u. &.; die Deminutivbildung mit ila u. ida (Fastida u. a.). 


78 Altnord.-Westgerm. Namensthemen. 


zum Süden u. Westen erscheinen also schon sehr früh viel 
gepflegter als die zum Osten; der Connex mit den ostgerm. 
Völkern hört nach deren Abzuge gänzlich auf. 

Ein Teil der in dieser Liste enthaltenen Themen scheint 
tatsächlich älter, also im Ostgerm. verloren zu sein; von 
einigen wird dies direkt bewiesen durch die idg. Vertretung 
[so ehwa- Fick Griech. Personennamen ! CXCIILff. (vergl. zu 
ehwa- auch die das wgot. betreff. Anm. unten i. d. Liste), 
hund- ebda. CXCVI u. a... Von germ. Standpunkt aber, 
den wir der Einheitlichkeit wegen hier nicht verlassen 
wollen, gehören sie in diese Liste von Cap. Il. — Es ist 
wahrscheinlich, daß, wenn das Wgost. noch stärker, als dies 
möglich ist, herangezogen werden könnte, das Bild sich ein 
wenig, sicher nicht mehr wesentlich ändern dürfte zu 
Gunsten einer Vermehrung des gemeingerm. Materials. Doch 
ist davor zu warnen, den wgot. Namen vom 8. Jh. ab, wo 
eine Durchsetzung mit fränk. Namensgut eintritt, zu großes 
Vertrauen entgegen zu bringen (vergl. Henning D. R. 82). 

Aus Cap. III gehören viell. noch hierher mit mehr od. 
weniger großer Unsicherheit: auk-, bi-, dig-, hal-, haring-, 
hólm-, hreid-, kaup-, skog-, porn- (s. d. an ihren O. i. Cap. IID). 

Zu Cap. I gehören viell. außer ehwa (s. o.) noch angil-, 
hasu-, id-, waig- (s. d. a. i. O.). 

Die Compositionen, die das Nord. besonders aufweist, 
d. h. bei denen es nicht gelang, im Westgerm. eine Ent- 
sprechung zu finden, sind der in Cap. Í Vorbem. angege- 
benen Methode entsprechend bei jedem Thema aufgezählt. 


1. abr- „stark“; an. afl „Kraft“; vergl. Bruckner s. 215. 

nord: Afli Ks.; Fullafli Fas. 

wgerm: Abrilda LC. II 378, 3, alam. Avarhilda 8; 
wfr. Avrildis, Avremarus PI.; doch vergl. aur- Cap. I; ags. 
—; lb. Averulfus 9. Vergl. auch den Matronennamen Afliae 
2. CIL. XIII 8211; Much Zs. 31, 357; 35, 316. 

2. agja- „Spitze, Schneide, Schwert“; ahd. ekka, ags. 
ecg, an. egg. 


"Altnord.-Westgerm. Namensthemen. 79 


nord: Eggder W. Fms.; Egtherus Saxo; doch vergl. 
DA. V 128, 136. 

wgerm: ahd. Eggideo Einh. ann. MG. ss. I 204, vita 
Hlud. MG. ss. II 623; alam. Eceihart 8; ags. Ecga K. 8, 
Ecgulf K. 8; lb. —, doch vergl. Acchideus lb. oder frünk. 
Bruckner s. 7, anm. 24. 

3. äht- „feindliche Verfolgung; Recht-, Friedlosigkeit“ ; 
ahd. āhta, ags. öht; as. ähtian „verfolgen“. 

norð: Óttarr, nicht nur der Ynglingerkönig Yngl. s., 
auch sonst: W. LB., ein Gaute Cláfss. Tryggv.; Ótmar Fms. 

wgerm: wfr. Actohildis P.I.; Actemer LC.; Ohtmar 
Fm. 44; as. Ahtard LC.; ags. Ohter Sachs. Chron.: lb. —. 

4. ain- „ein, allein“, viell. auch „einzig, vorzüglich“. 

nord: Einarr D. I. 186. Bs. Ks. R.; Ainvitr Lilj. 1050, 
-biorn D. N. VI. 461, -fastr D. N. XIV 40, -untr Lilj. 612 
(s. wunan); Einradi W.; Eind(End-)ridi (mit euph. d) LB. 
Ks. Fms. Haraldss. Gräf., Eindriär DN. I 358; viell. auch 
Aleinn Fms. IX, X, doch vergl. IX 416 u. X 134 die Vari- 
ante Alinn (als p. praet. auf ala „zeugen“ weisend) Alin LC. 
II 577; fem. Einfridr DN. XIV 227. 

wgerm: zu an. Einarr vergl. ahd. ofr. Einher Dronke 
a. 806, Einwiz L.C. I 314, 18 II 509, 13 (bei Fm. unter 
agin s. 39; s. a. Wackernagel s. 378); alam. Einicho 10; 
srhfr. Einciho 9; ags. viell. Anberht Searle und Onoc 8. K.; 
Ib. — 

Die Compos. mit -biorn, -fastr, -radi, -rid, -fridr scheinen 
spez. nord. zu sein, doch vergl. zu Einradi wfr. Ainrat 
P. I., ofr. Eintrad Dronke a. 814. (Em. unter agin). 

5. alm- „Ulme“; ahd. elmboum, an. álmr; viell. im 
Sinne von anord. älmr „Bogen aus Ulmenholz“; vergl. auch 
Bruckner 222. 

nord: Álmsteinn Fms., -geirr St., -arr St. (so Vigfússon, 
doch könnte man wohl auch an Al-marr denken); hierher 
wohl auch dän. Almær u. Almi N. s. 2. (aus Nekr. Lund. u. 
Ortsnamen) und wohl nicht, wie Nielsen meint (wohl nach 
Fm. s. 86), zu ahd. amal-; Álmveig f. isl. 


80 Altnord.-Westgerm. Namensthemen. 


wgerm: ahd. Almo LC., Almisinth LC.; ags. —; lb. 
Almaricus 9, Almoinus 10. 

Obige Compositionen sind also speziell nordgerm. 

6. alu- „Bier“; doch vergl. auch aul- u. al- Cap. I. 
| nord: ande Aluco Norw. 700 Forde, Nor. Nord. 16; 
aus Fms. LB. etc.: Olbigrn, -módr Óláfs s. Tryggv., -valdi, 
-ver, -füss; fem: Olrun Fas. (edd.), -vor; doch vergl. auch 
ala Cap. I, s. auch Martin Q. F. 100 s. 75. 

wgerm: as. Aluco 9; ahd. Alupert, Alured aus LC: 
ags. Ealwulf Sachs. Chron., Ealubeorht 8. Searle; lb. — 

Die nord. Compos. sind, falls sie alle zu alu- gehóren, 
im wgerm. nicht zu belegen. 
| 7. angil- zum ethnicon der Angeln; Mhff. Béow. s. 
30, D. A. IV 466.; viell. gemeingerm.: vergl. ogoth. Angel- 
frith (Urkunde von Arezzo), von Wrede 144 u. danach von 
Schönfeld 21 noch aufgeführt nach Maßmanns (wohl falscher) 
Lesung; die Ausgaben der got. Bibel etc. von Bernhardt, 
Heyne, Streitberg nennen ihn nicht, ebenso Kluge nicht 
PG.? 1. 515; auch anz. 47, 337 wird er nicht genannt. 

nord: runischr. Angilaskalkr Norw. 7. Fonnás, Nor. 
Nord. 14, Bugge 50 ff.; Engilborg f. var. Ingiborg Fms. XI; 
Engli St. Ks. (Ivarr Englason) R. D.N. IV 833; Engla 
Nor. Schwed. 496; viell. Aungull var. Angull, Cngull LB. 
R. hierher. 

wgerm: bayr: Engilscalh 8—10. Jh. (bes. Salzburg); 
wfr. Angalberga P.I, Angilbercth 7; ags. Angelpeow f. 
Searle 70 (merc. Kónigsgeneal.; fehlt bei Schróder anz. 12, 181), 
auch angil-, engel- z. B. Engelram K. 11; lb. Angelfrit 8. 

8. anst- ,gratia^; got. ansts, ahd. anst. 

nord: stráðr Lilj 1265. N. (Astradus Saxo) von Nor. 
196 wohl unnötig aus Äsräär erklärt mit volksetymologisch 
eingeschobenem t; Estret D. I. 172 = Ástrádr od. Ástrídr?, 
.Stülfr Lilj. 728; Á stridr f. LB. Ks. Óláfs s. Tryggv.; 
Asti, Ásta f. Ks. W. Fms. Óláfs s. Tryggv. 

wgerm: ofr. Anstrat 8; srhfr. Anstulf 9, Anstramnus 
8; Ansthild LC.; ags. —, Ib. — 


Altnord.-Westgerm. Namensthemen. 81 


Die Compos. Á striðr (< anst +frîd Cap. I) ist außer- 
halb des nord. nicht belegt. 

9. arbi- „Erbe“; got. arbja, ahd. arbeo „der Erbe“; 
ahd. got. arbi n. „das Erbe“. 

nord: nur aus Lilj.: Arfastr 86 viell. für Arffastr 
(D. 233), Arfuntr 263, vergl. o. Ainuntr, Arva f. 1065; 
Kauparfi 1750; Guðarfi 1855; dazu viell. Arwi N. (LC. II 
676, 10). 

wgerm: wfr. Fulkarbus P. I.; srhfr. Arbio 8; fränk. 
Arbogastes 4. Eunap. Oros. u.a. — Aroagastes Hyd. Cont. 
17 etc. (wegen dieser Var. nicht ganz sicher, vergl. Zs. 
35, 320 ff.); viell. gehört auch. hierher Arbetio magister equi- 
tum Amm. 15, 4, 1; ags. —; lb. -— 

Die nord. Compositionen sind im wgerm. nicht belegt. 

10. aul- Bedeutung? Fm. 206 weist auf lat. Aulus hin. 

nord: Auli Lilj. 1590; viell. auch Ol- (wie ọg- < aug- 
Cap. I) vergl. al- Cap. I, Em Cap. II. 

wgerm: ahd. Aulfrid LC.; ags. Ealwulf (var. Ealdwulf) 
Sachs. Chron.; lb. Auleram 8. 

li. bain- „Bein, Knochen“, ahd. bein, ags. bán; ahd., 
an. bein-n auch „Unterschenkel“; doch sei auch an an. beinn 
adj. „grade“ erinnert, an. beini „Hilfe, Gastfreiheit‘ (vergl. 
auch Schönfeld s. 42). 

nord: Beinir LB. Fms. Bs. R.; jüngere Bildungen: 
. Digrbeinn, Hard-, Birki-, Kol- Ks. Fms. Bs. etc.; Strabain 
Guta Saga 64, 7. 

wgerm: viell. Bainobaudes Amm. 14, 11, 14 etc.; wfr. 
Bainus 7. Pd.; alam. Beino; srhfr: Beinhard 9; ags. Bain- 
giardus (Bangeard) Searle 80; Ib. — 

12. balu- „Verderben“. 

nord: Bolverkr D. I. 501. LB. Fms. (auch ein ange- 
nommener Name Odins, Bragaroedur c. 4); (vergl. auch Bol- 
born, den Riesen, den Vater der Bestla, Gylfag. c. 6); Bolli 
wohl zu bald- Cap. I. 

wgerm: wfr: Balfrida, Balovildis P. L.; alam. Palfrid 
9; ags. —; lb. Balericus 9; markom. Ballomarius 2. Cass. 

Hans Naumann, Altnord. Namenstudien. 6 


82 Altnord.- Westgerm. Namensthemen. 


Dio. 71,8 wohl nicht hierher, sondern zu bald- Cap. I. 
. vergl. Zs. 35, 237 ff.; vergl. auch den wand. Fredbalus 5. 
Hyd. Fred., von Wrede 53 zu got. balpaba „kühn“ gestellt. 

Die Compos. Bolverkr ist außerhalb des nord. nicht be- 
legt. | 

13. bano „Tod“; an. ben „Wunde“; wgerm. muß auch 
an ban ,Befehl, Bann" gedacht werden. 

nord: Bengeirr Ks. Fms., -teinn Fms.; Beni Ks. DN. 
II 390; Swartbani dán. N. runischr. ss. rer. Dan. I; vergl. 
auch banka Cap. III. 

wgerm: ahd. Baniger LC. II 2380; Panafredus act. 
Sanct. oct. IX.; wífr. viell. Frotbanus P.I.; bayr. Panburg 
9; as. Bentét 10; ags. —; lb. Bano 8. 

an. Bengeirr = ahd. Baniger; Benteinn im wgerm. nicht 
belegt. 

14. baug- „Ring, Spange“. 

nord: Baugr LB. R.; fem: Baugeidr Ks. Fms., -gerdr 
Fas. 

wgerm: wír: Bauco Pd. 7; ofr: Baugulf 8, der Abt 
von Fulda; ags. Beage K., Beagnoth 8. K.; 1b. —; vergl. 
noch Baugo LC. II 537, 9. 

Die Compos. mit -eidr u. -gerdr sind nur im nord. belegt. 

15. barda- „Streitaxt‘‘; doch muß wenigstens wgerm. 
teilw. auch an ‚Bart‘ gedacht werden. ` 

nord: Barär Fms. Ks. LB. N.; Bardi LB. Bs. Fms. N.; 
Hagbardr Fms., Rád- Fas. (Rathbarthus Saxo); viell. hierher 
auch Barpakn Nor. Schwed. 490 = Barðþiagn, desgl. 
Barlaf? ebda.; Bassi Bs. Nor. Schwed. 490 von Bar(ð)sigr ?, 
Herbarðr N. 43. ss. rer. Dan. 

wgerm: wfr. Isenbardus, Sicbardus PI.; srhfr. Parthart 
9; ags. Bardwulf Searle; lb. Pardo 8, Acupard 8 (ahd. Ha- 
gapart). 

16. basan „zaubern“ vergl. Henning D. R. s. 82, wo- 
selbst weitere Belege. 

nord: Bösi. W. N. Fas. R. Falkman, Ortnamnen i. 
Skåne s. 113, norw. isl. nur als Zuname bekannt. 


Altnord.-Westgerm. Namensthemen. 83 


. wgerm: frünk. Boso runischr. Freilaubersheim 6 Jh. 
Henning aao.; wfr. Boso 6. Joh. Abbat. 589; Bosogast lex 
Salica; ags. Bósa 7. urkundl. u. Sachs. Chron.; Ib. Posso 9. 

17. bild- „Pfeil“. 

nord: Bildr Fas. N.; Bildi, Billi R. Falkman 110; 
Bildus dän. Saxo; nicht isl. 

wgerm: wfr. Bildrat P.1. 8; ahd. Pildhart LC.; ags. 
—; lb. — 

18. bior- „Bier“ vergl. alu-; nord. biórr kann auch 
„Biber“ (ags. beofor) bedeuten. 

nord: Biórr D. N. II 725, R.; Biórólfr var. Bigrgólfr 
Fms. X, R. s. 44 auch viell. aus Bigrgülfr. 

wgerm: Beorius LC. II 205, 17 (Klingenmünster); ags. 
Beörwulf Searle, Beörläf K. 11, Beöring K. 11; Ib. — 

ev. nord. Biórólfr — ags. Beórwulf. 


19. biudan „bieten“, an. bjóða. 

nord: Vigbjódr LB.; Margbjódr Scota iarl Fms., viell. 
also schott. Ursprungs. 

wgerm: ofr. Bioda 11; srhfr: Bieta f. 8.; ags. —; 
lb. —. Viell. sind die nord. Namen zu vergl. mit den ahd., 
lb. auf -bodo, poto ef. lb. Wigbodus etc. 


20. blank- „glánzend, schön“. 

nord: Blakkr Fms. Ks.; Blakkmarr Fms.; Blakki R. 
N. (Blacco Saxo); nicht isl. 

wgerm: ahd. Blanka f. LC.; anfr. Blankard 11; ags. 
Blaea loc. K.; Blaemann, Blekwine Searle; lb. — 

Blakkmarr außerh. des nord. nicht zu belegen. 


21. bôb- „Bube“. 

nord: Bófi (Búfi) W. N. Yngls. (ein Gaute), viell. Bof- 
gardr D. N. II 800. l 

wgerm: wfr. Boboleno Waltemath. 17; alam. Boabo 8; 
srhfr. Buabo 8; ags. Boba, Bofa 8/9 K.; lb. Bóbo 10. 

22. boga „Bogen“. 

nord: Bogi LB.; Bugo dän. Saxo, N.; Hunbogi Bs. 


LB.; Finnbogi Bs. LB. St. 
6* 


84 Altnord.-Westgerm. Namensthemen. 


wgerm: ahd. Bograt LC. (Niederaltaich), Ilbogo LC.; 
ags. Boga Searle; lb. — 

23. braid- „breit“. 

nord: Breidr LB.; Breidskeggr Ks. 

wgerm: alam. Braitold 9; wfr. Braiding 9; ags. viell. 
Brada K. 8; Ib. viell. Braifred 8. 

24. bram- zu breman „fremere“. 

nord: Brami Fas.; Bramr W. N. Falkman 114. 

wgerm: wfr. Bramigardis 8; Pramolf loc. s. Fm. 333; 
ags. Bremhelm 905 K., 1b. — 

25. brord- „Spitze“. 

nord: Broddr LB. Lilj. 1198; Broddi LB. Bs. N. 
Broddo, Brodder dän. schwed. Saxo; Skeggbroddi LB.; 
Hothbroddus, schwed. König, Saxo ; Broddhelgi, hier als Bei- 
name, LB. 

wgerm: ahd. —; ags. Brorda 8. K.; Willibrord ca. 700 
Searle; lb. — 

26. bröpar „Bruder“. 

nord: Bróþer W. N., Broderus dán. Saxo. 

wgerm: alam: Broter 8, as. Brother 11; ags. Broder 
K.; lb. — - 

27. brün- „braun“. 

nord: Brünketill D. N.; Brünölfr Nor. Schwed. 487, 
var. Brynjólfr LB.; Brúnn R. N.; Brúni LB. W. R. N., 
Bruno dän. Saxo, Brynki W.; Bryning N. ` 

wgerm: alam: Pruno 9; srhfr. Brunulf 8; wfr. Bru- 
nardus, -Bruningus P. I.; ags. Brun 8. K., Brunheard K. 9; 
lb. Brunulf 9, Bruning 8. 

Brúnketill sonst nicht belegt. 

28. bü- „Bau, Wohnung“. 

nord: Büsteinn Lilj. 1741; Bjólfr LB. = Bæjólfr = 
Beowulf? vergl. ahd. Gardulf, Heimalf, Gering Béowulfübers. 
s. 100; Büi, Bói W. N. St. Óláfs s. Tryggv. Nor. Schwed. 
488; von ders. Wurzel auch Bóndi W. N. St. DN. IX. 123; 
Oiboi Lilj. 1810 = Eybúi? (s. auch D. s. 82). 


Altnord.-Westgerm. Namensthemen. 85 


wgerm: alam. Buo 8, Puwo 9; srhfr: Buman 8; ags. 
—; lb. — 
Die nord. Comp. sind im wgerm. nicht belegt. 
29. dall- ,clarus, superbus^, ags. deall; vergl. übrigens 
Mhff. Zs. 30, 245. 
nord: Dalli, Dalla DI. 172. LB. Fms. DN. III 417 (oe), 
wgerm: wfr. Dalbertus P. I.; alam. Tallo 8; ags. 
Dealla, Dealing Searle; lb. Talliverto 9. 
80. dîs- zu an. dísir „Disen“; vergl. Grimm. Mythol. 
I 3833; zu got. filudeisei „Klugheit“, zuletzt Uhlenbeck PBB. 
83, 184, Brate Z. f. d. W. 13, 143. 
nord: Dis f. LB. Fas. DN. I 184; viell. Tesalfr = 
Disálfr m. Lilj. 169, D. s. 328; aus Fms. LB. D. etc.: Adis, 
Al-, Álf-, Arn-, Ás-, Berg-, Ey-, Hall-, Her-, Hjálm-, Hjor-, 
Hólm-, Ió-, Sal-, pór-, Val-, Vé-, Vig-; Anddisi < Antisi Lil]. 
792, D. s. 242, Ofpintisa Tu 1005, D. s. 81; Hipintis Lilj. 
724 D. 167; Frautis Dybeck 2, 197. 
wgerm: wír. Agedisus P. I. 8, Agedis 9; mfr: Disibod 
6; Tisulf Poet. Lat. III 361; alam. Disi 8; ags. —; lb. 
Tiso, Aredisius 8. 
Die nord. Compos. sind im wgerm. sámtlich nicht zu be- 
legen. 
31. diur- „teuer“; doch ist auch an dius ,, Tier" zu denken. 
nord: Dýrfinna LB.: Dýrhildr Bs.; Dýri LB. Lilj. 1154. R. 
wgerm: wír. Deorwaldus P.I., Deurtrudis PI.; ofr. 
Tiurbilt 9; srhfr. Diura 8; alam. Teormar 8; ags. Deor 8, 
Deorbriht 9. K.; lb. — 
an. Dyrhildr = ahd. Tiarhilt, Dýrfinna speziell nord. 
32. dulg- got. dulgs „Schuld“, an. dölg „Wunde, Feind- 
schaft, Kampf“, ags. dolg; an. dölgr „Feind“, ahd. tolg 
„Wunde“; vergl. das ethnicon der Dulgibini Zeuß 112, DA. 
IV 62, 426. 
| nord: Dölgfinnr Bs., (Dölgr edd., Dólgþrasir edd. 
Zwergnamen). 
wgerm: ahd. Dulciold LC.; wfr. Dulcierdis, Dulcebert 
P.I; loc. Dulgesheim öft. Fm. II 489; ags. —; lb. — 
Dólgfinnr nur aus dem nord. belegt. 


86 Altnord.-Westgerm. Namensthemen. 


33. ehwa- „Pferd“, vergl. got. aihwatundi; viell. zu 
Cap. I, vergl. v. Grienbergers Deutung von wgot. Euenando 
aus aihwa- Zs. f. d. Ph. 37,543; Kluge, Vorgeschichte 
PG.? 326. 


nord: runischr. Ehinga Schwed. 6. Krogsta Nor. Nord. 
25, Bugge 128ff.; aus allen Quellen: Iöälfr, -árr, -bjorn, 
-freär, -freyr, -geirr, -grimr D.I. 498, -kell, -marr, -rekr, 
-steinn Nor. Schwed. 498, Oläfs s. Tryggv.; lólfr < Ióólfr; 
fem: Iödis, -fasta, -friär, -rún Haralds s. Hárf.; ganz anders 
erklärt dies Ió- Kögel: Sievers Beiträge 16, 502, dagegen 
v. Grienberger Zs. f. d. Ph. 27, 440 ff.; Iódis ein Beiname 
der Hel, Yngl. s. c. 20. 


wgerm: wfr. Echarigo 7. Waltemath. s. 20; bayr: 
Ehadrûd; alam. Eholt 8; viell. Eholf loc. Fm. 451; ags. 
Eomær K. 7; Eola Eolla, Searle, Kluge P. G.? I 326; lb. — 

Außer denen mit -marr, -rekr, -úlfr sind die nord. Com- 
pos. im wgerm. nicht zu belegen. 


34. fadar- „Vater“. 


nord: Faper W. N. Lilj. 1447, 48 (Schonen.). 

wgerm: as. Faderiko 10. alam. Fader 8; ags. Fæđer 
K. 8; lb. — 

35. finn- zum ethnicon der Finnen. 

nord: runischr. Fino f. Schwed. 6. Berga Nor. Nord. 
2; Finnr D. I. 188 Bs. Ks. LB. etc.; aus Bs. LB. Fms. W. 
D. ete. Finnálfr, -bjorn DI. 395, -bogi, -geirr, -leikr, -kell 
D. I. 186, -ülfr LC. II 650, 18, -vardr, -vidr N.; Finni LB. 
N., Finna f. W. LB.; mase: Alfinnr, And-, Arn-, Dag-, Dölg-, 
Geir-, Geit-, Gud-, Stein-, Styr-, þór-; fem: Dyrfinna, Kol-, 
Gud-; Halfindr, Brate Runverser 252 ff. (s. halb-). 

wgerm: srhfr: Fingast 8; ofr. Finnold 8; anfr. Autfin 
9; ags. Merefin Beda, Dæg-, Gar-, (Searle) wohl meist ent- 
lehnt?; lb. —; afriesisch: Finn (Béow.). 

Die nord. Compos. mit finn- im ersten Glied sind im 
wgerm. nicht zu belegen. 


Altnord.-Westgerm. Namensthemen. 87 


36. frauja- = Freyr, der Gott oder nur „Herr“, 
ahd. frö; Grimm. Myth. I 175; im wgerm. schwer zu trennen 
von ahd. frao, frö laetus s. d. Cap. 1. 

nord: Freybjern W. Fas., -garðr Fas., -geirr W. = 
Frogerus Saxo, -steinn Fms. W. LB. Fas., -viðr LB. Fms.; 
Frowinus Saxo (Herzog von Schleswig) = Freysvinr (so 
Grimm Myth. I 76) oder = Fróđvinr (cf. frôd- Cap. I), 
desgl. N. Frøwin s. 27; Fröko dän. Saxo; Iófreyr Fms. Ks.; 
fem: Freygerðr LB. N., -leif Bs. var. Fjorleif; Véfreyja 
Fas. III 594 (Sturlaugs s.) Véfreyja hét kona ok hafði buit 
á beim be Vé; Frautis Dybeck 2, 197. 

wgerm: viell. Fraomarius, Bucinobantenkónig, Amm. 
29, 4, 7. (oder zu ahd. frô s. ol: bayr: Frowini 9, Frauger; 
srhfr: Frawibald 8, Frewigarda 8; ags. Frealaf 9. Sachs. 
Chron., Freawine ebda., Freobeorn, Frebern K. 11; 1b. Frau- 
pert 9. 

Die Compos. mit -garðr masc., -steinn, un -dis scheinen 
nur im Nord. vorhanden zu sein. 

37. frijönd- part. praes. zu frijön got. „lieben“; 
„Verwandter, Freund“, ahd. friunt, ags. fréond. 

nord: Frændi W. R. N. DN. III 628. 

wgerm: ofr. Friunt 9; alam. Friuntilo 8; srhfr. Friunt- 
hard 8; ags. — ; Ib — 

98. frisi- zum ethnicon der Zune) verg, auch Zeub 
136 anm. 

nord: Frisi W. N. | 

wgerm: Frisius CIL. III 1771; srhfr. Friso 8; 1a, 
ie<i Mhff. Zs. 12, 303, also hierher auch Friaso, Friese; 
srhfr: Friasini 9. Fm. 525; ags. —; lb. Fresa 11. 

39. föt- „Fuß“, an. fot, ahd. fuoz. 

nord: Fótr D. Nor. Schwed. 487; Véfótr Lil, 1361. 
D. s. 28 erinnert an ags. weofod „Altar“; hierher auch 
Ófotan Fms., Ófoti Fas.? 

wgerm: Fuaz LC. II 3%, 33; Foto loc. altfries. Fotden- 
heim Fm. I 513, 546; ags. — : Ib. — 


88 Altnord.- Westgerm. Namensthemen. 


40. full- „voll“, an. fullr, ahd. fol. 

nord: Fullafli Fas.; Fullsterkr Fms.; Fullr W. N. 

wgerm: wír. Fulberta P. I.; Vullihelm, Vulolf LC.; 
Fullofaudes Amm. 27,8, 1; ags. Fulbeorht Searle; lb. Ful- 
bertus 9. 

Die beiden nord. Compos. sind im wgerm. nicht belegt. 

41. fund- part. pass. zu findan „finden“. 

nord: Fundinn W. (auch ein Zwerg so, edd.), Lilj. 
262, 791. DN. II 241. 

wgerm: Funtan LC. I 5, 17 (Canton Solothurn); ags. — 
lb. — 

42. fur- „vor“; an. for-, ahd. fora. 

nord: Furkair Lilj 1450 — Forgeirr; Furkupr Lilj. 
558 — Forkunnr (kudr) D. 1. W. 

wgerm: ahd. viell. Foramund, Formund Fm. 512, 498 
(dieser zu fara Cap. I, Fm. s. 498); Ib. viell. Furimund 10. 
Bruckner s. 250 ohne etymon; ags. — 

Die nord. Compos. sind im wgerm. nicht belegt. 

43. gamal- „alt“. 

nord: Gamall W. N.; Gamli Hákonar s. goða. LB. Bs. 
etc. (= Galmi? LB. und dazu viell. Galmr? St. Fritzner 
ohne Angabe). 

wgerm: wfr: Gamalboldus P. L; srhfr. Gamalher 8; 
ags. Gamelbearn Searle, Gamal K.; lb. —; vergl. noch Ga- 
maleda CIL. XIII 3613. 

44. gauk- Kuckuck, an. gaukr, ahd. gouch. 

nord: runischr: Gaukar Schwed. 600 Schonen Nor. 
Nord. 38; Gaukr LB. R. 

wgerm: ahd. —; ags. —; lb. Cauculus 8. 

45. gram- „feind, zornig, übelwollend‘“, an. gramr, 
ahd. gram; oder zu an. gramr „Fürst“. 

nord: Gramr Fas. N., Gram dän. König Saxo, isl. Saxo. 

wgerm: ahd. loc. Grameshofen 11. Fm. s. v.; Gremis- 
dorf 10; Grama, Gramuoldus LC.; ags. —; Ib. — 

46. gran- „Bart, Schnurrbart“. 

nord: Grankell Fms. Isl. Ann. VIII 1028, -marr Yngl. 
s. Fas.; Grani LB. Bs. St.; Granki N. (Nekr. Lundense). 


Altnord.-W estgerm. Namensthemen. 89 


wgerm: lb. Ansegranus 9; ags. —; ahd. viell. loc. 
Granisheim, Granesdorf Fm. s. v. 

Die beiden nord. Compos. sind im wgerm. nicht belegt. 

47. grau- „grau“, an. grá-r, ahd. gráo. 

nord: Kraubiurn Lilj. 993. = Gräbiorn D. 130. 

wgerm: ofr. Grawolf 8; srhfr. Graulf 8, Graobard 8; 
Graolf, Graman LC.; ags. —, lb. — 

Die Compos. Grábiorn scheint spez. nord. zu sein. 

48. grima- „Helm mit Gesichtsmaske“, DA. IV 170; 
für das wgerm. ist wohl auch an das adj. grim „saevus“, an. 
grimmr zu denken; vergl. auch Mhff. Zs. 12, 300; ganz an- 
ders Fick, Griech. P.! CCXVL. 

nord: Grimr DI. 500. LB. Ks. etc.; aus LB. Fms. Ks. 
D. R. N. Grímarr, -kell, -ülfr; Grimilda aus d. Nibl. s. Saxo, 
aus Ortsnamen N. 38; Grími N., Grimo Saxo; Grima f., 
Hallgríma, Kolgríma LB.; masc.: / sgrimr, Arn- N. (schwed. 
Saxo), Aud-, Eld-, Ey- (= Hogrimus Saxo), Haf-, Hal-, Hjálm-, 
Kol-, Sig-, Stein-, pör- N., Vé-, Veür-. | 

wgerm: ahd. Grimheri, Grimalf LC.; wfr. Grimberga, 
Grimaldus, Leutgrimus P. I.; alam. Grimfrid 8; ags. Grim 
10. K., Grimbald 9. K., Grimeytel K. 10; lb. Grimoald 7. 

Von den Compos. mit grim- im 1. Glied ist keine spez. 
nord. falls nicht ags. Grimcytel entlehnt ist; über Grim- 
hildr im wgerm. vergl. Mhíf. Zs. 12, 300; Fm. 549; Kögel 
Litgesch. II 205 ff. 

Das adj. grimmr ,zornig" liegt wohl vor in scheed, 
Krimbr Lilj. 658. 

49. gröni- „grön“; an. græn, vergl. Greland = Groen- 
land. 

nord: Grelaug, -lod fem. LB. Fms. 

wgerm: Gruonmuot LC.; bayr. Cronhart 9; ags. —; 
lb. Gruno 9. 

Die nord. Compos. sind im wgerm. nicht belegt. — Es 
sei hier auch erinnert an die burg. Königstochter Sedeleuba, 
die — freilich erst „mutata veste“ Greg. II 28 — den Namen 
Chrona (Crona) führte (Wackern. s. 946 u. 396). 


90 Altnord.-Westgerm. Namensthemen. 


60. guld- „Gold“, an. gullr. 

nord: Gullrond f. Fas. (vergl. Gullveig edd.); Gylvir 
hierher? Nor. Schwed. 490; vergl. noch Gullkula Fas., Gull- 
haraldr Fms. etc.; Gulli DN. III 134. Nor. Schwed. 488 
viell. auch zu gund- Cap. I (Gullaugr < Guðlaugr etc.). 

wgerm: alam. Coldine 9; Colduwin LC., Goltniu, Cold- 
burg LC.; ags. Goldwine K., Golde f.; Ib. Culdo 10. 

Die Compos. Gullrond scheint spez. nord. zu sein; zu 
edd. Gullveig vergl. ahd. Choldwaih 8 s. waig- u. Cap. II. 

öl. habuk- „Habicht“. 

nord: runischr: Haukopur Schwed. 6. Vanga Nor. Nord. 
66, Haukr Haralds s. Härf. LB. Fms. R.; Hauknefr. isl. 

wgerm: anfr. Habbico 11; viell. Habacholdus EE 
ags. Heafeca loc. K.; lb. — 

Hauknefr spez. ord: Composition. 

52. haidu- „Beschaffenheit“, got. haidus „Art u. 
Weise", ahd. heit ,,persona, Rang, Stand"; an. heiär „Ehre“. 

nord: Heidr f. LB. Fas. Fms.; fem: Arn(h)eiðr LB., 
Llfheidr LB. Fms., Álfheidr Bs., Ragnheiðr Bs. vergl. auch 
aiþ- cap. Í. (Dag-, Fold- lór-, Mó-). 

wgerm: wfr. Amalhaidus 8; srhfr. Heidrich 8; Heidi- 
rich LC.; srhfr. Haidulf 8; ags. hád- nicht von had- „Kampf“ 
— headu (Cap. I) zu trennen; lb. (H)aidulf 8. 

53. hail- „salus“. 

nord: nur aus schwed. Runenischr. Nor. Schwed. 496: 
Heilfüss; Heilvi f.; viell. dän. Helret für Helrec N. s. 42. 
Necr. Lundense. und Helwin Saxo. 

wgerm: alam. Heilo 8; bayr. Heilwih Fm. 729; srhfr. 
Heilmund. 8; ags. Hælric 7 K.; lb. — 

Heilfúss nur aus dem nord. belegt, zu Heilvi f. vergl. 
Heilwih m., Helwin nur nord. 

54. hailag- „heilig“. 

nord: Helgi, dän. Königsname Yngl. s. c. 29, dann 
auch sonst: Hálfdans. s. Svarta, D. I. 185, Ks, R. N. etc.; 
Helga f. N. Saxo etc.; Broddhelgi LB. 

wgerm: ofr. Heilagthrud 8; bayr. Heilica f., Halicko; 
ags. Haligbeorht Searle; lb. — 


Altnord.- Westgerm. Namensthemen. 91 


55. haim- „Wohnung, Dorf; Welt“. 

nord: Heimir LB. N. (auch edd.); Heimarr Fas.; Heim- 
rekr, Heimfastr Nor. Schwed. 77, Heimlaug f. LB.; Monämr 
Nor. Nord. s. 48 = Munheimr. 

wgerm: bayr. Heimperht 8; ofr. Heimirich 800, auch 
LC.; wfr. Haimildis PI.; ags. Hæmgils 7 K.; Haimerus, 
Haimhere Searle; lb. Aimo 8. 

Die Compos. mit -fastr, aug sind spez. nord. 

56. haist- „heftig“; von Kluge Zs. f. d.W. VIII, 141 
zum ethnicon der Aestii „Esthen‘“ gestellt. 

nord: Lilj Nr. 14, 15 etc. u. 199: Aist, Aistulf. 

wgerm: Aistomodius, germ. König CIL. III 4453 
(Erdmann, Heim. der Angeln 94 zu got. aistan; anders v. 
Grienberger PBB. 18, 393 ff. u. Streitberg Urg. Gramm. 144 
zu lat. aistus, gr. «i®og); Heistolf 9 ep. Mainz. Vit. Eigil. 
c. 11; ags. Hasting?; lb. Aistulf 8 var. Ahistulf P. D. VI 
cap. 26. (Bruckner s. 264 zu haist-). 

57. halb- „halb“; vergl. Mhff. Beow. s. 24. 

nord: Hälfr LB. (aus *Hapuwulafr erklärt: Andrews, 
Hälfssaga s. 39); Hälfdan, dän. (Yngl. s. c. 29), schwed. 
Königsname Yngl. s. (Haldanus Saxo), N. (LC. II 636, 20) 
Bs. LB. Ks. etc.; Helfitr Lilj. 1307 (Halfitr liest Brate, 
Runverser 252) — Hallfindr od. Hálffündr, Brate 258. 

wgerm: ofr. Halbthuring 9, Halbwalah 8; ags. Healfa 
loc. K., Healfden K. 10 wohl entlehnt; lb. — 

Hälfdan, Hälffinnr (?) spez. nord. Compositionen. 

58. hasu- „grau“; viell. auch wgot. vergl. M.-L. s. 85. 

nord: Hosvir Fms. R.; Hóskuldr Ks. LB. Fms.; doch 
siehe zu Hosvir auch Hausver u. hauss Cap. III. 

wgerm: srhfr: Hasbert 8, Hasleip 8; ags. —; lb. — 

Die nord. Compos. ohne Entsprechung im wgerm. 

59. heäin- „Pelz“; Grimm Zs. II, 2; D. A. IV 677 
anm.; Maurer, Bekehrung II 109 anm. 32. 

nord: Hedinn Fms. LB. Ks. D. N. — Hithinus Saxo. 
norw.; Bjornhedinn Ks. LB., Skarp- isl, Ulf- LB.; Hipinbiarn 
Lilj. 243, -kair Lilj. 48, -fast Lilj. 139; fem: Hipintis Lilj. 724. 


92 Altnord.-Westgerm. Namensthemen. 


wgerm: Grimm aao. ahd. Hetan, Wolfhetan, Pern- 
hetan, Hetanwulf; ags. Heoden (Widsid); lb. — 

60. helta- „Schwertgriff“. 

nord: Hjalti Fms. LB. N. D.I. 185 = Hialto dän. 
Saxo; Hialtr, ein Zuname, bedeutet „Hialtlender‘‘ = Shet- 
länder, aarb. 1907, 173. 

wgerm: alam. Helzolt; ofr. Helzawin; ags. Hiltwine 
Searle; Ib. Hilziperga 8. 

61. helm- „Helm“. 

nord: Hjálmr Bs. R. D.; Hjälmarr Fms. N. = Hial- 
merus Saxo, -fastr D. 171 < Hialfast Lilj. 27, -geirr Lilj. 
222. D. 171, -grímr Fms., -ólfr LB., -þér Fas.; (vergl. Hjälm- 
gunnarr edd.); Hjálmungautr LB.; Véhjálmr, Vil- LB., auch 
Undset s. 56; fem. Hjálmdís Lilj. 774, -gerdr LB. Bs.; Geir- 
hiálmr Lilj. 608; Helmericus N. ss. rer. Dan. 

wgerm: wír: Helmengaud. Mabillon 752, Fm. 813; 
Wilhelmus P.lI.; ofr. Helmolf 8; Helmher loc. Fm. 811; 
Helmger LC.; ags. Helmwulfus K. 7; lb. Helmus 8, Helme- 
gis 6. Mar. Avent. 572, Helmedrüda 9. 

Die Compos. mit -fastr, -grímr, -pér, -dís sind außerhalb 
des nord. nicht zu belegen. 

62. herut- ahd. hiruz, an. hjörtr „Hirsch“. 

nord: Hiọrtr LB. D.; Hiarthwarus Saxo, 2 Schweden 
= Higrtr. P. Herrmann, Commentar 499; als Zuname mehr- 
fach Hkr. (Sigurär Hiortr Hälfdans s. Svarta cap. 5, þorir 
Higrtr Óláfs s. Tryggv. c. 43). 

wgerm: bayr: Hiruz 8, Hirizpero 11; ags. —; lb. — 

63. hit- Bedeutung? Fm. 8406. 

nord: runischr: Hite Schwed. 6. Järsberg. Nor. Nord. 21. 

wgerm: Graff III 208: Hizipirna, -wip; alam. Hitzi 8; 
wfr. Hizzo 8; ags. —; lb. Hitto, Izo, Izzo 8; vergl. auch 
Hitarinius CIL. XIII 8791. 

64. hîwa- zu ahd. hîwo „Gatte“, got. heiwafrauja. 

nord: runischr: Hiwigar Norw. ca. 600 Nor. Nord. 67. 

wgerm: wfr: Higisil Pd. 7; bair: Hiuperht 9; auch 
loc. s. Fm. 846; ags. —; lb. — 


Altnord.-Westgerm. Namensthemen. 93 


65. hlewá- „Ruhm“ = gr. xoş, ai. Sravas; doch 
vergl. auch ags. hleo „Grabhügel, Schutz“; Literatur s. b. 
Nor. Nord. s. 337 no. 17; bes. Fr. Burg: Die älter. nord. 
Runischr. s. 19 und I. F. X 106. 

nord: runischr: Hlewagastir Dänem. 4. Gallehus Nor. 
Nord. 17. | 

wgerm: bayr: Hleoperht 8; ags. Hleobeorht Searle, 
Hlewa loc. K.; lb. — 

Die Compos. Hlewagastin ist im wgerm. nicht belegt. 

66. hnaban- ,abschneiden' ? Lit. Nor. Nord. no. 6, 
Bugge s. 242. 

nord: Hnefi Fas. nicht isl. (anord. hnefi „Faust“); ru- 
nischr: Hnabdas. Norw. 6 Bo Nor. Nord. 6. 

wgerm: alam. Hnabi 8; ahd. Nebi, vergl. Siebs. Gesch. 
d. fries. Litr.? s. 4. (P. @.? s. 524); ags. Hnef loc. K.; 
vergl auch Hnæf Béow. Finnsb. 

67. holt- „Wald“. 

nord: Holti LB. N. Hkr. DN. I 225; runischr. Holtin- 
gar Dänem. 4. Gallehus Nor. Nord. 17. 

wgerm: bayr: Hulzilo 8; ofr. Holzmann 9., ags. —; 
lb. — 

68. hör- „lieb“ = lat. carus, ai. cara „Freund“, Lit. 
Nor. Nord. no. 27, 15. | 

nord: runischr. Horar Dänem. 6. Maglemose u. Fünen, 
Nor. aao. 

wgerm: bayr. Horin, Horinc 9; ags. Horling Searle, 
loc. Hormer K.; lb. — 

69. horn- „Horn“; ags. hornung = spurius, an. horn- 
ungr „Kind einer Freien von einem Knecht“ von horn 
„Ecke“, „der in der Ecke geborene“, Fritzner II 44. 

nord: Horni loc. N. s. 47, Hyrningr LB. N. Oläfs s. 
Tryggv.; Hurnigr ischr. Undset s. 18; Hornbori W. R. N. 
(auch edd.), Hornklofi Skaldr, Haraldss. Hárf. c. 9. 

wgerm: srhfr: Hornung 8; ags. —; lb. — 

70. hring- „Panzer, Rüstung‘; übertr. „junger Held‘; 
manchmal wohl auch = „Ring“ (= baug) z. B. in aid + ring. 


94 Altnord.-Westgerm. Namensthemen. 


nord: (H)ringr Haralds s. Hárf. Fms. Ks. Fas. R. N., 
Ringo dün. Saxo; Ringormr Lilj 1570; Ringeidr f Hringja 
f. Fas. (Hálfss.); Ringulf N. 76 nicht sicher. 

wgerm: ofr: Ringolf 8; alam. Amalring 9; lb. Rin- 
culus 8; ags. Hringwine 8. K. 

Ringormr nur im nord. belegt; Ring--eidr im 2ten 
Glied desgl.; doch vergl. Eidring srhfr. 9, Mhff. Zs. 17, 429. 

71. hrör- „hurtig“, ags. hréran „rühren“; Bugge s. 98. 

nord: runischr. Hrorar Hrorer = *Hrórr *Hrorsson, 
Norw. 7. By. Nor. Nord. 5. 

wgerm: Fm. 1281: wfr. Roricus 6; Rorulf LC.; srhfr. 
Hrorich 9; ags. Roricus Searle; doch fühlt man sich ver- 
sucht, an eine Entlehnung von an. Hrórek (< hród- Cap. I) 
zu denken; lb. — 

72. hross- „Rof“; Fm. 867, 1282. 

nord: Hrossbjorn Fas. LB.; Hrosskell (ketill) Fas. LB.; 
vergl. noch Rostiophus Saxo, ein Finne (myth. Hrossþiófr 
auch edd.). 

wgerm: wfr. Roslindis P.I.; Hrosmar LC.; ags. Horsa 
5; lb. Rospald 9 (Bruckner 301). 

Die beiden nord. Compos. sind im wgerm. nicht belegt. 

(3. hug- „Sinn“. 

nord: Hug voc. von *Hugir, inschr. Bugge, Tolkning 
s. 98; Hugbigrn Lilj. 862, -Íeikr Schwedenkönig, Yngl. s. 
= Hugletus dán. Saxo, doch auch sonst R. N. DN. II 19; 
Hikulfr Lilj. 998, Hikifastr Lilj. 935, Hikair Lilj. 1575 von 
D. s. 169 als Hugulfr, -fastr, -geirr erklärt; Hugi Fas. Fms. 
R. N.; Viähugsi Lilj. 692 D 29.; Illugi isl. R. N.; außer 
Illugi nicht isländisch. 

wgerm: alam: Kerhug 9, Hug 8; srhfr: Hucger 7; 
ofr. Hugibern Necr. Fuld. 810, Hugileih 8; wfr. Hucboldus 
PL: Hugolf LC.; vergl. auch Hucdio, ein Bataver, CIL. 
XIII 8779 (Zs. 35, 395); ags. Hygeberht K.; Ib. Hugbald 9. 

Nur Hugfastr ist eine speziell nord. Composition. 

74. hund- „Hund“. 

nord: Hundr Hkr.; Hundölfr DN. I 190, LB.; Hundi 


Altnord.-Westgerm. Namensthemen. 95 


Óláfs s. Tryggv. LB.; Hundingus norw. dän. Saxo, Hun- 
dingr R. 

wgerm: alam. Hunda 9; ofr. Huntolf 9; wfr. Hunt- 
fridus PI.; ags. Hundulf 10. K.; Ib. — 

75. hüs- „Haus“. 

nord: runischr: Husingr Norw. 7. Fonnäs Nor. Nord. 
14, nach Bugge s. 50ff. appell. zu einem vorausgeh. 
Wakrs; Hysingr var. Hísingr Fms.; Hysingr Hálfdans s. 
Svarta, Hísingr R. DN. I. 691; Huskarl Lilj. 265, Husbiorn 
Lilj 326. D. 159, 160. 

wgerm: Chusabald 6 Frankenkónig; alam. Huso 8; 
bayr. Husing 8; ags. Husearl Searle (wohl entlehnt); lb. 
Huswald 8. — Zu Husing, Hysingr vergl. die Übersetzung 
von Nótker bei Piper I 785?? penates — husinga. 
76. huzd- „Schatz, Hort“. 
nord: Hoddbroddr Fas. — Hothbroddus schwed. Saxo. 
wgerm: wír. Hortbert Fm. 866; srhfr: Horther 8; 
viell. Ordbriht 8. K.; lb. — 
Hoddbroddr spez. nord. Composition. 
77. hvat-,hvatt- ,scharf, streng“. 
nord: Hvatr R. DN. I 247; Hvatmódr DN. VI. 346; 
Aud(h)vatr Lilj 1777, Ei-, Geir- Nor. Schwed. 482, Sig- 
Fms.; Hvati LB. isl. 

wgerm: bayr. Hwasmot 8; ofr. dto. 9; ags. Hwætred 
8. K.; lb. Guaspertus 9. 

78. hwelp- „catulus“. 

norð: Hvelpr Fms. (Hvelpr eða Hundi Óláfs s. Tryggv. 
c. 52) N. s. 48 aus Necr. Logumense. 

wgerm: ofr. Berewelf 7; srhfr: Welpfrid 8; ags. 
Welfwine Searle; Ib. Guelfo 11. 

79. hwit- weiße. 

norð: Hvítserkr LB. Fas. Fms. (Witsercus Saxo), -biorn 
N., -haufdi Lilj. 258; (H)uitarn Dybeck 2, 181; Hvitastiarna 
f. uta Saga 62,6; Hvitingr Ks. Fms. ; Swanhvita dän. 
Prinz. Saxo. 


un 


ags. 


96 Altnord.-Westgerm. Namensthemen. 


wgerm: ahd. nicht zu unterscheiden von wizzan; ags. 
Hwita K. 8, Hwiting K. 9; Hwithyse 8 K.; lb. — 

Die nord. Compos. scheinen aus dem wgerm. nicht be- 
legt werden zu können. 

80. ill- „übel, schlimm“; doch kommen im deutschen 
noch andre Stämme in Betracht, Fm. s. v. 

nord: Illgi D. I. 496. R. N. Lilj. 1553. 

wgerm: ahd: Ilbogo, Illino, Ildrud L. C.; ags. Ilberd 
K. 11, Ilbodus Searle; lb. Illarus, Illarius 8, 9. 

Ilugi im wgerm. nicht belegt. 

'81. im- Bedeutung?; Bruckner s. v. denkt an anord. 
skaldisch imr „Wolf“. | 

nord: Imaldr Fas.; Imi Fas. Bs. St. W. (auch Immi, 
W. N.); viell. Imlauk f. Lilj. 438. (— Imlaug?). 

wgerm: bayr. Imidanch 8; srhfr. Imiko 8; ags. —; 
lb. Imitanco 8. | 

Zu an. Imaldr vergl. ahd. Imenald LC. I 190, Emmolt 
LC. II 143; Imlauk spez. nord. 

82. ing w- zum ethnicon der Ingv&onen (I. F. VII, 300), 
Ingvi = Beiname des Freyr, Freyr hét Ingvi ódru nafni 
Yngl. s. cap. 12; vergl. auch Mhff. Zs. 23, 9 und Zs. 9, 250; 
Zeuß 73; DA. IV 591 ff.; Fm. 959 ff. 

no rd: runischr: la in loc. Ingisarb(iske adj.) Norw. 
. 7. Fonnüs Nor. Nord. 14, Bugge 50 ff.; Ingi W. Ks. DI. 399 
= Inki Lilj 359 — Yngwi Yngl s. (also nicht bloß der 
Yngl. König) = Ingo Saxo; Inga f. N. Ks. — Inka Lilj. 
496; aus Fms. Fas. LB.: Ívarr = Ifarr (Nor. Nord. s. 70) 
= Yngvarr (Inkvar Lilj. 436) (Ingvarus Saxo. N.) aus *Ingu- 
hari (Nor. aao.), nicht bloß der Yngl. König, sondern auch 
sonst: DI. 498, Nor. Schwed. 485; Inkibiarn Lilj. 270, Ingi- 
bjorn Fms., -fastr Lilj. 18, -frödr (Inkfrudr) Lilj. 502. -geirr 
Lilj 310, Ikikunr Lilj 937 — Ingigunnr D. 207, -leifr, 
-marr N. Lilj. 923 Ingimarus Saxo, -mundr Lilj. 580 N. DI. 
186, -ólfr Lilj. 252, N. DI. 248, -valdr — Ingjaldr Yngl. s. 
Lilj. 908, 408 — Ingellus Saxo. dün. (P. Herrmann, Comm. 
s. 500), -vidr; fem: Ingibjorg norw. Haraldss. Gráf. N. Lilj. 


Altnord.-Westgerm. Namensthemen. 97 


937 (= Ingiburga Saxo), -gerär Haralds s. Härf. u. sonst 
Hkr., N. Lilj. 816, -laug D. 208 aus Ikiluk Lilj. 399, -leif, 
-ríðr Óláfs s. Tryggv. N. Lilj. 435, -rún Lilj. 805, -pöra 
Lilj. 396, Ingvildr f. LB.; Ingunn( (r) St. nr oder 
Ingunnr?; Ungwinus Eats — Yngwi, Herrmann aao. 507, 
oder — Ingwin N. 51. (ahd. Ingwin Fm.). 

wgerm: Inguiomerus, Cherusker, 1. Tac. ann. I 60 eto. ; 
vergl auch Ingonius CIL. XIII 8820; wfr: Ingramnus, In- 
gulf, Ingvildis, Ingardis, Hincfreda P.I.; Ingoberga Greg. 
IV 26; srhfr. Ingofrid; ofr. Inguheri 9; ags. Ingweald 8. 
Sachs. Chron., Ingær Searle, Ingimund K. 11; Ib. Inguald 8. 

Die Compos. mit -bjorn, -fastr, -fródr, -leif, -vidr, -laug, 
-rún scheinen spez. nordisch zu sein; zu Ingigunnr m,, 
Ingunnr f. vergl. ahd. Ingundis. 

83. îs- „Eis“. 

nord: Aus St. W. Fms. etc.: Ísarr St., -bjọrn, -leifr 
D. I. 67. LB. Fms., -ólfr N. LB. (Isulfus Saxo dän.), -roär 
(rauðr) LB.; Ísi N.; Ísli W.; Ísgerðr Fas. LB., -ríðr Fms. 
fem; Ísakr Ks. Fms. wohl = biblisch Isaak. 

wgerm: alam. Iso 8; as. Isheri 8; wfr. Isoardus, Isulf, 
Isgildus P. I.; ags. Iseard K. 7; lb. Iso 9. 

Die Compos. mit -bjorn, -leifr, -friðr (= roðr), -gerdr, 
-riðr (frid) sind nur im nord. belegt. 

84. id- (ags. eđ; ahd. ita, it) „opus, negotium“; viell. 
gemeingerm., falls wgot. itemundus M.-L. 38 wirklich hier- 
her gehört (vergl. Zs. f. d. Ph. 87, 547). 

nord: Iðunn f. (der Name der Göttin als Menschen- 
N LB. 2 mal; anders erklärt diesen Namen Bugge, arkiv 

5, 24), Ipi Fas.; vergl. Ida N. 49; Iäungr R. 142, 149; (Iä- 
iði edd.). 

wgerm: ofr. Itoger 11; wfr. Iduinus, Itburgis PI.; ; Itvig 
LC. II 677, 5; ags. Edberge Searle, Edbirtus 801 K.; 1b. — 

Zu Idmundr vergl oben wgot. Itemundus. 

85. iuti- zum ethnicon der Jüten, Zeuß 146. 

nord: Iuti W. N.; Iutr Lilj. 514, 837 (ev. andre Deu- 
tung, D. s. 200). 


Hans Naumann, Altnord. Namenstudien. 7 


98 Altnord.- Westgerm. Namensthemen. 


wgerm: wfr. Iutradus P. I. (hierher?); ahd. Iuto, Iuzo; 
ags. Eota nur loc. K.; Ib. — 

86. iwa&- ,Eibe", ags. eow, éoh, ih. 

nord: runisdhe: Ehar Schwed. 6. Ásum. Nor. Nord. 68, 
Bugge s. 111, 128; Ýr(r) f., Ýri LB. R. Fas. 

wgerm: wir. Iwa PI; bayr. Iwo; anfr. Iwibodo 9; 
ags. Ivo Searle, Eowa 7. Sachs. Chron.; lb. — 

87. kampo- „Kämpfer“. 

nord: Kampi, Kappi R. W. N. DN. IV 431. 

wgerm: ahd. Kamfo, Cempho; ags. —; lb. Campo, 
Campulus 8. | 

88. karl- „Mann; Gemeinfreier; Bauer“ (vergl. Rigs- 
Pula). 

nord: Karl Ks. Bs. Fms. N. DI. 304; Karli N. Fms. 
LB. Nor. Schwed. 485; Kalli N. = Karli? (wie kall = 
karl, Fritzner s. v.); Karlshofud Ks. LC. II 637, 12 (Karl- 
hofthus Saxo); Karlungr Lilj. 790, Korlungr Ks.; Karolus, 
Statthalter in Götland, Saxo; Huskarl Lilj. 265, Othenkarl 
N. mehrfach s. 71 aus ss. rer. Dan.; pörkarl Lilj. 1601; Staf- 
karl Lilj. 280. 

wgerm: wfr. Carolus 7, Carlmann 7; ags. Ceorl 6. 
Beda, Huscarl Searle (wohl entlehnt); lb. — 

Karlshofuð nur aus dem nord.; (desgl. Othenkarl, þór- 
karl). 

89. katil- „Kessel“, Grimm. Myth. I 51. 

nord: aus allen Quellen: Ketill Ks. W. Fms. LB. N. 
DI. 172, Lilj. Kitil 11, 46 etc. (D. 139); Katla Vita Ans- 
kari c. 20, Kitila Lilj 802; Ketilbjorn Fms. LB. N. Lilj. 
94, -fastr Lilj. 514, -geirr Lilj. 394, -haufdi Lilj. 847, -mot 
LC. II 634, 7, -mundr Lilj. 178, -var Lilj. 484; fem: Ketil- 
bjorg, -ey, -elv N., -(f)ríðr LB. Lilj. 388, -laug Lilj. 529, 
-vi Lilj. 489; masc: Brunketill, Luf-, Tver-, þór-, Vé-; fem: 
4 8-, Arn-, Ott-, þórkatla; masc: Alkell, Álf-, A Ás-, 
Auö-, Ey, Finn. Gran-, Grim-, Hall-, Hölm-, Hróð-, Iöl-, 
Ref-, Ros-, Skam-, Smið-, Stein-, þór- (Torkillus dän. Baxo), 


Altnord.- Westgerm. Namensthemen. 99 


piöd-, Ulf-, Vé-; Hrokkell = Hróðkell; Rankill Saxo = 
Rafnkell. isl. Bräv. 

wgerm: bayr. Kazzilo hierher? vergl. u. catta; Chezil?; 
ags. Cytel K. 10, Cytelbearn K. 10 wohl entlehnt; 1b. — 

Die nord. Compos. sind im wgerm. nicht zu belegen. 

90. catta- „Katze“. 

nord: Kottr Fas.; Cata W. hierher? 

wgerm: ahd. Cazo, Cazzo 8, 9. ofr. u. srhfr.; bayr. 
Chazil 11. doch s. o. katil; ags. —; lb. — 

91. kiol- ,Fahrzeug^; ags. ceol „Langschiff“. 

nord: Kiolvor f. LB. 

wgerm: ahd: Kielher, Kielo Fm. 986; ags. in großer 
Verbreitung, Ceol K. 8, Ceolfrith K.; Ib. — 

nord. Kiolvor im engl. und sonst im wgerm. nicht belegt. 

92. knut- „der zwingende“, an. knyja „zwingen“. 

nord: Knütr nicht nur der dän. Königsname, sondern 
auch sonst Lilj. 264. Ks. Bs. N. DI. 186 (Kanutus Saxo); 
Knytlingr (Nor. Nord. 94). 

wgerm: alam: Chnuoz 8; srhfr. Cunuz 8; ags. Cnotta? 
Searle; lb. — 

93. kol- ,Kohle*; Kolgrímr u. Svarthofdi, 2 Brüder LB. 

nord: Kolr N. Ks. LB. (Bs. var. Kollr s. d. cap. III), 
Colo dän. Saxo; Kolbeinn N. DI. 274, -bjorn Fms., -brandr 
N., -grimr LB., -griss LB., -skeggr Fms., -sveinn N. LB.; 
fem: Kolfinna Fms., -frosta, -grima, -torfa Fms., -þerna 
DI. 172. 

wgerm: srhfr. Colo, Colobert 8; Coloman Fm. 372; 
ags. echt wohl nur Colman, Colbeorht Searle (-bein, -beorn, 
-brand, -grim wohl entlehnt); lb. Colo 8. 

Die nord. Compos. sind im wgerm. nicht belegt. 

94. kráw- „Kráhe“. 

nord: Krákr Bs. Fas. R. St.; Kráki, Kráka f. isl. N. 
(Kráki var. þormundr krákr Óláfs s. Tryggv. c. 53). 

wgerm: ahd. —; ags. Kráwe 10. K.; Ib. — 

95. krist- „Christus, Christ“. 

nord: Kristrodr Fms.; Gillikristr zu irisch giolla 

T * 


100 Altnord.-Westgerm. Namensthemen. 


„Diener“ Hkr. Ks.; Kristrün f. St.; Kristofari Danakonungr 
Ks. vergl. Cap. I fara-. 
wgerm: wfr. Christoildis P.I.; Cristoinus P.I.; lb. 
Cristelm 9; ags. Cristthegn 10 Searle. 
. Die nord. Compos. sind im wgerm. nicht belegt. 
9. kuik- „lebendig“. 
nord: nur aus Lilj. (D. s. 120): Kvikr 685, Kvikbigrn 
479, Kvikülfr 322, Kvikunr 450. 
wgerm: Kekhart LC. II 31, 5; ags. Cwichelm 6. Sachs. 
Chronik; lb. — 
Die nord. Compos. sind im wgerm. nicht belegt. 
97. ladön „laden“; ags. lađu „Einladung“. 
nord: Greloð f. Fms. Hkr. LB., Hróð- Lilj. 1703, 
Sunn- Fas.; Gunnlgð (nicht nur edd. Suttungs dóttir) auch 
Fas. Hróksdóttir. 
wgerm: wfr. Lathomar 8. Pd.; Ladrat LC.; ags. viell. 
Lodmær, Ladwulf Searle; Ib. Ladipertus 9, Rödoladus 11. 
Die ganze Art der Compos. (fem. im 2ten Glied) ist, 
wie es scheint, spez. nordisch. 
98 lagu- „Gesetz“. 
nord: Logbersi Hkr.; Logmaär Hkr. Fms. N. s. 59. 
wgerm: bayr: Lago 9; srhfr. Lagér 8; ags. Laga loc. 
K., Lagmann Searle; lb. — 
Logbersi nur aus dem nord. 
99. laiba- „Nachlaß, Nachkommenschaft, Sohn“. 
nord: runischr: Ormalaiba Norw. 700 Myklebostad, 
Bugge s. 336/7; Alaibu Norw. 7. By, Nor. Nord. 5, Bugge 
108, 171; Leifr LB. Fms. N.; Aleifr, Óláfr, fem: Alof, Ólof 
vergl. ana- Cap. I; Leifdagr Fms., -steinn (Lif-) Nor. Schwed. 
484; Leifi R. N.; Äsleifr, Bar-, Ei-, Fólk-, Frid-, Geir, 
Gud-, Hard-, Hjor-, Ingi-, Is-, Odd-, Ran-, Sig-, Sunn-, pór- 
Varn-, Vé-; fem: Ás-, Arn-, AEgi-, Fjor-, Gunn-, Ingi-, Lang-. 
wgerm: Theolaiphus Amm. 21, 15, 4 ete.; Dagalaifus 
Amm. 21, 8,1 etc., auch CIL. X 4487.; srhfr. Guntleiba 8, 
Leibhilt 8; ags. Cynelaf K.; Ib. Audelapus 8; altfriesisch: 
Bernlef M.S. ss. II 412. 


Altnord.-Westgerm. Namensthemen. 101 


Die Compos. mit -stein und mit -dag sind nur aus dem 
nord. belegt. 

100. laid- „widerwärtig, verhaßt“. 

nord: Leiäölfr LB. R. 

wgerm: wír. Laidradus P. I.; srhfr. Leither 8; ofr. 
Leitbraht 9; ags. schwer zu scheiden von lad- s. o. ladón; 
viell. Ladwulf; lb. Laydolfus. 

101. lamb- „Lamm“. 

nord: Lambkárr Bs. N.; Lambi Fms. LB. R. DN. 
II. 158. 

wgerm: srhfr. Lempfrit 8; mfr. Lampo 10; ags. 
Lambecarl Searle; lb. — 

Lambkárr nur im nord. belegt. 

102. lang- „lang“. 

nord: Langr Lilj. 1839, N. R.; Langi N.; Langlif f. 
St. N.; vergl. Lang-Ormr Bs. 

wgerm: ahd. Langpert LC.; wfr: Langbard 8; Lango 
Graff II 227; ags. Langa loc. K.; lb. — 

103. laug- „warmes Bad“, DA. V 371, Schröder s. 10. 

nord: aus Fms. LB. Lilj. etc. (vergl. die ersten 
Glieder): mase: Arlaugr, Ás-, Ey-, Her-, Stur-, pór-; fem: 
Allaug, Ar-, Ás-, Bjorn-, Drop-, Ey-, Fast-, Gaut-, Geir-, 
Giaf-, Gis-, Gre-, Gunn-, Her-, Heim-, Hölm-, Hröd- (= 
Hrollaug), Ingi-, Is-, Ketil-, Kin-, Odd-, Ran-, Sig-, Skir-, 
Snæ-, Stein-, Svan-, þór-, þras-, Vé-; vergl. auch Imlauk 
Lilj. 438. fem. = Imlaug? (anders D. 218). 

wgerm: bayr: Lauganperht 9; srhfr: Hildilaug 8; ofr: 
Svanelaug 10, Triulaug 8; ags. —; lb. — 

104. lid- ,Gesinde, Kriegsvolk*; doch vergl. Fritzner 
II 500 lid heitir scip; die Bedeutung ,starker, berauschender 
Trank“ kommt wohl nicht in Betracht. 

nord: Lidmadr Lilj. 787, -ülfr Lilj. 4. N. s. 64 aus 
ss, rer. Dan, -vallr Lilj. 681, wohl — valdr vergl. valdan 
Cap. I, -vardr R. DN. IV 87; Làdvi f. Lilj. 794; Liär m. 
St.; anders N. s. 61 (Lithulf). | 


102 Altnord.-Westgerm. Namensthemen. 


wgerm: ahd. Lidrat, Litramnus, Lidhart LC.; ags. 
Hildelith 7 Searle 298; lb. — 

Die nord. Compos. sind sámtlich im wgerm. nicht belegt. 

105. lík- „Person“; got leik, an. as. ags. lík „Leib, 
Körper“, ahd. líh. 

nord: Nor. Schwed. 482: Liknatr, -reifr; Likny f.; 
Likkair Schlyter VII. Guta Saga 65,28. — Likgairr; Liki 
N. s. 60 (W.) (hier zu laik- gestellt). 

wgerm: wfr: Likhardis P. L, Ansalicus Pd. 7; alam. 
Liuplih 8; ags. —; lb. Liewald 8. 

Die nord. Compos. sind im wgerm. nicht belegt. 

106. lin- ,lenis, mollis*. 

nord: Lini Lilj. 1065. Nor. Schwed. 490; Lina f. LB. St. 

wgerm: alam. Lino 9; ags. Linbeald Searle; lb. Lini- 
cunda 8, Linulf 9. 

107. liut- „schlimm, häßlich“; vergl. die Bemerkung 
bei Heinzel, Beschr. d. isl. S., Wien. Sitz. Ber. 97 s. 126. 

nord: Ljötr LB. Ks. R.; Ljót f. LB. Fms.; Ljótr = 
Leotarus norw. Saxo; Ljótólfr LB. Fms. N.; Ljótun(n) f. 
LB.; aus Fms. etc.: masc: Arnljótr, Berg-, Haf-, þór-, Úlf-; 
fem: Arnljót, Bergljót, þórljót. 

wgerm: ahd. Wolfleoz LC.; srhfr: Liezbert 9; Leoz- 
gar LC.; ags. —; lb. — 

Ljötölfr, Ljötunn aus dem wgerm. nicht belegt (doch 
vergl. Wolfileoz). 

108. lund- an. lundr „Hain“ kommt wohl weniger in 
Betracht als an. lund f. „Sinn, Sinnesart“ Fritzner II 570, 
vergl. übrigens Bruckner s. 8. anm. 29. 

nord: Viglundr LB.; „Hain“ viell. in Lundr, Riesen- 
name Armans S. c. Í. 

wgerm: fränk. Rodelundus (wenngleich ein Verschreiben 
für das auch im wfr. nicht seltene Hrodland Fm. 909 nicht 
ausgeschlossen ist) und Lundoaldus, aus den Hist. Patr. 
Mon. XIII bei Bruckner aao.; ags. —; lb. — 

109. müs- „Maus“. 

nord: runischr. Müsan- Schweden 6. Krogsta Nor. 


Altnord.- Westgerm. Namensthemen. 103 


Nord. 25, Bugge 128 ff.; Musgea f. Nor. Schwed. 500; Musi 
N., als Zuname Fms. 

wgerm: bayr: Musula f. 8; Ib. Müsandus 9; ags. Mus 
9. Searle 568. 

110. nagal- „Nagel“. 

nord: Nagli R. LB. Eyrbyggjas. 

wgerm: ofr. Nagalhard 8; bayr: Nagal 9; ags. —; 
lb. — 

111. naka- ,Nachen*. 

nord: runischr. Nuki Schwed. 9. Gimso; Nokkvir R. 
Nækker DN. IV 397; Nokkvi Haralds s. Härf. Fms.; Nakki 
R. DN. VIII 90; (nicht isl.). 

wgerm: ofr. Nahho 9; srhfr. Nahilo 8; ags. —; lb. — 

112. naht- „Nacht“. 

nord: Náttfari LB. N.; Náttulfr R.; Nottólfr, Not- 
úlfr DN. II 671, V 821. 
| — wgerm: Nahtbert, -here, ram LC.; vergl. Nectaridus 
Amm. 27, 8, 1 falls nect-, wie Fm. s. 1147 will, hierher ge- 
hórt; viell. auch Noctoinus, Nictvildis P. I.; ags. —; lb. — 

Die nord. Compos. sind im wgerm. nicht belegt. 

113. namo- „Name“. 

nord: Nafni W. N. 

wgerm: ofr. Namo 8; wfr. Namucho 7 Pd.; Namelibo 
LC.; ags. —; lb. — 

114. ner- zu nasjan „retten“, nisan „genesen“; Graff 
II 1103; Fm. 1153, Grimm GDS. 486. 

nord: Nereidr m. Fms. R., Nereidr fem. St. 

wgerm:alam. Neribert 8; ofr. Neriswind 9; ags. —; lb. — 

115. niutan an. nióta „genieBen“, niutr (niautr) “Teil- 
nehmer, Genosse“. 

nord: Geirniautr Nor. Schwed. 482; -niautr = -niutr: 
Signiutr Lilj. 204, Orniutr Lilj. 269, þorniutr aus pruniutr 
Lilj 806 D. s. 70; Viniutr — Véniautr Lilj 589; Vihniutr 
— Vigniautr Lilj 269. R. 

wgerm: alam: Niezliub 8; Niuzilo loc. 8; Neozzo LC.; 
ags. —; lb. — 


104 Altnord.-Westgerm. Namensthemen. 


116. rauä- „rot“. 

nord: runischr: Rauninga Norw. Stabn, vergl. Bugge 
81; (doch sind noch andere Deutungen möglich, Bugge 
ebda.); Rauðr LB. Fms. N.; Rauðfell Fas. Rauðúlfr Fms. 
LB.; Rauðsveinn St.; -rauðr = -rgðr cf. fridu cap. I. 

wgerm: Rautbald 8; ags. Readwulf Searle. 9; lb. 
Reodveald zu ags. reód „rötlich“. 

Rauđfelld, -sveinn sind im wgerm. nicht zu belegen. 

117. sax- „kurzes Schwert“, ahd. sahs; sakso „Sachse“. 

nord: Sọxólfr LB. N.; Saxi LB. Fms. W. R. N., ein 
Gaute Yngl. s. c. 43; Saksi Lilj. mehrmals 17, 837 etc. 

wgerm: alam. Sahsbert 9; Saxolf LC.; ags. Saxwulf 
K. 7; lb. —; bayr. Sachso 8; wfr. Saxo, Saxa P.I.: ags. 
Seaxa 6. Searle; lb. Saxo 8, Saxulus 8. 

118. salu- „dunkel, schmutzig“. 

nord: Solvi Yngl. s. c. 46, LB. Ks. N. DN. IV 20; 
Solva f. (doch vergl. Solva = Solveig (s. sawil u.) Yngls. 
cap. 46); Solmundr LB. Ks. DN. I 707, Solvarr Bs. Fas. 
Yngl. s. 46. 

wgerm: anfr: Salubald 9; alam. Salucho 8; ags. Salo 
Searle; lb. Salo 9. 

Solmundr, Solvarr im wgerm. nicht belegt. 

119. sam- „derselbe; geneigt, bereitwillig“; die nord. 
Namen werden von Mhff. DA. II 56 zu Sämo, Sämland = 
Finnland in Beziehung gesetzt; wieder anders Kahle arkiv 
26, 171; vergl. auch Bruckner s. 9 anm. 81. 

nord: Sámr Fms. LB. N.; Semingr Fms. LB., Sæmingr 
Fms. Hkr.; Sambar (= Sámr) Saxo Bráv. 

wgerm: alam: Samo 9; ofr. Samwih 9; wfr. Saman- 
ildis PI.; ags. —; lb. — | 

120. sand- „Sand“; Fm. 1296, Bruckner 302 denken 
an as. ags. söd „wahr“. 

nord: Sandülfr R.; zu söd „wahr“ vermutlich: Sapr, 
Mannsname Lilj. 1174. D. 296. 

wgerm: ahd. Sandulf LC. III 71; bayr. Sandolf 8; 
ags. Gærsand K. 10, Sanda loc. K.; lb. Santepert 8. 


Altnord.- Westgerm. Namensthemen. 105 


121. sawil- „Sonne“; ganz unsicher das wgot. M.-L. 48. 

nord: Solveig f. Yngl. s. Bs. Fms.; Solvor f. LB. R. 
(vergl. edd. Solbiartr, Solkatla etc.). 

wgerm: vergl. Sawilo CIL. XIII 6370; wfr. Solberta 
8. PL; srhf. Solburg 9; ags. viell. Sola Searle u. Sollmær 
K.; lb. — 

Solveig, -vor sind spez. nord. Compositionen. 

122. sel- an. selr, ags. seolh „Seehund“; Nor. Nord. 12. 

nord: Selþorir, Selsbani, Selkolla Fms. Bs. etc. e 

wgerm: ahd. —; ags. Seolca, Seolcwine Searle; lb. — 

123. serk- „Hemd“; Serkland = Afrika. 

nord: Serkr isl. Fms.; Serkir (Sarazene) Fms. Lilj. 1188 
= Serker norw. Saxo. Bráv. = Serkvir, Sorkvir? Ks.; Hvit- 
serkr LB. Fas. Fms.; Gudserkr N. 36 aus Necr. Lundense. 

wgerm: mfr. Saracho 10; bayr. Sarhilo 9; ags. Sercar 
Searle; lb. — . 

124. séw- „See“, got. saiws „See, Sumpfland“; ahd. 
séo „See, Meer“. 

nord: Sæbigrn Ks. LB. Fms. Lilj. 1324, -fari Fas., 
-geirr Lilj. 172, -mundr DI. 185. LB. Fas. Ks. Lilj. 1844, 
-úlfr Lilj. 887, -valdr N. ss. rer. Dan, -var (al. Sæfinnr) 
Fas., -viðr Fas., -wini N.; fem: Sæbjorg N., -hildr LB., -uðr 
(-unn) LB.; masc. Siarekr Hákonar s. Goða., Sæfugl N. 81. 

wgerm: ahd. Sewald, Sewin Fm. 1312; bayr. Seopurg 
9; as. SGebern 9; alam. Semunt 9; ofr. Seolf 10; ags. Sæbald 
Sachs. Chron., Sæhild, Sæfugl, Searle; lb. — 

Die Compos. mit -fari, -geirr, -var, -viðr, -rekr, -uðr(unn) 
finden im wgerm. keine Entsprechung; zu Sæfugl s. fugl. 
Cap. 1. 

125. skam- „kurz“, an. skammr; im wgerm. ist wohl 
auch an skama „Schamhaftigkeit“ zu denken, so Bruckner 
s. 305. 

nord: Skamkell Njálss. R. N.; Skammi N. 

wgerm: a&hd. Skamberga, Scammar Fm. 1304; ags. 
Scamma loc. K.; lb. Scambertus 8, Scamburga 9. 

Skamkell im wgerm. nicht belegt. 


106 Altnord.- Westgerm. Namensthemen. 


126. skapt- „Schaft; Speer“. 

nord: Scapti, Scafti LB. Bs. DI. 186. R. N. 

wgerm: wír. Scaptarius Greg. IV 13; Scaptimund 
epist. Merow. I 152, srhfr. Scaftleih 8; ags. Scefthere 7. 
K.; lb. — 

127. skarp- „scharf“. 

nord: Skarpr Njälss; Scarpheäinn LB.; Skarfr Lilj. 973. 

wgerm: srhfr: Scarpholt 8; ofr. Scerpfolf 9; ags. —; 
lb. — 
i 128. skild- „Schild“. 

nord: Skjoldr Fas. isl. N. DN. II 149. Yngl s. = 
Skioldus myth. Saxo; Skialdbiorn LB., Skjoldúlfr LB. R.; 
Skjaldi Fms.; Iarnskjoldr Fms.; fem: Skial(d)dis Fms., 
-gerðr Fms. vor Ks. Hkr. DN. II 622. 

wgerm: Gotaskild, Schiltolf LC.; Scilto loc.; ags. 
Scyld loc. K.; lb. — > 

Die nord. Compos. sind außer Skjoldúlfr im wgerm. ohne 
Entsprechung. 

129. skîr- zu got. skeirs, an. skirr „clarus“ oder 
direkt zum ethnicon der Sciren. 

nord: Skirlaug Lilj. 881. fem; Skyrgunna hierher? 
R. 227; Sciri N. 85 loc. 

wgerm: bayr: Skiri 9; ofr. Skirhilt 9; ags. Scira 8. 
K., Scirgeard 7 K.; Ib. — 

Die nord. Compos. sind im wgerm. nicht belegt. 

130. smid- „Schmied, Handwerker“. 

nord: Smiär LB. Fas. N. Nor. Schwed. 485; Smiðkell 
LB.; Smiðskeggi LB. = Þórsteinn smiär dees 

SE alam. Smidhart 9; ags. —; lb. Smido 9. 

Die nord. Compos. sind im wgerm. nicht belegt. 

131. snel- „robustus, celer“. 

nord: Snjallr LB. Fas.; Snjalli N.; Snjallsteinn LB.; 
Sporsnjallr Yngl. s. c. 40. 

wgerm: bayr. Snello 8; ofr. Snelburg; ags. Snel 10 
K., Snelling K.; lb. — 

Snjallsteinn spez. nord. Composition. 


Altnord.-Westgerm. Namensthemen. 107 


132. snéw- „Schnee“. 

nord: Snaer Fas. 2mal — Snjar Yngl. s. Kónig in 
Finnland (Snio Saxo), Sni Lilj. 245; Snæ(Snio)biorn Fms. 
LB., -kollr Fms, -úlfr N. Fms. -valdr Lilj 1726; fem: 
Snæ (Snio) fríðr Fms. Haraldss. Hárf, -laug LB. Fas. Lilj. 
1064.; Sniofugl N. 86. 

wgerm: wfr. Sneoburg 9. Fm. 1352; alam. Snewart 9; 
as. Sneward. Corb. 9; ags. Snähard Searle, aber Snæbeorn, 
-coll wohl entlehnt; lb. — 

Die Compos. mit -ülfr, -valdr, -fríðr, -laug sind im 
wgerm. nicht belegt, wozu -beorn, -coll noch kommen. 

133. staldan- „besitzen“. 

nord: runischr: Hagustaldar Norw. 6. Valsfjord Nor. 
Nord. 55. 

wgerm: bayr: Hagustalt 8; hessisch: Heristalt 9.; 
ags. —; lb. — 

134. stab- „Stab“; an. stafa „anordnen, bestimmen“. 

nord: Guästafr D. 121 aus Lilj. 1286 Kusta, Räästafr 
Fas.; Stafkarl D. 306 aus Stibkarl Lilj. 280. 

wgerm: hessisch: Sigistab 9; Stabelindis 10; ags. —; 
lb. Stavelis 8, Stablevertus 9. 

Stafkarl im wgerm. nicht belegt. 

135. stein- „Stein“. 

nord: Steinn LB. DI. 179. N. Fms.; Steinarr LB., 
-bjorn N. LB., -finnr LB., -frgðr (rgðr, rauðr) LB. DI. 172, 
-grimr Fms., -kell N. Fms., -móðr Fms., -ólfr Fms., -þórr 
Fms. DI. 399, -pörir Fas., -veggr Ks.; fem: Steinburg Lilj. 
889, -friär Lilj. 540, -gerär Kormäkss., -hildr Lilj. 181, -laug 
Lilj. 1656, -unn(r) Fms., -vọr Fms.; Steini isl.; Steina f. 
Lilj. 1191; masc: Álm-, Arg-, Arn-, Bú-, Ei-, Ey-, Frey-, 
Geir-, Glum-, Gunn-, Haf-, Hall-, Hard-, Her-, Hólm-, Hró(d)-, 
Inn-, Iofur-, Ió-, Lif-, Orm-, Sig-, Snjall, pór-, Üt-, Var-, 
Vésteinn; Hastinus Saxo. norw. — Hásteinn, Walsten Saxo 
norw. — Valsteinn. 

wgerm: ahd. Stainfrid Trier Fm. 1360; bayr. Hildi- 


108 Altnord.-Westgerm. Namensthemen. 


stain 8; wfr: Stainardus, -oldus PI.; srhfr: Steinher 9; ofr. 
Steinolf 9; ags. Heahstan, Stanflæd Searle; lb. — 

Die Compos. mit -bjorn, -grímr, -finnr, -kell, -möär, 
-þórr, -þórir, -veggr, fem: -burg, -friär, -gerär, -hildr (doch 
vergl. Hildistain), -laug, -unnr, -vor sind im wgerm. nicht 
belegt. 

136. stor- „groß“. 

nord: Störolfr (= Stölfr) LB. Fms. DN. IX 170; Stör- 
verkr, der Vater des Starkádr (Storverkus Saxo). 

wgerm: srhf. Sturolf 8; ofr. Stur 9; ags. Stori 
Searle; lb. — 

Stórverkr nur aus dem nord. 

137. stríð- „Streit“. 

nord: Strið f. Lilj. 437. 

wgerm: alam: Stritgrim 9; Striter 9; ags. —; lb. — 

138. stump- „Stumpf“; an. stúfr „benævnelse paa penis“ 
Fritzner 3. 582; isl. styfr „hartnäckig“. 

nord: Stúfr Fms. Lilj. 1503; Stúfialtr Lilj. 920, 
Stüfbaldr Lilj. 734. D. 301, 302. ` 

wgerm: ahd. Stumpo loc. 10, 11; ags. Stuf 6 Searle; 
lb. — 

Die nord. Compos. sind im wgerm. nicht belegt. 

139. sumar- „Sommer“. 

nord: Sumarr Lilj 888; N. 86 aus ss. rer. Dan.; 
Sumarliði LB. Bs. Ks. N.; Sumarfugl N. 

wgerm: alam. Sumar 8; obd. Sumerwip 11; vergl. 
Sumaro, Sumaronius CIL. XIII 4127; ags. Sumerled K. 10, 
somerfugel Searle; lb. —; zu Sumarfugl s. o. fugl. 

140. sundan- ,Süden*; DA. IV 686. 

nord: Sunnleifr R., -ólfr LB. St. N. (Sundólfr Ks.); 
Sunnelfr geschl. aus Sunnilfua DN. I 279 (vergl. Sunniva 
Saxo u. Necr. Lund. N. 88); fem: Sunnlod Fas.; Sunda N. 
Necr. Lundense. 

wgerm: ahd. Sundolf LC. II 76; srhfr. Suntgis 8; ofr. 
Sunthilt 8; wfr. Sunthildis PI.; ags. Suda loc. K.; Sudan 
Searle; lb. Sundipert 8. 

Sunnleifr, -elfr, -lod sind im wgerm. nicht belegt. 


Altnord.-Westgerm. Namensthemen. 109 


141. tain- „Zweig, Schößling“, an. teinn; zur Bedeu- 
tung als surculus ,Losstab^ vergl. Wackernagel s. 363. 

nord: Benteinn Fms. 

wgerm: ofr. Teino 9, Zeino Graff. 5, 679; bayr. Wolf- 
zein 9. s. Fm. 1387; ags. —; lb. — 

142. tait- „zart, lieb“. 

nord: runischr: Taitr Norw. 8 Bugge s. 358, Teitr 
LB. N. Fms. DI. 185 DN. I 257 = Tatar isl. Saxo, P. Herr- 
mann Comm. I 506; vergl. noch Herteitr, Beiname Oins 
Grm. 47, 2. (ags. Tathere). 

wgerm: as. Teto, Maintet 10; alam. Zeizzo 8; ofr. 
Alazeiz 8; srhfr. Zaizlaib 8; ags. Tathere 8, Tata K. 902; 
lb. — 

143. tam- „zahm“. . 

nord: Otamr Lilj. 913; Tamma f. wohl hierher N. 91. 
Necr. Lundense. 

wgerm: bayr: Zamhilt 10, Zamila 9; ags. —; lb. — 

144. tunp- „Zahn“, tan, tand „Zahn“, 

nord: runischr: Tunpa Norw. 700 Odemotland, Bugge 
248; Tunni Yngl. s.; Tannr St. R. (vergl. den Zunamen 
Hilditonnr Ks.); Tapr; Tanni DI. 399. LB. St. N. 

wgerm: ahd. Zunduco 9; Peronzan 8; ags. —; Ib. 
Zanvidus 10. 

145. perb- „ungesäuert“; übertragen: „niedrig, ge- 
mein“; an. Piarfr, ahd. derp; afries. derf „heftig“; an. þirf- 
ingr „niedrige Person“. 

nord: Tiarfr Lilj. 38, 47 ete. D. 328; Atiarfr Lilj. 87, 
Ås- Lilj. 198, Gaut-, Geir Lilj. 637, Gunn- Lilj. 589, Sig- 
Lan, 248, pór- Lilj 668, Vé- Lilj. 736, Víg- Lilj. 294. 

wgerm: ahd. Terbwin 8; Wicdarp, im Wgerm. ganz 
singulárer Name, ep. Augsburg u. Regensburg. 8, Wicterp 
LC. u. noch einige Male Fm. 1581; ags. —; lb. — 

146. pegn- ,Freier Mann; junger Krieger*. 

nord: piakn — pegn Lilj. 404 u. à. D. 76; Farpegn 
D. N. II 506. R. LiljB 1071; Fast- Lilj 265; Barthagn 
Nor. Schwed. 490. 


110 Altnord.-Westgerm. Namensthemen. 


wgerm: srhfr: Thegan 8; alam. Degenbold 9; ags. 
Beaduthegn c. 700 Searle; lb. Thechinula f. 10. 

147. ping- „conventus, consilium“. 

nord: runischr: pingwinar Norw. 600 Årstad. Nor. 
Nord. 67; þingr D. 74 < þik acc. Lilj. 1240; þingfastr Lil). 
71, -bjorn Lilj. 738, vergl. auch Bugge 225, wo auch noch 
þingúlfr aus schwed. Runeninschriften (woher?) angeführt 
wird; abgeleitet hiervon pengil s. d. Cap. III. 

wgerm: alam. Thingolf 9; bayr. Thingmunt 8; ofr. 
Dingwin 9; ags. Thingfrith 8 K.; lb. —, vergl. noch Ever- 
dingus 5, Chron. Min. I 664 Fm. 1456, Schönfeld 84. 

Die Compos. mit -fastr, -bjorn sind im wgerm. nicht 
belegt. 

148. piub- „Dieb“; vergl. auch Mhff. DA. II 117; die 
Herleitung von an. -þjófr aus ags. Namen mit -þéow 
„Diener“ (Bugge, arkiv 6, 225ff.; noch Palaestra 11, XC 
so!) ist völlig unwahrscheinlich, da -beow m. (s. Pius Cap. I) 
in ags. Namen gar nicht vorkommt. 

nord: aus der Fridpjófss. cap. 11, 11: pjófr; Eypjófr 
(auch LB. St.) Geirpjófr (auch Bs.), Frid-, Gunn- (auch DI. 
273. Ks. DN. II 122.; Gunthionus schwed. Saxo für Gunn- 
þjófr, so P. Herrmann nach Bugge, Comm. I 498), Hel., 
Her-, Hún- (auch Haraldss. Hárf), Val- (auch Bs. DN. I 
174, 402); dazu noch Arnpjófr LB.; vergl. die Zwergnamen: 
edd.: pjófr; Al-, Hlé-; Hrosspjófr (Rostiophus Saxo, ein 
Finne, myth.). 

wgerm: ofr. Thioba 10; as. 'Thiebico 10; ags. Theofeca 
loc. K., Waltheof 10. K. dieser Name hier mehrfach seit 
dem 10. Jh., aus dem nord. isl. entlehnt?; lb. — 

149. Donar, der Gott; Grimm. Myth. I. 155; Zs. 7, 529. 

nord: Aus allen Quellen, es wird wenigstens ein Beleg 
immer genannt: pórálfr Hákonars. Góda, -aldr LB. (— valdr 
Fms.), -aldi Fms., -arn (= arinn DI. 185), -arr Fms., -bergr 
Hákonars. Góða, -bjórn Fms., -brandr Fms., -eiðr Lilj. 1286, 
-fastr Lilj. 29, -fasti N.,.-finnr DI. 399, -(f)ródr LB., -gardr 
Lilj. 551, -gautr LB., -geirr DI. 172, -gestr Fms., -gils DI. 











Altnord.-Westgerm. Namensthemen. 111 


186, -gísl Fms., -gnyr W., -grimr N., -haddr LB., -gunnr 
Lilj. 1312, -hallr DI. 251, -karl Lilj. 1601, -kell DI. 185 
(-ketill Oláfss. Tryggv.), -lákr DI. 174 (-leikr Fms.), -laugr 
DI. 306, -leifr Hálfdanss. Svarta, -ljótr Fms., -marr N., 
-möär Fms., -mundr N., -niautr Lilj. 806, -oddr DI. 500, 
-ólfr (ülfr) Oláfss. Tryggv., -ormr LB., -rikr Lilj. 1455, 
-ráðr Fms., -steinn Lilj. 100, -tiarfr Lilj. 668, -valr Lilj. 
1931, -valdr Fms. (s. o. -aldr), -varðr DI. 400, -viðr Fms., 
-untr Lilj. 170; þorvíllus Saxo; þorri Fas.; þórðr Fms.; 
pölfr N. < pórólfr oder pórleifr; fem: pórarna Fms., -bjorg 
Fms. (-berg N.), -dis Lilj. 1966, -elfr LB., -ey W., -gerär 
Fms., -gunn N., -halla W., -hildr Fms., -katla Fms., -laug 
Fms., -ljót Fms., -ny LB., -odda Fms., -riđr DI. 172, -unn 
Fms., -veig W., -vi N. (= pyri, þyra), -vor Fms.; þóra 
Haralds s. Hárf.; masc: Arnþórr (= Arnórr), Berg-, Hall-, 
Megin-, Sig-, Stein-; Ingiþóra, Haf þóra fem; Þórir < þórgeirr 
nach Noreen, Nord. 110 (= Thorus norw. Saxo) Haraldss. 
Hárf. u. sonst Hkr. etc., kann vielleicht auch ein nom. 
agentis sein zu þora audere, vergl. auch Cap. III (anord. 
Fehlbestände); dazu: Arnpörir, Sel-, Stein-. 

wgerm: bayr: Donarperht 9 u. viell. Donarad 8. srhfr. 
Fm. 1467; as. Thunerulf; ags. Thuvor 7. Sachs. Chron. K. 
(Mörder der Söhne Eormenreds von Kent); lb. —; ferner 
Albthonar ofr. 8, Fm. s. 72. 

Obige Compositionen sind also, abgesehen von denen 
mit -ülfr u. viell. -rádr, sámtlich im wgerm. nicht zu belegen. 

150. pám- „Daumen“. 

nord: pumall Fas. 

wgerm: viell. Thumelicus Govu£Auxog Strabo VII, 1, 4, 
vergl. Zs. 35, 369 (sonstige Literatur siehe Schönfeld 238); 
ags. —; lb. Thomelbert 8. 

151. ub-, ufar- „super“. 

nord: runischr: Ubar Schwed. 6. Iärsberg Nor. Nord. 
21; Úfr Lilj. 6, Úf vergl. Bugge s. 247; Ufhikr Lilj. 41, 
Ufradr Lilj 1095; Ubir Lilj 121, Ubbi N. Fms. Fas. 


112 Altnord.-Westgerm. Namensthemen. 


Haraldss. Härf., Ubbo dän. Saxo; Uffo norw. Saxo, Uffi N.; 
Ufrir Lilj. 171. 

wgerm: as. Ubbi; srhfr: Oberolt 8; wfr. Ubo 10; Ubolf 
LC.; ags. Uba, Ubba K.; Ib. — 

Ufhikr, Ufrádr sind im wgerm. nicht belegt. 

152. üfo-, üwo-, üwila- „Uhu, Eule“. 

nord: runischr: Uha Norw. 7 Aagedal Bugge s. 248, 
auch Odemotland; Hariuha Dánem. 6 Seeland Nor. Nord. 
39; Uwinga Dësen. 3 Vimose, vergl. auch Bugge, Tolkning 
87, 92, 138, 144; Üfr, Uf hierher, s. o. ub, ufar; Yfli W. 

wgerm: bayr: Uvo 9. Mhff. zur Runenldliro s. 50, 
Uvilo; wfr. Ulberg 8, Ulo; ags. Ufa K. 8; Ulestan Searle; 
lb. — e 

153. unda- „Welle“. 

nord: Unn — Unnr — Udr f. LB. isl.; aus LB. Fms. 
etc.: Iórunn(r), Sæunnr (unn, uðr), Steinunnr, þjóðunn R., 
Ljötunn, pörunn; mel Ingunn (oder Ingunn s. in, ingw-, 
gunn-). 

wgerm: bayr: Unda, Undolf 8; ags. Ontwin 8. K., 
Ythswith Searle 527; lb. Undepert 8, Ondemar 9, 

154. urliug- „bellum, fatum“. 

nord: Erlygr (Orlygr) LB. isl. (Njálss.). 

wgerm: bayr: Urliue 9; Urliuch 11; ags. —; lb. — 

155. ût- „aus“ 

nord: Cisean Fas. (Hálfss.; Innsteinn u. Útsteinn hier 
wohl nur in Beziehung auf einander erfunden; ein Ortsname 
so, z. B. Haralds s. Härf. c. 40). 

wgerm:.ahd. Uzman loc. Fm. II 1522 Uzmaningen; 
ags. —; Í. — 

156. waig- „Erregung, berauschendes Getränk“, Hen- 
ning D.R. 136; vielleicht zu Cap. I, falls Waiga (runischr. 
Berliner Brakteat) wirklich rugisch, Henning aao. 125 ff.; 
vergl. auch DA. V, 95. 

nord: fem: Álmweig Fms., Hall- Fms., Rann- Bs. LB. 
(wohl für rand-) pór- W., Sol- Yngl s. 

wgerm: bayr: Weiko 9; Choldwaih 8 (vergl. edd. 


Altnord.-Westgerm. Namensthemen. 113 


Gullveig s. o. guld-); ags. Wægmær 7. Searle (Wægmund 
Béow.); lb. — 

157. ward- „custos“, nom. ag. zu vardan „hüten“. 

nord: Biarnvardr var. Biarnharär Bs., As- N. Fms., 
Fólk- N., Finn-, Greirarðr, Hallvarðr, Há-, Skag-, þór- aus 
Fms. Bs. N. etc.; Sigurðr Ks. Fms. St. etc. < Sigvarðr N. 
(Sywardus schwed. Saxo); Varði St.; Liðvarðr DN. IV 87. 
R. N. s. 62. (nicht isl.), Hervarðr Fas. 

wgerm: wír. Flodoardus, Fulcardus PI.; ahd. Ansuard, 
Sigiwart etc.; as. Tancward 9, ags. Vearda loc.; lb. Guardo 
11, Gérvardus 9. 

188. wegan „movere“. 

nord: runischr. Wage Norw. 6 Opedal Nor. Nord. 33. 

wgerm: alam. ofr. as. Wago 8, 9; ags. Waga Sachs. 
Chron. ; lb. — 

159. wer- „Mann“. 

nord: Vermundr LB. St. N. Vermundus Saxo (doch 
vergleicht Nielsen s. 105 ahd. Warimund.), Veraldr DN. 1V 
436. R. 

wgerm: Virmundus 10. Fm. 1556 span. Inschr. (Hüb- 
ner); &hd. Werhere, Werhilt LC., Wirpire; ags. Verardus 
9. K.; 1b. Werolfus 9; viell. fries. Verritus Tac. ann. XIII 
54 s. PBB. 11, 18, anders Zs. 41, 117 anm. 

Veraldr nur aus dem Nord. (vergl. zu dieser Compos. 
ahd. Irmindeot Salz. Nekr.). 

160. wibil- Bedeutung?; viell. zu ahd. wibil „Káfer“? 

nord: Vífill LB. Fas. (Vívill) R. 

wgerm: ahd. Wibil, Wipil LC.; anfr. Wifil 800; 
Vibilius, ein Ermundure, Tac. ann. II 63 vergl. Kossinna 
IF. 2, 176 (doch s. Much Zs. 35, 370); ags. Wifel loc. RK: 
lb. — 
161. wintrus „Winter“. 

nord: Vetrliði LB. Hkr. R. Bs. (Sumerliða son Bs.). 

wgerm:-wfr. Wintrio, Waltemath 37; ofr: Wintarhilt 
8, alam. Wintar 9, ags. Wintra K. 7; Winterleda Searle 
(aus dem nord. entlehnt?); lb. — 


Hans Naumann, Altnord. Namenstudien. 8 


114 Altnord.-Westgerm. Namensthemen. 


162. werk- zu an. verka „ausführen“. 

nord: Bolverkr Fms. LB. (s. o. balu), Stór- LB. IB. 
(Storwerkus Saxo, Vater des Starkáđr), Sig- Yngl. s. c. 40. 

wgerm: srhfr: Werkhari 8; as. Friduwerk 9; ags. 
Verca 7. Beda, Weorc loc. K.; lb. — 

163. wöd- rapidus“. 

nord: runischr: Woduride 2mal Norw. 5 Tune Nor. 
Nord. 55, s. a. Henning D. R. 4. 

wgerm: sueb. Andevotus Hyd. Cont. 114; Berinwuoto 
LC.; alam. Woto 8, Wodalbert 8; vergl. auch Wuotunc Zs. 
12, 403; ags. Eadwod Searle; lb. — 

164. wödan- der Gott; Grimm Myth. I 109, 131; 
Mhff. Zs. 12, 401 ff. 

nord: Odinkárr W. N. 71; Odinkarl N. ebda.; Odindísa 
f. Lilj. 1005 (Westmanland i. Schweden). 

wgerm: ofr. Wotan etc. 800 Fm. 1630, vergl. auch 
. Zeuß 44; ags. —; 1b. — 

Die nord. Compos. sind im wgerm. nicht belegt. 

165. worm- „Wurm, Schlange“. 

nord: runischr: Orumalaiba Norw. 700 Myklebostad, 
Bugge s. 336/7; Ormr Bs. Fas. LB. Fms. Hákonar s. Góða 
(u. sonst Hkr.) N. DI. 262. Lilj. 1412; Ormica Guta Saga 
65, 8; Ormarr LB. Fas., Ormgeirr Lilj. 841, -steinn Lilj. 
2018; fem. Ormhildr LB.; masc.: Hallormr, Hróð-, Land-, 
. Ring. Rád-, Vatn-; Gormr = Goðormr W. Gupormr Lilj. 

1829. | 

wgerm: bayr. Perhtwurm 9; Wurmhart 8; alam. 
Wurmhari 8; Wurmger LC. I 258; ags. Wyrmhere (Widsid); 
lb. Asturm 8. 

Die Compos. mit -laiba, -steinn, -hildr sind im wgerm. 
nicht belegt. 

166. wunan „zufrieden sein“, an. unna „lieben“; isl. 
unnat oder unnt „geliebt“. 

nord: Unar Fms.; Uni Lilj. 385, 415. N. Fms. LB. Bs., 
Una f. Fms. N.; Unúlfr Lilj. 968 s. D. 27; von D. 69 etc. 
hierher gestellt: poruntr Lilj. 170, Ainuntr Lilj. 612, Hununtr 


Fehlbestände im Ahd. Ags. Lb. 115 


Lilj 1028, Iuruntr Lilj. 204. (Vergl. die Namen auf -kund, 
gleichfalls part. praet.) 

wgerm: bayr. Wunigodo 9; Wunifred LC.; Wunnaheri 
Mon. Boica VIII 371 Fm. 1665; ags. Wynhere, Wynfrith, 
--beorht K. 7; 1b. Wunipert. 

167. wurd- zu werdan; ags. vyrð „fatum“; an. Urpr. 

nord: runischr. Urpi, Vestergötl. (Brate, Runv. 367). 

wgerm: ofr. Wortwin 9; as. Ostword 11; ags. — ; 1b. — 

Man wird bemerkt haben, daß es aus Cap. II nur 4 
Themen sind, die sich im Deutschen nicht belegen lassen 
und die dann übrigens in einem der beiden andern west- 
germ. Dialecte (ags. lb.) gleichfalls fehlen: drord (fehlt auch 
lb.), gauk (fehlt auch ags.), kráw u. sel (fehlen auch lb.). 
Aus Cap. I fehlte dem Deutschen auch nicht ein einziges 
Thema. Es lassen sich überhaupt weitgehende Beziehungen 
zwischen dem Deutschen und dem Nordischen nicht verkennen 
in ausschließlicher Gemeinsamkeit von Compositionen sowohl 
(Svanlaug u. sehr viele andere), als auch von einzelnen The- 
men. Es sind dies vor allem die Themen, die dem ags. u. 
dem lb. gemeinsam fehlen, und zwar denke ich hier weniger 
an diejenigen aus Cap. I — es sind nur ferho, griut, hrap, 
triuw u. der eingliedrige Name Töfi (Tufa), — denn die be- 
sitzt ja auch das Ostgermanische und man muß wuhl an einen 
nachträglichen Verlust im ags. u. 1b. glauben, sondern vielmehr 
an die aus Cap. II. Diese brauchen im ags. und lb. nie vor- 
handen gewesen zu sein, was heißen würde: sie sind wohl 
erst nach dem Abzuge der beiden Völker neu aufgekommen. 
Eben das würde dann von Beziehungen zwischen dem Nord. 
u. dem Deutschen Zeugnis ablegen. Es fehlen aber aus 
Cap. II dem ags. u. dem lb. gemeinsam: anst, arbi, bild, 
biudan, bú, dolg, frijönd, föt, fand, gram, grau, herut, hiwa, 
holt, catta, knut (doch vergl. das ags.), laug, liut, lund, 
mûs, nagal, nahho, naht, namo, ner, niutan, sam, skarp, 
staldan, stríð, tain, tam, þerb, urliug, ût, wôdan, wurd. 

Von engerem Zusammenhang des nord. mit dem Ib. läßt 


sich nichts erkennen; der ausschließlich gemeinsame Besitz 
8* 


116 Fehlbestände im Ags. Lb. 


von gauk wird wohl zufällig sein. Es läßt sich vielmehr 
eine große Anzahl von Themen im Ib. gar nicht belegen. 
Sofern sie aus Cap. I sind, werden wir wieder nachträglichen 
Verlust vermuten; von denen aus Cap. II mag ein großer 
Teil wohl gleichfalls zu altem, einst besessenem Gut ge- 
hören (äht, ehwa u.a. wie oben schon laug u.a.), aber einige 
geben viell. einen Anhaltspunkt für die Zeit des Auftretens 
dieser Worte in der Namengebung an, denn man möchte 
meinen, daß finn, katil, kiol, serk u. a. erst nach dem Abzug 
der Langobarden „Mode“ geworden sind. Es fehlen aber 
allein dem lb. aus Cap. I: atta, awia, bót, fast, fold, hamo, 
hauh, heru, swan, swart, uzda, wit, wunsk; und aus Cap. II: 
agja, äht, ain (viell. auch ags. fehlend), alu, bain, baug, 
bior, blank, boga, bram, brord, brôþar, diur, ehwa, fadar, 
finn, gamal, habuk, hail, hailag, halb, heđin, hlewa, hnaban, 
hör, horn, hrör, hund, huzd, hwít, ið, iuti, îwa, karl, katil 
(auch im Deutschen sehr unsicher), kiol, kräw, kwik, lagu, 
lamb, lang, lid, sax, sawil, sel, serk, séw, skapt, skild, skir, 
snel, snéw, stein, stór, stump, sumar, hait, Ping, piub, ponar, 
ub, üfo, unda, waig, wegan, wibil, wind, wintrus, werk, 
wód. 

Nicht so bedeutend ist die Zahl der Themen, die dem 
ags. fehlen. Aus Cap. I sind es vielleicht aip, ap, huld; mit 
Sicherheit arg, aug, berg, dar, funs, gand, ridan, prasa; dazu 
fehlt die Möglichkeit mit niujis im 2ten Gliede Feminina 
zu bilden. Wir werden auch hier wieder an einen Verlust 
zu glauben genötigt sein. Aus Cap. II fehlen dem ags: abr, 
alm, balu, bano, dîs, frisi, fur, gauk, gran, grôni, hit, hûs, 
im, kampo, lîk, smid, stab, tunp(tan), þúm. Diese Themen 
mögen z. T. in Aufnahme gekommen sein in der Zeit, als 
die Angelsachsen durch ihre Auswanderung eine Weile lang 
der westgermanischen Gemeinschaft entrückt waren. Andrer- 
seits aber lassen sich Spuren des historisch bekannten 
engeren Verkehrs zwischen Engländern und Nordleuten auch 
in der Namengebung deutlich erkennen; dahin gehört die 
ausschließliche Gemeinsamkeit der Themen brord, krâw, sel; 


Ausschließlich nordgerm. Namensthemen. 117 


die Bevorzugung von kiol, bior, kol, finn (fin) und ketil (cytel) 
im 2ten Gliede — mag auch vielleicht direkte Entlehnung 
vorhanden sein!) — und eine Reihe von ausschließlich nord.- 
ags. Compositionen wie Logmaär (Lagman), Raudulfr (Read- 
wulf), Sumarliði, Vetrliði, Ulfgestr (Wulfgist) u. a. m.; vergl. 
auch das engl. dänische -fugl in einigen gemeinsamen Com- 
positionen (Sæ-, Somer-). 


- 


Cap. III. 
Ausschliesslich nordgermanische Namensthemen. 


In folgd. soll die Liste derjenigen Namensthemen zu- 
sammengestellt werden, die das Altnordische mit keinem der 
andern germ. Dialecte teilt. Viele der aufgezáhlten Namen 
muten durchaus wie Zunamen an?) und in der Tat ist der 
Übergang von Zunamen zu echten Namen völlig unmerklich, 
zudem weisen hier auch die einzelnen Landschaften manche 
Verschiedenheiten auf (z. B. Tóki isl. nur Zuname, dän. 
echter Name u. a. m.). Darüber, wie Zunamen die eigent- 
lichen Namen verdrängen, vergl. Kahle, Arkiv 26 s. 145°). 


1) Aufschluß hierüber müßte die Arbeit von Joh. Köpke geben: 
Altnordische Personennamen bei den Angelsachsen, Berl. Diss. 1909, die 
mir zu erlangen leider unmöglich war. — Leider erst nachträglich habe 
ich statt dessen die treffliche Arbeit von Erik Björkman: Nordische Per- 
sonennamen in England (Halle 1910; L. Morsbachs Studien zur Engl. Philo- 
logie 37) kennen gelernt. Darin werden z. T. meine Vermutungen bestätigt 
und -grim s. 3, -cytel s. 19, -fin s. 40, -coll s. 43, Gyrd s. 59, Valpeof s. 
173 (s. auch zusammenfassend s. 191 ff.) als nord. Ursprungs erwiesen. 

2) Schon in den beiden vorhergehenden Listen befinden sich einige 
deutlich zu Namen gewordene ursprüngliche Znnamen, so aus Cap. I: 
Skaldhrafn, Audgi (W.; isl. Zuname!) etc.; aus Cap. II wohl Lambi, 
Illugi, Hialti etc. (vergl. auch Kahle aao.; siehe auch unter bain- u. al: 
aber wir mußten sie, der germanischen Entsprechung und Verwandschaft 
wegen, an ihren Orten aufführen. 

3) Lokalen Ursprungs, von Vorkommnissen im Leben abgeleitet („um 
eines einzelnen Ereignisses willen“) und (meist vom Großvater) vererbte 


118 Ausschließlich nordgerm. Namensthemen. 


Es war deshalb nicht leicht, hier unter dem überreichen 
Material die unserm Zweck entsprechende Auslese zu treffen 
und die Frage: liegt hier ein Zuname oder schon ein echter 
Name vor? immer glatt zu beantworten. Die hier ange- 
wandte Methode, die als die zweckmäßigste erschien, war 
kurz folgende: Composita, die wie echte Vollnamen klingen, 
d. h. die keinen Compositionsvocal mehr aufweisen, wurden 
unbedenklich aufgenommen, auch bei nur einmaligem Beleg, 
so z. B. Kveldülfr, Mälmfriär, Droplaug u. a. Bei ein- 
stämmigen Namen hingegen wurden mindestens zwei Belege, 
in denen sie den Eindruck echter Namen machen, womöglich 
aus verschiedenen Landschaften, gefordert als notwendige 
Voraussetzung, um hier aufgenommen werden zu können. 
Demnach mußte außerhalb unsrer Sammlung eine Reihe von 
Namen bleiben, von denen vielleicht eine Anzahl doch noch 
als echte Namen angesehen werden mag oder sich noch als 
solche erweisen läßt. Für solche und andere, die etwa noch 
vermißt werden könnten, sei hier auf die reichen Samm- 
lungen nordischer Zunamen von F. Jönsson (Aarböger 1907, 
161—381) und B. Kahle verwiesen (Arkiv 26, 143 ff. u. 226 ff.; 
beide Arbeiten mit ausführl. Indices). Übrigens bin ich mir 
bewußt, daß grade am meisten in dieser Ann d meine 
Sammlung noch der Ergänzung bedarf. 

Noch zu Cap. II gehören viell. mit mehr oder minder 
großer Sicherheit: auk-, bi-, dig-, hal-, hering-, hölm-, hreiä-, 
kaup-, skog-, þorn- (s. d. an ihren Orten; hölm- würde eine 
nähere Beziehung des Nordischen zum Langobardischen auf- 
weisen, vergl. den Schluß von Cap. II), auch halte ich es 
für wahrscheinlich, daß sich noch dieses oder jenes Thema 
aus Cap. III als zu Cap. II gehörig erweisen läßt. 


Zunamen sind zumeist diese neuen Namen (nach Kahle aao.) Wie Zu- 
namen durch Vererbung zu Eigennamen werden, zeigen folgende zwei 
Stammbáume: þorðr gellir — Eyólfr — þórkell — Gellir und Úfeigr grettir 
— Tochter — Grettir (LB.; isl.). 


Ausschließlich nordgerm. Namensthemen. 119 


1. auk- got. aukan, an. auka „augere“; nur aus 
schwed. Runeninschr. 

Aukgeirr Lilj. 690, -mundr Lilj. 1569 (nicht ganz sicher), 
Auka f. Lilj. 1344; Bodaukr Lilj. 1810; Faraukir Lilj. 898; 
Rikauka f. Lilj. 770. 

Viell. auch ahd., vergl. Fm. loc.: Oucheresdorf. 

2. balk- an. bálkr „Balken, Gehege“. 

Bálki Ks. LB.; Swiðbalki Lilj. 934. 

3. bank- dän. banke, isl. banga „klopfen, schlagen‘; 
nur aus schwed. Runeninschr. 

Iarlabanki Lilj. 403, 445 u. ö. D. 215; dazu Binkil m. 
Lilj. 1732. 

Bankfridr f. Lilj. 1629 viell. zu aisl. bekkr „Bank“ 
(vergl. as. gibenkeo); s. dazu den Walkürennamen Bekkhildr 
Vols. s. 

4. bi- (by- fluga) „Biene‘‘: Bileifr R.; Bilews, Bileiwus 
. DN. IV. 34, 40; viell. Bjölfr LB. (vergl. bü- Cap. IL). 

Zu bi- im wgerm. vergl. anz. 27. s. 136. 

6. bjálfi (bjálbi) ,,Pelz^; anders Kahle ark. 26, 146: 
Bjálfi (Bjálbi) Ks. LB. Fms. V, X. 

6. bjügr (bjüfr) „krumm“; (Nor. 8 254,3): Bjügr, 
Bjúfr R. öfters s. 40; nicht LB. Fms. N. 

7. blengr ,der schwürzliche": Blengr isl. LB. R. 
N. Fas. 

8. blaudr ,schwach, zaghaft": Oblaudr Bs. LB. St. 
von N. auch hierhergestellt Ublith Nekr. Lundense 12. Jh. 
(Nielsen s. 102). 

9. blika „glänzen“: Blikr Lilj. 259. N. s. 13, Falkman 
111; im Ablaut dazu blak s. blank Cap. Il. 

10. blót „Opfer“: Blótsveinn Fms., -marr LB., -ólfr 
Hákonar s. Góða; vergl. Ubbi kallaðr Blótubbi Fms. III. 

11. borkr „Rinde“: Borkr LB. Fms. III. X etc. = 
Borcarus dän. Saxo (Buch VII Hagbarässage). 

12. blunda „blinzeln“: Blundketill isl. z. B. IB., 
vergl. Ketill Blundr Eg. 39, Fritzner I, 166. 


120 Ausschließlich nordgerm. Namensthemen. 


13. bora „bohren“: Bori W.; Hornbori W. N. loc. R. 
(auch edd., ein Zwergname). 

14. brá „Augenlid“: Brái, Bráviðr Fas.; Brawith 12 
Jh. N. 15 Necr. Lundense. 

15. bragnar plur. „Mánner“: Bragi LB. isl. N. loc.; 
Brache dán. Saxo (myth.); Bragr Lilj. 1427, wohl = Brak, 
Bracus norw. Saxo. 

16. brattr „steil, hoch“: Brattr LB. DN. I 147. R. 
N.; Brat, ein lite, Saxo Braáv. 

17. brúsi „der Bártige“, isl. brusi „Ziegenbock“: 
Brúsi Bs. Ks. Fms. N. loc. Lilj. 138, 1049. | 

18. dálkr ,Mantelspange": Dálkr LB. DI. 201. Bs. St. 

19. digr „dick“: Digrbeinn, -ormr, -ketill LB. isl. 
(Njálss.). 

Vergl. hiermit lb. Dignevertus, ahd. Dignipranda, Dig- 
novar LC., wenn sie nicht direkt an deigan anzuknüpfen sind. 

20. dóttir „Tochter“: Dóttir Lilj. 334. R. N. 18 
Necr. Lund. 

.21. draf „Abfall, Schmutz‘: Drafli LB.; als Zuname: 
Drafdritr LB. (zu drita „cacare“). 

22. drengr „junger Bursche“: Drengr DN. I 446. R. 
N. 18 loc. u. ss. rer. Dan. ; nicht isl.; Goddreng N. Necr. Lund. 

Vergl. drengr als langobard. Zuname Drancus, Bruckner 
s. 13. 

23. drifa „treiben“: Drífa f. Yngl. s., Tochter des 
Snio von Finnland; Drifr m. Fas. (Hálfss.); Skógdrifr m. 
DN. IV 573; vergl. Sigrdrifa edd. u. mhd. Frou Tribe. 

24. dropi „Tropfen“: Droplaug f. Njalss. 

25. drumbr „Stumpf“: Drumbr LB. Nor. Schwed. 
498; Drumboddr LB.; Drumb-Bjorn St. | 

26. dvergr „Zwerg“: Dvergr W.; als Zuname Ks. 

27. eldr „Feuer“: Eldgrimr LB., -jarn Fnss. Bs. LB.; 
Eldriðr f. Ks. DN. V 59. 

28. fax „Haar, Máhne“: Faxi LB. R. N. 24 loc. u. 
von der Reichenau (LC. II 634, 29); Faxi bedeutet „Pferd“, 
Maurer, Bekehrung II 47 anm. 12, Fritzner I 396. 


Ausschließlich nordgerm. Namensthemen. 121 


29. foerr „geschmeidig, stark“, Fritzner I 531, D. 18: 
Fair Lilj. 329, Fairgair Lilj. 1777. 

30. fiall „Berg, Gebirge“: Fiallarr Fas. N. loc. DN. 
I 93. R. = Fiallerus Saxo (Statthalter in Schonen), Fiall- 
geirr St. 

öl. forn „alt“: Fon St. R. N. isl.; viell. Fjornir 
Fas. hierher? s. ferho- Cap. I; vergl. edd. Fornjötr. 

32. fleinn „Pfeil, Spieß“: Fleinn R. LB. N. loc. 
(Flensborg u. a.) s. 25. 

38. flöki „einer, der zusammen gewickeltes Haar 
hat“: Flóki LB. oft; isl. R. vergl. Floccus Saxo, ein Russen- 
fürst = Flöki P. Herrmann, Comm. s. 496. 

34. flosa „Schale*: Flosi LB. Bs. DN. VII 114. St. 
DI. 501. 

385. Tradi „Schaum“: Fradmarr Fas. (auch edd.), 
Fradulfr W.; Fradi W. 

86. frost „Frost“: Frosti Lilj 404. R. Fas. Yngls. 
c. 22. (ein Finnenháuptling; auch edd. ein Zwerg); Kolfrosta 
f. Fms. 

37. geit „Ziege“: Geitfinnr, Geitir Bs. LB. N. Fms. 
R. Nor. Schwed. 483. 

88. goltr „verschnittener Eber“: Galti LB. N. St. Fms. 

39. gialla, gella „ertönen“: Gialli Nor. Schwed. 
486, Gellir LB. Fms. V. DI. 501. 

40. Gizurr Bedeutung? Gitsr Fms. X, Gizurr, Gissorr 
Ks. LB., Gitzor DI. 263, Gizsr DI. 68, Gissur DI. 262 ete., 
Gissur, Gitzorr Óláfs s. Tryggv. c. 47 ete.; vergl. IB. X1 
der Bischof Gisroär ward auf Island Gizorr genannt; „en 
þá vas namn hans rétt, at hann het Gisrodr“ „aber da war 
sein Name richtig, daß er G. hieß.“ Viell. ist nun Gizorr 
etc. nichts anderes als eine Art Contraktion oder contra- 
hierte Entstellung aus Gísrodr (s. gis- Cap. I). Doch dürfte 
es nach der Schreibung der Hss. auch nicht so unrecht er- 
scheinen, das zweite Glied von Gizur etc. mit -pörr zu er- 
klären (vergl. D. I. 172 Zurarinn — pórarinn, Zurrider — 
pörridr und sonst), also Gizur, Gissorr etc. = Gispörr, 





122 Ausschließlich nordgerm. Namensthemen. 


welche Composition freilich nicht belegt und wenig wahr- 
scheinlich ist. Vergl. auch Ozurr, Assur weiter unten! 

4l. glad, glod „fröhlich“: Glæðir, Glæðir R. St. 
(vergl. edd. Menglgð f.), Gloð f. Fas. 

42. glama „lärmen“: Glámr LB. St.; Stafnglámr Fas. 

43. glümr „Lärm“: Glümr Lilj. 1465. N. 32 loc. 
Häkonar s. Göda. LB. Fms. W. Bs.; Glümsteinn N. loc.; 
Hildiglúmr St.; Vígaglúmr Óláfs s. Tryggv.; Glúmr = Glo- 
merus, Glumerus Saxo isl., dän. u. aus Wermland. 

44. gnüpr zu gnipa „eine Art Fels“: Gnüpr Bs. LB. 
R.; Gnüpa W. isl. masc, auch Nor. Schwed. 501; Gnypli W. 

45. gnyr „Lärm, Getóse": þórgnýr LB. Fms. W. 

46. goti, guti „Hengst“: Goti, Gutti R. Schlyter 
VII. Saxo (schwed.) N. loc. u. aus Reichenau (LC. II 629, 
21) s. 36, Guta Saga 62, 14. (isl. Goti nur als Zuname). 

47. greip- ,Greifhand*: Greipr var. Gripr LB. Fas. 
R. Schlyter VII. Guta Saga 62,15; Grep, Greppus dän. 
Saxo; Vil-, Viägripr Fas. zu gripa „greifen“. 

48. grettask „grinsen“: Grettir Fas. R. Fms. St. 
(3 mal), Gretir Saxo (Bräv.) norw. 

49. grund „Wiesengrund“: Grundi Ks. Fas. R. 
(Grundi schwed. Saxo, Bräv.) N. loc. s. 33. 

50. gyräan „gürten“: Gyrär Yngls. LB. Ks. Fms. 
W.N. s. 36. loc. u. Necr. Lund. etc.; hiervon wohl ags. 
Gyrth 11. Jh. (Searle) entlehnt? 

öl. haf „Meer“: Hafr s.u.; Hafgrimr St. LB., -steinn 
St. LB., -ljótr LB.; Hafliði LB. Bs. St., -pórir, -pórr St. 
LB.; Hafli N., Hafsi W., Hafpi Guta Saga 62, 6; Hafpóra 
f. LB.; Hafwar norw. Saxo. Bráv. wird von P. Herrmann, 
Comm. I 498 — Hafr gesetzt, doch kónnte man wohl auch 
an haf+ war < wars (s. d. Cap. I) denken; Haphlius, ein 
Riese Saxo — Hafli N. s. 30, — Haflidi P. Herrmann aao. 499. 

502. hafr ,Ziegenbock^, s. auch d. vorige: Hafr LB. 
St., Hafrsteinn LB., Hafrbjorn LB. 

09. hákr „unverschämte Person“; hierzu (doch ist die 
Quantität nicht sicher; vergl. arkiv 26, 147) Háki Yngls. 


Ausschließlich nordgerm. Namensthemen. 123 


Haralds s. svarta. Fms. LB. R. N.; als Zuname prand Haki 
Hákonar s. góda; Hákr Fms. 

54. hallr „großer Stein“; ob auch ahd. Halfrid, -fred 
Fm. 738 hierher gehört, ist völlig ungewiß. Hallr LB. DI. 
185. Fms.; Halli Fms. Ks. LB. N.; Hallbjorn Lilj. 938. 
Fms., -finnr R., -freär Oläfs s. Tryggv. Fms., -garðr Fms., 
-geirr LB. N., -gíls LB., -grimr LB., -kell Fms. DI. 395, 
-ormr LB., salinn Lil. 820. N. Fms., -þórr (dor) Fms. 
Óláfs s. Tryggv., -vardr N. Fms. D. I. 186. Haralds s. Svarta; 
fem: Hallbera LB., -bjọrg LB., -dis R., -fridr DI. 169. Fms., 
-gerðr Fms., ne isl., „katla LB., -veig Fms., -vi Lilj. 
1809, -vor LB., -þóra Lilj. 1851, Halla W. LB.; pórhallr 
DI. 250, þórhalla W.; — Hallaðr Fms. Haraldss. Hárf. zu 
halla „hallen“ part. praes. 

56. häls „Held“: Häls Lilj. 170, 1446. LB. 

56. hauss „Schädel“: Hausver Fms. (Hosvir edd.). 

57. hængr (heingr): „männl. Lachs“: Hængr LB. 
Fms. IB. 

58. hæringr „Mann der alt u. grau ist“: Hæringr 
LB. R.; (wohl nicht hierher ahd. Hairing LC., Herung Fm. 764). 

59. hegge-træ Fritzner I 751: „prunus padus“; 
hierzu Heggr LB. Egilss. R. N. loc.; Heggi N. loc. s. 4l. 

60. hiallr „Bergterrasse“: Hiallr Fas.; Hialli (edd.) 
Fas. Nor. Schwed. 487. N. loc. 45. (Saxo. Hiallus Bräv. von 
P. Herrmann, Comm. I 499 nach Olrik als Hialdr gedeutet); 
Hiallkárr LB. 

61. hlað „Kopfband, Borte“: Hlaðgerðr f. Fas. 
(Lathgertha myth. Saxo); vergl. Hlaðguðr f. edd. 

62. hlenni „Räuber“ (zu hlana): Hlenni Bs. isl. Fms. 
= Lenno Saxo (Lennius). 

63. hlif „Schild“: Hlif LB. oft. St. Fms. Yngls. 
(Hlif, Hlifprasa edd.). 

64. hika ,zaudern* D. 22.: Ufhikr Lilj. 41. 

65. hæna „Henne“: Lofthæna f. Fas. LB. 

66. hofud ,Haupt^, hofdi ,Landspitze, Vorgebirge": 
Karlshofud Fms. N. (LC. II 637,12)  Karlhofthus Saxo; 


124 Ausschließlich nordgerm. Namensthemen. 


Biornhofði Lilj. 180, Hvit- Lilj. 258, Ketil- Lilj. 847, Svart- 
DI. 186. Bs. LB. N. (Nekr. Lund.) (vergl. noch Vagnopftus, 
ein Riese Saxo, Vagnhofdi Snorra Edda). 

67. horär „Mann aus Horäaland“: Horär LB. R.N. 
47; vergl. noch Horðaknútr, -kári Fms. LB. 

68. hölmr „Insel“; vermutlich gehören hierher auch 
langobard. Ulmaricus, Ulmaris 10, so Bruckner 269, s. ebda. 
s. 2. anm. 4; vergl. auch die Hölmrygir Hkr. = Ulmerugi 
lord. 

Hölmr R. N. loc. Nor, Scheed 4985; Hólmi Lilj. 388; 
Hölmbjorn Lilj. 231, -fastr Fas. Lilj. 424, -gautr Lilj. 474, 
-geirr Lilj. 71. Fms. Fas., -kell isl. W., -steinn Lilj. 381 
Nor. Schwed. 500. DI. 67. Fas., -viär Lilj. 628. N.; fem: 
Hölmdis Lilj. 70, 434, -friðr Fas. Lan, 19 u. ö. D. 162, 
-gerär Lilj. 344, -laug DN. Il 306 Lilj. 14; Gunholmus Saxo 
(myth.). 

69. hottr „Hut“: Loähottr isl. St. Fas. 

70. hrani „Polterer, Prahler“, schwer zu scheiden von 
Rani s. ran Cap. I: Hrani (Rani) N. loc. ete. s. 73. Bs. Ks. 
Fms. Oläfs s. Tryggv. Haralds s. Härf. (bs. var. Rani) u. 
sonst Hkr. 

71. hreið- zu anord. hreiðr „Vogelnest“?: Hreiðarr 
Fms. Óláfs s. Tryggv., Hreiðmarr LB. Ks. Fas., Hreiðúlfr, 
Hreiðr Nor. Schwed. 492, Hreiðunn DN. I 188; vergl. ebda. 
Hraipkutum isl. Reidgotar; vergl. aber auch Fm. 876. 

72. hregg ,Sturm': Hreggvidr Fas. 

73. hreinn „Renntier“; doch ist auch an das adj. 
,rein" zu denken: Hreinn Bs. DI. 67. St. LB. (2 mal). 

74. hriflingr „eine Art Schuh“; dazu Hrifla m. LB.; 
Hriflingr Fas. 

75. hrütr „Widder“: Hrütr W. LB. St.; Hrüti isl 

76. iamtr „Mann aus Iamtland“: lamtr (Iamtar) Fms. 
(2 mal). | 
77. iokull ,Eiszapfen, Eisscholle": Iokull LB. Fms.; 
Iokulfastr Lilj..136. 

18. iól „Iulfest“: Iölr N. loc. 53. u. sonst; Lilj. 837, 





Ausschließlich nordgerm. Namensthemen. 125 


791; Iólbiorn Lalj. 787, -fastr Lilj. 193, -geirr LB., -kell 
(Iulkil) N. 53; fem: Iulfriär N. Necr. Lund. 

79. iri „Irländer“: Iri W. vergl. auch Rygh s. 145. 

80. ká- „Friedens-, Ruhestörer“: Káúlfr W. (Idg. 
Forsch. 19, 344.) (Zuname Käbeinn „vaklende i sin gang“). 

81. kälfr „Kalb“: Kälfr DI. 280. Bs. Ks. St. Fms. 
Lilj. 61. N. 54 aus ss. rer. Dan. u. loc. 

82. kali vergl. aarb. 1907, 332 ohne Bedeutungsan- 
gabe: Kali LB. Hkr. St. Fms. N. Nor. Schwed. 491; vergl. 
Kalman enn sudreyski Ems. 

83. kärr „krause Locken habend“; kári „der Krause‘, 
Idg. Forsch. 19, 345; (früher für ident. mit isl. kerr ,,carus* 
gehalten, zuerst wohl bei Adam. Brem. II schol. 26. von Odin- 
kar: unde et Deocarus nomen sortiri meruit): Kárr Bs. Há- 
konar s. Gođa (norw.); Kári Nor. Schwed. 488. Haralds s. 
Hárf. DI. 185. N. (aus Reich. Lund. loc. etc.) Bs. W. Ks. 
(vergl. Smjor — Kári, Horða — Kári Fms. etc.); Styrkárr Lil). 
1315 (anders D. 203) Bs. N., Lambkärr Bs., Hiallkárr LB., 
Vikárr Ks. etc., Oðinkárr W. N. 71, Vitkärr Lilj. 402 
(anders D. 40). 

Vergl. zu Odinkärr eine Bildung wie lb. Ansegranus. 

84. kaupa „kaufen“; vergl. aber auch ags. Ceapa 
loc. Searle, ahd. loc. Choufunga. 

Kaupmaðr DN. I 339. R., Kauparfi Lilj. 1750; Kaupi 
Lilj. 965. 

85. kid „Böcklein“ (D. 183): Kipr Lilj 871; Kipfüdr 
f. Lilj. 620; Kipa f. Lilj. 668. 

86. kimbi „Spottvogel“: Kimbi Fms. N. 57 loc. (LB. 
ein Zuname: pörleifr Kimbi, und sonst). 

87. klauf „Klaue“: Klaufi Bs. Fms. N. 57 loc.; Horn- 
klofi Haralds s. Härf. c. 9. 

88. kleppr „Felsspitze“: Kleppr LB. W. St. N. 57 
loc.; Kleppiarn Bs. LB. St. DI. 362. 

89. k1ó ,Klaue", kleengr — klofugl: Kleengr, Klengr, 
Klengr LB. St. DI. 218. Fms. N. loc. 57. 

91. knífr „Messer“: Skinnknifr Ks. 


126 AusschlieBlich nordgerm. Namensthemen. 


92. knjúkr, knykr „eine Art Fels“: Knjúkr, 
Knykr LB. DI. 399. 

93. knorr „eine Art größeres Schiff“: Knorr Ks, 
LB. DN. IV 736. N. loc. R.; Knarrarleifr Ks. 

94. knottr (knatt-leikr) „Ballspiel“: Knottr Bs. LB. 
St. Fas. 

95. knüi ,Fingerknóchel": Knüi W. Fas. 

96. kollr, kuldr, „Gipfel, Kopf“: Hoskuldr LB.; 
Kollungr R.; Kollsveinn Bs. LB. (doch vergl. kol- Cap. II, 
womit überhaupt leicht Vermischung); Kollr LB. ete.; Kolli 
Bs. LB. Fms.; Collo ein Wiking, Kollerus norw. König bei 
Saxo; Snækollr Fms. 

97. kraki, ,dürrer Stab" (Weinhold, anord. Leben 
263, Fritzner II 430): Kraki R. N. u. sonst; vergl. Rölfr 
Kraki Hkr. u. s. 

98. krókr ,Widerhaken": Krókr DN. I1957. Lilj. 74. 
R. N.; Krókar Fas. 

99. kveldr ,Abend": Kveldülfr LB., siehe die be- 
sondre Motivierung dieses Namens zu Eingang der Egilss.; 
vergl. auch Maurer, Bekehrung II. s. 106 anm. 24. 

100. kvigr ,junge Stute, iuvencus (Fritzner): Kvígr 
Fms. DN. I 472. 

101. kvistr ,Zweig": Kvistr LB. St. 

102. -kund „abstammend von“ vergl. Cap. I unter 
köni „genus“. 

103. lida „gehen, fahren“: Haflıidi Bs. (s. auch o. 
unter haf-), Sumarliði LB. Bs. Ks. N., Vetrliði LB. Hkr. R. 
Bs. (ags. -led, Sumerled etc. aus dem nord. entlehnt?). 

104. líkn „Heilung, Linderung, Barmherzigkeit“: 
Líknfúss; Eilikn f. Nor. Schwed. 496, 482; zu Líknaðr s. 
nand- Cap. Í. | 

105. liudan „wachsen“: lodinn p. p. „bewachsen, 
haarig, rauh“. 

Loðinn Óláfs s. Tryggv. Ks. W. LB. N. loc. u. aus 
Lund. 63; Loðbiorn R., -hottr St. Fas, -mundr Fas. LB. 
DI. 201; vergl. Ragnarr Lodbrokr Fms. III. X. 


Ausschließlich nordgerm. Namensthemen. 127 


106. lopt, loft „Luft“: Loptr DI. 262, Loftr 185 
LB. St. R. DN. VII 81; Lofthæna LB. 

107. lüfa „dickes, dichtes Haar“: Lüfketill Lilj. 1618; 
Lúfi = Luvi Nor. Schwed. 482; Lúfa fem. Lilj. 1569. 

108. lyng „Haidekraut“: Lyngi Fas., Lyngtorfi; 
Lyngr viell. R. 178; (Lyngheiðr f. edd.). 

109. lýta „verunzieren“: Lytingr LB. St. isl. (vergl. 
liut- Cap. ID); Lytir = Liserus Saxo, ein Wiking, vergl. 
P. Herrmann, Comm. I. 501. 

110. mälmr „Erz“: Mälmfriär f. Fms.; dän. Malfripa 
von Nielsen 64 hierher gestellt. 

11l. máni „Mond“: Máni Bs. LB. St.; Mänaljötr LB. 
(Eyrb. s. cap. 6ð Máni, sonr Snorra ... hans sonr var Ljötr, 
er kallaðr var Mánaljótr); Mángerðr f. Fas. 

112. margr „mancher; viele (plur.)“: Margbjóðr Skota 
jarl Fms. III; ist viell. eine Entstellung aus dem irisch- 
schottischen, vergl. Margaär (konungr i Dublin) Fms. u. 
Margarär Ira konungr Hkr. 

113. mäv- „Möve“: Mär Fms. Hkr. IB. Bs. DI. 171; 
Maeva = Mefa f. LB. | 

114. morðr „Marder“: Morðr Bs. LB. DI. 185. N. 
loc. u. aus ss. rer. Dan. 65; doch sei an Halamardus CIL. 
XIII 8707 ,Mannmórder* erinnert, Zs. 35, 389. 

115. nadd ,Stift^: Naddr St. (8 mal); Naddoddr Fms. 

116. nearu ags. ,eng^ (Nor. Nord. 8 79,6; 8 81): 
Narfi Hakonar s. Góða. W. Ks. Fms. LB. Bs. St. N. (Necr. 
Lund.), Narwi, Norve; Norr, Neri Fas.; auch wohl Nori 
Fms. Fas. N. (loc.) hierher (edd. ein Zwergname); — vergl. 
auch DA. IV 566. | 

117. nef „Nase“: Nefr W. Lilj. 1311; Nefgeirr Lilj. 
139, -steinn LB., Nefjülfr Hkr.; Hänefr DN. VI 346 (auch 
Saxo); Hauknefr; Refnefr Fas.; Önewus Saxo = Eynefr; 
Nef ein Wiking, Saxo, wohl hierher (P. Herrmann, Comm. 
I 502 — Hnef). 

118. næmr „angenehm“: Næmr Nor. Schwed. 486. 
Vidnemr Bs. 


128 Ausschließlich nordgerm. Namensthemen. 


119. nykr „Neck; Mar“: Nykr W.; Rafnykr Lil, 
1541 (dän.); Nykfróðr Lilj. 502; auch Nuki? Lilj. 719. 

120. orækja „Nachlássigkeit“: Orækja LB. W. Fms. 
R.; „en der er ligegyldig og sleset“ Aarböger 1907, 296 = 
„gleichgültig und zerfahren“; = Aurikia Lily. 206, Urikia 
Lilj. 1116 (D. 227). 

121. Ozurr, Ozorr, Azurr, Assur, Otzor, Osurr, Aser 
Azer Ks. LB. W. Nor. Schwed. 488. Haralds s. Hárf. N. 
aus Reich. Lund. loc. etc. Eine sichere Etymologie ist wie 
bei Gizurr (s. d.) nicht bekannt. Nielsen s. 8 setzt es gleich 
ahd. Ansuar, Answerus. Was das erste Glied betrifft, 
möchte ich ihm beistimmen; im zweiten kann viell., wie bei 
Gizurr, ein -rgðr (s. -friðr, fridu- Cap. I) starken: belegt 
wäre für das Nord. der Name Äsfriär m. in dän. Ansfridus, 
Vita Anskarii cap. 33. 

122. raskr „tapfer“: Raskúlfr Lal 784, Raskviär 
Lilj. 270; Raskr N. 73 aus ss. rer. Dan. 

123. raumr „stor ok hæslig person“ (Fritzner): 
Raumr. isl. LB. 

124. refr „Fuchs“: Refr LB. Fms.; Refo Saxo; 
Refnefr Fas., Refkill isl.; Refli W.; Boärefr, Hardrefr, 
Skaldrefr Fms. LB. Bs. 

125. reifr „freundlich“ (oder zum vorigen ?): Botraifr, 
Lik-, Sig- Nor. Schwed. 486. 482. 

126. rifa „reiben, zerreißen‘: Refill Fas., Rewillus 
Saxo; Hardrefill Fas. 


127. riupa „Rebhuhn“: Riupa f. LB., mehrfach. 
128. setja „niederlassen'“: Véseti be Óláfs s. Tryggv. 
Lilj..190 ona D 40. N. 108 (aus Reich. Lund. loc. etc.), 


Vesetus Saxo; vergl. auch Nielsen s. 116 die Bemerkung zu 
st < seti. 


129. sindr „Schmiedesinter, Hammerschlag“: Sindri 
R. St. Fms.; (als Zuname Haraldss. Hárf. Guþormr sindri u. 
sonst Hkr.); vergl. auch Sintarfizzilo. 


Ausschließlich nordgerm. Namensthemen. 129 


130. skagi „Spitze“: Skagi Bs. Ks. LB. N. DN. IV 
571; Skagr R.; Skagwarär N. 84. 

181. skaldr ,„Skalde‘“: Skaldrefr LB., -hrafn LB.; 
Skaldi Lilj. 151; Skald-Hallr, -Steinn St. 

132. skarði „der mit der Hasenscharte“: Skarði 
Oláfs s. Tryggv. (dän.) W. N. (loc. u. ss. rer., Dan.) Lilj. 
721. R. DN. XII 2, 3. 

183. skær- zu skærr „rein“?: Skæringr Bs. Ks. LB. 

134. skefill ,Schaber, Kratzer": Skefil isl. LB.; 
vergl. auch R. s. 220; Skafir Lilj. 1192. 

135. skegg „Bart“: Skeggr R.; Skeggi N. Fms. Ks. 
LB. Nor. Schwed. 485. DI. 186; Skeggi kalladr Iarnskeggi 
Oláfs s. Tryggv. (Hkr.) c. 78, Iarnskeggi Fms.; Smidskeggi 
LB.; Breid- Ks, Kolskeggr; Skeggbroddi LB. 

136. sker „Klippe“: Skervaldr Ks. R. Fms.; -vardr 
Fms.; Skerengr wohl = Skaringr s. o. 

137. skjálgr „scheel, schielend“: Skjálgr LB. Fms. 
DN. XIII 2. Óláfs s. Tryggv.; Skjálgi N. 85. 

188. skidi „eine Vogelart“: Skiði LB. Fms. R. 

139. skinn „Haut“; runischr: Skinpaleubar Schwed. 
6. Skærkind Nor. Nord. 43; Skinnknifr Ks. 

140. skógr ,Wald"; Skógr Lilj. 1458. DN. I 519; 
Skógi W.; Skögdrifr DN. IV 573; Skógkarl Fas. 

Völlig unsichere Beziehung zum Deutschen, s. Fm. 1308. 
14l. skora „bestimmen, fordern (zum Zweikampf)“: 
Skori, Skorri LB. (2 mal), N. 85 aus Necr. Lundense u. ss. 
rer. Dan.; Scorro Saxo. 


142. skopt „Haupthaar“: Skopti LB. St. Fms. Óláfs 
s. Tryggv. 


143. skúli „Beschützer“ (vergl. Kahle, ark. 26, s. 


v.. Skúli W. N. (loc.) Óláfs s. Tryggv. Ks. Fms. LB. St. 
Lal, 325. 


144. skúmi „Dämmerung“: Skúmr Fms. LB. N. (loc.) 
DN. IV 151; Sküma Fas. St. 


145. skútaseip „eine Art Fahrzeug“: Skúta m. St. R. 


146. snor „Rotz“: Snorir Lilj. 983; Snorri DI. 348, 


Hans Naumann, Altnord. Namenstudien. 9 


130 Ausschließlich nordgerm. Namensthemen. 


Snerrir Ks. LB. Fms. „der rotzige, unfeine“; Sneribjorn 
Lilj. 142; vergl. Eyrb. s. ed. Vigfüsson s. 13 (ähnlich auch 
Gislas. sürsson): hann var heldr úsvífr í æskunni ok var 
hann af þuí Snerrir kallaðr ok eptir þat Snorri. 

147. sokkr „Strumpf“: Sokki Bs. LB. St.; Sokkólfr LB. 

148. sóti „der Dunkle“ (vergl. Kahle, ark. 26 s. v.): 
Söti W. N. (loc.) Haralds s. Hárf. Lilj. 1485. LB. R. 

149. spakr „klug“: Spakr Lilj. 1276, Ospakr Ks. 
LB. (Spakboävar LB.). 

150. stafn „Steven“: Stafn N. loc. s. 87; Stafngrimr 
LB., -glämr Fas. 

151. starri „Star“: Starri St. oft; Fas. (aarb. 1907, 
310) = Stari „Star“ (Hálfs s. ed. Andrews s. 95). N. loc. 

152. stefna „jem. die Richtung anweisen, vor Ge- 
richt zitieren, zusammenberufen“: Stefnir Bs. Ks. Fas. 

153. stiga „steigen“: Stigr Fms. Hkr. N. loc. etc. 
s. 87; Stigandi DN. R. N. (loc.). 

154. styrma „stürmen“: Styrmir LB. öfters; isl. 
Bs. DI. 496. N. (ss. rer. Dan.). 

155. strútr „spitze, goldene Hutverzierung“: Strút- 
ólfr isl.; Strútháraldr Fms. 

156. styggr „scheu“: Fms. Bs. LB. etc.: Styggr 
(auch Nor. Schwed. 489); Allstyggr W., Dagstyggr auch St. 

157. stýrr „Kampf“: Stýrr Lilj. 162. N. LB. Ks. 
Fms.; Styrbiorn (Sturbiornus Saxo) Haralds s. Hárf. (schwed.) 
Lilj. 208, -fastr Lilj. 162, -kárr N. DI. 496. Loi 1315. 
Cláfs s. Tryggv., -laugr Lilj. 851. Nor. Schwed. 498, -leikr 
Lilj. 1341; Sturlaugr > Stullaugr, Stulli. 

158. sturla zu demselben Stamm, „Störenfried“: 
Sturla isl. St. Fms. 

159. svað „glatte Státte'“: Svaði Fms. Fas. (2 mal). 

160. svalr „kühl“: Svalr Bs. Fas.; Svali N. (Lund. 
loc.) Fas. 

161. sveigr „eine Art Kopfputz“: Sveigir Fas. N. 
89 loc.; Sveigðir, Svegþer Fms. Yngls. (ein myth. Schweden- 
kónig). 


Ausschließlich nordgerm. Namensthemen. 131 


162. sveinn „junger Bursche“: Sveinn Óláfss. Tryggv. 
N. LB. W. Nor. Schwed. 494; Sveini W.; Sveinki Fms. 
R. N. Sveinaltr Lilj 1123, -bjorn LB.; Sveiningr W. N., 
Sveinungr Lilj. 917. LB. Ks.; Bergsveinn Fms., Blót- Fms., 
KoND- LB. Raud- St.; Gothswen N. 32. (Lund.; ss. rer. 
Dan.). 

163. sverja „schwören“: Sverrir norw. Königsname 
Ks. etc. (Suerus Saxo); St. ein Islánder. 

164. svífa „treiben“: Osvifr = „rücksichtslos“ Fms. 
LB. = Osýfr IB. (vergl. Arkiv 10, 201; I. F. 29, 159). 

165. svipr „schnelle Bewegung, Mienenspiel“: Svipr 
Fas., Svipdagr (edd.) Fas.; Svipdagerus Saxo (myth.). 

166. tindr „Spitze“: Tindr Fas. LB. Óláfs s. Tryggv.; 
Tindúlfr R.; Tindr = Tander Saxo (schwed.) P. Herrmann, 
Comm. I. 506; N. 91. 

167. tóki ,Büschel^: Tóki W. N. 99. Fms. R.; nicht 
isl.; Tóka f. 

168. tobbi, tubbi, vermutlich Koseform von pór- 
bjorn, Rygh s. 267. Tobbi, Tubbi, f. Tubba. W. N. 100. R. 
Lilj. 104. DN. II 235. 

169. tóli viell Koseform zu pórleifr. Tul, Tól, 
Tolli R. (268, 254), W.; Tula f. Lilj. 466; N. 100. 

170. Tómi, Túmi, Tummi Bedeutung? Ks. W. N. 
Fms. LB. Lily. 1141. 

171. tosti viell. Koseform von þórsteinn: "osti 
Haraldss. gráf. (schwed.) Lilj 590. N. Ks. W. Fms. isl.; 
Tosto Saxo (aus Jütland). 

172. torfa ,Erdscholle, Rasen“: Torfi LB. Fms. R.; 
Torf-Einarr Hákonar s. Góða (aus Orkneyar); Koltorfa f. Fms. 

173. Tjorvi, Tjorfi zu tjara „Pech“, „einer der picht“ 
(Iönsson, aarb. 1907, 356). Fas. LB. DI. 172, 500. 

174. torfian ags., ahd. zerben „werfen, sich drehen“: 
Tyrfingr Fas. LB. St. (Tirwinger schwed. Saxo). 

175. pang- „Tang, Seetang“: þangbrandr Bs. IB.; ist 
aber sächsischer Herkunft (vergl. Golther im Index zu IB.) 


u. entstellt aus dank-. 
9% 


182 Ausschließlich nordgerm. Namensthemen. 


176. pengill ,Fürst^: pengil LB. DN. V 379. N. 
(loc.). Fas.; Thengil norw. Saxo; Thengillus, ein König von 
Finnmark, Saxo; auf den deutschen Familiennamen Dengel 
weist hin Andrews (Hálfssaga s. 101; Fm. 1403). 

177. perna ,Seeschwalbe*: Kolperna St. Bs. DI. 172. 

178. biprandi Njálss. LB.; zur Bedeutung vergl. 
aarb. 1907, 360; Fms. 

179. pjálf- Bedeutung?: pjálf LB. — agutn. pjelwar 
Guta Saga 62; Ráðþialfr Nor. Schwed. 482; vergl. ark. 
18, 135; aarb. 1907 s. 300. 

180. pjóstr „Wildheit, Zorn“: pjöstarr LB. Ks., 
-ólfr Fms. LB. 

181. Born „Dorn“; ahd. nicht nachzuweisen, doch 
vergl. nhd. Hagendorn. 

pornbjorg f. Fas.; Eiporn Lilj. 87; Veporn LB. (var. 
Véorn c. 29). 

182. prawan ags. „drehen“: runischr: prawingan 
Schwed. 6. Tanum Nor. Nord. 50; prär, präinn isl. (z. B. 
Njälss.) St. Fas. 

183. prjöta „beschwerlich fallen®: Urguþrjótr Fms. 
Óláfs s. Tryggv. Hkr. c. 59. 

184. Þróndr „Mann ans Drontheim“; doch vergl. 
auch þróndr „geschnittener Eber“. 

þróndr, þrándr Hákonar s. góða. N. Fms. Bs. R. u. 
sonst; Throndar -er, Throndus norw. schwed. Saxo. 

185. prostr „Drossel“: prostr LB. R. 

186. pverr „quer“: pver Lilj. 220 (nicht 219, wie bei 
D. s. 317), pverketil Lilj. 1211. 

187. þyrma „verehren“: Guðþormr (= Gormr) W. 
Bs. Ks.; Véþormr LB. (var. Véormr c. 29). 

188. vagn „Wagen“: Vagn W. N. St. Fms. Oláfs s. 
Tryggv. (dán.); Vagnophthus myth. Saxo (Vagnhofði edd.). 

189. valka „hin u. herbewegen“: Valkr Nor. Schwed. 
492; Valli, Valka R. (der sie jedoch als Kurzformen von 
Valgarðr etc. auffaBt). 

190. vatn „Wasser“: Vatnarr Fas., Vatnormr LB. 





Altnordische Fehlbestände. 133 


191. *wäwa- „Wehe“: Wámódr Nor. Schwed. 492. 

192, vangr „campus“: Ävangr LB.; vergl. aber auch 
Vangio, den Suebenkönig, Tac. ann. XII 29. (Zs. 7, 527.) u. 
das ethnicon der Vangionen, got. waggs, ahd. wanga „Aue, 
Wiese“ (Zeuß 219, anm. 1); vergl. ahd. Anawanc LC. II 344 
u. Unwanc (Weißenburg 819), dazu aber Förstemann s. 1525. 

193. veggr „Keil“ (ags. wecg): Steinveggr Ks. 

194. vedr , Wetter": Vedraldi Lilj. 21, -grimr, -ormr 
Fms. Fas.; vergl. dazu Wedergeatas Béow. 1492 etc., wie 
Hreiðúlfr: Hreiðgotar, Hólmbjorn: Hólmrygir. 

195. vikingr „Wiking“: Víkingr Lilj. 37 u. ö. D. 
34, LB. W. R. (vergl. Víkingakári LB. u. a.). 

Nachdem solcher Gestalt — positiv — ein Überblick 
über den trotz seiner ca. 500 Themen wohl doch noch nicht 
vollständigen altnord. Namenschatz gegeben ist, bleibt uns 
noch übrig — negativ — die wichtigsten solcher Themen 
aufzuzählen, die wohl sonst im Germanischen eine Rolle 
spielen, im Altnord. aber nicht belegbar sind. 


I. Dem Ost- u. Westgerm. gemeinsame, dem 
Altnord. aber fehlende Themen: 


1. ali- zu got. aljis „ein anderer‘. 

burg. Aliberga CIL. XII 2404: ogot. 444íysgvoc Agath. 
I, 8; wfr. Alithius. Greg. II 13. 

2. amala- zu an. ama „belästigen“ Grimm GDS. 313. 
Mhff. Zs. 12, 253; wohl nicht in anord. alm- was Nielsen u. 
Förstemann vermuteten, vergl. alm- Cap. II. 

ogot. Amalaberga lord. 135; thür. Amalafridus Ven. 
Fort. de excidio Thuringiae; M.-L. 11. 

3. amara- Bedeutung unsicher = „Ammer“ Schröder, 
Cass. 488 (ahd. amero); s. auch Wrede ogot. 120; Kögel 
Litgesch. II 214 vergleicht an. gmurligr „furchtbar, schreck- 
lich“. | 

ogot. Amara Cass. 126, 6; Amara CIL. V 1583. 


134 Altnordische Fehlbestände. 


4. athala- l-Ableitung zu atha, ap-; ahd. adal-, ags. 
æðel-, æthel-; M.-L. 14. 

ogot. Athalaricus lord. 48.; vergl. aber Apil u. Apilstan 
runischr. Lilj. 370, 677. (D. 231), wohl englischen Ursprungs. 
(vergl. Gupormr — Æðelstan, Maurer: Bekehrung I. 61 
und s. auch Cap. V). 

5. athana n-Ableitung zu atha, ap-; v. Grienberger 
Zs. 39, 182; anders Fm. 182. 

wgot. Athanaricus. Amm. 27, 5, 6.; M.-L. 15. 

6. baud- Ablaut zu *beud-, got. biudan. s. d. Cap. 11; 
doch vergl. auch Grimm KZ. 1,434; Wrede wand. 67; 
Fm. 249. 

Cannabaudes Gotenführer Aurel. Victor 22,2; Baino- 
baudes Amm. 14, 11, 14. 

7. ermin, erman, ermun (Ermunduri), Mhff. Zs. 
23,1 == gr. ögusvos, Kossinna IF. 2, 183; „groß, umfassend“. 

got. Hermanaricus Iord. etc. (= anord. Iormunrekr 
edd.); wgot. Hermenegildus Fred. Greg. V 38 etc.; ags. 
Eormenred von Kent. K.7; thür. Herminefred. Greg. III4; 
Arminius, Cherusker, Tac. ann. I 55; '"Eousy(oxAog, Varnen- 
kónig Proc. b. G. IV 20. 

8. fruma- got. „primus“; ahd. fruma „Nutzen“; 
Fm. 545. 

ogot. Frumarich Cass. II 13; Frumarius Suebe Chron. 
Min. II 1. 31.; M.-L. 28. 

9. gada- ,comes, socius"; ogot. Gadaricus Iord. 89; 
Fm. 563; s. a. gand Cap. I. 

10. gaila- „elatus, petulans“; vergl. got. gailjan, ahd. 
geil. 

wand. Geilamir Coripp. Ioh. I 381, Wrede 105; Fm. 
567; Searle 253. 

11. -gairns, ahd. gern, ags. georn „cupidus“. 

ogot. ’4Aiysovog Agath I, 8; Fm. 630. 

12. gild-, geld-; got. gildan „gelten“; anord. gildr 
„der etwas gilt, tüchtig ist“. 

ogot. Gildila Cass. IX, 11; wgot. Athanagildus Iord. 


Altnordische Fehlbestände. 135 


136; Aligildus Amm. 21, 15, 4; Fm. 639. Es gibt im Nord. 
keine Namen auf -gjaldr außer Ingjaldr, das aber nach Nor. 
u. a. aus Ingi-+ valdr zu erklären ist, wie Häraldr aus Här 
+ valdr. 

Für das Burg. vergl. Zs. 37, 225; wgot. s. M.-L. 60. 

13. liuti- ahd. „Volk“; ags. léod „Fürst“. 

Leudomarus viell. burg. CIL. XII 2406; Asúðegis ogot. 
Proc. got. I 11; fränk. Asvdagdov acc. Proc. got. IV 24; 
M.-L. s. 39; Fm. 1031. 

14. marha- „Pferd“; ahd. marah, ags. mearh = ogot. 
mara (Synkope des h, Wrede 175). 

ogot. Marabadus Cass. 97, 7; viell. in nord. Marsteinn s. 
mári- cap. Í. 

15. marka- „Mark, Grenzmark“; anz. 18,55; Fm. 
1095; M.-L. 60. 

ogot. Mapgxíag Droe, got. I 13; Markomarus, Marko- 
manne, Aur. Vict. 16; wfr. Markatrudis Greg. IV 2b. 

16. matha- Bedeutung? Wrede ogot. 96; Kögel anz. 
18, 54.; Fm. 1108. 

Mathesuentha Iord. 49 = Mear«ooövd« Proc. got. I. 11. 

17. naud- „Not“; ags. nead, viell. „Kampf, Bedrängnis 
im Nahkampf“, s. Meyer, Altgerm. Poesie s. 25; für das 
wgot. vergl. M.-L. s. 41. 

18. rimis- s. o. Vorrede zu Cap. II anm.; Fm. 1274. 

19. sarw- „Rüstung“; got. sarwa pl. „Waffen“; Fm. 
1074; Kögel Litgesch. II 217. 

got. Sarus Iord. 91; Sarmanna CIL. III 5972. 

nord. nur Sorli (as. Sarulo, lb. Sarilo) edd. u. später 
wieder, offenbar aus der Bekanntschaft mit der Heldensage 
(ähnlich wie Erpr u. a.) Ks. St. DI. 172. 

20. sinp- got. ahd. sind „Reise, Heerzug“. Fm. 
1339; M.-L. 46, 77. 

ogot. Sendefara CIL. V 7414 (Wrede 134), Sinderith 
lord. 48; Turisindus Gep. König, Paulus Diac. I 27; erulisch: 
Zivdover Agath. I 20, Sindoald de Herulorum stirpe, Paul. 
Diac. II 3. 


186 Altnordische Fehlbestände. 


21. sise-, ahd. sisu, sisua „nenia; carmen magicum“ 
Kögel Litgesch. Í B1 ff.; M.-L. 46. 

ogot. Ziaipgidos Proc. got. III 12; wgot. Sisebutus 
Anthol. I 483; wgerm. Zioldexos Strabo VII 1, 4. 

22. söna-, ahd. suona „Urteil, Gericht“. 

Sona ogot. Cass. 87, 15; die Rosomonin Sunilda lord. 91. 

Doch wird von D. 262 runischr. Suni Lilj. 523 hierher- 
gezogen. 

23. sunja- got. „Wahrheit“; Fm. 1371.; M.-L. 48. 

ogot: Sunhivadus Cass. III 13; Suniefrith Neapl. Ur- 
kunde; Sunno fränk. Greg. I 9. 

94. til- ,Ziel^, ,geschickt^; Henning, Deutsche Runen 
denkmäler s. 4f.; ; got. Tilarids. 

26. pank- ,cogitare; gratia^; got. pagk-; ahd. dank 
„Dank“. 

Tanca, Tancila ogot. Cass. 257; II 35; Riccithank urk. 
6. Marini 75; wgerm: Zaeí9ayxog «-96xoge (Strabo VII 1, 4) 
vergl. Grimm GDS. 429; im nord. ist pangbrandr (s. o. 
pang) aus pank- verderbt. 

.. 260. pora an. „audere“. DA. IV 477, 581. 

got. Thorismud Iord. 77,8 etc.; Qopicív Gepide Proc. 
got. III. 34; vergl. das ethnicon der Thuringi; im nord. 
liegt viell. in pörir ein nom. agentis zu pora vor (entgegen 
Snorri: Yngl. s. cap. 7 af þórs nafni er kallaðr þórir.. 
und Noreen Nord. (pörir < Pörgeirr) s. ponar Cap. II). 

27. ufta- „oft“; (pt für ft, Wrede ogot. 98). = zuxvös 
in gr. Namen, Zs. f. d. Phil. 37, 548. 

got: Optaris Proc. got. I 11; Optila Iord. 43.; M.-L. 
41; anz. 18, 54; Grimm Zs. 3, 147; vergl. noch got. Ufita- 
hari Urk. Arezzo. 

28. wisu-, wisi-, „gut“; idg *wesu, ai. vasu; Kögel, 
Literaturblatt VIII 108. 

Vergl. das ethnicon der Visigothae; Wisibadus ogot. 
Cass. X 29; wand. Wisimar lord. 87; 1b. Wisigarda P D 
I 21, Greg. III 20; gehórt viell. ver Visburr hierher? 
(Yngls. myth. Schwedenkünig). 





Altnordische Fehlbestände. 137 


29. sibja- „affinitas“; sibja ogot. Cass. 256, 27; Sibika, 
Ermanarichsage; anord. die Göttin Sif und von hier aus in 
Personennamen: Silkisif, Hildesif Fas.; Ellisif volksetymol. 
aus Elisabeth, Fms. u. a. 

30. wuls- Fm. 1662, Wulsmar u. a.; wgot. Anaolsus 
Chron. Min. II 1, 21, Schönfeld s. 19. 


II. Offenbar alte westgerm., im nord. aber 
fehlende Themen: 


1. flát- ahd., ags. -fled „Schönheit“; Fm. 508; fränk. 
Audefleda lord. 134; Albofledis Greg. II 31; Fledimella 
CIL. XIII 8821. 

2. hluda- = gr. xAvrög, ai. Sruta „berühmt“. 

Hlodericus Anthol. II 792; Chloderich fränk. Greg. II 
37; Chlotharius Greg. III, 1. u. a. Anord. hlod- erst später 
entlehnt vom deutschen Kaisernamen: Hlodver — Hludowih, 
fränk. Chlodoveus Greg. II 9 (wie Magnus von Carolus 
Magnus), so Óláfss. Tryggv. c. 52, wo es von einem Jüng- 
ling Hvelpr eða Hundi heift: lét Óláfr þá skíra sveininn 
með Hlgðvers nafni. 

3. lind- Fm. 1058; bayr. Theudelinda Paul. Diac. ITI 
30; 1b. Theudelinda PD. IV 37, Rodelinda I 27. ` 

4. hröm- „Ruhm“; Romulfus Greg. X 19; viell. Ro- 
moridus CIL. V 6196 a. 403; s. auch M.-L. 37. 

5. erkan- „ingenuus, genuinus‘, ags. eorcon; wfr. Er- 
canulfus PI. | 

6. níd- „Haf, Feindschaft“; Fm. 1157; nord. nur 
Nidudr Vólundarkv. AUS As. Nidhad und Nidbiorg f. LB. 
Óláfss. Tryggv., eine schottische Königstochter. 

7. ópal- viell. im nord. das einzige Utalfridr Lilj. 162 
s. auch D. 226. Ferner — vergl. die Belege bei Fm. — 
8. alah ,templum". 9. banda ,vexillum". 10. blad 
„fructus, gloria; ags. bled". 11. kóni „audax“. 12.dadi, 
ags. ded facinus virtus, robur". 18. éra „honor“. 
14. gaida „cuspis, mucro“, ags. gâd. 15. norp- ,, Norden". 


138 Altnordische Fehlbestände. 


16. gara „paratus, promptus“. 17. wola „bene“, ags. wel. 
18. helid „Held“ vergl. Haldagastes 3. Vopisc. Aurel. 11, 4. 

Namen sind wie aller Wortschatz lebendiges Gut: sie 
entstehen, wachsen und breiten sich aus und vergehen. Neu 
entstehende Namen bietet die Liste von Cap. III wohl in 
Fülle. Sie wachsen und breiten sich aus, d. h. sie sind eine 
Zeitlang besonders beliebt, besonders in „Mode“. Grade im 
Nord. macht sich das bei einzelnen Themen besonders be- 
merkbar gegenüber der auffallenden Dürftigkeit anderer. 
Wie aus den Listen erkenntlich, gehören zu den am meisten 
begünstigten folgende: 

álf, ás, arn, bjorn, fast, -fríðr, gaut, geir, gund, hallr, 
-arr, hröd, ingi, ketil, leifr, sig, steinn, þórr, úlf, vé- (-vi); 
desgleichen auch al-, auð, -bjorg, -dís, finnr, heið, -gerðr, 
-mundr, -ny, -rikr. 

Als ausgestorben endlich dürfen wir wohl viele von 
denjenigen Themen ansehen, die wir eben als dem nord. 
unbekannt aufgezählt haben. Wir treffen aber noch im alt- 
nord. selber eine Reihe von Themen an, die, gegenüber ihrer 
Verbreitung in andern germ. Dialekten, deutlich im Aus- 
sterben begriffen sind. Dahin gehören: agja, ask, ad, bert, 
balu, droht, brün, brunjo, dóm, gast, gud (deus, zu Gunsten 
von ans), hagu, heil, heim, eupa, kuni, liuf, leid, nand, skalk, 
strid, swind u. a. 

Diese Themen waren wie ask, droht u. a. im Nord. zu 
keiner Composition mehr fáhig oder wie ad, biart, dóm u. a. 
zu einer speziell im Nord. neugebildeten Composition nicht 
mehr lebendig genug, so daß sie nur in wenigen herkömm- 
lichen Zusammensetzungen erscheinen. Aber die oben auf- 
gezählten begünstigten Themen haben es oft bis zu einer 
erstaunlichen Höhe in der Zahl der spez. nordischen Neu- 
schöpfungen gebracht. 

Wägen wir den Inhalt der dritten Liste gegen den der 
2 ersten ab, so ergibt sich, daß die nordische Namengebung 
zu weit mehr als 2 Dritteilen auf germanischem Boden 
steht. Was sie selbst an neuen Elementen hinzufügt, ent- 


Formale Bemerkungen. 139 


stammt fast durchaus der nüchternen Sphäre poesieloser 
Beinamen, weshalb auch die speziell nordischen Namencom- 
posita teilweise, nämlich wo diese Elemente hinzutreten 
(durchaus nicht im allgemeinen), den poetischen Charakter 
verlieren. 

Zum Teil kann es freilich rein zufällig sein, daß diese 
speziell nordischen Compositionen in den andern germa- 
nischen Dialekten keine Entsprechung fanden, zum Teil sind 
sie jedoch — das erweist die ausschließlich im Nordischen 
so häufige, oft hier allein existierende Verwendung gewisser 
zweiter Glieder — bestimmt echt nordische Neubildungen. 
Wir wollen sie, nach dem zweiten Glied geordnet, noch 
einmal in Kürze an uns vorüberziehen lassen und dabei die 
Gelegenheit benutzen, ein wenig die formale Seite zu be- 
achten, um auch hier darzutun, daß wesentliche Unterschiede 
gegenüber dem Germanischen nicht bestehen. Wir haben 
dabei allein von Schröder auszugehen und müssen uns doch 
zugleich teilweise gegen Schröder wenden. | 

Wenn „im Altnordischen von einem noch näher festzu- 
setzenden Zeitpunkt ab zu einem Gunnleikr eine Gunnleik, 
zu einer Gunnlaug ein Gunnlaugr gebildet werden konnte“, 
so meint Schröder, „daß es sich bei diesem eigentümlichen 
Austausch zwischen Männer- und Frauennamen in Skandi- 
navien um eine bodenständige Sonderentwicklung handle“). 
Das klingt in dieser Form zu typisch und verallgemeinert. 
Denn es sind nur erst wenige Themen, die so im zweiten 
Gliede stehend eine Wandlung des Geschlechts ertragen 
können, nachdem sie zuvor in germanischer Zeit allein dem 
einen gedient haben, nämlich: 

1) -eiðr; falls zu germ. aiþa-, an. eiðr masc. „Eid“ ge- 





1) Siehe Schröders Referat seiner Rede „úber deutsche und grie- 
chische Personennamen“, Verhandlungen der 46. Versammlung deutscher 
- Philol. u. Schulm. 1902 s. 34ff.; desgleichen die Göttinger Festrede s. 9. 
— Das Beispiel mit Gunnleik ist unglücklich gewählt: es gibt keine - 
Gunnleik und es ließen sich, wenigstens für mich, Feminina mit -leik im 
Nord. überhaupt nicht auffinden (über -leikr s. u.). 


140 Formale Bemerkungen. 


hörend, so ursprünglich wohl nur auf Mannsnamen beschränkt 
(nach dem Schröderschen Bildungsgesetz s. u.), so in den 
speziell nord. Compositionen: Hróð-, Ner-, þóreiðr. Dazu 
nun vielleicht in nord. Sonderentwicklung die Feminina: 
Baug-, Ring-, Randeiðr. Falls man indessen diese Namen 
mit Schwund des h-zu an. heiär, got. haidus masc. stellt 
(Cap. II), so wäre doch für die Feminina Dag-, Fold-, Iör- 
Móeidr ahd., mhd. heit fem. zu berücksichtigen!), so daß 
ein Parallelismus im Geschlecht der Namen seit alter Zeit 
bestanden haben kónnte. 

2) -gunnr; die weiblichen Namen sind die primären 
(ags. guð fem.). Doch hat auch Fórstemann neben Femininen 
aus dem 6. Jh. schon 3 westfrünk. Masc. des 7. Jh. (viell. 
romanischer Einfluß, Schröder aao.) Nord. Compos.: Al-, 
þór-, Végunn(r) fem.; Fróð-, Vinr-, þórgunnr masc. 

3) -leifr, -leif (-láfr, -lof); ahd. leip masc. bei Schade 
541 nur konstruiert, doch wohl nicht zu bezweifeln; zieht 
man indessen got. laiba, an. leif fem. „Úberbleibsel“ in Be- 
tracht, so wird man die Ursprünglichkeit von -*laiba-z neben 
-*laibo in der Bedeutung von „Sohn“ und „Tochter“ nicht 
zurückweisen. Urnordisch runischr. Analaibu 7. Jh. ist der 
früheste Beleg (übrigens kennt auch Fm. 997 vier Feminina, 
Guntlaiba u. &). Sprüche dieser Beleg also nicht mit, dann 
wäre nach Ausweis der übrigen Belege der Zeitpunkt, wann 
diese nordische Sonderentwicklung einträte, kaum früher als 
ins 10, 11. Jh. zu setzen; daß sie jedoch nur auf Island be- 
schränkt sei (Schröder s. 9), läßt sich aus den Belegen nicht 
entnehmen. Nord. Compos.: Ai-, Bi-, Higr-, Ikul-, Ingi-, Is-, 
Ran-, Sunn-, pórleifr, Varnláfr masc.; Arn-, Ingileif fem. 

4) -laug, -laugr; ursprünglich nur Feminina bildend, 
an. laug, ahd. louga fem. Nord. Compos.: Al-, Í s-, Drop-, 
Fast-, Gaut-, Giaf-, Gis-, Gre-, Heim-, Hölm-, Im-, Ingi-, 
Ketil-, Kin-, Odd-, Ran-, Skir-, Snæ-, Stein-, þór-, praslaug 
fem.; Ás-, Ar-, Ey-, Her-, Stur-, þórlaugr masc. 


1) Es läge dann im nord. ein io-Stamm vor wie in hildr, gygr u. s. w. 


Formale Bemerkungen. 141 


5) -möär, -möd; ursprünglich nur Masculina bildend; als 
einziges Femininum (über Ketilmot LC. läßt sich nichts ent- 
scheiden) ist dän. Äsmöd überliefert; siehe übrigens den- 
selben Übergang im Deutschen: Schröder s. 13, Fm. 1126. 
Nord. Compos.: Aur-, Boð-, (Ketil-), Ol-, Stein-, þór-, Wá- 
móðr masc. 

6) Zu -pórr ist póra gebildet (Haf-, Ingipöra), wie zu 

7) -ketill-kell) ein -katla f. (Ás-, Arn-, Ott-, pórkatla), 
viell. auch noch -grima nach gimr; daß hier die Mannsnamen 
die primären waren, liegt auf der Hand. Anders sind na- 
türlich -finna, -bera u. a. zu beurteilen, die doch schon seit 
alters neben ihren masculinen Entsprechungen stehen können, 
desgl. die Fem. auf -elfr, wo eine feminine iö-Ableitung 
vorliegt. 

Umgekehrt bewahren die Themen des zweiten Gliedes 
in überraschender Weise die alten Bildungsgesetze, die 
Schröder, vom Angelsächsischen ausgehend, für das Germa- 
nische aufgestellt hat, wonach nur Masculina Männernamen, 
nur Feminina Frauennamen bilden können und die Adjek- 
tiva sich nach der Bedeutung teilen (Schröder, Verh. nr. 3). 

Abgesehen von dem vielleicht doch anders zu beurtei- 
lenden -(h)eidr (s. o.) und dem einmaligen -bọã in Á sboð 
kunu Lilj. 1235 (während sonst im Germ. -badu normaler 
Weise nur masc. bildet) sind es nur nomina feminini generis, 
die für die Bildung von Frauennamen in Betracht kommen: 

1) -bjorg: Nord. Compos.: Hall-, Ketil-, þór-, þornbjorg. 

2) -dis: Al-, And-, Saldis; ferner gewiß voller Bedeu- 
tung: 1) mit mytholog. Begriffen gebildet: Oäin-, Frey-, 
þór-, Ás, Álf-, Védis, (Hedindis); 2) mit Dingen aus der 
Natur: A- (s. 17), Berg-, Hólm-, Ey-, Halldis; 3) walküren- 
haften Charakters: Val-, Her-, Hjälm-, Hior-, Vigdis, auch 
wohl Arn- und Iödis; (Hjordis ein mit ED gebildeter 
Frauenname, vergl. Mhff. N. A. Stud. I. 214). 

3) -ey: Berg-, Böt-, Ketil-, pörey. 

4) -gerär: Arn-, Ey-, Mund-, Skjald-, Val-, Is-, Hall-, 
Hlað-, þór-, Stein., Mángerðr. 


142 Formale Bemerkungen. 


b) -hilfr: As-, Gunn-, Ragnhilfr. 

6) -hildr: Böt-, (Grim-), Stein-, pörhildr. 

7) -líkn: Ailíkn. 

8) -lgð: Hród-, Gre-, Sunn-,  Gunnlgð. 

9) -rond (an. f. „Sehildrand“ ; schon Fm. 1246 
einige Feminina): Gullrond, also ein Frauenname mit einer 
Waffe im zweiten Glied. 

10) -ràn: Dag-, Ol-, Odd-, Ingi-, Ió-, Kristrún. 

11) -prüdr: Arn-, Iardprüdr. 

12) -udr(-unnr): Ljót-, pór-, S&-, Iór-, Stein-, pjódunnr; 
Idunn. 

Die nordischen Frauennamen hüten also noch immerhin 
ein gutes Teil uralter schöner Poesie und stehen in ihrer 
Bedeutungsfülle sehr oft noch ganz auf altem germanischen 

Boden. Die drei Sphären, die sich für die germ. Frauen- 
namen aus Müllenhoffs schönem Aufsatz in den Nordalbin- 
gischen Studien (1858 s. 210ff.) herausschälen lassen, sind 
sehr wohl noch erkennbar: der Zusammenhang mit der Vor- 
stellung von göttlichen Wesen, der Walkürencharakter und 
die Beziehung zur Natur. Freilich lassen sich auch andrer- 
seits der oft bemerkte sehr profane Sinn oder gar gänzliche 
Sinnlosigkeit ebensowenig verkennen in Namen wie: Ketiley, 
Grelod, pórunnr, Iórunnr u.a.m. 

Echt weiblich sind die Adjektiva -(f) ríðr und -ný 
(den westgerm. -lind und -flad vergleichbar) in A-, Ást-, 
Ein-, Eld-, I-, Iör-, Ikul-, ló-, Ís-, Túl-, Hall-, Hólm-, Ketil-, 
Mälm-, Oda-, Stein-, Snæ-, þórfríðr und in Eyr-, Fast-, Vé-, 
Lík-, SEN 

Indifferent in der Bedeutung und daher Männer- und 
Frauennamen zugleich bildend sind: 

1) -ljótr m., -ljót f.: Berg-, Haf-, þórljótr; Berg-, þór- 
ljót. 

2) -war m. (aisl. -varr; got. vars), -vor Í. (waru), falls 
überhaupt das Adj. vorliegt (Mhff. Zs. 16, 154) und nicht 
vielmehr das nomen ag. (Wrede, ogot. s. 82, s. 145), wohl 
„hütend, pflegend, bewahrend“ (vergl. an. scipveri): Haf-, 


Formale Bemerkungen. 143 


Sæ-, Ketilwar; AM-, Ey-, Gaut-, Hall-, Her-, Hún-, Grjót-, 
Kiol-, Sal-, Sol-, Stein-, pór-, Olvor. 

3).-ver m., -vi f. (mit Schwund des h im Auslaut, vergl. 
Noreen Nord. 8 294, 2): Rand-, Hos-, Steinver; Ás-, Boð-, 
Hal-, Heil-, Ketil- (vergl. Ketilbjerg), Lid-, pórvi. 

Dem allem entsprechend muß man denn auch den Ad- 
jektiven, die dem zweiten Glied der männlichen Personen- 
namen vorbehalten sind, ein eigentlich männliches Gepräge 
zugestehen; denn sie besitzen entweder kriegerischen Sinn 
(-fúss, -fastr, -hvatr, -tiarfr, -sterkr, -sviär) 
oder eine gewisse Klugheit des Lebens gegenüber der höheren 
Weisheit der Frau (-fröär, -vitr); die ethische Sphäre 
berühren -freär (falls das Adj. vorliegt, vergl. s. 35), 
-reifr, -tryggr, wohl auch -styggr „der Scheue, Ver- 
schlossene^; Ruhm und edle Abstammung künden -marr 
und -kunnr. Die nordischen Composita sind: 

1) Al (Ol)-, Gunn-, Heil-, Hróð-, Likn-, Vigfüss. 

2) Äs- , Arr-, Art, Ei-, Ein-, Gunn-, Geir-, Heim-, 
Hedin-, Hug, Hün-, Hiálm- Hölm-, Iör-, Ikul-, Ingi-, Iül-, 
Ketil-, Ran-, Rún-, Sig-, Stur-, Ragn-, þing-, þór-, Ulí-, 
Véfastr; lófasta fem. 

3) Aut, Ei(h)vatr. 

4) A-, Ás, Geir-, Gaut-, Gunn-, Sig-, þór-, Vétiarfr. 

5) Al, Full-, Rug-, Vigsterkr (starkr). 

6) Alswidr (svinnr). 

7) Ain-, Iörvitr (vergl. Iörwis f.). 

8) Ingi-, Leik-, Nykfródr. | 

9) Ey-, Eld-, Halt. Ió-, Is-, Krist-, þórfreðr (froðr, 
rodr). | 

10) Bod-, Lik-, Sigraifr. 

11) Her-, Sigtryggr. 

12) Al-, Dagstyggr. 

13) Blakk-, Gran-, þór-, Hreiðmarr. 

14) Ás-, Far-, Ingi-, Vé-, Viä-, Vitkunnr (kuär). 

Abgesehen von sehr wenigen Ausnahmen sind es nur 
Substantiva masculini generis, die zur Bildung von Männer- 


144 Formale Bemerkungen. 


namen im zweiten Gliede verwendet werden. Das Femi- 
ninum grima liegt wohl vor in -grimr (Ey-, Eld-, Iö-, 
Haf-, Hall-, Hjalm-, Kol-, Stein-, pör-, Veärgrimr; dazu 
Hall-, Kolgrima fem.), doch hat auch Förstemann 669 einige 
sehr frühe Beispiele für Composition mit -grim, so daß 
unsere Deutung sich hier doch vielleicht auf falscher Fährte 
befindet. Ferner liegen 3 Neutra vor in den Namen auf 
-nefr, -skeggr, -beinn (Ey-, Hä-, Hauk-, Iarn-, Refnefr; 
Kol-, Breidskeggr (Iarn-, Smidskeggi); Hard-, Kol. Digr- 
beinn). 
Aber diese Namen, deren erste Glieder kaum Ent- 
sprechungen finden in den andern germanischen Dialekten, 
gehören sämtlich sehr jungen Bildungsschichten an, wie die 
Gruppe der Körperteil-Namen überhaupt (vergl. noch die 
nord. Compositionen: Karlshofud, Biorn-, Hvít-, Ketil-, 
Svarthofdi; Hoskuldr, Sn&kollr; viell. auch Rääbarär; dazu 
noch Hiall-, Lamb-, Styr-, Vit-, Vikärr, Odinkärr (vergl. Ib. 
Ansegranus)). 

Als unmittelbar zu (meist starken) Verben gehörende Sub- 
stantiva und daher als mit iðg. o- = germ. a-Suffix gebildete 
nomina agentis (Kluge, Nominale Stammbildungslehre $ 4; 
. Zimmer QF. s. 29ff.) aufzufassen sind: 

1) -bjóðr zu bjóða: Vig-, Margbjóðr. 

2) -varðr zu varða: Finn-, þór-, Skag-, Sker-, Hallvardðr. 

3) -aukr zu auka: Boðaukr (Faraukir; Rikauka f.). 

4) -valdr zu valda: Aug-, Al-, Rug-, Snæ-, þórvaldr. 

5) -verkr zu verka: Sig-, Bol-, Stórverkr. Zu Bolverkr 
vergl. Illugi, Ulfliótr und eine Fülle von absprechenden 
Namen in Cap. III, auch un- Cap. 1. | 

6) -niutr (niautr) zu niuta: Sunn-, pör-, Vig-, Arn-, 
Signiautr. 

7) -gangr zu ganga: Fróðgangr. 

8) -gripr zu grípa: Við-, Vilgripr. 

9) -riðr zu ríða: Andriðr, Ein(d)riðr. 

10) -stafr zu stafa: Guðstafr, Rádstafr „der den Kampf, 
den Rat anordnet“. (Vergl. zu Rádstafr andere Composita 


Formale Bemerkungen. 145 


der juristischen Sphüre: Logmadr, Rognvaldr, pingvinr, 
Ringeidr, Randeidr, Baugeidr, Eirikr, Dómaldi u. &. m.). 

11) desgl. wohl -leikr zu leika, got. laikan „sich be- 
wegen, springen“. Damit würden die Constructionen Kögels 
(Litgesch. Í 8 ff.) zum größten Teile fallen, es empfinge aber 
eine so alte Composition wie Wulfilaikus, die Kögel über- 
geht, einen vollen Sinn: „der wie ein Wolf geht (schleicht, 
springt)“ (vergl. ahd. Wolfgang, s. 0. -gangr), denn: liggjandi 
ulfr sjaldan lær of getr (Hovam. 58). Ey-, Finn-, pör-, 
Styrleikr (läkr). (Vergl. bes. auch ahd. Scaftleih). 

Ferner in -nadr zu nanpjan und anderen, die keine spez. 
nord. Composita bilden. Ich móchte diese Erklárungsweise 
hier nicht urgieren, aber leicht kann sie auch anderwärts 
noch am Platze sein: so in -lundr und -mundr zu prae- 
teritopraesentischen Verben *lundan (vergl. adj. an. lundaðr 
part. praes.) ,gesonnen sein, begehren^. und *mundan ,be- 
dacht, besorgt sein; schützen^ (anders Zfdph. 31, 551; 
Wrede QF. 68, 191) oder auch in -ríkr (got. reiks) zu einem 
Verbum *rikan „regere‘, in -bergr (pörbergr) u. a. 

Schwache nomina agentis gehen in Composition oft 
neben den starken her (Olvaldi, Eindridi u.a.), treten allein 
auf -in fari und -lidi; die nordischen Compositionen A-, 
Ás-, Ey-, Dag-, Nátt-, Hard. Við-, Vé-, Sæfari und Vest-, 
Vetr-, Sumerliði tragen meist echten Charakter der Vikinger- 
zeit gegenüber -ridr, ridi, die nach Alter und Sinn aus einer 
früheren, reckenhafteren Periode stammen. 

In die mythologische Spháre verweisen -pórr (Arn., 
Berg-, Hall-, Megin-, Sig-, Steinpórr; Ingipóra, Hafpóra f.); 
«freyr (lófreyr; Véfreyja); -álfr (Brand-, Gand-, Finn-, 
Geir-, Hröä-, Rug-, Iö-, þórálfr; Sunnelfr, Ketil-, þórelfr; 
Véálfi); -steinn (sümtliche Compos. mit -steinn s. 107); 
-ketill (kell) (sämtl. Compos. s. 98); -hamr (Ulfhamr;. vgl. 
auch Skarphedinn; Hvit-, Guäserkr), viell. auch -teinn 
als Losstab in Benteinn (ein Gegenstück zu dem femininen 
-Érün) — und sie erscheint so. (vergl. noch Ođin-, -dis u. a.) 
infolge ungestörter Entwicklung ausgeprägter als in den 

Hans Naumann, Altnord. Namenstudien. 10 


146 Formale Bemerkungen. 


übrigen germanischen Dialekten, wo das frühere Eindringen 
des Christentums diese Sphäre stark begrenzte (vergl. auch 
Cap. VII). 

Noch immer lebensfähig, was die vielen jüngeren Com- 
positionen beweisen, erscheint die alte Gruppe der kriege- 
rischen Namen mit -arr, -geirr, -gisl, -brand und 
ferner (nicht so alt) mit -skjoldr, -oddr, -bogi: Alm-, 
Háv-, Solv-, Iard-, Ió-, Grim-, pör-, Horä-, Hreid-, Orm-, 
Stein-, þjóstarr; Sæ-, Ketil-, Lík-, þór-, Alm-, Finn-, Vest-, 
Ió-, Fur-, Heðin-, Auk-, Anr-, Fær-, Fiall-, Hall-, Hólm-, 
Iöl-, Nefgeirr; Hall. þórgísl (gils); Iarnskjoldr; Arn-, 
Drumb-, Nadd-, þóroddr; Hún-, Finnbogi; Kol-, þórbrandr; 
auch þórvalr gehört wohl hierher. 

Den angelsächsischen Namen auf -hyse vergleichen sich 
die häufigeren nordischen Namen auf piagn, sowie -drengr, 
-sveinn aus Cap. III in: Far-, Fastþiagn; Goddrengr; 
Berg-, Kol, Raud-, Blótsveinn. 

Auf Stand, Beruf und dergl. weisen hin: 

1) -per (vergl. -skalk) in: *Ullper. 

2) -búi (auch Bóndi als Name) in Eybüi. 

3) -karl in pór-, Odin-, Hús-, Stafkarl; zu Stafkarl 
vergl. stafkarl „Bettler“; (iarl kommt nur im 1. Glied vor; 
auch Hersir als Name). 

4) -rikr (rekr) in þrýð-, Sæ-, þórrekr; (da8 das Subst. 
vorliegt, nicht das Adj., s. Wrede, ogot. 190). 

5) -arfi in Kaup-, Guðarfi erinnert an -leifr. 

6) -þjófr in sámtl. Compos., siehe s. 110; vergl. auch 
Cap. IX. 

Dazu kommen noch -vinr und -gestr, in Wort und 
Sinn uralte Themen des zweiten Gliedes; speziell nordisch 
sind die Compositionen: Heil-, Eivinr; *Hlé-, Góð-, þórgestr. 

-maðr bezeichnet zuweilen die Herkunft: Austmadr, 
Vestmadr, genauer gibt diese sich zu erkennen in den 
Namen auf -dan, -gautr, -finnr, -vindr; die spez: 
nordischen Compositionen sind: Iör-, Ve-, Hälfdan; A-, Al-, 


Formale Bemerkungen. 147 


pör-, Hölmgautr; -finnr: wohl sämtliche Namen auf s. 82; 
Aun-, Ey-, *Iörvindr. (Vergl. auch Cap. VIII). 

Hus, als Neutrum, ist dem zweiten Gliede versagt, 
nicht aber sind es die Masculina -garär und -heimr: Grjót- 
gardr; *Munheimr. 


Von Dingen aus der Natur, die sich zu den femininen 
-ey, -gerdr, -udr stellen, finden wir -porn und -vidr den 
Mannsnamen vorbehalten in den nord. Compositionen: Iþorn, 
Véporn, (Bolporn); Ás-, S&-, Bod-, Bark-, Fin-, Frey-, 
Hregg-, þór-, Leik-, Ingi-, Rík-, Raskvidr u. a. s. 67. 

Theriophore Namen (vergl. Cap. VIII) schließlich sind 
gebildet mit den Themen aus der älteren Periode: -arn: 
Alf-, Hród-, Hvit-, þórarn (arinn) (fem.: þórarna); -biorn: 
fast alle, die s. 26 genannt sind, dazu noch A-, Snæ-, Stein-, 
Far-, Hross-, Megin-, Grjót-, Ein-, Odd-, Valbigrn; -ülfr: 
Blót-, Ká-, Rün-, Finn-, Grím-, Kvik-, Nefj-, Nátt-, Rask-, 
Ljót-, Snæ-, Stár-, Strut-, Tindúlfr; -ormr: Hróð-, Land-, 
Räd-, Hall-, Vatn-, Ring-, pörormr; — aus der jüngeren 
mit -gríss: Kolgríss, -refr: Bod-, Skald-, Hardrefr und 
-þerna in Kolperna fem. 

Selbst die wenigen Compositionen der III. Liste — 
teilw. haben wir sie im Vorhergehenden schon mit behandelt 
— bewahren noch in ihrer Mehrzahl die alten Bildungsge- 
setze: nomina agentis liegen zu Grunde den Namen Stafn- 
glámr, Skógdrifr, Drafdritr, ein Femininum in Eilikn f. 
Maseulina in þórhallr, Skinnknifr, þórgnýr und ein Adjek- 
tivum in Vidnemr!) 


1) Auch von einem anderen Bildungsgesetze der Eigennamen, das 
Schröder zunáchst auch für das Ags. festgestellt hat (vergl. Berichte der 
Sektion IV des internationalen Congresses für hist. Wiss. 1908, Sonder- 
ausgabe der „Tägl. Rundschau“ s. 8), welches nàmlich vokalisch anlautende 
Themen an der zweiten Stelle des Compositums verbietet, glauben wir im 
Nord. deutliche Spuren zu erkennen: mehr als ?/, der 30 vokalisch an- 
lautenden Themen des I. Cap. kommen nur im 1. Gliede vor; wohl schon 
seit alters im 2ten befinden sich dagegen -alb, -aið, viell. auch -arn; erst 

10* 


148 Formale Bemerkungen. 


nordisch kommen hinzu -oddr, -ey; im 1I. Cap. sind es von ca. 20 Themen, 
die in Betracht kommen, gar nur 4, die im 2ten Gliede erscheinen: -arbi, 
-unnr f, -untr und -afli. Vielleicht ist die Zerstörung dieses Schröder- 
schen Gesetzes von Themen ausgegangen, die wie -arr (zu hari) und -ülfr 


(zu wulfa) gewiß nicht mehr als consonantisch anlautend empfunden 
worden sind. 


Teil ll. 


C ap. IV. 
Altnordische Kosenamen. 


„Die nordischen Germanen, ein hartes und rauhes Ge- 
schlecht, waren allem Anschein nach den Deminutivbildungen 
der Namen und somit allen Koseformen abgeneigt.‘ (Stark 
s. 99ff.) Unserer Sammlung nach gilt dies weniger, wir 
können wohl sagen, durchaus nicht, von den Koseformen 
oder Kurznamen überhaupt (zu ca. ?/s der ca. 500 Themen 
sind solche nachweisbar), als von den eigentlichen Deminu- 
tivbildungen. Diese mögen mit dem Charakter eines Volkes 
nicht außer Zusammenhang stehen, jene werden sich bei der 
Art der indogermanischen Namengebung im täglichen Ge- 
brauche immer von selbst einstellen. Die Reste der Demi- 
nutivbildungen sind freilich gering, stehen aber, mit land- 
schaftlichen Verschiedenheiten, durchaus auf germanischem 
Boden. | 

Von den sonst im Germ. seit frühester Zeit so beliebten 
Verkleinerungen mit l finden sich im nord. nur: 1. aus den 
älteren Runeninschriften Frohila, Niujila, Niuwila (dän.), 
Marila (schwed.), Wiwila und Agela (norw.). 2. aus späterer 
Zeit: Áli (Oli) gemeinnord.; Asli, Gnypli, Hafli, Isli, Refli, 
Yfli, Knytli (zu Knüt aus Knytlengr zu erschließen) dänisch; 
Atli gemeinnord.; Drafli auf Island. Der überwiegenden 
Mehrzahl nach gehören sie also der ostnordischen Gruppe 


150 Altnordische Kosenamen. 


an. Ihre relative Häufigkeit in den ältesten Runeninschriften 
läßt darauf schließen, daß sie in den ältesten Zeiten auch 
im Norden beliebter und gebräuchlicher waren als später. 

Deminutiva mit k, besonders im ags. sehr beliebt, finden 
sich im nord. noch weniger, wie es scheint, auf Dänemark 
und Norwegen beschränkt: runischr. Aluko norw.; Áki ge- 
meinnord., Gisiko, Granki, Brynki, Gudki, Hunki, Fröko 
(Saxo) dänisch; Ormica m. Guta Saga 65, 8; Sveinki norw. 
dän.; hierher gehört, falls die Quantität sicher ist, vielleicht 
auch Áski von ás-; sonst dürfte es wohl auch als schwache 
Form von Askr aufgefaßt werden. | 

Gänzlich mangelt die / (ahd. z)-Verkleinerung oder „die 
im as. ziemlich oft erscheinende Ableitung mit d“ (Stark 
99); dagegen erscheint in einer gewissen Ausbildung die s- 
Verkleinerung (vergl. ahd. Ekiso, Burg 48) in Namen wie: 
runischr. Hariso dän.; später Bersi dän. (Bessi isl.); Grimsi, 
Hafsi, Salsi dán.; Hrofsi isl; Hugsi i Vidhugsi und Elfsi 
schwed., auch diese, wie es scheint, auf ostnordischem Ge- 
biete mehr zu Hause als auf westnordischem. 

Diese mit Hülfe von (Verkleinerungs-)Suffixen gebildeten 
Koseformen erscheinen in der nordischen Namengebung in 
so hohem Maße reduciert zu Gunsten einer schon früh 
(runischr: Vakrar u. a.) einsetzenden Mode, die sich mit 
einem Gliede des Vollnamens (es ist wohl nicht nachzuweisen, 
ob das erste oder das zweite) begnügt, in starker Flexion, 
und dies ist speziell nordische Art, oder in schwacher, was 
auch die andern Dialekte reichlich kennen, oft auch in beiden 
Flexionsformen nebeneinander. Denn von jenen dem Hugsi, 
Hunki etc. zu Grunde liegenden Hugr, Hünn etc. wissen 
wir (vergl. Stark u. sonst), daß sie selbst auch hypokoris- 
tische Bildungen sind. Während nun in den andern germ. 
Dialekten diese eingliedrigen Namen weitaus in der Mehr- 
zahl schwach flectieren, enthält das Nordische nach unsrer 
Sammlung ca. 135 (Cap. I 30, Cap. II 45, Cap. III 55 ca.) 
eingliedrige Namen wie Eidr, Hringr, Griss, Drengr u. a. 


Altnordische Kosenamen. 151 


die nur stark flectieren') und ca. 115 (Cap. I 28, Cap. II 
45, Cap. III 42 ca.); die wie Asi, Rani, Töki, Stefni u. a. 
nur schwach flectieren?).. Daneben aber gilt es ca. 70 
Themen, die sowohl stark als schwach vorkommen, wie 
Gísl-Gísli, Audr- Audi, Biorn-Bjarni, Broddr- Broddi, Skögr- 
Skógi, Hallr-Halli u. a., wobei bei mangelndem Masc. etwa 
vorhandene Feminina (Hrafn-Hrefna) mitgerechnet sind. 

e Namen wie Valki, Aski u. a. hält Rygh (immer s. v.) 
für Koseformen zu Vollnamen wie Valgarðr, Ásgautr 
u.a.; wozu wir nur bemerken können, daß speziell bei Vall 
diese Construction völlig überflüssig ist (über Áski s. o.), 
da es sehr wohl nichts anderes als die schwache Form zu 
einem bei Lilj. belegten Valkr zu sein braucht (Cap. III) 
und ferner, daß dieses Princip natürlich auch auf alle übrigen 
k-Deminutiva im anord. anzuwenden wäre. Es wäre dann 
unter Eintritt von Stimmlosigkeit (g>k) ein Teil vom 
zweiten Thema mit dem ersten vereinigt worden, was einiger- 
maßen deutlich in Smjorki zu Smjorkari erscheinen mag; 
smjor „Butter“ ist sonst kein Thema, so daß an eine k-Ab- 
leitung nicht wohl zu denken ist. Mit Wahrscheinlichkeit 
ist diese Erklürung auf folgende Namen anzuwenden und 
z. T. von Rygh auch angewendet worden: Sibbi « Sigbiorn; 
Tósti < pörsteinn; Tolli (auch Tól, Tóla f.) < þórleifr; Tobbi 


1) Es seien hier wenigst. diej. eingliedr. Namen beider Bildungen 
aus Cap. I u. II aufgezählt, die gar nicht in Compos. erscheinen oder nur 
im 2. Glied von Compos. stehen: Askr (ev. Aski s. o.), Drótt, Gerðr, Hrappr, 
Vakr, Ósk; Fótr, Gaukr, Grámr, Hiortr, Horar, Hrorar, Hvatr, Hvelpr, 
Kottr, Knútr, Langr, Sámr, Serkr, Strið, Surtr, Teitr, Ótamr, þumall, 
Udr, Erlygr. Und Darri, Hogni, Manni, Tófi, Vadi; Auli, Bósi, Bófi, 
Bogi, Dalli, Frændi, Frisi, Helgi, Hama, Hnefi, Holti, Kampi, Lini, 
Nagli, Nokkvi, Nafni, Saxi, Scapti, Tunni, Varði, Wage. 

2) Dies i der an. mask. schw. Decl. (fem.-a) ist nicht zu verwechseln 
mit dem i, das in den andern germ. Dialecten ziemlich häufige Deminu- 
tiva bilden kann, wie wand. Ambi u. Assi, ags. Bryni, Wini, die aber 
stark flectieren; anord. pyri f., was Stark 54 anfúhrt, ist aus þurwi ent- 
standen. Da pyri nicht feminin genug klang, erscheint es übrigens auch 
als þyra; so wohl auch Gyða < Guðwi? 


152 Altnordische Kosenamen. 


« pórbjorn!); Todda < þórdis; Tómi, Túmi < þórmundr; Kobbí 
< Kolbeinn; Ambi < Arnbjorn; Anki < Arnkell; Robbi < Hróð- 
biartr; Gulli < Guäleikr (doch vergl. guld- Cap. II; oder 
direkt von Gullaugr etc.); Gummi < Gudmundr (doch s. Gumi 
Cap. I); Gubbi < Guäbrandr; Gakki < Garðkell; Gutti < Guð- 
þormr (doch s. Goti, Guti Cap. III); sogar zu dem Fremd- 
wort Margret erscheint ein Magga (wie zu Amadeus ein Amdi) 
(W. R.). Assimilation, mit der diese Namen durchweg ge- 
bildet sind, spielt auch sonst ihre Rolle: so in Bessi neben 
Bersi; Billi neben Bildi; Begga neben Berga; Vetti < Vetri 
zu Vetrlidi; Kalli neben Karli; Balli neben Baldi, Ballungr); ` 
oder komponiert in Hrolleifr, Hrollaugr, .Hrokkell zu Hröä-; 
in Gullaugr, Gulleifr, Gulleikr zu Guà-; Stullaugr < Stur-; 
pórallr u. a. wohl aus pörvaldr? (wie -kell < -ketill). 

Auch von einer sonst seltenen Contraction im Innern 
des einzelnen Namens hat das Nordische öfters Gebrauch 
gemacht: Arnörr < Arnpörr; Bjölfr <Bejölfr oder Biölfr, 
nicht sicher; Gunnuldr < Gunnvaldr wie Siyurdr < Sigvarär; 
Hróarr, Hröaldr <Hröä-+herr, +valdr; Hrólfr < Hróðúlfr; 
Hróþr, Hrókr, Hrærekr < Hróðrekr; Aunundr, Iorundr viell. 
aus Aunvindr, lórvindr; Oyndr « Eyvindr; lóris « lórwis; 
lólfr < Ióúlfr; Ivarr < *Inguharir; Ingialdr < Ingivaldr; Mö- 
aldr, Móeidr « Móà-; Gormr « Gudpormr; Bórdr « Bodvardr; 
DBórekr « Bodrekr; Baleikr « badu -- leikr; þrýrekr < prydrekr; 
Þólfr < þórólfr oder þorleifr; þórðr < þórvarðr; Stólfr < Stór- 
ülfr; Hólfr « Haðwulfr; viell. auch Kálfr <Káúlfr, Álfr und 
Án « Ad 4- wulfr, 4- win; Monámr « Munheimr. | 

Auf eine wohl dem Nord. eigentümliche Bildung der 
Kurzformen ist hier noch aufmerksam zu machen. Nicht 
nur nach der (starken) a-Deklination können sie flektieren, 


1) Doch sind auch hier wie sonst einige Male Anklänge ans ahd. zu 
erwähnen: ahd. Zubbo; Todda zu ahd. Zotto. Vetti zu ahd. Wezzi u. a. 

2) Vergl. noch Adam. Brem. II c. 75: Thiadmarus a Dania oriundus 
... barbarice Tymme vocabatur; Geme von Geirmundr u. a. Lundgren, 
Arkiv 3, 225. 


Altnordische Kosenamen. 153 


sondern auch wie (starke) ia-Stämme, so daß der Nom. auf 
-ir ausgeht wie in hirdir „Hirt“. Folgende derartige Namen- 
bildungen sind zu verzeichnenn: Beinir, Birgir, Eynir, Geitir, 
Gledir, Heimir, Hersir, Hildir, Serkir, Sveigir, Snerrir, 
Ubir, Ufrir; mit n-Ableitung wie læknir „Arzt“: Fjol- 
nir, Fjornir (s. ferho- Cap. I, doch auch forn- Cap. III), 
Leiknir, Vígnir!); teilweise direkt als nom. ag. zu Verbal- 
stämmen: Sverrir, Stefnir, Gellir, Grettir, Hrindir, Styrmir, 
Brestir, Nennir, Faraukir ?). 

AnschlieBend wollen wir hier die nun allein noch übrig 
bleibenden Namensformen behandeln: die Putronymica und 
die Participia. Patronymica auf -ing und -ung begegnen 
uns im Anord. folgende: 

In den ältesten Runeninschriften: Ehinga, Haringa, 
Holtingar, Husingr, Igingo, Iuþingar, Rauninga, þrawingan, 
Uwinga; später: Ballungr, Birningr, Bryningr, Erlingr, 
Fólkungr, Gautingr, Grytingr, Hæringr, Hýsingr (Hisingr), 
Hrafnungr, Hemingr, Hyrningr, Hvítingr, Hildingr, Hródingr, 
Jäungr, Karlungr, Knytlengr, Kleengr, Hundingr, Haddingr, 
Lytingr, Sigingr, Semingr, Sveinungr, Sveiningr, Svidingr, 
Svertingr, Svartungr, Skaringr, Tyrfingr, Ylfingr, Vikingr, 
von denen aber Hæringr, Klgengr, Víkingr, viell. auch 
Hyrningr u. Hýsingr einen eigenen Wortsinn besitzen. 

Von part. praes. sind als Namen nur gebráuchlich: 
Stígandi; doch vergl. myth. Gjallandi, Hjarrandi und in 
reinen Zunamen öfter: Sugandi D. I. 395, Hlammandi u. a. 
bei Kahle und Iönsson. Als part. praet. schwacher Verben 


1) Auch mythol. öfters: Vafprúðnir, Grímnir, Hrungnir, Fáfnir, 
Skirnir u. a. 

2) Componierte Koseformen, d. h. im 2. Gliede schwach flectierte, 
auch sonst nicht selten: anord: Logbersi, Kauparfi, Van(d)landi, Fridfródi, 
Vealfi, Audveli, -fari, -valdi, -ridi, -lidi u. a.; für das Deutsche vergl. 
Socin 112, 118, z. B. Ilbogo. — Beilàufig seien hier die anord. belegten 
dreigliedrigen Namen zusammengestellt: Hjálmgunnarr, Eifastvi, Véásfrídr, 
(Strútháraldr), (Torfeinarr), Spakboðvar, Rólfgeirr < *Hróðúlfgeirr und 
Rólfkarl < *Hróðúlfkarl. 


154 Fremdsprachliches in der altnord. Namengebung. 


sind wohl anzusprechen: runischr: Haukoþur u. Ssigadur ; 
aus späterer Zeit viell. die Bildungen auf -adr wie Halladr, 
Starkadr (doch s. hadu- Cap. I); erhaltenes n der prásent. 
Participialform liegt noch vor in dem Hóopanpr der schwed. 
Runeninschriften, Nor. Schwed. 496. Lilj. 1593; für das 
Deutsche vergl. Kögel, anz. 19, 5. 

Partic. praet. starker Verben sind ohne Zweifel: Fundinn, 
Þráinn, Loðinn, Varinn, viell. Alinn s. ain- Cap. II und auch 
Hedinn ? 


| Cap. V. 
Fremdsprachliches in der altnord. Namengebung. 


Fremdes Gut im altnord. Namenschatz ist ziemlich ge- 
ring; sein Aufkommen geht mit dem der Lehnworte über- 
haupt Hand in Hand und wird so, ganz allgemein, überall 
im Germ., wenn die betreff. Dialecte nicht vorher ausstarben, 
ein gleiches Bild aufweisen. Auf die vermutlich früheste 
Gruppe, die fremden ethnophoren Namen [dies Wort ist 
nach theophor (Usener u. a.) gebildet] wollen wir hier nur 
verweisen (zusammenfassend Cap. VIII). Was das lateinische 
Lehngut betrifft, so ist von einer Annahme römischer Namen, 
die für die deutschen Stämme zur Kaiserzeit erwiesen ist 
(vergl. Kluge P@.? Vorgeschichte s. 327), natürlich nichts 
zu spüren. Aus späterer Zeit haben wir ketill (-kell) — aller- 
dings nirgends so beliebt wie im Anord., nur im ags. noch 
rel. häufig, jedoch aus dem Nord. entlehnt (cytel) — kottr 
an ihren Orten (Cap. II) schon behandelt; desgl. serkr orien- 
talischen Ursprungs, vom Namen der Sarazenen, vergl. an. 
Serkland = Afrika. Das sehr beliebte Magnus (Fms. u.a.) 
müssen wir noch erwähnen, worin sich unverkennbar der 
Eindruck der hohen Persönlichkeit Karls des Großen zeigt 
(deutlich zugegeben Oláfss. Helga c. 84). 


Fremdsprachliches in der altnord. Namengebung. 155 


Mächtig zeigt sich im Nord. wie überall im Germ. der 
Einfluß des Christentums auch in der Namengebung; mit 
ihm setzt erst die Haupteinfuhr fremden (hebräischen, grie- 
chischen, lateinischen) Gutes ein. Die ältesten Namen dieser 
Sphäre sind wohl Christus und die vorzüglichsten seiner 
Apostel, da sie wie einheimische Themen in Composition er- 
scheinen: 

krist- vergl. Cap. II. 

Iohannes = Ión Ogmundarson, Bs.; Ión, älter Ióan Nor. 
§ 220; DI. 186, 263 u. a.; Ióngeirr Bs.; Iónakr wohl slavi- 
schen Ursprungs, s. aun- Cap. I. 

Paulus; an. Páll, Póll Fms. DI. 185 u. a.; irgendwie 
gehört auch Pálni wohl hierher (Pälnatöki Iömsvik. s.). 

lb. Paulibert 9. 

Petrus; an. Petr, auch Pettr Fms. St.; Pétarr IB.; 
Svinapetr u. a. 

Fast unangetastet treffen wir an (aus Fms. Bs. St. DI. 
185 u. a.): Nikolaus, Simon (Undset 12, 13 Nikulas, Simun), 
Maria, Markus, Andres, Philipp (auch Fyppoldi Fms.), Agatha, 
Agneta, Kristoffr, Abraham, Isakr, Iakob, Aron, Adam, Absalon, 
Ioseppr, Tomas, Steffan, Brigitta, Clemet, Marteinn (mit An- 
klang an Benteinn etc.), Benedikt, Blasius. An Magga zu 
Margret und Amdi zu Amadeus sahen wir schon, daß man 
auch die Gesetze der Koseformenbildung ungescheut auf 
diese fremden Namen anwandte. Wie schon Magnus sicher 
eine Assoziation mit Magni hervorgerufen haben mag, woraus 
sich wohl gleichfalls seine Popularität herschreibt, so finden 
wir wohl volksetymologische Deutungen wenigstens im 2ten 
Gliede: in Patrekr « Patricius, Fms. (vergl. irisch Patrik); 
in Ellisif zu Sif nach Silkisif, Hildisif aus Elisabeth, Fms. 
und in Kristofari aus Christophorus nach Dagfari u. a., 
Ks.)5 9. 

1) Eulogia, Georgius hat man zu Allogia, Gyrgir verdorben, Fms. 
So sind die wendischen Fürstennamen auf -lav an anord. -leifr (láfr) an- 
geglichen: Burizleifr, Iarizleifr (Fms.); lerzlafr, Guta Saga 65, 15; rus- 
sisch Vsevolod ward zu Wisivaldr, Oláfss. Tryggv.; keltisch Myrkjartan 





156 Fremdsprachliches in der altnord. Namengebung. 


Diese christlichen Namen sind über den ganzen Norden 
verbreitet. In der Aufnahme irischer (schottischer), eng- 
lischer, deutscher und slavischer Namen unterscheiden sich 
aber, wie es nicht anders zu erwarten ist, die nordischen 
Stämme. Fast nur auf Island beschränken sich die irischen 
(schottischen) Lehnnamen: Njäl, Kormakr, Kodran, Frakaurk 
f., Dufgus, Dufpakr, Dufnall, Kadlin, Kadal, Myrgjol, 
Myrkjartan, Kjartan, Kylan, Kjalleikr, Bekan, Biollok f., 
Edna f, Melkorka f, Konáll (Bs. St. LB. isl. DI. 186, 171 
u. al 

Englische Namen begegnen uns auf Island, in Norwegen 
und in Dänemark (St. Fms. N. u. a.) Es sind besonders 
die ags. Namen mit Ead-. Während man den deutschen 
Kaiser Otto auf den dänischen Runensteinen etymologisch 
richtig mit Autir (W.) übersetzte, versagte dies Verständnis 
dem ags. Ead- gegenüber und man verdarb es zu lat- statt 
Aud- (Iatgeirr, -mundr, -vardr, -vigr Fms. u.a). Adulbrikt, 
-mundr, -ráðr, -stan (Fms. u. &.), scheint man ihrer Bedeu- 
tung nach verstanden zu haben, desgleichen Elfrádr Fms. 
Aber ags. Ælfgifu verdarb man zu Alfífu Fms., wie man 
von den deutschen Kaisern Lothar und Arnulf seltsamer- 
weise als von einem Ljódgeirr und Arnaldus kaisari sprach 
(Fms.), wo doch Ornólfr als Name im altnord. bezeugt ist 
und ljód- überhaupt der altnord. Namengebung mangelt 
(Cap. III Anhang). 

Deutsche Namen begegnen uns in Norwegen und in 
Dänemark; nur die Kaisernamen bürgerten sich auch auf 
Island ein (Zodeir Cap. III Anhang; Magnus s. o.; Heinrekr 
St. R. u. a.) Norwegischen Ortsnamen bei Rygh liegen 
folgende deutsche Personennamen zu Grunde: Singúlfr (Fm. 
1328 Singulf); Henningr (wohl zu ahd. hano „Hahn“; Fm. 
746; diese Namen müssen deshalb deutsch sein, weil sich 


und Kjarlakr zu Myrgarär und Kjalleikr; Kögıos '"4Afftog, der griechische 
Kaiser, ward zum Kyrjalax (in Anlehnung an lax, jene Fischart?), Fms. 

2) Vergl. auch Lind: Arkiv 11,266fl.: Kristiarn aus Kristian nach 
Eldjarn, wie Dugfus aus irisch Dufgus nach Vígfüss. 


Fremdsprachliches in der altnord. Namengebung. 157 


immer mindestens eins der beiden Themen im Altnord. sonst 
nicht belegen läßt; was speziell han- betrifft, so könnte es 
event. auch in Häki< Hanaki vorliegen, vergl. srhfr. Han- 
nihho 8, ags. Haneca loc. Searle; doch s. häkr Cap. III); 
Kopphildr zu kuppa Fm. 746; Karhildr zu chara Fm. 358; 
Makthildr = ahd. Mahthildis Fm. 1083. Aus Nielsen er- 
weisen sich für das Dänische als Namen deutschen Ur- 
sprungs: Dalman, Franki, Ida, Ermenthruth, Konrath, Liut- 
brand, -ger u. a., Lothoer, Markulf, Adhelburg, Mahtild u. a. 
Auch im Schwedischen finden sich einige deutsche Namen 
(Schlyter): Adalvarder, Veernarder = Bernhard und Lindormr 
Fm. 1058 (Schlyter XI). 

Und nur hier im Schwedischen (Schlyter) sind mir sla- 
vische Namen nordischer Personen begegnet: zwei schwe- 
dische Fürsten heißen Svantæpulker und Byrisleph. 


Cap. VI. 
Landschaftliche Differenzen. 


Im Flgd. seien die Unterschiede verzeichnet, die sich 
auf Grund unserer Listen zwischen Island, Norwegen, Däne- 
mark und Schweden bemerkbar machen. Mehr als nur 
gruppierende Zusammenstellung wird dabei zunächst nicht 
zu geben sein. Das Norwegisch-Isländische schließt sich im 
Allgemeinen, wie nicht anders zu erwarten, in eine Gruppe 
zusammen gegenüber dem Dänisch-Schwedischen und zwar 
nimmt die Absonderung zu im Laufe der Zeit; wir wollen 
diese Gruppe als die ostnordische und jene als die west- 
nordische Gruppe bezeichnen. 

Zunächst wiederholen wir hier kurz, was wir in Cap. IV 
und V .als beiläufige Ergebnisse fanden.  Vorwiegend im 
Ostnordischen wurden die Deminutiva mit ! gebildet, vor- 


158 T.andschaftliche Differenzen. 


nehmlich in den ältesten Zeiten, in Dänemark jedoch auch 
noch späterhin. Verwandschaft mit dem Ostgerm., wo die 
Deminutivbildung fast allein auf -ila beschränkt ist (neben 
-ida; Vorrede von Cap. II anm.), ist hierin wohl unver- 
kennbar. Auch die s-Verkleinerung scheint im ÖOstnord. 
mehr zu Hause zu sein als im Westnord. k-Ableitungen 
sind, wie es scheint, nur auf Dänemark und Norwegen be- 
schränkt und drücken so wohl Beziehung zum Westgerma- 
nischen, dem niederdeutsch-angelsächsischen Sprachkreis aus. 
Überhaupt beobachten wir im figd. öfters, daß sich die 
Extreme nur auf Island und in Schweden finden, während 
Norwegen und Dänemark in Übereinstimmung mit dem 
Westgerm. oftmals Hand in Hand gehen, — andrerseits je- 
doch die beiden ostnordischen Dialecte noch mit vielen Fäden 
fest am Gemein- und Ostgerm. hängen. Dänemark also vor. 
züglich, allenfalls auch Norwegen nehmen in der Vereinigung 
aller Strömungen eine Art Mittelstellung ein, nicht jedoch 
ohne auch selbst wieder (neben den beiden gemeinsamen) 
eigene Namenbildungen zu besitzen, was übrigens auch in 
hohem Maße von Schweden und Island gilt. 

Die spez. nordische Kurznamenbildung (Cap. IV) finden 
wir über den ganzen Norden verbreitet, ebenso wie von 
fremdem Namensgut die Aufnahme christlichen Lehngutes. 
Die irischen Lehnnamen hingegen beschränken sich fast nur 
auf Island; englische begegnen uns auf Island, in Norwegen 
und Dänemark, einige wenige auch in Schweden und die 
deutschen Kaisernamen auch auf Island; slavische, wie es 
scheint, nur in Schweden. | 

Der Gang unserer Untersuchung lehne sich nunmehr an 
die von den ersten drei Capiteln gegebene Einteilung an: 

Cap. I. In allgemeiner Verbreitung über alle 4 skan- 
dinavischen Reiche finden wir das Hauptcontingent der 
Themen des ersten Capitels: (Egill), aipa, alb, al, a ver- 
schiedener Bedeutung s. ana, ans, aran, aud, aun, aur, 
awia, ad, badu, bald (nicht isl.), bera berin, berga (-bjorg), 
borg, berht (nicht schwed.), bôt, brand, dag, dana, darri 


Landschaftliche Differenzen. 159 


(nicht schwed.), erp, -fara, fold (nicht isl., schwed.), fram, 
fridu, -fríðr, funs, gard, -gerðr, gast, gaut, giba (nicht dän.), 
gis, gísal, geir, göd, griut, gund, ham (nicht schwed.), 
hard, hari, hauh (há-), haþu, berg, hild, hraban, hröð, 
hún, laik, land, leuba, magan, manna (-maðr), mári, móð, 
mund, nanþjan (-naðr), niujis (-ný), ráð, ragin, rand, ríkja, 
rúna (im 1. Glied mehr ostnordisch), sal, sig, stark, swart, 
triuw, Tófi Tüfi, piuda, pius (nicht isl, schwed.) prüd, un, 
uzda, Vadi, wakr, waldan, wandjan, warjan, widu, wig, wih 
weh, willio, win, wist (nicht schwed.), wulf, wulpus. 

Auf ostnordisches Gebiet sind beschrünkt: ag- im all- 
gemeinen, namentlich seine n-Ableitung; atta, nur Atli er- 
fuhr weitere Verbreitung; aust (auch norw.), filu, folk, frawa; 
fröd, nur Frödi erfuhr weitere Verbreitung; gand, gang, 
guð „deus“; hilpa im wesentlichen; desgl. igul; swind. 

Eine ganze Reihe beschränkt sich fast nur auf das 
Schwedische: überwiegend aiw, nur wenige, wie der Königs- 
name Eirikr, sind weiter verbreitet; ald, Veraldr auch norw.; 
and (auch norw.); döm, druht; überwiegend ebur; erl, nur 
Erlingr erfuhr weitere Verbreitung; eupa im wesentlichen ; 
far- „Geschlecht“; fast, guma, huld, kuni- (kin auch norw.; 
-kunnr im allgem.; mun im wesentlichen, desgl. ran; rug, 
wit und -valr zu waljan „wählen“. 

Eine Mittelstellung nimmt das Norwegische ein, indem 
es, freilich meist in geringem Maße, Teil hat: wie schon an 
bald und Pius (s. o.), so auch an euþa rug, ran, mun, aust 
und folk. 

Auch das Westnordische hat allerdings in einigen 
Themen, die dem Ostnordischen zu fehlen scheinen, altes 
germanisches Gemeingut bewahrt: aug, bjarg berg „Berg“, 
brunjo, ferho (die Compos. Fjorleif); hagu im wesentlichen, 
Hrappr; Innsteinn u. Ingunn; iarn im wesentlichen (s. ísarn); 
-ridi, ridr m.; swan, þrasa, wal- „clades“. Dazu kommen 
speziell für das Norwegische die Vollnamen Argsteinn und 
die mit erpa ,Erde^ gebildeten Iarparr, Iardprüdr, 3 Com- 
positionen, die sich sonst nirgends auf dem gesamten ger- 


160 Landschaftliche Differenzen. 


manischen Gebiet belegen lassen und für Island ausschließ- 
lich die eingliedrigen Namen Askr und Ósk. Doch muß 
hier, was auch für das Folgende gilt, darauf aufmerksam 
gemacht werden, daß die Namenquellen besonders des 
Schwedischen noch nicht vollständig fließen und wohl man- 
cher Beleg noch gefunden werden mag, besonders dann, 
wenn erst aus den Ortsnamen die zu erwartenden Schätze 
gehoben sein werden, worin Rygh das Norwegische betreffend 
und wohl auch Nielsen sowie Falkman für das Dänische 
und für Schonen einen so erfolgreichen Anfang gemacht 
haben. 

Cap. II. Von allgemeiner Verbreitung erweisen sich: 
âht (Óttarr), ain, angil, brord, brün, búi, dís, ió s. ehwa, finn, 
frey, Gaukr, gran, grim, Haukr, Helgi, haim, Hálfdan, 
hedin, helm, holt, hring (jedoch nicht isl), hwit, Illugi 
sonst hug nicht isl.) im, ingw, iwa, karl, ketil, Knútr, leif, 
lang, laug, lin, Saxi, salu, sam, sawil, serk, séw, skarp, 
skild, smið, snel, snéw, stein, sumar, þórr s. þonar, vind, worm, 
wunan. Einige von ihnen wie finn, ketil, smid, serk, helm 
u. a. bedeuten sicherlich Neuerungen gegenüber dem Ge- 
meingermanischen, Neuerungen also, die das Nordische mit 
dem Westgermanischen teilt. Smid u. a. ebenso wie (s. u.) 
arbi, anst, bild, fundan, strid, þerb, wôdan u. a. (vergl. 
Schluß von Cap. II) führen leicht zu der Vermutung, daß 
auch nach dem Abzug der Langobarden und Angelsachsen 
der Connex mit dem Continent nicht unterbrochen worden 
ist, daß jedenfalls diese beiden Völker nicht die einzigen 
Vermittler zwischen Deutschland und dem Norden gewesen 
sind. 

Die Zahl der ausschließlich oder wesentlich ostnordischen 
Themen ist hier ein wenig geringer als in Cap. I. Folgende 
sind es: anst im wesentlichen, nur Ástridr weiter verbreitet; 
Böfi, Fundinn; fur-; Iuti, Iutr; läd im wesentlichen; müs; 
skir, tam und widan. Nach Niederdeutschland setzt man 
Ursprung und Centrum des verhältnismäßig jungen Wodan- 
kultus. Es stimmt sehr gut dazu, daß nur in dem diesem 


Landschaftliche Differenzen. 161 


Centrum benachbarten Dänemark (2) und in dem schwed. 
Westmanland (1) drei diesen Gott enthaltende Personen- 
namen belegbar sind: Odüinkárr, -karl, -dísa. Wir gehen 
dabei von dem Grundsatz aus, daß dort eine Gottheit be- 
sondre Verehrung genießen müsse, wo sie am meisten in 
Personennamen vorkommt. Demnach wäre auch Baldr (s. o.) 
mehr ost- als westnordisch, jedenfalls nicht islündisch. Den 
Kult und die Verehrung des Þórr finden wir nach Ausweis 
der Namen über den ganzen Norden verbreitet; er erscheint 
als der gemeinnordische Gott. Dagegen findet die Ansicht, 
daß Ingi—Freyr eine besonders ostnordische, vornehmlich 
schwedische (Sviagod) Gottheit sei, auch bei uns ihre Be- 
stätigung; wir mußten zwar ingw- und frauja- unter den 
gemeinnordischen Themen von Cap. II aufzählen, aber die 
ältesten und meisten der Belege weisen doch nach Schweden hin, 

Daneben besitzt das Schwedische wieder eine reiche 
Privatausbildung: arbi, viell aul; die Compositionen 
Büsteinn, Fótr o. Véfótr, Grábjorn, Hailfúss, Hailvi, (Aist 
und) Aistulf (s. haist), Húskarl und Húsbigrn sind auf nor- 
dischem Gebiet nur hier, z. T. auch auf gesamtgermanischem 
Gebiet nur hier belegt; ferner hedinn im 1. Glied von Com- 
positionen; hug im wesentlichen; kvik, lik, -niautr, stab, 
strid, tiarfr; ub, ufar. — Da die Differenzierung nun über- 
haupt fortschreitet, hat auch das Dänische seine Idiotica: 
Bröper und Faäir (Dänem. Schonen) als Namen sind viel- 
leicht nur zufällig hier belegt; Bramr (auch Fas.), Frisi, 
Gamall (westnord. Gamli), Nafni, -fugl im 2ten Gliede und 
die Runennamen Hlewagastir und Horar sind wohl eher als 
Eigentümlichkeiten anzusprechen. 

Das Schwedische teilt mit dem Norwegischen allein den 
Besitz von hüs in Húsingr (Hysingr), von hvatr (bes. im 
2ten Glied; Hvati auch isl.), nahho, stüfr, pegn und ping. 
Aber mehr hat das Dänische mit dem Westnordischen ge- 
mein, so daß es fast wie der Beginn einer Loslösung von 
der ostnordischen Gruppe erscheinen mag. Und zwar sind 
dänisch-norwegisch: Eggäer, Bösi, Bildr, m Fugli, full, 


Hans Naumann, Altnord. Namenstudien. 


162 Landschaftliche Differenzen. 


Hvelpr, Kampi, Ufo und dänisch-norweg.-isländisch: alm, 
barð, gramr, horn, hund, ís, ið, kol, lamb, naht, skam, 
Scapti, sundan, tait, ward, wer und wibil. 

Die Zahl der ausschließlich westnordischen Eigentüm- 
lichkeiten ist bedeutend größer als in Cap. I. Gemeinwest- 
nordisch sind: alu, Bolverkr, baug, -bjöär, braid, dall, 
Gamli, gre (gróni) haidu, hasu (Hoskuldr); hedinn im 2ten 
Glied von Compositionen; Hialti, Hrossbiorn und Hrosskell; 
Krákr, krist-, -lgð fem; Leiäölfr; liut (wesentl.), Nagli, 
raud-, sel; Störölfr; unda; waig im wesentlichen und 
Vetrliäi. 

Auch hier wird nun die Differenzierung größer. Speziell 
norwegisch sind: Afli, bein im wesentl.; ben u. tein in Ben- 
geirr und Benteinn; Biórr, Biórólfr; blank-, guld-; Hnefi; 
Hüsingr (sonst hüs schwed.); Kottr, log-; die Runennamen 
Hrörar, Hagustaldar und Woduride; und schließlich Sand- 
ülfr. — Speziell islándisch sind: Bogi, Hun-, Finnbogi (Bugo 
dän. Saxo); dyr in Compos. (Dyri auch skandinavisch); 
Dolgfinnr; Hálfr; Iðunn, Kiolvor; lund in Víglundr; Smið- 
kell, -skeggi; Erlygr und werk im wesentlichen; auch -þjófr 
wohl mehr isl. als norw. 

Cap. III. Im ersten Capitel erreichte die Zahl der ge- 
meinnordischen Themen im Verhältnis zur Gesamtzahl die 
größte Höhe: 90:132; im zweiten Capitel war das Ver- 
hältnis 50:167; es herrscht eine fortschreitende Divergenz 
innerhalb der Gruppen, so daß im dritten Capitel das Ver- 
háltnis 40:195 beträgt. Die 40 gemeinnordischen Themen 
des dritten Capitels sind: bálk, brag, Brusi, drumb, geit, 
glúm, Gnúpr, greip, Gyrðr, hall, Háls, hiall, hofdi, hólm, 
Hrani, hreið, Hrútr (nicht dán.), igkul, Kálfr, Kali, kär, 
Krökr (nicht isl.), nef, Næmr (isl. schwed.), Orækja, ref, 
setja, skald (isl. schwed.), skegg, skóg (nicht isl.), Skúli, 
snor, Sóti, spak, Styrmir, stygg, stýr, svein, Tobbi (nicht 
isl.), Tóli (nicht isl.), Tómi, Tósti, þorn, þrawan, Vikingr. 

Entsprechend nimmt die Zahl der Besonderheiten stetig 
zu. Als gemeinostnordisch erscheinen aus Cap. III: Blikr, 


Landschaftliche Differenzen. 163. 


Goti Guti (auch R.); iól (nur Iólgeirr auch isl), Nykr, 
rask. 

Nur aus Schweden aber sind belegt Namen mit auk-, 

bank-, fær; Gialli; Üfhikr; kid, lufa; Sneribiorn; þver und 
þverketill; reif, líkn, Wámóðr, die zusammen mit huld, 
anst, hail, -niaut (s. o.) der schwedischen Entwicklung ein 
eigentümliches Gepräge verleihen. 
‚ Nur aus Dänemark sind belegt: Dvergr, frad (aus Fas.), 
Iri, Káúlf. Die Wahrnehmung, die wir in Cap. II machen 
konnten, daß nämlich das Dänische jetzt stärkere Beziehungen 
zur westnordischen Gruppe aufweist als zum Schwedischen, 
erfährt in Cap. III bedeutende‘ Verstärkung. Eine große 
Anzahl von Themen, an denen das Schwedische keinen Teil 
hat, besitzt das Dänische gemeinsam mit dem Isländisch- 
Norwegischen: Blengr, Borkr, Brattr, Faxi, fiall Forni, 
Fleinn, Galti; pórgnyr; Haki, hegg, Hordr, klaufi, klepp, 
Kleengr, Knorr, liða; Loðinn; Morðr (nicht norw.), Narfi, 
Skagi, Skjálgr, Skorri (nicht norw.) Skúmr, stafn, Svalr; 
Þengill, þrondr; þyrma (-þormr); Vagn; wozu sich als dä- 
nisch-norwegisch gesellen: bori; Brái, Bráviðr; Drengr, 
Grundi, Kimbi, Knúi, Tóki. 

Schwedisch-norwegisch sind: frost, kaup, skinn, valka, 
veðr. 

Ausschließlich westnordisch sind: Bjálfi, blót, eld, Flóki, 
Flosi, Gellir, Glæðir, Glámr, Grettir, gríss, Hængr, Hæringr, 
Hlenni, Lofthæna, Hlíf, Loðhottr, hrifi-, koll (kuld), lopt, 
nadd, Sindri, Skæringr, Skiði, Skopti, Skúta, Stefnir, Sturla, 
Sverrir, Ósvifr, tind, Torfi, Tjorfi, Tyrfingr, þiþrandi, þjóst, 
prostr, vatn. Diese Themen machen ganz besonders — im 
allgem. gilt es ja von denen des dritten Capitels gegenüber 
denen des ersten überhaupt — den Eindruck erstaunlicher 
Nüchternheit. Praktische Gegenstände aus dem täglichen 
Leben (Schiffahrt u. a.) und Tiere, die zu einem poetischen 
Vergleiche auch nicht im geringsten anregen, stellen das 
Hauptcontingent. Nur aus dem Norwegischen sind belegt: 
Bileifr, Bjügr, drifa; Hausver, Hreggviär; Iamtr; Skinn- 

11* 


164 Namenvererbung und Alliteration in Namen. 


knifr; Kvigr, lyng; Málmfridr; marg (?), Refill, sker-, Svadi, 
Svipr; Urguprjótr, Steinveggr. 

Und nur aus dem Isländischen: Óblaudr; Blundketill; 
Dälkr, digr-, Drafli; Droplaug; haf „Meer“ mit der Mehr- 
zahl der Belege; Hafr „Bock“; Hreinn; Knjúkr; Knottr 
(auch Fas.), Kvistr; Lytingr; Máni (Mángerðr Fas.), Raumr, 
Riupa; Sokki, Sokkólfr; Strútólfr; Kolþerna; Á vángr !). 


Cap. VII. 
Namenvererbung und Alliteration in Namen. 


Von der Vererbung voller zweigliedriger Namen ist 
diejenige, die sich vom Großvater auf den Enkel erstreckt, 
auch im Norden weit verbreitet und schon öfters eingehend 
behandelt worden?) Und wenn man sie, wie bekannt, aus 
dem Glauben an Seelenwanderung zu erklären sucht?), so 


1) Über Unterschiede in der Flexion der Beinamen zwischen Island 
(mehr die schwache Form) und Norwegen (mehr die starke) vergl. Kahle, 
Arkiv 26 s. 155. Rechnen wir dazu die bei Wimmer IV 2 und bei Rygh 
passim gegebenen einzelnen Bemerkungen über die Belege einzelner 
Themen und Vollnamen, so werden wir damit wohl die gesamte Literatur 
verzeichnet haben, die sich mit den landschaftlichen Differenzen in der 
nordgermanischen Namengebung bescháftigt, abgesehen von einem Aufsatz 
von E. H. Lind: Namnhistoriska Bidrag ... in der histor. Tidskrift 
(svensk) 1896 s. 277 fl, der mir unzugänglich blieb. Lind untersucht 
hier auf Grund der Herkunft ihrer Namen (wie ich den Jahresberichten 
1896 s. 183 entnehme) die Provenienz der norw. Ynglingerkönige und 
hält sie für dänischen Ursprungs. Ich kam z. T. zu gleicher Meinung 
(Hálfdan, Fróði, Gormr). 

2) Weinhold: Altnord. Leben s. 264ff.; Storm, Arkiv 9, 210ff.; 
Kahle, Arkiv 26, 144 u. a. i 

3) Storm aao.; Kahle aao. u. s. 150; Olrik-Ranisch, Nord. Geistes- 
leben s. 17; K. Maurer, Bekehrung I 234 u. a. — Nur ein ausdrücklicher 
Beleg sei noch angeführt: Vatnsd. s. s. 9 sagt þórsteins Schwiegervater : 
en ef ykkr verðr sonar audit, pá látid hann hafa mitt nafn. Und dem 
Wunsch entsprechend heift es s. 16: sá sveinn skal heita Ingimundr 
eptir móðurfodur sínum. 


Namenvererbung und Alliteration in Namen. 165 


ist dies zunächst bei jener andern Art der Vererbung nicht 
so verständlich, die sich vom Oheim auf den Neffen erstreckt. 
Man hat von ihr noch wenig Notiz genommen), und doch 
stützt sie trefflich jene Bemerkung des Tacitus Germ. 20: 
sororum filiis apud avunculum qui apud patrem honor; nur 
daß an Stelle des avunculus in unserm Falle auch der pa- 
truus treten kann. In der Tat erbt im Norden der Sohn 
den vollen Namen seines Vaters seltener als der Neffe den 
seines Oheims. Der erste Fall ist eigentlich nur dann ge- 
bráuchlich, wenn der Vater vor der Geburt seines Sohnes 
gestorben ist?. Aber nach ihren Vatersbrüdern heißen 
(Gislas. sürsson) die Söhne þórbjorns Ari und Gisli (der 
älteste nach dem Großvater pörkell); Geirrgär nennt seinen 
Sohn nach seinem Bruder Agnarr (Grimnismäl)?); Orvaroddr 
den seinen nach seinem Pflegebruder Ásmundr (Eyrb. s.), 
ebenso Bjorn den seinen Kjallakr (ebda.); Hoskuldr Kolsson 
nennt seinen Sohn nach seinem (allerdings kurz vorher ge- 
storbenen) Schwager Oläfr, den Bruder seiner Gattin Mel- 
korka (Kahle aao.); ein Sohn der Pördis heißt nach ihrem 
Bruder Iokull (Vatnsd. s.).. Und wenn man nun liest, wie 
dringend dieser Bruder Iokull seinen Mörder pörsteinn (den 
Gatten der pórdis) um diese Vergünstigung bittet (Vatnsd. 
S. 8. 9): en ef þér verðr sona audit edr þínum sonum, þá 
láttu eigi nafn mitt niðri liggja ok vænti ek mér þar gæfu 
af ok hef ek þá fyrir lifgjofina, d. h. „Wenn dir ein Sohn 


1) Vergleiche für das Altpersische: Iusti, Iranisches Namenbuch 
1895, s. V: „überaus häufig werden Knaben nach dem Großvater und 
Oheim (Vater- u. Mutterbruder) ... genannt"; Beispiele s. VIII. 

2) Storm aao. 218. en són fódt efter faderens dód, faa altid fade- 
rens navn. So þórgrímr þórgrímsson Gíslas. súrsson; von Snorri goðis 9 
Kindern heißt das Jüngste, posthum geborene, wieder Snorri, Eyrbygjas. 
s. 124. Ferner Hallfredr Hallfredarson Fms. II 213; Bolli Bollason 
Laxd. s. und runischr: Hrorar Hrorer By Nor. Nord. s. 335. 

3) Etwa vielleicht zu einer Art Sühne deshalb, weil er ihn selbst 
ermordet hat? — denselben Sohn Agnarr, der dann so schnell als Knabe 
noch König wird und das Erbe erhält, um dessentwillen sein Oheim und 
Namensträger Agnarr ermordet wurde! 


166 Namenvererbung und Alliteration in Namen. 


beschieden wird oder ein Enkel, so laß du nicht meinen 
Namen untergehen und erhoffe ich mir das als Lohn dafür, 
daß ich dir einst dein Leben ließ“, — so muß man hier 
wohl zu der Überzeugung kommen, daß im Denken der 
Alten eine ganz merkwürdige dori (on bestand zwischen 
Fortleben des Namens und Fortleben der eigenen Persón- 
lichkeit. 

Was die Vererbung von nur einem der beiden Namens- 
glieder betrifft, so dürfen wir es hier mit einem Verweis 
auf Weinhold bewenden lassen, der s. 264 ff. genügend viel 
Beispiele für die Vererbung des zweiten sowohl wie des 
ersten Themas gesammelt hat!) 

Es gibt aber noch ein drittes Mittel, schon in den 
Namen die Verwandschaft zum Ausdruck zu bringen: das 
der Alliteration vom Schema Hapubrand Hildibrandes sunu. 
Diese Sitte ist bei den Nordgermanen lüngst nicht so ver- 
breitet gewesen, wie sie. es bei den andern germanischen 
Völkern war?); vielmehr sie ist, als die nord. Namengebung 
ihre auch sonst so charakteristischen eigenen Wege zu 
wandeln begann, früh verloren gegangen. Denn relativ 
häufig finden wir sie noch in den ältesten Runeninschriften, 
vergl. z.B. Istaby 7: afate Hariwulafa Haþuwulafr Haeru- 
wulafir warait („ritzte“) runar, Nor. 338; oder Gallehus ca. 
300: Hlewagastin Holtingar Nor. 337; oder Kjelevig 6: 
Haðulaikar des Hagustaldag Sohn, Nor. 388 u.a. Aber 
spüterhin sind die Beispiele auffallend selten; sogar voka- 
lischer Stabreim, wie etwa Alríkr und Eirikr, des Agni 
Söhne (Yngls.), der ja so viele Möglichkeiten zuläßt, daß 
sein Erscheinen rein zufällig sein kann, begegnet selten. 
Konsonantischer Stabreim liegt vor: bei Saxo Haraldus u. 


1) Natürlich schon runischr: Hapuwulafr Haeruwulafir (Istaby) u. a.; 
wie denn germ. schon im ersten Jahrhundert nachweisbar, vergl. Werle 
8. 55. 

2) Vergl. Mhff. Zs. 7, 527; man darf geradezu von Popularität 
sprechen, Werle s. 54. 


Namen von Göttern, Tieren und Völkern gebildet. 167 


Haldanus, Söhne des Haraldus, in Hälfdanr mit seinen 
Söhnen Helgi u. Hröarr und seinem Enkel Hrölfr (Yngls.), 
in Vikingr Vifillsson (LB.)!) u. a. 


Cap. VIIL 
Namen von Göttern, Tieren und Völkern gebildet. 


Derjenigen Epoche des germ. Altertums, die nach des 
Tacitus bekanntem Zeugnis noch keine Götterbilder kannte, 
waren auch noch die eigentlichen theophoren Namen fremd. 
Diese bilderlose Zeit kannte nach Ausweis unserer Liste 
von Cap. I nur die mit abstrakten Gottesbegriffen gebildeten 
Namen (ans?) gud, ragn (regin)), aber diese über sämtliche 
germanischen Stämme verbreitet. Einzig Baldr scheint davon 
eine Ausnahme zu machen, doch gehen wir wohl nicht fehl, 
wenn wir in bald- nicht den Gottesnamen, sondern das adj. 
,kühn^ erblicken (s. auch u.). 

. Die ültesten nord. Runeninschriften weisen noch keine 
Anderung auf. Bei den Nordgermanen der Wikingerzeit 
aber finden wir, daf neben den allgemeinen Gottesbegriffen 
in weitverbreiteter Beliebtheit bestimmte einzelne Gottheiten 
in den Namen erschienen sind. Wir mußten die betreffenden 
Themen zwar alle noch in Cap. II einordnen, aber die auf- 
fallend geringe Verbreitung im Westgerm. lehrt, daß irgend 
etwas diese neue, noch nicht fest eingewurzelte Sitte in 
ihrer Entwicklung gestört haben muß, höchstwahrscheinlich 
das Christentum. Bei den Langobarden findet sich keine?) 


1) Vergl. auch R. M. Meyer: Altgermanische Poesie 310, 311. 

2) Der Name der Vanir ist nicht verwendet (doch sei erinnert an 
die Variante Vanlandi — Vandlandi s. vandjan Cap. I), wohl weil nicht 
volkstümlich genug und auch weil mit ans ja nicht das bestimmte Gótter- 
geschlecht gemeint ist. 

3) ingvi und frauja (Cap. II) sind allerdings belegt; aber frauja ist 
vielleicht nur „Herr“ und zur Bedeutung von ingv- in Namen s. Kossinna 
I. F. VII, 300. | 


168 Namen von Göttern, Tieren und Völkern gebildet. 


Vertretung, sie haben die neue Sitte vielleicht schon nicht 
mehr kennen gelernt. Ehe das Christentum aber zu den 
Nordgermanen kam, standen die theophoren Namen schon 
in viel zu altem und festem Gebrauch, als daf sie noch 
hätten unterdrückt werden können. Wir werden also die 
Zeit der Entstehung dieser neuen Sitte vielleicht zwischen 
dem Abzug der Langobarden und der allgemeinen Einführung 
des Christentums suchen dürfen, je nördlicher, desto später; 
noch im 8. Jh. bieten die Runeninschriften keinen Beleg. 

Es scheint diese (vom Süden kommende?) Sitte Hand 
in Hand zu gehen mit der Einführung und Verehrung von 
Götterbildern, die ja für die Nordgermanen der Wikinger- 
zeit mit hinlänglicher Sicherheit bezeugt sind. Zugleich 
bedeutet die Sitte der theophoren Namen eine Illustration 
dessen, was uns von den Männern der Wikingerzeit erzählt 
wird, „daß sie einen einzelnen Gott zu ihrem fulltrüi an- 
nahmen, d. h. zu dem, auf den sie ihr ganzes Vertrauen 
setzten“ (Olrik-Ranisch: Geistesleben s. 35). Für einen 
Polytheismus (namentlich für einen solchen mit monarchischer 
Verfassung) kann ein solches Wählen von Patronen nichts 
anderes bedeuten als eine Auflösung (s. auch Olrik aao.). 
Sehr bald folgt denn auch, wenn es einmal so weit ist, der 
letzte Schritt, der darin besteht, daß Götternamen so wie 
sie sind, völlig unkomponiert, als Menschennamen verwendet 
werden. Das ist das Ende einer polytheistischen Religion. 
Erst als bei den Griechen die Scheu vor den Göttern ge- 
schwunden war, trat diese Stufe ein; die älteste Zeit des 
Griechentums kannte noch keine direkten Götternamen als 
Menschennamen (vergl. Fick, griech. Personennamen ? 304 
und Usener, Gótternamen 357). 

Diese Stufe ist aber im Nordischen unserer Epoche 
wenigstens für die Götter des Kultus noch nicht erreicht. 
Die großen Götter erscheinen noch immer nur in Kompo- 
sition. Die Anzahl der Komposita jedes Einzelnen ist gewiß 
ein deutlicher Gradmesser seiner Verehrung, seiner Popu- 
larität. So finden wir Þórr in ca. 70 Kompositionen (beide, 


Namen von Göttern, Tieren und Völkern gebildet. 169 


masc. u. fem. gerechnet), Ingvi in 20 und den mit ihm iden- 
tischen Frreyr (Freyr het Ingvi oäru nafni, Yngl. s. cap. 12) 
in 10; Baldr, wenn es wirklich der Gott ist, nicht bloß das 
adj. (s. o.), in ca. 5 (s. d.; Cap. I). Odinn aber begegnet 
nur 9 mal!); und Snorri, so recht er hat, wenn er sagt: af 
þórs nafni er kallaðr þórir eða þórarinn eða dregit odrum 
heitum til, svá sem Steinþórr eða Hafpörr (Yngl. s. cap. 
7), irrt sich doch in der Behauptung: eptir Óðins nafni var 
kallaðr Auðun ok hétu menn svá sonu sína (s. vielmehr 
unter auð Cap. I. Von Öðins vielen Zunamen sind Gaufr, 
Bolverkr, Grímr, Fiolnir und Vakr zugleich als Menschen- 
namen belegt (s. d.). Aber diese Namen sind wohl älter 
als Odinn selbst; man wird das Verhältnis hier umgekehrt 
zu fassen haben: dem neuen Gott sind erst sekundär die 
Menschennamen zugelegt worden! Vergessen scheint Týr 
zu sein, wie sein Kult und seine alte Bedeutung als eines 
Himmelsgottes (*Tiwaz) lüngst vergessen war; tatsüchlich 
verhült es sich umgekehrt: er starb, noch ehe die einzelnen 
Götter ihren Einzug in die Menschennamen hielten ?). 
Auffallend gering ist die Berücksichtigung der weib- 


1) Komponiert; doch im ahd. unkomponiert, weil aus christlicher 
Zeit (800) cf. wódan Cap. II. 

2) Man hat wohl auch hinter dag- eine alte Gottheit gesucht; vergl. 
etwa dazu: heill dagr! heilir dags synir! Sigdrf. m. 3, 1; doch zieht man 
griech. Namen wie 44y«9-5jusoog, Eó-5usoog und die grofe Rolle des Ka- 
lenders überhaupt in der griech. Namengebung in Betracht (Fick ?, 295), 
so lehnt man wohl jene Vermutung ab. Es sei aber hier an die Bedeu- 
tung von dag als Runenzeichen erinnert! Neben der großen Rolle, die 
rün selber in Namen spielt (Cap. I), sind es ja noch andere Benennungen 
von Runenzeichen, die zugleich Namenthemen sind: porn, ans, giba, hagl 
(edd. Hagall), naup, fs, iuja (Eibe) — yr, ehva, manna, sawil, ing, óðal und 
„fe ersetzt durch audr“; daß aber die Runenzeichen eine Quelle der 
Namengebung seien, sei damit noch nicht behauptet! Tatsächlich mag 
dieser Parallelismus vielmehr daher rühren, daß die Namengebung sowohl 
für Personen als für Runenbuchstaben ihr Material schöpft aus den Be- 
griffen, die für die Gerinanen „die wichtigsten ihres Gedankenkreises“ 
waren, vergl. dazu: Liliencron: Zur Runenlehre p. 21 und R. M. Meyer: 
Altgerm. Poesie p. 21 u. 29. 


170 Namen von Göttern, Tieren und Völkern gebildet. 


lichen Gottheiten. Vefreyja erscheint 2mal (doch s. u.); 
kaum sind noch Iorär (2 Kompositionen s. erpa Cap. I) und 
Fold (2 Kompos. Cap. II) hier anzuziehen, wobei an: heil 
sjá en fjolnyta fold! (Sigdrf. m. 4) erinnert sei. 

Wir kommen zu den Götternamen, die direkt, d.h. un- 
komponiert (z. T. sind sie selbst schon Composita (s. u.), 
was immer ein Anzeichen von Unursprünglichkeit ist, vergl. 
das Verhältnis von Zeus zu Herakles) als Menschennamen 
gebraucht worden sind (s.0.) Diese Götter genossen keinen 
Kultus, keine Ehrfurcht mehr oder haben diese nie genossen ; 
sie fristeten bloß ein skaldisches Weiterleben oder waren. 
überhaupt nur dichterische Erfindungen. Auffallend bleibt 
dann jenes vereinzelte Baldr (Cap. I), wenn es nicht eben 
doch bloß das adj. ist (s. o.); und Freyja"), nach der Stur- 
laug-saga (Fas.) ursprünglich unkomponiert, denn sie sei 
nach einem Vé benannt, wie erzählt wird; (doch ist das 
viell. nachträgliche Erfindung; komponiert Vefreyja in der 
Gaunguhrólfss. Fas.). Im übrigen finden sich als Götter- 
und Menschennamen zugleich (die Belege siehe in den 
Listen): Vidarr, Gerdr (sogar eine Freygerär!), Idunn, 
Bragi, Sif in Silkisif etc. (silki „Seide“ ist aber kein 
Thema!), Hermóðr, Gró (Gróa) (Bs. etc.; auch in den schwed. 
Runischr. Nor. s. 490), Móði, Magni, Ullr, Hlíf, Þjóðvor, Váli 
und Þórgerðr (sehr beliebt; auch in den schwed. Runischr. 
Nor. 488; also gewiß nur eine ganz junge Privatgottheit 
Hákon jarls oder seiner Familie!). Die wie Menschennamen 
gebildeten zeigen teils in ihrer Komposition und Kurzform- 
bildung (Hermóðr, þórgerðr, Viðarr; Gerðr, Móði etc.), teils 
in der Durchsichtigkeit ihrer Bedeutung (hierher auch Baldr? 
und Fulla? zwar diese schwache Form zu Fullr (Cap. II) 
ist als Menschenname nicht belegt) deutlich den Stempel 
der Jugend und Unursprünglichkeit. Die Übrigen (Gró 
und Sif sind es nur) sind vielleicht einst echte Gottheiten 
gewesen. Sämtlich sind sie durchaus dei minorum gentium! 


1) Seltsamerweise auch Yngvi, Ingi und zwar in Schweden u. Dänem. 
selber cf. ingw- cap. II. 


Namen von Göttern, Tieren und Völkern gebildet. 171 


Von Walkürennamen decken sich mit menschl. Frauen- 
namen: Reginleif, Hervor, Hildr u. Sigrún. So dürfte einen 
bei dem walkürenhaften Charakter der Frauennamen (Mhff. 
Zur Runenlehre s. 44 u. sonst) diese geringe Zahl verwun- 
dern. Andere Walkürennamen wie Mist, Glaumvor, Menglod, 
Gondull, Herfjotr, Sangriär zeigen in der Singularität ihrer 
Themen (Mhff. Beowulf p. 4) deutlich mythologischen Cha- 
rakter. — „Der Mann darf zu Recht mit allen Asennamen 
umschrieben werden“ und „die Frau wird auch umschrieben 
mit allen Asinnen, Walküren — — oder Disen“ sagt Snorri 
(Skaldsc.), als er die kenningar bespricht. Statt „um- 
schrieben“ hätte er auch „benannt“ sagen dürfen, und so 
finden wir denn auch die Disar als ein beliebtes Thema 
vornehmlich weiblicher Eigennamen (Cap. II). Sie müssen 
einen Kult gehabt haben, wobei an das bekannte disablöt 
erinnert sei. — Hildr erscheint einmal auf Island als die 
Tochter eines Hogni (LB.) und Hogni einmal als der Bruder 
eines Surír (Vatnsd. s. cap. 40) (Surtr auch IB. Bs.); Hogni 
ist der bekannte Heldenname (die n-Ableitung von hag- 
kommt sonst in der Nord. Namengebung nicht vor)  Ver- 
gleiche auch Bs. p. 679: Sveinbjorn hét madr, son Bárdar 
svarta, Atlasonar (!), Hoskullsonar, Atlasonar (!), Hogna- 
sonar () ... Es gab also offenbar Familien, die sich nicht 
ungern mythischer oder heldenhafter Namen bedienten 
(Hildr, Hogni, Surtr, Atli). Von übrigen Namen dieser 
Sphäre, die erst sekundär, in Folge von Bekanntschaft mit 
der Heldensage, wieder in Gebrauch zu treten scheinen, 
seien kurz erwähnt: Sigmundr, Sorli (Cap. III), Hálfdanr, 
Starkadr, Sigurdr, Gunnarr?, Gudrun? , Brynhildr?, Hlodver 
(Cap. III), Hildibrandr (2. B. Bs.), ganz sicher Erpr (wegen 
Unterlassung der Brechung). 

„Freundlich gemeint aber erscheint die Umschreibung 
mit álf “ schließt Snorri den oben erwähnten Passus. Es 
verrät viel Poesie, nach diesen schönen, zarten Wesen ge- 
nannt zu werden! Zugleich wird der auch sonst bekannte 
Kult, den die Alfen besaßen (älfablöt P.G.? III 385) be- 


172 Namen von Göttern, Tieren und Völkern gebildet. 


zeugt. — Vornehmlich aus Dänemark (bes. Wimmer; vergl. 
auch die Belege in den Listen) sind uns Namen wie Dvergr !), 
Nykr, ferner ursprüngliche Zwergnamen wie Nori, Gándalfr, 
Þráinn, Frosti, Fundinn, Hornbori, Sindri, Eggpir als Per- 
sonennamen erwiesen. Vermutlich sind auch Bjófr und die 
mit -pjöfr gebildeten Namen hier anzuziehen (s. u. Cap. IX). 
Auf eine Verehrung, einen Kult dieser Wesen aus der nie- 
deren Mythologie läßt das nicht schließen. Wir werden 
vielmehr glauben, daß ihre Namen den Menschen gewiß nur 
im neckenden oder spöttischen Sinne zugelegt worden sind. 

Aber nicht nur die Götter selbst legen Zeugnis ab von 
der Frömmigkeit, sondern auch Dinge, die zum Kultus in 
irgend einer Beziehung standen, treten in Namen auf. Hier- 
her gehören, um sie nur kurz aufzuzählen: stein ?), das 
wir als Opferstein auffassen; ve wie Hof in Hofi (ein 
Zuname) den Tempel bezeichnend; jól; blót; ketil, viell. als 
Opferbecken?); sali, wenn wir es richtig zu got. saljan 
stellten (cap. II); eld als Opferfeuer? (doch vergl. über die 
geringe Rolle des Feuers beim Opfer Olrik, Geistesleben 
p. 33). Über die Heiligkeit des Eides, der sich in den sehr 
alten (Cap. I) Namen mit aip- wiederspiegelt, vergl. Olrik 
p. 85; auch Mhff. Zs. 17, 429. Nicht übergehen dürfen wir 
hier die sog. „heiligen Tiere“, die in Personennamen er- 
scheinen, z. T. wohl deshalb, weil auch sie, etwa als Opfer- 
tiere, zum Kultus in Beziehung stehen; weniger wohl des- 
halb, weil sie als Symbole der Götter, denen sie heilig sind, 
an deren Stelle traten. Denn einerseits ist ganz offenbar 
die Existenz mancher Tiere (wenn nicht der Tiere überhaupt) 


1) Iotunn nur appell in Iotun-Bjorn LB.; Dieterich deutete auch 
Iutr als Iotun, doch vergl. Cap. II Iuti; Käri, Surtr und andere Riesen- 
namen decken sich mit Menschennamen (vergl. auch Maurer, Bekehrung 
II, 62 anm. 58); es gibt auch hier deutlich jüngere und àltere (pjazi, 
Hymir) Dildungen. 

2) Vergl. zu stein u. ketil in dieser Bedeutung Maurer, Bekehrung 
II, 196 anm. 31 und was Strabo VII 2 von den heiligen Kesseln der 
Cimbern zu berichten weiß. 


Namen von Göttern, Tieren und Völkern gebildet. 173 


in Namen viel älter als die der einzelnen Götter selber (so 
Pferd, Adler, Wolf älter als Oðinn, dem sie gewiß erst 
nachträglich zugeschrieben sind), andrerseits deckt sich der 
Verbreitungskreis der Tiere in Namen nicht mit dem der 
zugehörigen Götter (vergl. etwa hrafn Cap. I u. wödan 
Cap. II). Für andere sehr alte Namentiere wieder läßt sich 
nicht leicht eine Gottheit finden, an die sie sich lehnen 
könnten (z. B. bera). Das Wahrscheinlichste ist, daß diese 
Tiere — immer sind es ja gut bekannte, deren Wesen zu 
beobachten oft genug Gelegenheit war — überhaupt nur 
einen Vergleich in Bezug auf Kraft, Schnelligkeit, Charakter 
etc. ausdrücken sollen. Jedenfalls werden wir eine ältere 
(lautlich oder synonym z. T. schon indogermanische, vergl. 
die Tabellen bei Fick: griech. Personennamen!) Gruppe 
theriophorer Namen deutlich von einer jüngeren unterscheiden 
können. 

Zur ersteren gehören zweifellos: ebur, ehwa (Cap. Il, 
doch wohl schon älter), hraban, wulf (variiert gand? im?, 
wie ehwa variiert: ross) ar (arn), swan, bera (berin), viell. 
auch worm und herut- „Hirsch“?; viell. auch igul, hund, 
wenn es hier erlaubt ist z. B. an die Bedeutung zu erinnern, 
die diesen Tieren als Schöpfungen des heiligen Geistes in 
der Religion des Awesta zukommt (vergl. Cap. 13 des 
Videvdàát)". — Wohl nichts als reine Zunamen (Neck-, 
Spottnamen) sind die Tiere der jüngeren Gruppe wie: kott, 
kálf, ref, haf, gauk, gris, galti, hvelp, hæng, hrein, morð, biór, 
geit, hauk, mús, úfo, pen, brúsi, bí, krak, brostr, riupa, hrüt, 
lamb, sel. — 

Eine Sammlung von eihnophoren Namen für das ahd. 
etc. gibt Wackernagel (Kl. Schriften III 409) und bemerkt 


1) Viell.' gibt es auch Namen von heiligen Bäumen gebildet; auffällig 
ist es jedenfalls, daß fast nur Esche und Ulme (ask, alm) auftreten, 
die Bäume also, aus denen die 3 Götter nach dem bekannten Mythos der 
Voluspá die ersten Menschen schufen; man darf sich freilich auch mit 
andern Deutungen (ask = Speer u. a.; alm = Bogen) begnügen; vergl. 
zu ask auch Zeuß s. 46. 


174 Namen von Göttern, Tieren und Völkern gebildet. 


hierzu: „Grund und Anlaß“ (solche Namen zu bilden) „sind 
für uns jetzt meistens nicht erkennbar“. Wir werden aber 
wohl kaum fehlgehen, wenn wir annehmen, daß diejenigen 
Namen, die eingliedrig aus einem ethnicon bestehen, nichts 
anderes als die Herkunft des Trägers dieses Namens be- 
zeichnen sollen. Und durch Vererbung kann dann solch 
ein Name Bürgerrecht erlangen. Hierher gehören altnord. 
jene Finni, Finna (schon runischr. Fino), Iúti, Frisi, Íri 
(= Vestmaðr cf. wist- cap. I), Saxi, Engli, Gauti, Dana’) f. 
(die Belege s. i. d. Listen) in schwacher Flexion, ent- 
sprechend der dadurch ausgedrückten Individualisierung ; 
dann aber, wie eigentliche Namensthemen, auch stark: Iamtr, 
Iútr, Gautr, Finnr, Danr, þrondr'). Herkunft oder sonst 
eine Beziehung zu dem betreffenden Volk drücken die eth- 
nica aber auch aus, wenn sie in Composition erscheinen. — 
Von gemeingermanischer Verbreitung erweisen sich: 

1) dana; ogerm. 6 jh; wgerm. 4 jh; bald in beiden 
auch komponiert, s. dana Cap. I; also ist Dani vielleicht 
doch kein so „neuer Name einer neuen Völkervereinigung“ 
als ZeuB p. 511 vermutet; 

2) rug-; anscheinend noch älter, Rugius kimbrisch 2. Jh. 
a. Chr. DA. II 120; und im Nord., besonders im Schwed. 
häufiger; s. rag- Cap. 1; 

3) wandal, -il; s. wandjan Cap. I; „Wandalen“; schon 
früh komponiert. 

Sehr alt sind auch: 4) Warn-; Cap. I; Varini „ Warnen“; 
doch ist für das ogerm. diese n-Ableitung von var-, damit 
auch wohl der ganze Begriff nicht zu belegen (varjan 
Cap. I) und 

5) angil; Angli „Angeln“; viell. auch ogerm., s. angil 


1) Von den nordischen also wesentlich ostnordische Stämme; sie 
sind auch die älteren (cf. Iamtr und þrondr gegenüber Danr (Dana), 
Gautr (Gauti) und lútr (lúti) !) 


Heldennamen. 175 


Cap. II; sehr alt scheint die Composition mit -skalkr zu 
sein (runischr: Norw. und obd. aus Salzburg) ?). 

Für die weitreichenden Beziehungen, für die Popularität 
dieser Völker in alter Zeit sind diese Zeugnisse gewiß von 
nicht zu unterschätzender Bedeutung. — Daran schließen 
sich in geringerer Verbreitung, unkomponiert (doch cf. iuti 
Cap. II) und im Nord. wesentlich nur auf Dänemark be- 
schränkt die ethnica der Jüten, Friesen und Sachsen (Cap. 
II Jup, Pei, Saxi) Es ist also eine ganze Kette zu- 
sammenhängender (ingväonischer) Völker, die in den Namen 
ihre Spuren zurückgelassen haben. — Aber allmählich verlor 
sich ihr Einfluß (viell. teilweise ihre Vorherrschaft) und 
andere Stämme wurden ihre Nachfolger auch in der Namen- 
gebung. So die Finnen?) (Cap. II) (wohl auch die Skiren 
Cap. UI), vielleicht erst nach dem Abzug der Langobarden, 
wo diese Themen noch nicht anzutreffen sind. Noch vor 
dem Abzug der Langobarden müssen die Gauten zu mäch- 
‚tigem Ansehen gelangt sein: in allen west- und nordger- 
manischen Dialekten haben sie sich in der Namengebung 
ein Denkmal errichtet. 


Cap. IX. 
Heldennamen. 


Wir wenden uns zum Schluf zu einer Untersuchung 
der nordischen Heldennamen, um zu erfahren, wie weit sie 
in organischem Zusammenhang mit der nordischen Namen- 
gebung stehen. Falls wir nun die Namen einer Heldensage 


1) Ganz zweifelhaft in Bezug auf ihre Existenz in Namen sind die 
Aistii „Esthen“ cf. haist Cap. II. 

2) Es wurde schon oben Cap. II unter wind- erwähnt, daß hier viell. 
auch das ethnicon der Wenden vorliegt, zweifellos in der Composition 
*Vinithaharjis. 


176 Heldennamen. 


wenig oder gar nicht im Sinne der nord. Namengebung 
finden, werden wir dann schließen müssen, daß diese Sage 
zum größten Teile nicht, bez. durchaus nicht auf nord. 
Boden gewachsen sein könne? Wohl ohne Bedenken! ' Denn 
dieses scheint eine. Eigentümlichkeit jeder Heldensage zu 
sein, daß sie die Namen ihrer Helden im allgemeinen nur 
aus ihrer Heimat bezieht‘) und daß sie sie mit sich nimmt, 
wenn sie wandert?) So bringen die Artussagen ihre selt- 


1) Ortsnamen können anscheinend ganz assimiliert werden: so die 
loc. Namen der Wielandsage: Ulfdalir, Úlfsjár etc. 

2) Diese Eigentümlichkeit erstreckt sich bis auf die geringfügigsten 
Nebenpersonen, wie der pakkräär der Volundarkv. beweist (pank ist kein 
nord. Thema; Cap. III). Und es wäre also umgekehrt der Schluß berech- 
tigt, wenn in einer nach x eingewanderten Sage plötzlich einzelne Namen 
im Sinne der Namengebung von x auftauchen, daß dann auch die ganzen 
Episoden, die sich an jene Namen knüpfen, rein in x entstandene Zutaten 
seien; wie denn z. B. in der Volsungensage Sigurär nicht völlig und 
Hjordís durchaus nicht dem deutschen Sigfrid und seiner Mutter Siglind 
entsprechen und nun auch die Episode mit dem Dänenkönig Alf und die 
Sage von Siguräs Ahnen (weiterhin auch die Lieder von Helgi, dem Halb- 
bruder Siguräs) neu sich anknüpfen oder wie der feige Koch Hjalli 
(Cap. IIT) in der Atlakvipa jene sonst nicht bekannte Episode von dem 
ausgeschnittenen Herzen mit sich bringt oder wie auf die neue Person 
des Guttormr (außer nord. nicht belegter Name!), des jungen Bruders 
von Gunnarr und Hogni, sich in neuer Version die Vollführung des Mordes 
an Sigurär überträgt (im „kurzen Sigurdsliede^). — Was sonst die An- 
wendung unserer ganzen Methode auf die Namen der Edda- (Götter- und 
Helgilieder) betrifft, so kann danach ihre nord. Herkunft nicht in Frage 
stehen. Oft liegen allerdings sehr alte, mögl. falls gemeingerm. Bildungen 
vor, so in Agnarr u. Geirrodr im Grimnismäl. Es käme vielmehr darauf an, 
zu untersuchen, ob nicht eine genauere Lokalisierung innerhalb des Nord. 
selbst möglich wäre; doch halte ich dazu im Allgem. das Material für zu 
gering. Dan für die Rigspula weist wohl nach Dänemark (cf. auch Mogk 
Litgesch. p. 48 (PG.? p. 602)); broddr in Hodbroddr (Helgakv. h.) nach 
Island (cf. brord Cap. II u. Cap. VI), ebenso ist Heimir nur auf Island 
belegt (haim Cap. II); Geitir aber (Gripisspä), den man für charakteris- 
tisch halten könnte, ist ein im ganzen Norden möglicher Name (geit 
Cap. III); von Geirrodr und Agnarr s. o. kann der erste ein gemeinnord. 
Name sein (cf. gis u. fridu Cap. I) der zweite aber weist entschieden 
nach dem Osten (Cap. I. Nr. 1, c; Cap. VI). 


Heldennamen. 177 


samen (irischen) Namen mit sich nach Frankreich und Deutsch- 
land; so gehen die Namen der altindischen Heldensage fast 
restlos in der altindischen Namengebung auf und was die 
griechischen Heroennamen betrifft, so sind sie nach den Er- 
gebnissen Ficks (griech. Namenbuch ?, p. 363, 367) „echte 
und sehr alte, z. T. historische“ Griechennamen. — Man 
wird nicht behaupten können, daß dieselbe Methode auch 
auf die rein mythologischen Namen anzuwenden sei, um 
dann gegebenenfalls auch die betreffende Mythologie für 
fremdes Gut zu erklären. Die echt mythologischen Namen 
müssen besondere Begriffe enthalten, die ihre Träger von 
allem menschlichen unterscheiden; sie beanspruchen ihrer 
Natur nach einen besonderen Ausschuß von Themen; sie 
werden nie und nirgends in organischem Zusammenhang mit 
der menschl. Namengebung stehen (über jüngere mythol. 
Namen cf. Cap. VIII); (cf. auch Grimm. Myth. I 320). 
Untersuchen wir zur Probe kurz die Friðþjófssage, 
deren nord. Heimat niemand in Zweifel zieht. Außer König 
Beli und Jarl Angantyr, deren Namen aus der Mythologie 
geholt sind, tragen alle Personen echte nordische Namen 
&us historischer Zeit (Hildingr, sonst nicht zu belegen, 
bietet doch nichts auffálliges). Allein das zweite Glied 
-þjófr des Namens von Fridpjófr selbst bleibt merkwürdig 
singulär. Im Nord. gibt es außer ihm, seinen Variierungen 
(Cap. 11, 11), seinen Söhnen und seinem Enkel (Gautrekssaga) 
nur wenig Namen mit -pjöfr (s. piub Cap. II), die eher um- 
gekehrt aus der Popularität der Sage herzuleiten sein 
mögen. Im Ib. fehlen sie ganz; für das deutsche zählt 
Förstemann nur drei Kurzformen auf und im ags. erscheint 
plötzlich und häufig, aber sehr spät und ganz einzig ein 
Valpeof (Cap. Il þiub.). Es eröffnet sich aber eine andere 
Quelle: die Edda kennt eine Reihe von Zwergnamen auf 
-bjófr (so All-, Hlé- und pjófr selbst; cf. auch Cap. VIII). 
Wir wollen nun nicht geradezu zwergische Herkunft des 
Fridpjófr behaupten, wohl aber werden wir in dem allen 
eine Bestätigung für die Ansicht finden, daß die Fridpjófs- 


Hans Naumann, Altnord. Namenstudien. 12 


178 Heldennamen. 


sage unhistorisch und erfunden, notwendig jedoch im Norden 
erfunden ist. 

Weitaus anders liegen die Verhältnisse in der Wieland- 
sage. Nordisch kann Bodvildr sein und ist in schwed. Ru- 
neninschr. auch belegt; doch trägt diese alte Bildung zu- 
gleich gemeingerm. Charakter, was wir bestimmter von dem 
ebenfalls auch nord. Eyill wissen (s. die gemeingerm. Kose- 
namen am Schluß von Cap. I; doch vergl. über Egill auch 
Kögel Litgesch. I, 1,100). Nordisch ist Hervor (doch gilt 
dasselbe wie von Bodvildr) und das hlad (Cap. III) in Hlad- 
guðr; Olrun ist nur in Fas. belegt, doch falls aus al(l)- und 
nicht aus alu- (cf. all Cap. I) zu erklären, eine sehr alte 
Bildung. Bestimmt unnordisch sind: Slagfidr, Hloðver, 
Dakkradr (s. auch Cap. III) und Volundr selbst (z. B. Kögel 
aao.), dazu Nidudr (Volkv.) oder Niðungr (piär. s.), dem 
ahd. Nidhad (so z. B. St. Gallen 779) zu Grunde liegt. Nur 
einmal ist nid- im nord. überliefert in Nidbjgrg f., hier aber 
schottischen Ursprungs (s. Nid- cap. III unter den nicht 
nord. Namensthemen). Also so gut wie nichts ist nordisch; 
und wir werden nach alledem einer außernord. Lokalisierung 
der Sage, etwa Niedersachsen (z. B. Jiriczek D. H. z. St.), 
von unserm Standpunkt aus nichts einzuwenden haben. 

Ebenso wenig nordisches Gepräge tragen die Namen 
der Ermanarichsage. lormunrekr ist der historische Goten- 
könig Ermanaricus (f 375); Namen mit iormun- sind dem 
Nord. völlig unbekannt (cf. ermin Cap. III).  Svanhildr ist 
(ob erst im Norden?) aus *Sônahilti (z. B. Iiriczek aao. p. 63) 
umgedeutet und so im Nord. freilich 2 mal belegt (Fms. Bs.), 
doch z. B. auch im wfränk. (cf. swan Cap. I). Hamdir und 
Sorli sind aus den offenbar sehr alten Weiterbildungen von 
*sarws und *hamjis: Sarilo (Sarulo) und Hamadeo entstanden; 
Namen mit sarw- (Cap. III) sind im nord. sonst nicht vor- 
handen, mit ham (Cap. II) sehr selten (srhfr. Hamathio 8). 
Pikki (ags. Becca) (wohl im nord. als „Hündchen“ ver- 
standen) scheint nichts als eine Kurzform von Sibico zu 
Sein (e, auch Kögel Litgesch. I. 2, 211); sibja (cap. III) ist 


Heldennamen. 179 


aber kein nord. Personennamenthema. Nordisch und belegt 
(s. rand Cap. II) ist bloß der Name von Ermanarichs Sohne 
Randver (doch macht er den Eindruck einer alten, ev. ge- 
meingerm. Bildung), für den viell. die Sage urspr. keinen 
Namen besaß (ähnlich wie die Wielandsage die Söhne Nid- 
hads unbenannt läßt), denn im Deutschen heißt er Fridrich, 
bei Saxo: Broderus und in der pidreks. zu dreien variiert: 
Fridrekr (belegt z. B. Ks., LB), Reginbaldr (nicht belegt, 
doch möglich) und Samson (s. auch Symons p. 80. PG.? 
p. 685)  Umgekehrt ist bei Erp die Figur nur nordisch, 
nicht aber sein Name, der mit Brechung Iarpr heißen müßte, 
wenn wir die ganze Erpepisode als reine nord. Zutat er- 
klären wollten (s. o.); so aber muB er wohl doch der alten 
Sage schon bekannt gewesen sein (iarp- nicht selten, s. erp 
Cap. I, Erpr erst sekundár z. B. LB.)  Nordisch ist die 
durch Gudrun (sehr alte, gemeingerm. Bildung, Cap. I) ge- 
knüpfte Verbindung mit der Nibelungensage; speziell hierfür 
scheint Iónakrs Figur u. Name erfunden zu sein (s. aun Cap. I). 


Durchaus ins mythische weisen ihrer gótternamengleichen 
Isoliertheit wegen (s. o.; auch Cap. VIII u. Mhff. Béow. 
p. 4; schon ihre Eingliedrigkeit — wie bei den echten alten 
Gótternamen — und ihre schwer zu ermittelnde Bedeutung 
sind höchst bezeichnend!) die Namen der  Hildesage: 
Hjarrandi, Hedinn, Hogni, Vaði und Hildr (ein Walküren- 
name, viell. nachträglich, wie sicher Hedinn etc. s. Cap. VIII 
auch menschlich gebraucht; Vaði und Hogni sind sehr alte 
Kurzformen, Cap. I) Und so ist denn nicht zu entscheiden, 
„bei welchen der seeanwohnenden germ. Stämme die Hildesage 
ihre epische Ausprägung erlangt hat“ (Symons PG.* III. 
713). 


Soweit haben wir im wesentlichen nur nach dem Norden 
eingewanderte Sagenstoffe betrachtet; nun wollen wir unsre 
Methode einmal auf einen solchen Sagenstoff anwenden, der 
auf den ersten Blick dazu verleitet, seinen Ursprung in 
Skandinavien zu suchen, ich meine den Béowulf. Es kann 


12* 


180 Heldennamen. 


uns beim Beowulf nicht auf den Hauptinhalt ankommen !), 
sondern auf die eingeschobenen Episoden, die von den grofien 
Völkerkämpfen handeln. 

Prüfen wir zunächst die 4 als schwedisch überlieferten 
Namen (Vers 2612, 16, 11; 2392), so sind Ohthere und Onela 
uns als nord. Óttarr und Áli gut bekannt; und wenn Ead- 
gils nach Snorri in nicht genauer Entsprechung nord. Aðils 
wiedergibt (Yngl. saga cap. 29, Hkr. I, ööff.; s. Gering, 
Beowulfübers. p. 115) (ags. ead = germ. nord. aud nicht 
ad; wie wir umgekehrt sahen (Cap. V), daß man ags. ead 
im Norden nicht verstand, sondern zu iat verdarb!) so 
dürfen wir vielleicht in Eanmund ein Mißverständnis von 
nord. Aunundr vermuten, (z. B. Nor. schwed. Runischr. 484). 
Doch ist dies nicht unbedingt nötig, denn sowohl aun als 
noch mehr mund sind in Schweden gebräuchlich gewesen. 

Von den als Gautennamen überlieferten sind Ecgþeow, - 
Weohstan, Eofor, Swerting, Wulf, Hygelac, ZElfhere uns als 
Eggbér, Véleifr, Iofurr, Svertingr, Ulfr, Hugleikr, Älfarr 
als echt nordisch belegt; .Eggper macht sogar in beiden 
Gliedern einen sehr ostnord. Eindruck (während -pius im 
ags. z. B. als masc. peow gar nicht belegt scheint, s. pius 
Cap. I) was gleicherweise von Hugleikr und Iofurr gilt. 
Headolaf, Heardred (s. nord. appell. Hardradi; hard bes. 
schwedisch), Hereric, Wiglaf, Herebeald, auch Hredel (als 
*Hrollr? cf. Gering p. 103) und Hæred (als Häraär ?) könnten 
gut nordisch sein; Hondscioh mutet an wie ein nord. Zuname 
(cf. Vottr, Yngls. c. 81) und hinter Hædcyn (Holthausen: 
Headu-chen) könnte wirklich ein anord. Hoäkuär stecken 
(Gering p. 117), denn die Namen auf -kudr, kunnr (Cap. I 
kuni) sind doch nicht ganz so selten, wie Gering meint 
(aao.) und grade aus schwedischen Runeninschriften haupt- 


1) Der scheint rein mythisch zu sein: Der Kampf mit Grendel; 
ebenso der Kampf mit Breca, dem Sohne des Beanstán; die singuláren 
Namen erweisen schon mythischen Ursprung s. 0. 


Heldennamen. 181 


sächlich überliefert). Béowulf selbst könnte anord. Bjólfr 
entsprechen, sei es aus Bæjólfr (s. bü- Cap. II; so Gering 
p. 100) oder aus By- (bi)ölfr entstanden (Symons PG.? III. 
647), wozu wir bemerken müssen, daß nach unsern Belegen 
(bü I, bi III; Bjölfr selbst nur LB.) die größere Wahr- 
scheinlichkeit auf Gerings Seite liegt. Gering hält nach 
Fahlbecks und Bugges Vorgang die Geaten für Jüten (aao. 
Einleitung p. VII) Darin, daß Eggper, Swertingr, Hug- 
leikr und -kunnr auch auf dänischen Runensteinen erwiesen 
sind (Wimmer), könnte man eine schwache un 
seiner Ansicht finden. 

Was nun noch die Dänen betrifft, so müssen wir hier 
zu einer unbegreiflichen Behauptung Kögels Stellung nehmen. 
Kögel hält nämlich (Litgesch. I. 1,156) die im Béowulfge- 
dicht sogenannten Dänen (also Hrödgär und seine Leute) 
für einen westgermanischen Volksstamm, denn — „kein ein- 
ziger Name der Beowulfdänen trage auch nur eine Spur 
ostgermanischen Ursprungs (er meint „nordgerm.*; denn er 
rechnet die Skandinavier zu den Ostgermanen); sie sind viel- 
mehr alle rein anglofriesisch, dem Lautstande und den 
Wortstämmen nach.“ Dem Lautstande nach natürlich wohl, 
denn der ags. Dichter hat nicht nordisch gesprochen TL Was 
aber die Wortstämme anlangt, so müssen wir doch sagen, 
daß Heremöd, Wulfgär, Gudlaf, Osläf, Hröðgar, Healfdene, 
Hälga, Hrödulf, Hredric, Hrodmund, Heoroweard, Beowulf I 
sämtlich im Nordischen belegt werden können und in unsern 
Listen vorhanden sind als Hermöär, Úlfgeirr, Guðleifr, Á s- 
leifr, Hróðgeirr, Hálfdanr, Helgi, Hró(d)ulfr (Rólfr), Hrórekr 
(Hrærekr), Hróðmundr, Hjorvarðr, Bjólfr (doch s. o.); auch 
Heorogar, Ecglaf, Unferð (Ófriðr) tragen durchaus nichts un- 


1) Mit Wonred (anord. Vanráðr?) ist nicht viel anzufangen, doch 
sei an die Variante Vandlandi Vanlandi (Hkr.) erinnert. 

.. 2) Wie übrigens auch sonst die nord. Namen in England und nicht 
nur hier meist Übersetzung oder Entstellung erfahren haben: die Könige 
Hälfdan, Ásketill, Guðormr, Eywindr erscheinen als Healfdene, Oscytel, 
Gudrum (so!) Anwynd (so!) (Anglosax. Chron. a. 874) u. a. m. 


182 Heldennamen. 


nordisches an sich und selbst Freawaru könnte sehr wohl 
eine Freyvor sein; bleiben einzig Ecgwela mit dem unnor- 
dischen Gliede wela und Æskhere, das unglückliche Opfer 
von Grendels Mutter, der im Nord. Askarr heißen müßte, 
wo aber askr komponiert nicht belegt ist, der ältere Bruder 
des Yrmenläf, wo yrmen ein gleichfalls unnordisches Thema 
ist. Doch könnte diese ganze mit /Eskhere verbundene Epi- 
sode eine angelsüchsische Zutat sein (s. o. anm.); sie ist zur 
Komposition des Ganzen nicht nötig; man fragt sich, warum 
Beowulf nicht ohne weiteres Grendels Spur verfolgt und so 
die Riesin findet und überwältigt. — Halfdanr, Helgi, Ecg-, ` 
Frey- weisen sogar besonders auf ostnordisches (dänisches) 
Gebiet! Daß sich Hrödgär Herr der Ingfreunde nennt 
(Eodor Ingwina), das, meint Kögel, falle für seine Auffas- 
sung „schwer ins Gewicht“. Wir haben aber gesehen, daß 
grade im Ostnordischen Ingi-Freyr keine unbedeutende 
Rolle gespielt hat. Umgekehrt sind z. B. im ags. Namen 
mit heoro äußerst selten, hreä und hröd sehr selten und 
sehr spät. Nach alledem müssen wir von Kögels Ansicht 
das grade Gegenteil behaupten: ganz ohne Zweifel sind die 
Beowulfdänen wirkliche Dänen. 

Wir betrachten zum Schluß noch kurz die Namen aus 
dem Finnsburgbruchstück und der Finnepisode (Béow. 1068 
folgende). Die Friesenfürsten Finn und Folkwalda (nord. 
Finnr, Folkwaldi) machen einen recht nordischen Eindruck; 
doch seien hier noch einige andere friesische Namen erwähnt, 
die auch sehr nord. Gepräge tragen: Adgill 7, Frethwi, 
Wigerd (Crecelius) und der blinde Friesensänger Bernlef 
(M. G. ss. II 412); desgleichen aus dem Finnsburgbruchstück 
"Gáralf und sein ‘Vater Guäläf, sowie Gudhere. Hildeburh 
(Finns Gemahlin) sowie ihr Bruder Hnæf sind vermutlich 
Dänen (Borghildr, Hnefi); Guäläf und Osläf sind schon oben 
behandelt; Sigferd und Ordlaf sind als Sig(f)rodr und Odd- 
leifr nordisch belegt, wonach eigentlich nur Hengest und 
Eawa keine Entsprechung finden. 


Zusätze und Berichtigungen. 





S. 1, Z. 11 von unten: lies Fridpjöfss. statt Friäpjöfrs. 

S. 3, 2.6,7: Es schien am ratsamsten, sich zunächst und 
hauptsächlich auf die Liljegrensche als die bislang 
,vollstándigste^ Sammlung der schwedischen Runenin- 
schriften zu stützen. Die übrigen bei Noreen, Alt- 
schwedische Grammatik s. 7 Anm. genannten Werke 
enthalten nur Sammlungen aus einzelnen schwedischen 
Landschaften. R. Dybecks Svenska Runurkunder (I, II 
Stockholm 1855/57) und Sverikes Runurkunder (I Upp- 
land 1860, II Stockholms Lán 1865) z. B. enthalten die 
Inschriften aus Uppland und Södermanland, unter- 
scheiden sich in der Lesung, namentlich des Namen- 
materials, nur sehr unwesentlich von Liljegren und 
lassen sich auf sprachliche Dinge, wie Deutung der 
Namen, überhaupt nicht ein. Hierin hat m. E. doch 
meist schon Dieterich das richtige getroffen; natürlich 
mußte auch sehr oft Kritik geübt werden, teilw. an 
der Hand von Brate (u. Bugge): Runverser, Antiquarisk 
Tidskrift f. Sverige X und von Noreen in seinen Gram- 
matiken, der freilich in der Heranziehung von Namen 
aus andern germ. Dialekten zuweilen wohl hätte. noch 
etwas weiter gehen sollen. — Die seit Liljegren (1833) 
neu gefundenen Runeninschriften bieten nur selten ein- 
mal einen neuen Namen (Hvitarn, Frautis, Luki bei 


184 Zusátze und Berichtigungen. 


Dybeck, Urpi bei Brate). — Alles in Allem muß freilich 
das nordische Namenbuch für seinen schwedischen Teil 
die große Publication aller schwed. Runeninschriften 
abwarten, die von der „Antiquitätsakademie“ vorbe- 
reitet wird (s. Noreen aao.). 

S. 4, Z. 12: Desgl. auch Axel Falkman, Ortnamnen i Skäne. 
Lund. 1877 (s. 101—193 Personnamn; teilw. veraltet, 
teilw. schon bei Nielsen). 

S. 5, Z. 6: Desgl. auch E. Schröder im Index zu Cassiodor 
(M. G. Auct. Ant. XII). 

S. 6, Z. 8: Nachträglich auch R. Müller: Über die Namen 
des nordhumbrischen Liber Vitae, Palaestra IX. 1901. 

S. 8, Z. 1 von unten: Über die wenigen (30— 40) und be- 

- deutungslosen islàndischen Runeninschriften s. zuletzt 
 Kàlund, Aarbóger 1882 s. 96 ff. 

S. 11, Z. 22: Bei unmittelbarer Nachbarschaft zweier Völker 
sind zweisprachige Gleichungen natürlich häufiger, so 
keltogermanisch: gall. Teutoboduus — ahd. Deodpato 
(Fm. 1417), gall Caturix — ags. Headoric (Widsid), 
britt. Clutorix — afrünk. Chloderich (Fm. 854) sowie 
einzelne andere der bei Much, Stammeskunde (Góschen 
126) a BIL genannten Gleichungen, — oder ger- 
manoslavisch: ofr. Ratgast (Dronke a. 795) — slav. 
Rattogast, as. Leudmar (Fm. 1045) — slav. Ljudomir, 
ahd. Willmar — slav. Volimir u. a. siehe Fick! s. 
CCXVIIff, — oder indoiranisch: aind. Sukshatra = 
apers. 'O&ddons, aind. Vasumanas = apers. Vohumanas 

. u. a. Siehe Fick! s. CCIX ff. | 

S. 12, Z. 5,6: Doch sei hier eine Auswahl interessanter 
nordisch- westgermanischer Gleichungen zusammenge- 
stellt: Agnarr — Eginher, Álflákr — Albleih, Álfny 
— Albniu, Awair — Anager, Ávángr — Anawanc, 
Andvinr — Antawin, Ondódr — Anthad, Eygautr — 

 Awigaoz, Biarnhedinn — Pernhetan, Dagmerr = Ta- 
. gamar, Dómaldi — Domuald, larpülfr — Erpulf, lóð- 
hildr — Euthildis, Farvaldr — Faruuald, Fólkvarr — 


Zusätze und Berichtigungen. 185 


Folkwar, Giafvaldr = Givaldus, Giafleikr = Gebaleih, 
Hagustaldar = Hagustolt, Hagbarär = Hagapart, Her- 
. lufr = Erliub, Hiórvarðr = Hiriward, Ulfnaär = 

Wolfnand, Rognvaldr = Ragnovald, Ranülfr = Ranulf, 
Rikipir = Rihdeo, Eggber — Eggideo, Hiálmþer = 
Helmtheo, Rugülfr — Rugolf, Saligastir = Naligast, 
Svanlaug = Suaneloug, Oddleifr = Ortleib, *Landvarr 
= Lantwar, lórwis = Ebarwis, Vígtiarfr — Wictarp, 
Vélaug = Wihlaug, Végautr = Wihgoz, Vitgeirr = 
Witgar, Ulfjötr — Wolfleoz, Ulfgestr = Wulfgist, 
Einarr = Einher, *Engilskalkr — Engilscalh, Ästräär 
— Ansirat, Gautrekr — Gozrih, *Hoüleikr — Hadaleih, 
Bengeirr — Baniger, Dyrhildr — "Tiurhilt, Iómarr — 
Eomær, Freygerdr — Frewigarda, Freyleif — Frealaf, 
Eistúlfr — Aistulf, Ülfhedinn — Wolfhetan, Hugleikr 
— Hugileih, Hundólfr — Hundulf, Hvatmódr — Hwas- 
mot, Ingunnr — Ingundis, Ísarr = Isher, Logmaðr = 
Lagman, Soxölfr = Saxolf, Sandúlfr == Sandulf, Sa - 
mundr = Semunt, Sunnólfr = Sundolf, *þingvinr = 
Dingwin, þórráðr = Donarad, þórólfr = Thunerulf. 

S. 13, Z. 8: In der Form Agamont unter vielen zweifellos 
nordischen Namen (LC. s. 350 = II 675, 4). Über die 
Namen nordischer Pilgrime in Deutschland wird an an- 
derem Orte zusammenhängend gehandelt werden. Die- 
jenigen aus der Reichenau, zuerst abgedruckt von Mone, 
Anzeiger 4 s. 97 ff, danach von I. Grimm, Antiquarisk 
Tidskrift 1843—45 s. 67 ff. (s. auch Kl. Schr. V, 8349) 
sind jetzt nur bei Piper zu benutzen (bes. s. 329 —351). 
Mit welchem Rechte eigentlich Nielsen einen Teil der 
Namen für speziell dánisch hált, ist nicht ersichtlich; 
ausdrücklich als islündisch bezeichnete EUN terra) 
siehe auch DI. I 170—723. 

S. 14, Nr. 2: Lies aipa statt aid. 

Z. 2 von unten: hier und im folgd. einige Male lies Haraldss. 
statt Háraldss. 

S. 18, Z. 8: Siehe auch Noreen, Schwed. s. 189, $ 249. 


186 Zusätze und Berichtigungen. 


S. 19, Z. 11 von unten: Zu Anscytel und anderen ags. 
Namen nordischen Ursprungs vergl. s. 117 Anm. 1. 

S. 20, Nr. 11: Zur Bedeutung von arg- in Namen vergl. 
Bruckner s. 47 (zu &gyo) und Kremer PBB. VIII, 437 ff. 

S. 25, Mitte: Lies Badvila statt Badwila. 

Nr. 21: Arkiv II, 24D ff. werden die Namen mit Bá- 
(Bárgðr, -rekr, -úlfr Lilj. 885) auf Bod- zurückgeführt; 
danach auch Baleikr hierher statt zu Bald-; vgl. dazu 
*Hodleikr, Gunnleikr. 

S, 20, Nr. 28: Weitere Namen mit -bjorn siehe s. 147. 

S. 28, Nr. 27: Hierher noch Brandálfr D. N. I 3858 (s. alb-), 
spez. nord. Composition. 

S. 29, Nr. 28: Vgl. Martin QF. 100 s. 79, 80. 

S. 90, Z. 5: Ferner Védan s. wih- s. 68 (Lilj. 487), fehlt 
bei D., siehe aber Brate, Runverser s. 108. 

Z. 8: Halptene LC. ist nordisch, Hálfdan spez. nord. Com- 
position, s. halb- Cap. II s. 91. | 

Nr. 32: Hierher noch Dömhildr D. N. V 60. — Dömarr 
auch schwed. runischr. Tumara, Brate s. 321; viell. 
ist auch Tumi Lilj. 1141, 1428 als Dömi zu deuten, 
doch siehe s. 131. 

S. 31, Nr. 35: Zu Iarlabanki siehe Brate s. 89: ,Manden 
hed vel egentlig Banki, men kaldte sig mulig Iarla- 
banki, fordi han stammede fra larler.“ 

Z. 2 von unten: Lies 119 statt 229. 

S. 86, Z. 3: Vgl. noch den gotischen Geistlichen Fretela = 
*Frithila, Ma&mann Ulfilas s. XXVI. 

S. 48, Nr. 72: Dazu Rifnikr Lilj 1342 — Hrefningr (Run- 
verser 267; Noreen Schwed. 487). Hrafnsvartr spez. 
nord. Composition. 

S. 49, Z. 6: Hier und im folgd. einige Male js Haraldss. 
statt Háraldss. 

S. 50, Z. 22: Lies Igilsuith. 

S. 51, Z. 11 von unten: Lies Conigisclus. 


Zusätze und Berichtigungen. 187 


S. 52, Nr. 84: ags. Maegenric u. andre Namen zu magna- 
siehe bei Müller, Namen des nordhumbr. Liber Vitae 
Palaestra IX s. 22. | 

S. 54, Nr. 20: Anderer Ansicht über Ulfnadr (aus dem ags. 
Wulfnoä entlehnt) ist E. Björkman s. 180 (daselbst 
weitere Literatur). 

S. 55, Nr. 92: Statt „ogerm. -redus etc.“ lies: über ogerm. 
-redus, das mit -ridus wechselt, jedoch zu räd- gehört, 
s. zuletzt M.-L. s. 72f. 

S. 56, Z. 3 von unten: lies aiþa- statt aid-, desgl. S. 60, 
Z. 4 von unten. 

S. 58, Nr. 85: Doch vgl. Martin, QF. 100 s. 17. 

S. 62, Z. 2: Doch kann bei Triulaug auch an triu „Baum“ 
gedacht werden, so Mhff. Nordalb. Studien I 1858 s. 
210ff. Dann wáre triuw- ein Thema, das nur dem 
Ostgerm. u. dem Nord. zuküme, nicht aber dem West- 
germ. (S. 72) und Triggwa — Tryggwi ein ost.-nord- 
germ. Kurzname. Man darf nach den beiden ostgerm. 
Kurznamen wohl annehmen, daß das Thema hier einst 
sehr verbreitet war. 

Nr. 109: Schwed. runischr. Tipkumi Lilj. 600, 936 wird 
von Brate (u. Bugge), Runverser 318, 337 nicht als 
þjóðgumi (so D. 327) gedeutet, sondern mit ahd. 
Zitcoma, Citikuma (Fm. 1675) verglichen. Es ist 
jedenfalls merkwürdig, daß auch Tipfrip Lilj. 113, in 
diesem Sinne gedeutet, eine ahd. Entsprechung findet 
in Citfrid LC. II 158, 5 (Kempten). 

S. 64, Nr. 115: Runischr. fränk. Ubada wird jetzt von Prof. 
Henning früher datiert. 

S. 70, Nr. 127: Viell. sind auch die schwed. Namen auf 
-untr (s. Cap. II Nr. 166) hierher zu ziehen. 

S. 77, Z. 16—18: Vgl. aber triuw-; s. oben den Nachtrag 
zu S. 62, Z. 2. 

S. 87, Nr. 37: Doch vgl. noch wgot. Cume- (Cunie-) frendus 
Conc. Tol. 652. 


188 Zusätze und Berichtigungen. 


N N VN MN N 


. 92, Nr. 61: Zu nord. Hiälmper vgl. jedoch ahd. Helmtheo 


Cap. I Nr. 110. 


. 100, Nr. 98: Lies ags. Lagman, Laghemannus (Searle). 
. 110, Nr. 48: Zu -pjöfr u. ags. -beow siehe jetzt ebenso, 


doch ausführlicher, Björkman s. 174 Anm. 


. 115, Z. 12: Vgl. aber triuw. und den Nachtrag zu S. 62, 


2. 2. 


. 122: Hierher noch: gríss „Ferkel“: Griss LB. R.; Kol- 


griss LB. 


. 151, Z. 2: .Diese Kurznamen aus Cap. III haben natür- 


lich zum weitaus gróften Teile nie in Composition ge- ` 
standen, sind also nur indirekt als Koseformen zu be- 
zeichnen. 


‚156, Z. 6: Daß Kormaks Großvater, ein (übrigens höchst 


ungenau lokalisierter!) Norweger des 9. Jhs., gleich- 


. falls den irischen Namen Kormakr trug, ist sicher er- 
. dichtet (Schluß vom Namen des Enkels auf den des 


Großvaters), s. Kormakss. c. 1. 


. 170: Hierzu noch ein (schwed.) Beleg für Loki: .. Luki 


ok k...u faþur ... halbi h.. (Dybeck, Svensk. Run- 
urk. Nr. 65, Sverik. Runurk. 2, Nr. 44 s. 4); dabei sei 
an den westnord. Namen Loptr, Loftr erinnert, der zu- 
gleich ein Beiname Lokis ist. 


. 174 Mitte: Lies pröndr statt Prondr. | 
. 179 unten: Eine ähnliche Beowulf-Untersuchung siehe 
. jetzt auch bei Björkman s. 198. 


Index. 


Ld 


Um das Auffinden zu erleichtern und weil dies Buch doch zunächst den 
nordischen Namen dienen soll, sind die Themen hier sämtlich in nordischer 
Lautform verzeichnet. Neben Stämmen stehen dabei auch Wörter, wie 
es die jüngere nordische Namengebung oft erforderlich macht. — 
Die Zahlen bedeuten die Seiten. 


a- 17 ás- 19 bild- 83 

að- 24 ask- 21 bjálfi 119 
-aðr 46 ást- 80 bjarg- 27 

afl- 78 at(t)- 21 bjar(n)- 26 
ag- 13 aud- 21 bjart- 27 
agn- 13 aug- 22 -bjóðr 83, 144 
ai- 14 auk- 119, 144 bjór- 83 

aist- 91 aul- 81 bjúgr 119 

al- 16 aun- 22 -bjorg 27, 141 
ald- 16 aur- 23 -bjorn 26, 147 
-aldr 65 aust- 23 blakk- 83 

alf- 15, 145 bald- 25 blauðr 119 
álm- 79 balk- 119 blængr 119 
and- 18 bank- 119 blik- 119 

ar- 19 barð- 82 blót- 119 
arg- 20 baug- 81 blund- 119 
arf- 81, 146 -beinn 81, 144 bogi 83, 146 
arn- 19, 147 ben- 82 bóndi 84, 146 
-arinn 19 berg- 27, 145 borg- 27 

-arr 44, 146 bi- 119 bori 120 


190 


bösi 82 
böt- 28 
brá- 120 
brag- 120 
brand- 120, 146 
bram- 84 
brattr 120 
breið- 84 
brodd- 84 
bróþer 84 
brún- 84 
brüsi 120 
brynj- 29 
bú- 84, 146 
bod- 25 
bol- 81 
borkr 119 
dag- 29 
dalli 85 
dálkr 120 
-dan 29, 146, 174 
darri 30 
digr- 120 
-dis 85, 141 
dölg- 85 
dóm- 30 
dóttir 120 
draf- 120 
drengr 120, 146 
drít- 120 
drop- 120 
drótt 30 
drumb- 120 
dvergr 120 
dyr- 85 
eg(ill) 13 


Index. 


egg- 79 

ei- 14 

eid- 14, 139 
ein- 79 

eist- 91 

eld- 120 
engil- 80, 174 
erlendr 45 
erlingr 31 
erlygr 112 
erpr 31 

ey- 24, 141 
eyr- 23 
fader 86 
far- 32 
-farı 32, 145 
fast- 33, 143 
faxi 120 
finn- 86, 146 
fjall- 121 
fjol- 33 
fjor- 33 
fleinn 121 
flóki 121 
flösi 121 
fold- 34 
fólk- 34 
forn- 121 
fost- 23 

fótr 87 

fær- 121 
frad- 121 
fram- 34 
frawa- 34 
freendi 87 
-fredr 3b 


frey- 87, 145 
frið- 35 
-friär 35, 142 
-friär 35, 143 
fróð- 36 
-fróðr 36, 143 
-froär 35, 143 
fugli 36 

full- 88 
fundinn 88 
fur- 88 

-füss 36, 143 
galti 121 
gamall 88 
gand- 37 
gang- 37, 144 
gard- 37, 147 
gaukr 88 
gaut- 38, 146 
gellir 121 
geir- 39, 146 
geit- 121 
-gerdr 37, 141 
-gestr 38, 146 
gils 39 

gis- 39 

-gísl '39, 146 
gizurr 121 
gjaf- 39 
gjalli 121 
glämr 122 
gledir 122 
glümr 122 
-glod 122 
gnüpr 122 
-gnyr 122 


góð- 40 
goti 122 
grá- 89 

® gran- 88 
grámr 88 
gre- 89 
greipr 122 
grettir 122 
grím- 89, 144 
-gripr 122, 144 
griss 147 
grjöt- 41 
grundi 122 
gud- 41, 42 
gull- 42, 90 
gumi 42 
gunn- 42, 140 
gyrdr 122 
há- 45 
haðu- 46 
haf- 122 
hafr 122 
hag- 44 
hákr 122, 157 
hálf- 91 
hall- 123 
háls 123 
-hamr 43, 145 
har- 44 
harð- 43 
haukr 90 
haus- 123 
hængr 123 
hæringr 123 
heðin- 91 
heggr 123 


Index, 


-heiðr 90, 140 
heil- 90 
heim- 91, 147 
heist- 91 
helgi 90 
hemingr 43 
her- 44 

-hikr 123 
hild- 47, 142 
-hilfr 47, 142 
hit- 92 

hiwi- 92 
hjall- 123 
hjälm- 92 
hjälp- 47 
hjalti 92 
hjör- 46 
hjortr 92 
hlað- 123 
hlenni 123 
hlewa- 93 
hlíf 123 
hnefi 93 
hodd- 95 
hólm- 124 
holti 93 

hör- 93 

horn- 9 
hod- 46 
-hofdi 123, 144 
-hofud 123, 144 
horär 124 
hos- 91 
-hottr 124 


| hæna 123 


hrafn- 48 


hrani 124 
hrappr 48 
hregg- 124 
hreid- 124 
hreinn 124 
hrifl- 124 
hring- 93 
hró- 48 
hröd- 48 
hrör- 94 
hross- 94 
hug- 94 
huld- 49 
hún- 49 
hund- 94 
hüs- 95, 147 
hvat- 95, 148 
hvelpr 95 
hvit- 95 

i- 14 
ıamtr 124 
ıard- 32 
larl- 31 
iarp- 31 
ıarn- 51 
id- 97 

ig- 50 
igull 50 
ikul- 50 
ill- 96 

im- 96 
ingi- 96 
inn- 50 
ió- 86 

16d- 32 
iofur- 30 


192 


iöl- 124 

iön- 155 

iör- 30 
iokul- 124 
iri 125 

is- 97 

iuti 97 

ká- 125 
kálfr 125 
kali 125 
kampi 98 
karl- 98, 146 
-kárr 125, 144 
-katla 98, 141 
kaup- 125 
-kell 98 
ketil- 98, 141 
kimbi 125 
kin- 51 

kiol- 99 

kip- 125 
klaufi 125 
klepp- 125 
kleengr 125 
-knifr 125 
knjúkr 126 
knorr 126 
knottr 126. 
knúi 126 
knútr 99 
knykr 126 
kol- 99 
-kollr 126, 144 
-kon 51 
kottr 99 
kraki 126 


Index. 


kräkr 99 
krist- 99 
krökr 126 
kuni- 51 
-kunnr 51, 148 
-kuldr 126, 144 
kveld- 126 
kvigr 126 
kvik- 100 
kvistr 126 
-láfr 100, 140 
-lákr 51 
lamb- 101 
land- 52 

lang- 101 
-laug 101, 140 
leið- 101 

leif- 100, 140 
leik- 51, 145 
lið- 101 

-liði 126, 145 
lik- 102 

likn- 126, 142 
lini 102 

ljót- 102, 142 
liuf- 52 

lod- 126 

-lof 100, 140 


| loptr 127 


-lod 100, 142 
log- 100 

lúf- 127 
-Jundr 102, 145 
lyng- 127 
lytingr 127 
-maär 53, 146 


magn- 52 
mälm- 127 
män- 127 
manni 53 
mar- 53, 135 
mär 127 
marg- 127 
-marr 53, 143 
mæva 127 
megin- 52 
mód- 53, 141 
morðr 127 
mun- 54 
mund- 54, 145 
mús- 103 
nadd- 127 
naðr 54 


-naär 54 


nafni 103 
naglı 103 
nakki 103 
narfi 127 
nätt- 103 
næmr 127 
nænnir 54 
nef- 127, 144 
ner- 103 
-niutr 103, 144 
nori 127 
nokkvi 108 
norve 127 
nuki 103, 128 
-ný 55, 142 
nyk- 128 

ó- 63 


odd- 64, 146 


óðin- 114 
-ólfr 71 
órækja 128 
orm- 114, 147 
-órr 111 

ósk 78 

ót(t)- 79 

qg- 22 

ql- 80 

on- 22 
orlygr 112 
orn 19 
ozurr 128 
pét- 155 
rád- 55 

ragi 20 
ragn- 56 
ran--56 
rand- 56 
rann- 56 
rask- 128 
raud- 104 
-rauðr 35 
raumr 128 
ref- 128, 147 
refill 128 ` 
regin- 56 
-reifr 128, 143 
-rekr 57, 146 
-riđi 57 
-ridr 57, 144 
-ríðr 35, 142 


rik- 57, 145, 146 


ring- 93 
riupa 128 
-roär 35 
rogn- 56 


Index. 


-rond 56, 142 


rug- 58, 174 
rün- 58, 142 
saðr 104 

sal- 59 

sámr 104 


| sand- 104 


saxi 104 

sæ- 105 

sel- 105 
semingr 104 
serk- 105, 145 
-seti 128. 


| -sif 137 


sig- 59 
sindri 128 


sja- 105 


skag- 129 
skam- 105 
skald- 129 
skalkr 59 


skapti 106 
skarði 129 


skarp- 106 


| skær- 129 


skefill 129 


Skegg- 129, 144 


sker- 129. 


skjald- 106,146 


skjálg- 129 ` 
skiði 129 — 
skinn 129 ` 
skiold- 106 
skír- 106 
skóg- 129 
skopti 129 
skori 129 


Hans Naumann, Altnord. Namenstudien. 


193 


skúli 129 
skúta 129. 
smid- 106 
snæ- 106 
snjall- 106 


snio- 106 


sokk- 130 
sol- 105 
sóti 180 - 


sol- 104. 
sorli 135 : 


sox- 104 
spak- 180. 


| stafn- 130 


-stafr 107, 144 


-staldar 107 
starı 130 
stark- 60, 143 
starrı 130 
stein- 107 : ` 
sterk- 60, 143 


stig- 130 


stór- 108 


strid 108 . 
strüt- 130. 


stüf- 108 
sturla 180 . 
-styggr 130, 143 
styr- 130 > 


styrmir 130 
sumar- 108 
sunn- 108 
surtr 61 . 
svadi 130 
sval- 130 


svan- 61 


svart- 61 
18 


194 


sveig- 130 
svein- 131, 146 
sverrir 131 
svertingr 61 
svid- 61, 143 
-svifr 131 
-svinnr 61, 143 
svip- 131 
-syfr 131 
tamr 109 
tannr 109 
tapr 109 
-teinn 109, 145 
teitr 109 
tind- 131 
-tjarfr 109, 143 
tjorvi 1831 
tobbi 131 

tófi 62 

tóki 131 

tomi 131 

tóli 131 

torfi 131 

tosti 131 
-tryggr 61, 143 
tunni 109 
tyrfingr 131 
pang- 131, 136 
Þegn- 109, 146 
þengill 182 
-pér 62, 146 
-perna 132 
ping- 110 
piprandi 132 
pjalf- 132 
-piarfr 109, 143 


Index. 


þjóð- 62 
-þjófr 110, 146 
þjóst- 132 
pór- 111, 141, 145 
pórir 111 
-þormr 132 
þorn 132, 147 
þrá- 132 
þrándr 132 
pras- 132 
-prjótr 182 
þróndr 132 
Þrostr 132 
-þrýðr 63, 142 
pry(ä)- 63 
pumall 111 
þver- 132 

ú- 63 

ub- 111 

-uðr 112, 142 
úf- 111, 112 


úlf- 71, 147 


ull- 72 

un- 114 

-unn 112 
-undr m. 70 
-unnr 112, 142 
-untr 114 


urþi 115 


út- 112 

vaði 64 

vagn 132 
-vakr 64 

val- 64 

-valdr 65, 144 


valk- 132 
vand- 66 
-vandill 66, 174 
-vängr 132 
var 66 

-varär 113, 144 
varinn 66 
varn- 66, 174 
-varr 66, 142 
vatn- 132 

ve- 68 

vedr- 133 
-veggr 133 
-veig 112 
-vendill 66 
ver- 118 

-ver 69, 142 
-verkr 114, 144 
vest- 71 

vetr- 113 

-vi 69, 142 
vid- 67, 147 


vig- 68 


vikingr 133 
vil- 69 

vind- 70, 146 
-vinr 70, 146 
-vir 69 

-vis 67 

vit- 71, 143 
-vor 66, 142 
wá- 132 
wage 118 


wód- 114 


yr- 98. 


Inhalt. 


——— 


Vorwort . ; 

Literaturverzeichnis (s. sich die Zusätze) 
Vorbemerkung, die Belege betreffend 
Abkürzungen . Dr ce 4 


T eil I. 


Cap. I. Die gemeingermanischen Bestandteile des altnordischen 
Namenschatzes 
Gemeingermanische Vollnamen 
Gemeingermanische Kurznamen . 
Cap. II. Die dem Altnordischen mit dem Westsenn. ges 
Namensthemen . ; 
Fehlbestände im ahd., ags., Ib. 
Cap. III. Ausschließlich sorde ermanisce Nauenschemsn 
Altnordische Fehlbestánde u. a. 
Formale Bemerkungen 


Teil II. 


Cap. IV. Altnordische Kosenamen u. a. vn 

Cap. V.  Fremdsprachliches in der altnordischen Nambngebuug. 
Cap. VI. Landschaftliche Differenzen . 

Cap. VII. Namenvererbung und Alliteration in Namen 

Cap. VIII. Namen von Göttern, Tieren und Völkern gebildet . 
Cap. IX. Heldennamen d Vë A el E E 


Zusätze und Berichtigungen 
Index 


Seite 


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10 
73 
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77 
115 
117 
133 
139 


149 
154 
157 
164 
167 
175 


183 
189 


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